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Veröffentlicht am 30.12.2017

Ohne sommerliche Leichtigkeit

Das Ferienhaus
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kommt dieser schwedische Sommerroman daher. Eva ist am Ende - ihre
Mutter ist im Alter von 66 Jahren verstorben, ihre Arbeit als Lehrerin
belastet sie und dann zieht auch noch ihr einziger Sohn aus. Nach ...

kommt dieser schwedische Sommerroman daher. Eva ist am Ende - ihre
Mutter ist im Alter von 66 Jahren verstorben, ihre Arbeit als Lehrerin
belastet sie und dann zieht auch noch ihr einziger Sohn aus. Nach dem
Tode ihrer Mutter möchte sie sich in das ererbte Ferienhaus
in den Schären zurückziehen, das ihr aus ihrer Sicht zusteht, hat sie
sich doch seit Jahren als einzige - und älteste - von drei Geschwistern
um die stark depressive Mutter geschieden, die - nach und nach kommt es
heraus - freiwillig aus dem Leben geschieden ist. Doch die Geschwister -
vor allem die überaus fordernde jüngste Schwester Maja - pochen auf ihr
Recht und drängen auf den Verkauf des Häuschens. Doch bevor es dazu
kommt, verbringen die drei - teilweise unfreiwillig - noch einen letzten
gemeinsamen Sommer in den Schären.

So licht, gemütlich und
einladend das Cover dieses Buches ist, so dunkel und belastend ist über
weite Teile die Stimmung des Romans. Doch obwohl nicht unbedingt
leichtverdaulich, ist er alles andere als schwer zu lesen, lernt man
doch, Dinge nicht nur aus einer Perspektive zu betrachten und dunkelsten
Phasen des Lebens auch eine leichtere Seite abzugewinnen. Anna
Fredriksson schreibt packend, eindringlich und fesselnd - ich zumindest
empfand die Lektüre dieses schwedischen Familiendramas durchaus als Gewinn.
Wer helle schwedische Sommernächte nicht nur in lindgrenscher Manier
oder als Kulisse skandinavischer Krimis erleben will, dem wird sich hier
eine neue Welt eröffnen, die alles andere als heil, dafür jedoch
eindrucksvoll und mitreißend ist.

Veröffentlicht am 30.12.2017

Originell - aber alles andere als leicht verdaulich

Ich bin Henker
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TochterAlice

vor 5 Jahren
(5)

Liebe einmal ganz anders wird in dieser Erzähungssammlung des indischen Autors Rajesh Parameswaran präsentiert - nicht romantisch, verträumt oder auch zärtlich - nein, ...



TochterAlice

vor 5 Jahren
(5)

Liebe einmal ganz anders wird in dieser Erzähungssammlung des indischen Autors Rajesh Parameswaran präsentiert - nicht romantisch, verträumt oder auch zärtlich - nein, hier erfolgen Darstellungen von Liebe der anderen Art, der zynischen, besitzergreifenden, falsch verstandenen... und noch vieler anderer "Lieben", Emotionen, die der Leser möglicherweise gar nicht mit diesem Substantiv belegen würde - zu absurd geht es zu in diesem Sammelsurium von Geschichten. So liebt ein Tiger seinen Wärter zu Tode, ein Henker sehnt sich nach der Liebe seiner Frau, eine Frau verabschiedet sich von ihrem Mann... der potentielle Leser darf wirklich gespannt sein auf den Transport der Inhalte, denn der Autor ist ein begnadeter Erzähler, der die unterschiedlichsten Stile beherrscht - und so hat auch jede Erzählung ihre ureigene Seele.

Rajesh Parameswarans Geschichten über die Liebe sind makaber bis schwarz... ein wenig erinnern sie mich an Roald Dahl, dem es jedoch nicht immer um Liebe ging... und auch hier fragt sich der Leser immer wieder: was hat das damit zu tun? Außerdem geht es hier wesentlich bombastischer zu. Ich erinnere mich an einen alten Tracy-Ullmann-Film namens "Ich liebe Dich zu Tode" - das wäre auch ein Motto für den Erzählungsband von Rajesh Parameswaran, denn mit den herkömmlichen Erwartungen an Liebesgeschichten hat das hier wenig zu tun Es ist eine Reihe von spektakulären Geschichten um ebenso spektaktuläre Gefühle, die aus meiner Sicht auf einer Skala von waghalsig bis vereinfacht schwanken - gewagt, sie alle als "Liebe" zu bezeichnen - es ist starker Tobak, der oft betroffen macht, mich zumindest. Mir sind einige der Geschichten fast zu hart, zu abgehoben, doch für Liebhaber des originellen Schreibstils und makaberer Inhalte ist dies ein Werk, an dem man nicht vorbeigehen sollte.

Veröffentlicht am 30.12.2017

Some broken hearts never mend

Club der gebrochenen Herzen
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heißt es in einem amerikanischen Country-Gassenhauer und genau dies will Buffy, der "Landlord", also der neue Inhaber des heruntergekommenen walisischen Bed & Breakfast "Myrtle House" ändern und formt ...

heißt es in einem amerikanischen Country-Gassenhauer und genau dies will Buffy, der "Landlord", also der neue Inhaber des heruntergekommenen walisischen Bed & Breakfast "Myrtle House" ändern und formt es kurzerhand zu einem Singletreffpunkt, an dem in Kursen diverse Fertigkeiten, die das Alleinleben erleichtert werden, vermittelt wird. Doch es ist kein glatter Unterhaltungsroman, genausowenig wie eine geradlinige Geschichte, die uns hier erwartet: Buffy erbt das Haus, das ihm unbekannt ist, von einer alten Freundin - bisher war er Schauspieler, befindet sich aber so ziemlich auf dem absteigenden Ast, was in Anbetracht der Tatsache, dass er bereits 70 Jahre alt ist, nicht so verwunderlich ist. Außerdem verfügt er über eine weitverzweigte Patchworkfamilie mit zahlreichen - erwachsenen - Kindern.
Also, Buffys Pension entwickelt sich wie auch der Roman nach und nach und ein kleines bisschen schwerfällig, was jedoch dem Charme des Buches nur wenig abträglich ist, vermittelt es doch britische Gepflogen- und Verschrobenheiten in allen möglichen Facetten.
Ohne es geplant zu haben, entwickelt sich Myrtle House zu dem Ort, an dem "broken hearts" sehr wohl "menden" also wieder zusammengesetzt werden - die Liebe erblüht an diesem seltsamen Ort auf oft abwegige und nicht immer romantische Weise und so gut wie jeder verlässt diesen Ort ein wenig glücklicher. Warum? Nun, auf die unterschiedlichste Weise gelingt es den Figuren, ein kleines bisschen von sich selbst zu entdecken und sich dem Leben - und damit einer neuen Beziehung - zu öffnen. Auch Buffy selbst - ein britischer Romanheld par excellence - bleibt davon nicht verschont.
Wer treffend dargestellte Figuren, Originale unterschiedlichster Couleur, Helden abseits des Weges und vor allem Darstellungen älterer bzw. nicht unbedingt dem gängigen Schönheitsideal entsprechender Menschen liebt und auch den englischen Eigenheiten alles andere als abgeneigt ist, der sollte nicht zögern und flugs zu diesem Buch greifen - abgesehen von den anfänglichen Längen wird er glänzend und nachhaltig unterhalten. Leichtigkeit mit einem gewissen "british sense of humour" und teilweise ernstem Hintergrund - empfehlenswert für jeden, der ein bisschen gute Laune vertragen kann!

Veröffentlicht am 30.12.2017

Ein Roman wie eine hauchzarte Sommerbrise

Unter Frauen
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So könnte man "Unter Frauen", Alexander Broichers luftig-leichte Kreation, die ich eher als Erzählung oder Novelle denn als Roman klassifizieren würde, bezeichnen.
Die Story: Tills Freundin hat sich absentiert, ...

So könnte man "Unter Frauen", Alexander Broichers luftig-leichte Kreation, die ich eher als Erzählung oder Novelle denn als Roman klassifizieren würde, bezeichnen.
Die Story: Tills Freundin hat sich absentiert, wodurch ihm gleich auch noch seine Wohnung mit flöten gegangen ist. Zudem hat er einen neuen Job in der Chemiebranche als Tester von Kosmetikprodukten. Und das alles in Hamburg, das ja bekanntlich nicht gerade das günstigst Pflaster ist... Er probiert alles, um wenigstens an ein WG-Zimmer zu kommen - nichts! Bis er eine von drei Traumfrauen bewohnte Traumwohnung entert, in der er nur bleiben kann, indem er vorgibt schwul zu sein. Nach etlichen Verwicklungen löst sich dann alles doch noch in Wohlgefallen auf - oder?
Nun, die Geschichte ist aus meiner Sicht zwar charmant geschrieben, inhaltlich jedoch derart ereignis- und belanglos, dass ich mich mit dieser Rezension beeilen muss - ich werde den Inhalt schon in Kürze wieder vergessen haben. Weder passiert etwas Sensationelles noch werden besondere Erkenntnisse, Emotionen oder andere herausragende Faktoren transportiert. Es bleibt ein schönes Buch, das mit 18 Euro leider komplett überteuert ist und dessen Inhalte mich leider trotz des netten Stils im Großen und Ganzen unberührt lassen.

Veröffentlicht am 30.12.2017

Die Bestie Mensch

Die Bestien von Belfast
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In diesem spannenden Krimi in der wohl zerrissensten Stadt Westeuropas
kommen zwar wilde, aus dem Belfaster Zoo entflohende Hunde und auch
Wildschweine vor - die wahre Bestie, die hier ihr (Un)Wesen offenbart,
ist ...

In diesem spannenden Krimi in der wohl zerrissensten Stadt Westeuropas
kommen zwar wilde, aus dem Belfaster Zoo entflohende Hunde und auch
Wildschweine vor - die wahre Bestie, die hier ihr (Un)Wesen offenbart,
ist jedoch der Mensch.

Leichen pflastern den Weg von Karl Kane,
einem ehemaligen Polizisten und Detektiv, der in echter Noir-Manier
daherkommt und dem neben einem Hauch von Coolness leider auch die Rolle
des Losers zunächst scheinbar unabdingbar anhaftet.

Von einem
geheimnisvollen Klienten erhält Kane, der wenig Geld und ein
durchwachsenes Privatleben hat, einen schwierigen Auftrag. Kane ist eine
Art Unglücksrabe unter den Detektiven: es mangelt ihm an Geld, er ist
getrennt von Frau und Tochter - wie wir im Laufe des Thrillers erfahren,
geschah dies unter ausgesprochen unangenehmen Umständen - und nicht
gerade erfolgreich als Detektiv - und vor allem: er wird von der Welt
nicht so recht verstanden. Andererseits wird er aber in seiner Detektei
von der jungen und hübschen Naomi unterstützt, die zudem seine Geliebte
und ihm - für ihn selbst unverständlich - aus ganzem Herzen zugetan ist.
In einigen Facetten erschien mir die Figur des Karl Kane als eine Art
männliche Claire DeWitt, Heldin der außergewöhnlichen Krimis von Sara
Gran.

Die brutale und spannende Geschichte wird kunstvoll,
eloquent und aus einer gewissen Distanz erzählt, die auch ein wenig
zartbesaitetere Leser wie mich bei der Stange hält, obwohl es gnadenlos
zur Sache geht. Karl Kanes Feldzug gegen die Bestie Mensch ist in bester
Noir-Manier, stilvoll, teilweise kühl und meist wie aus der Ferne
geschildert - für Freunde knallharter, moderner Thriller, die mittendrin
sein möchten, vielleicht ein wenig zu manieriert, für Liebhaber des
gehobenen Erzählstils, feiner literarischer Anspielungen und gekonnt
gewählter, immer passender und spitzfindiger Zitate jedoch genau das
Richtige. Zwei kleine Kritikpunkte zum Schluss - manchmal wurde es für
den Leser ein bisschen wirr und dadurch schwierig zu folgen - und der an
und für sich gut konzipierte und absolut überraschende Schluss hätte
ein wenig runder sein können. Insgesamt jedoch empfehle ich diesen
stilvollen Krimi gerne weiter - mit den genannten Einschränkungen,
versteht sich.