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Venatrix

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.04.2023

Eine Hommage an die Honigbiene

Bienengedanken
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Die Autorinnen Dorothea Brückner und Bettina Thierig, die eine Bienenforscherin, die andere Künstlerin, „möchten mit dieser ungewöhnlichen Mischung aus Kunst und Wissenschaft Menschen erreichen und für ...

Die Autorinnen Dorothea Brückner und Bettina Thierig, die eine Bienenforscherin, die andere Künstlerin, „möchten mit dieser ungewöhnlichen Mischung aus Kunst und Wissenschaft Menschen erreichen und für Bienen und Natur begeistern“. Der dritte im Bunde ist der Fotograf Michael Haydn, der die Bienen ins rechte Licht rückt.

Das ist dem Trio sehr gut gelungen!

In neun Kapiteln stellt uns die Bienenforscherin Dorothea Brückner den Mikrokosmos der Bienenvölker vor:

anfangen
kommunizieren
wimmeln
sammeln
nutzen
forschen
leben
bauen
fliegen

Dazu gewähren uns passende Illustrationen, (Fach)Texte, Gedichte und faszinierende Fotos aus dem Rasterelektronenmikroskope bislang unbekannte Einblicke in das Leben der Bienen.

Manche Eigenschaften der Bienen wie das Kurz- und Langzeitgedächtnis sind mir genauso bekannt wie die außergewöhnliche Art die Temperatur im Bienenstock zu halten bzw. zu regulieren.

Gut gefallen hat mir der Ausflug in die Welt der Wildbienen Afrikas sowie die Honiggewinnung abseits von neuzeitlichen Imkern. Die Fachtexte habe ich mit großem Interesse gelesen, Gedichte sind nicht so meines. Dennoch passt Lyrik gut zu den Bienen.

Fazit:

Ein außergewöhnliches Buch, das als Geschenk für Imker sicherlich Anklang findet. Gerne gebe ich diesem Gesamtkunstwerk 5 Sterne.

Veröffentlicht am 13.04.2023

Fesselnd bis zur letzten Seite

Zornige Flut
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Auch in ihrem 7. Krimi rund um die Ermittlerin Liv Lammers, weiß Sabine Weiss ihre Leserschaft bis zur letzten Seite zu fesseln.

Schon der Beginn hat es in sich. Nur mit viel Glück können sich Liv Lammers ...

Auch in ihrem 7. Krimi rund um die Ermittlerin Liv Lammers, weiß Sabine Weiss ihre Leserschaft bis zur letzten Seite zu fesseln.

Schon der Beginn hat es in sich. Nur mit viel Glück können sich Liv Lammers und Tochter Sanna aus dem brennenden Kapitänshaus retten. Schnell ist klar, dass hier ein fieser Brandstifter am Werk war.

Während sie sich noch um die traurigen Überreste der Habseligkeiten kümmern muss, wird sie nach Sylt gerufen, weil im Aquarium der dortigen Fastenklinik ein skelettierter Schädel entdeckt wird. Gleichzeitig wird eine Galeristin vermisst.

Liv Lammers muss sich gleich mehreren Fragen stellen: Erstens, wer trachtet ihr nach dem Leben? Denn der Brandanschlag wird nicht der einzige Mordversuch bleiben. Zweitens, wo ist der Rest des unbekannten Skeletts? Ist es die verschwundene Frau?

Meine Meinung:

Sabine Weiss schafft es regelmäßig, die ihre Leser in den Bann zu ziehen. Seit dem ersten Fall („Schwarze Brandung“) ermittelt Liv Lammers in undurchsichtigen Mordfällen. Immer wieder mit dabei ist Livs Familie, die ihr so manche seelische Wunde geschlagen hat. Allen voran der despotische Vater, dem sie sich immer widersetzt hat. Deshalb ist sie de facto „persona non grata“ in der Familie. Mit dem Tod von Ocke scheint der Albtraum zu Ende zu sein, wenn, ja wenn da nicht das Testament wäre. Das wird uns in einem achten Band sicherlich die eine oder andere Überraschung bieten.

Der Schreibstil ist wie immer fesselnd. Geschickt wird der Leser auf falsche Spuren gelockt und in Sackgassen manövriert. Gut gefällt mir auch, dass die Insel Sylt und ihre Bewohner samt dem örtlichen Dialekt wieder eine Rolle spielen dürfen.

Ein interessantes Thema ist diesmal die Gesichtsweichteilrekonstruktion. Hinter dem recht sperrigen Begriff verbirgt sich die mühevolle Kleinarbeit einem skelettierten Schädel wieder ein menschliches Antlitz zu geben. Manche von uns kenne das aus den diversen Krimi-Serien wie „Bones“.

Das Cover passt sehr zu den Vorgängern, sodass sich hier ein hoher Wiedererkennungswert ergibt.

Fazit:

Ein Krimi, der bis zur letzten Seite fesselt und dem ich eine Leseempfehlung sowie 5 Sterne gebe.

Veröffentlicht am 10.04.2023

Berliner Nachtleben einmal anders

Lebendige Nacht
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Wenn die Wildtierbiologin Sophia Kimmig über das Berliner Nachtleben schreibt, so sind nicht die diversen Clubs oder Bars gemeint, sondern die nachtaktiven Wildtiere.

In zehn Kapiteln stellt uns die ...

Wenn die Wildtierbiologin Sophia Kimmig über das Berliner Nachtleben schreibt, so sind nicht die diversen Clubs oder Bars gemeint, sondern die nachtaktiven Wildtiere.

In zehn Kapiteln stellt uns die Autorin verschiedene nachtaktive Tiere vor, die es als Kulturfolger auch in Großstädte wie Berlin, Hamburg oder Wien zieht. Sie erzählt von Säugetieren wie Wildschweinen, Füchsen, Bilchen und Insekten, die die Nacht zu deren Tage machen.

Du kennst die Gruppe der Bilche nicht? Dann lies einfach nach.

Die Kapitel sind gut strukturiert. Tiere und ihr Lebensraum werden uns vorgestellt sowie unter dem Titel „Fun Facts“ einige witzige Anekdoten erzählt.

„Unsere ganze Geschichte ist die bloß Geschichte des wachenden Menschen. An die Geschichte des schlafenden hat noch niemand gedacht.“ (Georg Christoph Lichtenberg)

Meine Meinung:

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und leicht verständlich. Sie versteht es, ihre profunden Kenntnisse unterhaltsam und spannend zu vermitteln.

Der Leser erhält nicht nur Einblick in das tierische Leben bei Nacht, sondern jede Menge nützliche Informationen Wissen aus den unterschiedlichsten Bereichen zum Thema Nacht.

Manchen Leser werden die grobkörnigen Schwarz-Weiß-Fotos auf- und vielleicht missfallen. Doch lange Belichtungszeiten bzw. Fotos aus Wildtierkameras sehen eben so aus.

Fazit:

Ein tolles Buch, das uns einen ganz anderen Blick auf unsere Umwelt und ihre Bewohner ermöglicht. Diesem sehr informativen und unterhaltsamen Streifzug durch die Nacht gebe ich gerne 5 Sterne.

Veröffentlicht am 08.04.2023

Fighting Back - Wie sich die First People Amerikas auflehnten

Zeiten der Auflehnung
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In seinem ersten Sachbuch „Verlorene Welten“ erzählt Autor Aram Mattioli die Geschichte Nordamerikas zwischen 1700 und 1900 aus der Sicht der »First Peoples«. Er betrachtet die politischen Motive aller ...

In seinem ersten Sachbuch „Verlorene Welten“ erzählt Autor Aram Mattioli die Geschichte Nordamerikas zwischen 1700 und 1900 aus der Sicht der »First Peoples«. Er betrachtet die politischen Motive aller Seiten im erbarmungslosen Kampf um den Kontinent, der zur Vernichtung der Lebensformen und der Kultur der amerikanischen Ureinwohner führte.

In vorliegendem Buch »Zeiten der Auflehnung» beschäftigt er sich mit den gesellschaftlichen und politischen Aspekten in der Zeit von 1911 bis 1992. Mattioli recherchiert die Geschichte des indigenen Widerstandes detailliert. Diese Detailversessenheit ist gleichzeitig auch die große Schwäche des Buches. So mancher Leser wird ob der Fülle von Details regelrecht erschlagen. Man merkt, wie sehr dem Autor die Geschichte der »First People« Amerikas am Herzen liegt.

Ich denke, es wird noch einen dritten Teil geben, in dem die Jahre nach 1992 bis in die Gegenwart eine Rolle spielen werden. Mir gefallen Bücher, die viele ZDF (Zahlen, Daten, Fakten) enthalten.

Fazit:

Wer sich für die Geschichte der »First People« Amerikas interessiert und sich nicht scheut, ein manchmal trockenes Sachbuch eines Historikers zu lesen, wird durch umfangreiches Fachwissen belohnt. Gerne gebe ich diesem 2. Teil 5 Sterne.

Veröffentlicht am 08.04.2023

Hat mich nicht ünerzeugt

Lüneburger Elefanten
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Inhalt:

Auf einer Reise in die Heide macht Hebamme Trine Deichmann eine unerwartete Entdeckung: Eine Menagerie, in der exotische Tiere auf den Verkauf an Adelige und Kaufleute vorbereitet werden - Gazellen, ...

Inhalt:

Auf einer Reise in die Heide macht Hebamme Trine Deichmann eine unerwartete Entdeckung: Eine Menagerie, in der exotische Tiere auf den Verkauf an Adelige und Kaufleute vorbereitet werden - Gazellen, Löwen und sogar Elefanten. Trine heuert dort an, um sich um das Wohlbefinden der Exoten zu kümmern.
Die Tierhändler suchen den Kontakt zum Rat der Stadt Lüneburg und bieten ihm Elefanten als Symbol von Macht und Einfluss an. Zunächst lehnt man das Angebot ab. Doch dann wird der Bürgermeister entführt. Und auch Trine gerät zwischen die Fronten.

Soweit der Presse. bzw. Klappentext, der einen interessanten historischen Roman aus 1605 verspricht.

Meine Meinung:

Leider bin ich mit diesem historischen Roman nicht wirklich warm geworden, obwohl sowohl das Thema als auch die Protagonisten ihren Reiz haben.

Das Thema, Wetteifern um die schönste Menagerie in Europa, passt sehr gut zum 17. Jahrhundert. Anfangs ein Spleen der großen Herrscher eifern auch kleinere Fürstentümer dem Hochadel nach. Der älteste Zoo der Welt, der Tiergarten Schönbrunn in Wien, ist 1452 urkundlich erwähnt worden, damals allerdings als Menagerie am Stadtgraben.

Für mein Empfinden passt die Epoche nicht zu den Charakteren und deren Sprache. Besonders die Frauenfiguren wie Fleetwood oder Trine sind viel zu selbstbewusst. Trine Deichmann und ihr Ehemann, der Lübecker Kneipenwirt, führen eine viel zu moderne Ehe. Beide sind gleichberechtigt, beide sind gewitzt und lassen sich nicht leicht ins Bockshorn jagen. In einem Setting rund 200 Jahre später kann ich mir die beiden und ihre Abenteuer sehr gut vorstellen.

Ich habe manchmal den Eindruck gewonnen, dass sich die Figuren ein wenig verselbstständigt haben. SO kommt es zu diversen Nebenhandlungen, die sich von der Menagerie wegbewegen und nur mühsam wieder eingefangen werden können. Die Familiengeschichte des Grafen Leu ist so ein Seitenast.
Amüsiert habe ich mich über die Sequenz, in der die Elefanten als neues Markenzeichen für Lüneburg angepriesen worden sind, denn Löwen im Wappen gibt es als Zeichen der Macht ja viele (beinahe so viele wie Adler). Interessant auch, wie stark die Wirtschaft der Stadt vom Salzabbau abhängig war. Dieses historische Detail fügt sich gut in den Roman ein. Um den unaufhaltbaren Niedergang von Lüneburg aufzuhalten, hat man nach anderen Geschäftsfeldern gesucht. Aber, einen, für alle Menschen zugänglichen, Zoo zu eröffnen, erscheint doch ein wenig unglaubwürdig. In dieser Zeit ist die Gesellschaft von außerordentlichem Standesbewusstsein geprägt und eine Durchmischung, sei auch nur für ein kurzes Vergnügen, erscheint mir unwahrscheinlich. Wahrscheinlicher ist eine Bärenhatz für die unteren Schichten und eine elitäre Schau mit Löwen, Elefanten und Giraffen für die damalige High Society. Die geschilderten Vorgänge bei der Tierhaltung hat vermutlich auch nicht der Wirklichkeit entsprochen. Hier hat der Autor seinen modernen Blick ins Geschehen gebracht.

Ich habe während des Lesens die Jahreszahl 1605 ausgeblendet und mich am verbalen Schlagabtausch der Charaktere erfreut. Die Gedanken der Hebamme Trine zu ihrer Arbeit haben mich manchmal innehalten lassen, da auch hier die moderne Medizin durchschlägt. Im 17. Jahrhundert ist der Gebärstuhl in Gebrauch, den Hebammen oft selbst mitbringen. Der Rummel rund um die Gebärenden ist erschreckend plastisch beschrieben.

Fazit:

Ein historischer Roman, der mich nicht ganz überzeugt hat, weshalb er von mir 3 Sterne erhält.