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Veröffentlicht am 24.01.2017

Historischer Roman der den Namen verdient hat

Die Tochter des Fechtmeisters
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Inhalt:

In dem Roman: Die Tochter des Fechtmeisters, geht es unter anderem um die verschiedenen Fechtbruderschaften im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation, und um die Glaubensstreitigkeiten während ...

Inhalt:

In dem Roman: Die Tochter des Fechtmeisters, geht es unter anderem um die verschiedenen Fechtbruderschaften im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation, und um die Glaubensstreitigkeiten während der Herrschaft Kaiser Rudolph II.

Der Weg der Protagonisten führt von Rostock nach Frankfurt und Prag, wo es zum 'Showdown' kommt.

Clarissa ist die Tochter eines bekannten und geachteten Fechtmeisters. Da sie das einzige Kind ist, hat sie frühzeitig fechten gelernt. Damals wurde noch überwiegend mit dem Schwert gefochten, das leichtere Rapier kam erst später auf.

Clarissa muss sich ihrer Haut erwehren als ihr Vater ermordet wird. Sie macht das ganz gut, hat aber auch Hilfe auf ihrem weiteren Weg, der sie letztendlich nach Prag führt, denn sie muss versuchen, den Mord an ihrem Vater aufzuklären. Die Situation ist überall im Reich bedrohlich, denn es ist eine religiöse Verschwörung im Gange, und Clarissa und ihre Freunde sind mittendrin.



Meine Meinung:

Sabine Weiß ist ein großartiger historischer Roman gelungen. Es gelingt ihr meisterlich, die verworrenen politischen und religiösen Verhältnisse der Zeit aufzudröseln und in eine spannende Geschichte einzubinden. So entsteht ein plastisches Bild der Verhältnisse im heiligen römischen Reich des beginnenden 17. Jahrhunderts. Die Charaktere sind durchweg facettenreich, und sie machen eine Entwicklung durch. Natürlich entstehen dabei ein paar Längen, aber ich empfand sie nicht als störend, einzig die ganzen Fechtbegriffe habe ich überflogen, mit denen konnte ich nichts anfangen, aber für jemand, der sich mit der Materie auskennt, steigern sie vermutlich die Authentizität. Die Sprache ist gut, der Schreibstil flüssig. Es gibt ein paar Nebenstränge, wo ich denke, die Autorin ist ein bisschen über das Ziel hinausgeschossen, und die mich nicht überzeugen konnten, aber insgesamt liegt mit 'Die Tochter des Fechtmeisters' ein Roman vor, der dem Genre 'Historischer Roman' alle Ehre macht, und mir eine Zeit nahe gebracht hat, mit der ich mich vorher nicht wirklich beschäftigt hatte.

Ich kann diesen Roman jedem Liebhaber des Genres sehr empfehlen, und auch wenn man nicht unbedingt ein Freund historischer Romane ist, dürfte man seine Freude daran haben.

Vielen Dank an Bastei Lübbe für die Bereitstellung des Manuskriptes, und an Sabine Weiß für die Begleitung der Leserunde.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Etwas Haut und viel Wirtschaft

Skin
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Zunächst einmal möchte ich mich bei Bastei-Lübbe für die Leserunde und das Freiexemplar bedanken! Leider entsprach das Buch nicht meinen Erwartungen.

Inhalt:

Christian arbeitet bei einer großen Beraterfirma, ...

Zunächst einmal möchte ich mich bei Bastei-Lübbe für die Leserunde und das Freiexemplar bedanken! Leider entsprach das Buch nicht meinen Erwartungen.

Inhalt:

Christian arbeitet bei einer großen Beraterfirma, und der Druck ist sehr hoch. Als er dann mysteriöse Anrufe und emails bekommt, und diverse Morde entdeckt werden die in Zusammenhang mit Christian und den emails stehen, wird die Situation knifflig bis aussichtslos.

Meine Meinung:

Der Prolog las sich sehr vielversprechend, also freute ich mich auf einen richtig guten Thriller.
Leider kam der erst im letzten Viertel des Buches in Gang, und ohne die Leserunde wäre ich vorher längst ausgestiegen.
Die ersten 100 Seiten waren derart langweilig, dass ich anfing querzulesen. Auch der nächste Abschnitt wurde nicht viel besser, und der Protagonist war so dämlich, dass ich das Buch am liebsten in die Ecke gefeuert hätte. Keine der Handlungen konnte mich überzeugen; der Zusammenhang zwischen Christians Job und der Firma mit der Handlung fehlte fast gänzlich; auch weitere Nebenstränge wurden vermutlich nur im Hinblick auf mögliche Fortsetzungen geschrieben, denn sie hatten mit dem Hauptthema absolut nichts zu tun.
Leider konnte mich keiner der Charaktere überzeugen: Christian war so naiv und dumm dass ich hätte schreien mögen, der Kommissar war auf seine Weise genauso dämlich, der Täter war vollkommen gestört...
In diesem Thriller hat mir alles gefehlt: die Spannung, Protagonisten und Handlung die glaubhaft herüberkommen... Dafür hätte ich tiefe Einblicke in die (Bank)wirtschaft bekommen können, wenn es mich denn interessiert hätte. Es war aber nicht als Wirtschaftsthriller deklariert, und letztendlich war es auch kein Wirtschaftsthriller, aber man hatte das Gefühl, der Autor wollte einen schreiben und hat es sich zum Schluss anders überlegt.
Ich persönlich erwarte von einem Thriller etwas anderes als der Autor hier geliefert hat, deswegen würde ich das Buch nicht wirklich empfehlen. Ich bin aber sicher, dass es genügend Fans gibt, die das ganz anders sehen, und auch den wirtschaftlichen Teil verschlingen.
Wer also kein Problem damit hat, hunderte von Seiten über wirtschaftliche Machenschaften und Philosophien zu lesen (die absolut NICHTS mit der eigentlichen Handlung zu tun haben), der ist mit diesem Roman gut beraten; wer auf einen spannenden Thriller hofft, sollte die Finger davon lassen.

Veröffentlicht am 27.04.2017

Unglaubliche Zustände

Sein blutiges Projekt
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Dieses Buch hat mich sehr fasziniert. Es ist unglaublich, welche Fortschritte wir seit dem 19. Jahrhundert gemacht haben, besonders im medizinischen und psychologischen Bereich. Die Experten in dem Buch ...

Dieses Buch hat mich sehr fasziniert. Es ist unglaublich, welche Fortschritte wir seit dem 19. Jahrhundert gemacht haben, besonders im medizinischen und psychologischen Bereich. Die Experten in dem Buch waren für ihre Zeit recht aufgeschlossen, wenngleich sie natürlich Opfer ihrer eigenen, damals gängigen, Vorurteile waren. So wurden die hart-arbeitenden, armen Leute kriminalisiert und stigmatisiert -- natürlich von denen, die eine gute Erziehung und Ausbildung genossen hatten, weil sie höheren Kreisen angehörten. Betrüblicherweise hat sich in d e r Hinsicht auch heutzutage noch nicht viel geändert.
Das Buch liest sich so, als habe das alles tatsächlich stattgefunden. Alle Dokumente und Aufzeichnungen sind so geschickt verknüpft, dass man als Leser am Schluss nur eines sicher weiß: wer die Tat begangen hat, und welches Urteil gefällt wurde. Man wird sehr überzeugend ins Schottland des 19. Jahrhunderts versetzt, in eine Gegend wo Hunger und Armut vorherrschen, und wo die Herrschenden ihre ganz eigne "Gerechtigkeit" praktizieren.
Wer der englischen Sprache mächtig ist, dem würde ich übrigens unbedingt die Hörbuchversion im Original empfehlen.

Veröffentlicht am 13.03.2017

Achterbahn der Gefühle

Warten auf Bojangles
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Wenn es ginge, würde ich diesem Buch sechs Sterne geben, dabei ist es schwer, in Worte zu fassen, warum.

Es ist poetisch, eindringlich, lustig, traurig, verrückt, wundervoll -- mir fehlen die Adjektive.
Es ...

Wenn es ginge, würde ich diesem Buch sechs Sterne geben, dabei ist es schwer, in Worte zu fassen, warum.

Es ist poetisch, eindringlich, lustig, traurig, verrückt, wundervoll -- mir fehlen die Adjektive.
Es ist ein Büchlein (aber schön ausgestattet, sogar mit Lesebändchen), und jede/r sollte die Zeit finden, es zu lesen. Am Besten igelt man sich für ein paar Stunden ein und taucht ab. Aber Achtung: man sollte sich nicht nur mit Getränken, sondern auch mit Taschentüchern ausrüsten. Man wird sie brauchen, und das nicht nur wegen des Verlaufes, den die Geschichte nimmt, sondern weil sie einfach zum heulen schön ist.

Ich werde gar nicht versuchen, den Inhalt zu beschreiben, denn man kann diese Achterbahn der Gefühle sowieso nicht in Worte fassen.
Es fängt recht lustig an, und irgendwie ist es auch verrückt, aber dann mehren sich die ernsten Momente, bis man zu dem Punkt kommt, wo man Böses ahnt, und die Luft anhält... Trotzdem war ich auf das Ende nicht vorbereitet. Vielleicht hätte ich es den Andeutungen entnehmen können, und unterbewusst habe ich es auch gemacht, aber ich wollte es nicht wissen.

Tja, und da saß ich dann mit verweinten Augen -- und ich bin nicht der sentimentale Typ.
Es ist aber alles so realistisch beschrieben, auch wenn es so grotesk wirkt. Ich habe ähnliche Situationen in meinem Leben erlebt, vielleicht ging es mir deswegen so unter die Haut.
Egal, welche Genres man gerne liest, dies ist ein Buch das sicher jeden ansprechen wird.

Ich danke dem Piper Verlag und Literaturschock für das Rezensionsexemplar.

Veröffentlicht am 13.03.2017

Liebe, Freundschaft, Vertrauen, Verrat

Elias & Laia - Eine Fackel im Dunkel der Nacht
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Dies ist eine großartige Fortsetzung von 'Elias & Laia - Die Herrschaft der Masken'!

Laia und Elias versuchen das Kauf Gefängnis zu erreichen, wo Darren gefangengehalten und gefoltert wird, aber sie sind ...

Dies ist eine großartige Fortsetzung von 'Elias & Laia - Die Herrschaft der Masken'!

Laia und Elias versuchen das Kauf Gefängnis zu erreichen, wo Darren gefangengehalten und gefoltert wird, aber sie sind Feind Nr. 1 des Empires, und Elias' beste Freundin Hel ist ihnen auch auf den Fersen.
Wie sollen sie das Gefängnis erreichen? Wird Darren überhaupt noch am Leben sein, wenn/falls sie dort eintreffen? Der Kommandant scheint jede ihrer Handlungen vorauszuahnen.

Laia und Elias leiden beide unter Schuldgefühlen wegen der vielen Tode, die sie verursacht haben -- aber da scheint kein Ende abzusehen zu sein.
Besonders Elias und Helena müssen folgenschwere Entscheidungen treffen, deren Konsequenzen sie kaum absehen können.

Auch hier liegt wieder eine wunderschöne Geschichte vor über Tyrannei, Folter, Liebe, Freundschaft, Vertrauen und Verrat.
Ich freue mich schon sehr auf die Fortsetzung, auch wenn ich bis 2018 warten muss.
Obwohl es weitergeht, habe ich diesmal keinen Stern abgezogen, denn die Geschichte könnte hier zu ende sein.