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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.05.2026

Nicht mein Gengre, teilweise etwas langweilig

Atmosphere
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Der Roman Atmosphere von Taylor Jenkins Reid spielt vor dem Hintergrund der Raumfahrt in den 1970er- und 1980er-Jahren und verbindet historische Elemente mit einer emotionalen Liebesgeschichte. Im Zentrum ...

Der Roman Atmosphere von Taylor Jenkins Reid spielt vor dem Hintergrund der Raumfahrt in den 1970er- und 1980er-Jahren und verbindet historische Elemente mit einer emotionalen Liebesgeschichte. Im Zentrum steht das Leben von Astronautinnen und die Faszination für das Weltall, wodurch eine besondere, teils fast schwebende Atmosphäre entsteht.

Inhaltlich überzeugt vor allem die Darstellung des Trainings und der Missionen im All. Die Autorin schafft es, die Begeisterung für den Weltraum sowie die Herausforderungen dieses Berufs lebendig zu vermitteln. Besonders hervorzuheben ist die Liebesgeschichte zwischen zwei Frauen, die sensibel und berührend erzählt wird. Sie wirkt authentisch und fügt dem Roman eine wichtige emotionale Ebene hinzu.

Allerdings zieht sich der Mittelteil des Buches etwas in die Länge. Einige Passagen wirken ausführlicher als nötig und bremsen den Erzählfluss spürbar. Dadurch verliert die Handlung zeitweise an Spannung, bevor sie gegen Ende wieder anzieht.


Teilweise sind die Charaktere blass gezeichnet, ich konnte mich nicht mit ihnen identifizieren. Auch der Teil im Weltraum blieb für mich nicht greifbar und war anstrengend zu lesen.

Insgesamt ist der Roman eine gelungene Mischung aus historischem Setting, Weltraumthematik und einer einfühlsamen Liebesgeschichte. Trotz Längen im Mittelteil bleibt Atmosphere ein interessantes Buch, besonders für Leser
innen, die sich für das Weltall und charaktergetriebene Geschichten interessieren. Mich allerdings konnte das Buch nicht überzeugen

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Veröffentlicht am 02.05.2026

Beeindruckendes Buch über den Holocaust und seine Auswirkungen auf eine ganze Familie

Die Akte Schneeweiß
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Das Buch „Die Akte Schneeweiß“ hat mich tief beeindruckt und nachhaltig bewegt. Die Handlung setzt in den 1930er Jahren ein und wechselt geschickt zwischen dieser Zeit und den 1970er Jahren. Durch diese ...

Das Buch „Die Akte Schneeweiß“ hat mich tief beeindruckt und nachhaltig bewegt. Die Handlung setzt in den 1930er Jahren ein und wechselt geschickt zwischen dieser Zeit und den 1970er Jahren. Durch diese Perspektivwechsel entsteht ein spannendes Gesamtbild, das nach und nach die Geschichte der Familie Schneeweiß enthüllt.

Im Mittelpunkt steht das Schicksal der Familie während des Zweiten Weltkriegs. Dabei werden schwere und bedrückende Themen wie die Judenverfolgung, der Holocaust und der Widerstand gegen das NS-Regime eindringlich dargestellt. Die Autorin schafft es, diese historischen Ereignisse nicht nur sachlich, sondern vor allem emotional greifbar zu machen.

Besonders gelungen finde ich, wie die verschiedenen Zeitebenen miteinander verknüpft sind. Nach und nach werden Geheimnisse aufgedeckt, und man versteht immer besser, welche Auswirkungen die Vergangenheit auf die späteren Generationen hat. Die Figuren wirken authentisch und vielschichtig, sodass man ihre Entscheidungen und inneren Konflikte gut nachvollziehen kann.

Das Buch ist keine leichte Lektüre, da es sehr ernste und belastende Themen behandelt. Dennoch ist es gerade deshalb so wichtig und lesenswert. Es regt zum Nachdenken an und zeigt, wie wichtig Erinnerung und Aufarbeitung sind.

Insgesamt hat mir „Die Akte Schneeweiß“ sehr gut gefallen. Es ist ein eindrucksvolles und bewegendes Werk, das lange im Gedächtnis bleibt.

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Veröffentlicht am 02.04.2026

Ihre Geschichte ehrlich und eine Abrechnung mit der Familie

The Woman in Me
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Britney war in meiner Jugend überall, ich bin mit ihr aufgewachsen, war zwar kein riesen Fan aber man kam damals nicht an ihr vorbei. Ich hab damals die Bilder gesehen im TV und ehrlicherweise muss ich ...

Britney war in meiner Jugend überall, ich bin mit ihr aufgewachsen, war zwar kein riesen Fan aber man kam damals nicht an ihr vorbei. Ich hab damals die Bilder gesehen im TV und ehrlicherweise muss ich gestehen, ich war nicht besonders überrascht. Ich dachte wieder ein Star, der mit dem Ruhm nicht zurecht kommt. Aber da war auch Mitgefühl und ein wenig Neugier.

Ich hab die Biografie gelesen in der Hoffnung, Fragen werden beantwortet und ich kann besser verstehen wie es zu der Vormundschaft und ihrem Zusammenbruch kam. Einiges wurde beantwortet, vieles kann ich nachvollziehen aber über das meiste habe ich mich gewundert. Es wird eine zutiefst unsichere und naive Person beschrieben. Viele Dinge könnte ich nicht nachvollziehen, die sie vor oder während der Vormundschaft getan oder eben nicht getan hat. Viele Dinge werden oberflächlich beschrieben und nur angekratzt. Vielleicht weil es rechtlich Auflagen gab oder sie einfach nicht mehr preisgeben möchte. Vielleicht liegt es aber auch an der sehr schlechten Übersetzung, hätte man sich hier mehr Mühe gegeben, wäre vielleicht einiges sinnvoller beschrieben und verständlicher rübergekommen.

Trotzdem könnte ich das Buch nicht aus der Hand legen. Aber Britney bleibt für mich ein Mysterium.

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Veröffentlicht am 29.03.2026

"Die Dinner Party“ – ein Abend voller Lügen, Sehnsüchte und verborgener Emotionen, der alles verändert

Die Dinner Party
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Franca studiert in Utrecht Literaturwissenschaften. Sie ist eher ein unsicherer Mensch, der mit sich hadert und sich eher klein macht. Das Verhältnis zur Mutter ist kalt und distanziert, sie ist in zweiter ...

Franca studiert in Utrecht Literaturwissenschaften. Sie ist eher ein unsicherer Mensch, der mit sich hadert und sich eher klein macht. Das Verhältnis zur Mutter ist kalt und distanziert, sie ist in zweiter Ehe verheiratet. Der Vater ist bereits verstorben. Mit Harry, einem Mitstudenten, verbringt sie viel Zeit. Die beiden verstehen sich auf Anhieb, lesen Bücher und diskutieren sie. Als Harry und auch Francas Mutter plötzlich das Land verlassen, ist Franca verletzt und traurig. Sie vernachlässigt ihr Studium, trinkt zu viel und weiß nicht so recht, was sie ohne Harry anfangen soll. Dann trifft sie Andrew, und gemeinsam gehen sie nach London. Doch in der fremden Stadt findet Franca keinen Halt und verliert zunehmend den Zugang zu sich selbst. Sie unterdrückt ihre Gefühle und verwechselt Liebe mit gesellschaftlichem Druck und Erwartungen. So beginnt für sie ein täglicher Kampf um Selbstachtung und Selbstbestimmung, der ihr nach und nach alle Kraft raubt.

Viola van de Sandt hat mit ihrem Debutroman eine Geschichte erschaffen, die unter die Haut geht. Mit viel Einfühlungsvermögen und einer Sprache, die den Kern der Gefühle trifft, ohne je aufdringlich zu wirken. Jedes Wort scheint mit Bedacht gewählt und genau richtig gesetzt. Das Buch überzeugt durch einen gelungen aufgebauten Spannungsbogen, der sich langsam entwickelt und den Leser bis zum Schluss fesselt. Die Geschichte entfaltet sich schrittweise und lebt besonders von den zwischenmenschlichen Konflikten, die sich im Verlauf des Abends immer weiter zuspitzen.
Die Figuren wirken authentisch und vielschichtig. Ihre Gedanken, Reaktionen und Beziehungen sind manchmal nachvollziehbar, manchmal nicht, aber genau diese Ambivalenz, macht das Buch interessant und trägt entscheidend zur Intensität der Handlung bei. Das zentrale Thema des Buches – menschliche Abgründe, soziale Masken und unausgesprochene Spannungen – wird überzeugend umgesetzt. Die Autorin zeigt, wie schnell scheinbare Harmonie in Konflikt umschlagen kann, und regt dabei zum Nachdenken über zwischenmenschliche Dynamiken an. Die Nutzung unterschiedlicher Zeitebenen sorgt dafür, dass die Geschichte facettenreich und vielschichtig wirkt.

Das Buch ist wunderschön und sehr hochwertig gestaltet. Das Cover selbst ist bedruckt, was ich aus Umwelttechnischen Gründen sehr gut finde. Obwohl es nicht viel aussagt, macht gerade das neugierig auf die Geschichte. Eine Frau macht sich für „Die Dinner Party“ zurecht. Sie steht mit dem Rücken zu uns, man kann nicht erkennen, ist sie freudig, traurig, ängstlich oder gar nichts von all dem. Es lässt viele Raum für Spekulationen.

Abschließend lässt sich sagen, dass „Die Dinner Party“ durch seine dichte Atmosphäre und die glaubwürdigen Figuren überzeugt. Der Roman zeigt eindrucksvoll, wie schnell scheinbar harmlose Situationen eskalieren können und wie viel hinter der Fassade menschlicher Beziehungen verborgen bleibt. Besonders die gelungene Verbindung aus Spannung, Einfühlungsvermögen und präzisem Schreibstil macht das Buch lesenswert. Insgesamt bietet das Werk nicht nur Unterhaltung, sondern regt auch zum Nachdenken über zwischenmenschliche Dynamiken und gesellschaftliche Rollen an.

Einzig das Ende des Buches bleibt offen, was für mich einerseits spannend ist und die Fantasie des Lesers anregt, andererseits aber auch ein Gefühl der Unvollständigkeit hinterlässt. Man wird zum Nachdenken und Spekulieren eingeladen, was das Lesen im Nachhinein interessant macht, doch gleichzeitig bleibt ein kleiner Wunsch nach mehr Klarheit. Es bleibt offen, wie Franca mit den Folgen umgeht – hier hätte ich mir einen tieferen Einblick in ihr weiteres Leben gewünscht. Nichtsdestotrotz ein tolles Buch, von mir eine klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 28.03.2026

Spannend und mit unerwarteten Ausgang

SCHWEIG!
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Der Thriller „Schweig“ von Judith Merchant erzählt die Geschichte der ungleichen Schwestern Esther und Sue. Esther ist verheiratet, hat zwei Kinder und lebt mit ihrem Mann Martin in einem Mietshaus – nach ...

Der Thriller „Schweig“ von Judith Merchant erzählt die Geschichte der ungleichen Schwestern Esther und Sue. Esther ist verheiratet, hat zwei Kinder und lebt mit ihrem Mann Martin in einem Mietshaus – nach außen hin wirkt ihr Leben ruhig und völlig normal. Sue hingegen lebt zurückgezogen und abgeschieden in einem Haus tief im Wald und ist von ihrem Mann getrennt. Die beiden könnten unterschiedlicher kaum sein.

Die Handlung wird abwechselnd aus der Sicht von Sue und Esther erzählt, später auch aus Martins Perspektive sowie durch Einblicke in die kindliche Vergangenheit der Schwestern. Dadurch entsteht nach und nach ein immer dichteres Bild, in dem sich zeigt, dass hinter der scheinbar heilen Fassade mehr steckt. Schnell wird klar, dass eine der Schwestern ein Leben führt, das nicht der Wahrheit entspricht.

Besonders eindrücklich ist das Thema Kontrolle und Manipulation, das sich durch die gesamte Geschichte zieht und eine zunehmend verstörende Atmosphäre schafft. Die Spannung baut sich stetig auf, da lange unklar bleibt, was wirklich geschehen ist und wem man trauen kann.

Insgesamt ist „Schweig“ ein spannender, beklemmender Psychothriller mit überraschenden Wendungen und klarer Leseempfehlung.

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