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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.03.2026

Die Nachricht von Doris Knecht

Die Nachricht
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Mit Die Nachricht erzählt Doris Knecht eine leise, aber eindringliche Geschichte über Verlust, Erinnerung und die Fragilität von Beziehungen. Im Mittelpunkt steht eine Frau, deren Leben durch eine unerwartete ...

Mit Die Nachricht erzählt Doris Knecht eine leise, aber eindringliche Geschichte über Verlust, Erinnerung und die Fragilität von Beziehungen. Im Mittelpunkt steht eine Frau, deren Leben durch eine unerwartete Nachricht aus der Vergangenheit aus dem Gleichgewicht gerät. Diese Nachricht wirkt wie ein Auslöser, der längst verdrängte Gefühle, Zweifel und Fragen wieder an die Oberfläche bringt.

Im Verlauf des Romans setzt sich die Protagonistin intensiv mit ihrer eigenen Vergangenheit auseinander – mit alten Entscheidungen, Beziehungen und verpassten Möglichkeiten. Dabei wird deutlich, wie sehr die Vergangenheit das gegenwärtige Leben prägt und wie schwer es ist, sich davon zu llösen.

Besonders gelungen ist die Atmosphäre des Buches: ruhig, nachdenklich und gleichzeitig unterschwellig spannungsvoll. Man spürt beim Lesen ständig, dass etwas Ungesagtes im Raum steht, das nach und nach sichtbar wird.

„Die Nachricht“ ist damit ein Roman, der weniger durch spektakuläre Wendungen überzeugt, sondern durch seine emotionale Tiefe und seine kluge, ehrliche Auseinandersetzung mit dem Leben. Ein Buch, das zum Innehalten zwingt und lange im Kopf bleibt.

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Veröffentlicht am 07.03.2026

Zu konstruiert und nicht glaubwürdig

Die Kollegin – Wer hat sie so sehr gehasst, dass sie sterben musste?
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Nachdem mich „Der Freund“ von Freida McFadden völlig begeistert hat, war meine Erwartung an „Die Kollegin“ entsprechend hoch – leider konnte der Roman diese bei mir nicht erfüllen.

Die Grundidee der Geschichte ...

Nachdem mich „Der Freund“ von Freida McFadden völlig begeistert hat, war meine Erwartung an „Die Kollegin“ entsprechend hoch – leider konnte der Roman diese bei mir nicht erfüllen.

Die Grundidee der Geschichte ist zwar spannend und verspricht zunächst einen packenden Thriller. Doch im Verlauf wirkt die Handlung zunehmend konstruiert. Einige Wendungen erscheinen eher erzwungen als logisch entwickelt, und mehrere Details innerhalb der Handlung widersprechen sich oder bleiben unzureichend erklärt. Dadurch fällt es schwer, wirklich in die Geschichte einzutauchen.

Besonders das Ende hat mich enttäuscht. Die Auflösung wirkt auf mich wenig glaubwürdig und hinterlässt mehr Stirnrunzeln als einen echten Überraschungseffekt. Statt eines stimmigen Twists bleibt der Eindruck, dass die Geschichte um jeden Preis noch einmal spektakulär gedreht werden sollte.

Vielleicht hätte ich das Buch anders wahrgenommen, wenn ich nicht zuvor „Der Freund“ gelesen hätte – denn dort hat Freida McFadden gezeigt, wie spannend und überraschend sie erzählen kann. Im Vergleich dazu bleibt „Die Kollegin“ für mich leider deutlich zurück.

Insgesamt eine eher enttäuschende Lektüre, die ihre interessante Ausgangsidee nicht überzeugend umsetzt.

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Veröffentlicht am 05.03.2026

Nicht meine Geschichte

Der Salzpfad
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Ich habe das Buch angefangen, als ich es von meiner Tante als Empfehlung erhielt. Allerdings kann ich den Hype um das Buch nicht ganz nachvollziehen. Ich mochte den Schreibstil nicht und auch die Protagonistin ...

Ich habe das Buch angefangen, als ich es von meiner Tante als Empfehlung erhielt. Allerdings kann ich den Hype um das Buch nicht ganz nachvollziehen. Ich mochte den Schreibstil nicht und auch die Protagonistin war mir völlig fremd und auch etwas unsympathisch. Ich bin einfach nicht reingekommen in die Geschichte und habe deshalb nach ca. 100 Seiten aufgegeben. Für mich leider keine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 25.02.2026

Ein Roman, der lange nachhalt.

Ava liebt noch
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Der Roman "Ava liebt noch" von Vera Zischke ist eine einfühlsam erzählte, klug konstruierte Geschichte über Mutterschaft, Selbstliebe und die leisen, oft schmerzhaften Prozesse inneren Wachstums. Mit großer ...

Der Roman "Ava liebt noch" von Vera Zischke ist eine einfühlsam erzählte, klug konstruierte Geschichte über Mutterschaft, Selbstliebe und die leisen, oft schmerzhaften Prozesse inneren Wachstums. Mit großer sprachlicher Feinheit und psychologischem Gespür zeichnet Zischke das Porträt einer Frau, die zwischen Verantwortung, Sehnsucht und Selbstzweifeln ihren eigenen Weg sucht.

Im Zentrum steht Ava – keine makellose Heldin, sondern eine Figur mit Brüchen und Widersprüchen. Auch wenn sie sich nicht immer „richtig“ verhält, bleiben ihre Gefühle und Gedanken jederzeit nachvollziehbar. Gerade diese Ambivalenz macht sie so menschlich und nahbar. Man versteht ihre Überforderung, ihre Sehnsucht nach Selbstverwirklichung und ihre innere Zerrissenheit zwischen Mutterrolle und eigener Identität.

Besonders berührend ist die Darstellung der Mutterschaft: nicht verklärt oder idealisiert, sondern ehrlich, vielschichtig und emotional dicht. Zischke zeigt, wie eng Liebe, Schuld, Angst und Hoffnung miteinander verwoben sein können. Gleichzeitig erzählt sie von Selbstliebe als einem Prozess – als etwas, das nicht selbstverständlich vorhanden ist, sondern errungen werden muss.

Auch die Nebenfiguren sind liebevoll und rund gestaltet. Die familiären Beziehungen wirken authentisch und lebendig; sie spiegeln, wie stark Familienbande prägen – und wie sehr Menschen sich im Laufe des Lebens verändern können. Wachstum geschieht hier nicht spektakulär, sondern in leisen Momenten der Erkenntnis.

Insgesamt ist "Ava liebt noch" eine wunderschöne, klug und dicht konstruierte Geschichte, die lange nachhallt. Ein Roman, der zeigt, dass Fehlbarkeit und Liebe kein Widerspruch sind – und dass Entwicklung oft dort beginnt, wo wir uns selbst ehrlich begegnen. Unbedingt lesen!

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Veröffentlicht am 12.02.2026

Ein leises Buch mit großer Wirkung

Ein ganzes Leben
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Ein ganzes Leben ist eine ruhige, eindringliche Geschichte über den einfachen Bergbauern Andreas Egger. Ohne große Dramatik erzählt Seethaler von einem ganzen Leben – von harter Arbeit, Verlust, Einsamkeit ...

Ein ganzes Leben ist eine ruhige, eindringliche Geschichte über den einfachen Bergbauern Andreas Egger. Ohne große Dramatik erzählt Seethaler von einem ganzen Leben – von harter Arbeit, Verlust, Einsamkeit und einer leisen, tiefen Liebe.

Die Sprache ist schlicht und klar, fast zurückhaltend, und gerade dadurch besonders berührend. Nicht spektakuläre Ereignisse stehen im Mittelpunkt, sondern die stillen Momente und inneren Gefühle.

Es ist eine leise Erzählung mit großer Wirkung – eine zarte Liebesgeschichte und zugleich eine nachdenkliche Betrachtung darüber, was ein Leben ausmacht.

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