Profilbild von Wiebke_Wa

Wiebke_Wa

Lesejury Profi
offline

Wiebke_Wa ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Wiebke_Wa über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.04.2026

Ihre Geschichte ehrlich und eine Abrechnung mit der Familie

The Woman in Me
0

Britney war in meiner Jugend überall, ich bin mit ihr aufgewachsen, war zwar kein riesen Fan aber man kam damals nicht an ihr vorbei. Ich hab damals die Bilder gesehen im TV und ehrlicherweise muss ich ...

Britney war in meiner Jugend überall, ich bin mit ihr aufgewachsen, war zwar kein riesen Fan aber man kam damals nicht an ihr vorbei. Ich hab damals die Bilder gesehen im TV und ehrlicherweise muss ich gestehen, ich war nicht besonders überrascht. Ich dachte wieder ein Star, der mit dem Ruhm nicht zurecht kommt. Aber da war auch Mitgefühl und ein wenig Neugier.

Ich hab die Biografie gelesen in der Hoffnung, Fragen werden beantwortet und ich kann besser verstehen wie es zu der Vormundschaft und ihrem Zusammenbruch kam. Einiges wurde beantwortet, vieles kann ich nachvollziehen aber über das meiste habe ich mich gewundert. Es wird eine zutiefst unsichere und naive Person beschrieben. Viele Dinge könnte ich nicht nachvollziehen, die sie vor oder während der Vormundschaft getan oder eben nicht getan hat. Viele Dinge werden oberflächlich beschrieben und nur angekratzt. Vielleicht weil es rechtlich Auflagen gab oder sie einfach nicht mehr preisgeben möchte. Vielleicht liegt es aber auch an der sehr schlechten Übersetzung, hätte man sich hier mehr Mühe gegeben, wäre vielleicht einiges sinnvoller beschrieben und verständlicher rübergekommen.

Trotzdem könnte ich das Buch nicht aus der Hand legen. Aber Britney bleibt für mich ein Mysterium.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.03.2026

"Die Dinner Party“ – ein Abend voller Lügen, Sehnsüchte und verborgener Emotionen, der alles verändert

Die Dinner Party
2

Franca studiert in Utrecht Literaturwissenschaften. Sie ist eher ein unsicherer Mensch, der mit sich hadert und sich eher klein macht. Das Verhältnis zur Mutter ist kalt und distanziert, sie ist in zweiter ...

Franca studiert in Utrecht Literaturwissenschaften. Sie ist eher ein unsicherer Mensch, der mit sich hadert und sich eher klein macht. Das Verhältnis zur Mutter ist kalt und distanziert, sie ist in zweiter Ehe verheiratet. Der Vater ist bereits verstorben. Mit Harry, einem Mitstudenten, verbringt sie viel Zeit. Die beiden verstehen sich auf Anhieb, lesen Bücher und diskutieren sie. Als Harry und auch Francas Mutter plötzlich das Land verlassen, ist Franca verletzt und traurig. Sie vernachlässigt ihr Studium, trinkt zu viel und weiß nicht so recht, was sie ohne Harry anfangen soll. Dann trifft sie Andrew, und gemeinsam gehen sie nach London. Doch in der fremden Stadt findet Franca keinen Halt und verliert zunehmend den Zugang zu sich selbst. Sie unterdrückt ihre Gefühle und verwechselt Liebe mit gesellschaftlichem Druck und Erwartungen. So beginnt für sie ein täglicher Kampf um Selbstachtung und Selbstbestimmung, der ihr nach und nach alle Kraft raubt.

Viola van de Sandt hat mit ihrem Debutroman eine Geschichte erschaffen, die unter die Haut geht. Mit viel Einfühlungsvermögen und einer Sprache, die den Kern der Gefühle trifft, ohne je aufdringlich zu wirken. Jedes Wort scheint mit Bedacht gewählt und genau richtig gesetzt. Das Buch überzeugt durch einen gelungen aufgebauten Spannungsbogen, der sich langsam entwickelt und den Leser bis zum Schluss fesselt. Die Geschichte entfaltet sich schrittweise und lebt besonders von den zwischenmenschlichen Konflikten, die sich im Verlauf des Abends immer weiter zuspitzen.
Die Figuren wirken authentisch und vielschichtig. Ihre Gedanken, Reaktionen und Beziehungen sind manchmal nachvollziehbar, manchmal nicht, aber genau diese Ambivalenz, macht das Buch interessant und trägt entscheidend zur Intensität der Handlung bei. Das zentrale Thema des Buches – menschliche Abgründe, soziale Masken und unausgesprochene Spannungen – wird überzeugend umgesetzt. Die Autorin zeigt, wie schnell scheinbare Harmonie in Konflikt umschlagen kann, und regt dabei zum Nachdenken über zwischenmenschliche Dynamiken an. Die Nutzung unterschiedlicher Zeitebenen sorgt dafür, dass die Geschichte facettenreich und vielschichtig wirkt.

Das Buch ist wunderschön und sehr hochwertig gestaltet. Das Cover selbst ist bedruckt, was ich aus Umwelttechnischen Gründen sehr gut finde. Obwohl es nicht viel aussagt, macht gerade das neugierig auf die Geschichte. Eine Frau macht sich für „Die Dinner Party“ zurecht. Sie steht mit dem Rücken zu uns, man kann nicht erkennen, ist sie freudig, traurig, ängstlich oder gar nichts von all dem. Es lässt viele Raum für Spekulationen.

Abschließend lässt sich sagen, dass „Die Dinner Party“ durch seine dichte Atmosphäre und die glaubwürdigen Figuren überzeugt. Der Roman zeigt eindrucksvoll, wie schnell scheinbar harmlose Situationen eskalieren können und wie viel hinter der Fassade menschlicher Beziehungen verborgen bleibt. Besonders die gelungene Verbindung aus Spannung, Einfühlungsvermögen und präzisem Schreibstil macht das Buch lesenswert. Insgesamt bietet das Werk nicht nur Unterhaltung, sondern regt auch zum Nachdenken über zwischenmenschliche Dynamiken und gesellschaftliche Rollen an.

Einzig das Ende des Buches bleibt offen, was für mich einerseits spannend ist und die Fantasie des Lesers anregt, andererseits aber auch ein Gefühl der Unvollständigkeit hinterlässt. Man wird zum Nachdenken und Spekulieren eingeladen, was das Lesen im Nachhinein interessant macht, doch gleichzeitig bleibt ein kleiner Wunsch nach mehr Klarheit. Es bleibt offen, wie Franca mit den Folgen umgeht – hier hätte ich mir einen tieferen Einblick in ihr weiteres Leben gewünscht. Nichtsdestotrotz ein tolles Buch, von mir eine klare Leseempfehlung!

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Atmosphäre
  • Cover
Veröffentlicht am 28.03.2026

Spannend und mit unerwarteten Ausgang

SCHWEIG!
1

Der Thriller „Schweig“ von Judith Merchant erzählt die Geschichte der ungleichen Schwestern Esther und Sue. Esther ist verheiratet, hat zwei Kinder und lebt mit ihrem Mann Martin in einem Mietshaus – nach ...

Der Thriller „Schweig“ von Judith Merchant erzählt die Geschichte der ungleichen Schwestern Esther und Sue. Esther ist verheiratet, hat zwei Kinder und lebt mit ihrem Mann Martin in einem Mietshaus – nach außen hin wirkt ihr Leben ruhig und völlig normal. Sue hingegen lebt zurückgezogen und abgeschieden in einem Haus tief im Wald und ist von ihrem Mann getrennt. Die beiden könnten unterschiedlicher kaum sein.

Die Handlung wird abwechselnd aus der Sicht von Sue und Esther erzählt, später auch aus Martins Perspektive sowie durch Einblicke in die kindliche Vergangenheit der Schwestern. Dadurch entsteht nach und nach ein immer dichteres Bild, in dem sich zeigt, dass hinter der scheinbar heilen Fassade mehr steckt. Schnell wird klar, dass eine der Schwestern ein Leben führt, das nicht der Wahrheit entspricht.

Besonders eindrücklich ist das Thema Kontrolle und Manipulation, das sich durch die gesamte Geschichte zieht und eine zunehmend verstörende Atmosphäre schafft. Die Spannung baut sich stetig auf, da lange unklar bleibt, was wirklich geschehen ist und wem man trauen kann.

Insgesamt ist „Schweig“ ein spannender, beklemmender Psychothriller mit überraschenden Wendungen und klarer Leseempfehlung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.03.2026

Die Nachricht von Doris Knecht

Die Nachricht
0

Mit Die Nachricht erzählt Doris Knecht eine leise, aber eindringliche Geschichte über Verlust, Erinnerung und die Fragilität von Beziehungen. Im Mittelpunkt steht eine Frau, deren Leben durch eine unerwartete ...

Mit Die Nachricht erzählt Doris Knecht eine leise, aber eindringliche Geschichte über Verlust, Erinnerung und die Fragilität von Beziehungen. Im Mittelpunkt steht eine Frau, deren Leben durch eine unerwartete Nachricht aus der Vergangenheit aus dem Gleichgewicht gerät. Diese Nachricht wirkt wie ein Auslöser, der längst verdrängte Gefühle, Zweifel und Fragen wieder an die Oberfläche bringt.

Im Verlauf des Romans setzt sich die Protagonistin intensiv mit ihrer eigenen Vergangenheit auseinander – mit alten Entscheidungen, Beziehungen und verpassten Möglichkeiten. Dabei wird deutlich, wie sehr die Vergangenheit das gegenwärtige Leben prägt und wie schwer es ist, sich davon zu llösen.

Besonders gelungen ist die Atmosphäre des Buches: ruhig, nachdenklich und gleichzeitig unterschwellig spannungsvoll. Man spürt beim Lesen ständig, dass etwas Ungesagtes im Raum steht, das nach und nach sichtbar wird.

„Die Nachricht“ ist damit ein Roman, der weniger durch spektakuläre Wendungen überzeugt, sondern durch seine emotionale Tiefe und seine kluge, ehrliche Auseinandersetzung mit dem Leben. Ein Buch, das zum Innehalten zwingt und lange im Kopf bleibt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.03.2026

Zu konstruiert und nicht glaubwürdig

Die Kollegin – Wer hat sie so sehr gehasst, dass sie sterben musste?
0

Nachdem mich „Der Freund“ von Freida McFadden völlig begeistert hat, war meine Erwartung an „Die Kollegin“ entsprechend hoch – leider konnte der Roman diese bei mir nicht erfüllen.

Die Grundidee der Geschichte ...

Nachdem mich „Der Freund“ von Freida McFadden völlig begeistert hat, war meine Erwartung an „Die Kollegin“ entsprechend hoch – leider konnte der Roman diese bei mir nicht erfüllen.

Die Grundidee der Geschichte ist zwar spannend und verspricht zunächst einen packenden Thriller. Doch im Verlauf wirkt die Handlung zunehmend konstruiert. Einige Wendungen erscheinen eher erzwungen als logisch entwickelt, und mehrere Details innerhalb der Handlung widersprechen sich oder bleiben unzureichend erklärt. Dadurch fällt es schwer, wirklich in die Geschichte einzutauchen.

Besonders das Ende hat mich enttäuscht. Die Auflösung wirkt auf mich wenig glaubwürdig und hinterlässt mehr Stirnrunzeln als einen echten Überraschungseffekt. Statt eines stimmigen Twists bleibt der Eindruck, dass die Geschichte um jeden Preis noch einmal spektakulär gedreht werden sollte.

Vielleicht hätte ich das Buch anders wahrgenommen, wenn ich nicht zuvor „Der Freund“ gelesen hätte – denn dort hat Freida McFadden gezeigt, wie spannend und überraschend sie erzählen kann. Im Vergleich dazu bleibt „Die Kollegin“ für mich leider deutlich zurück.

Insgesamt eine eher enttäuschende Lektüre, die ihre interessante Ausgangsidee nicht überzeugend umsetzt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere