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Zeilenstein

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.10.2019

Übertrifft den ersten Teil! Super!

Die Spiegelreisende
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Nachdem ich im ersten Teil noch nicht ganz warm mit der Protagonistin Ophelia werden konnte, habe ich das Gefühl,dass sie in diesem Teil endlich auftaut. Sie traut sich endlich mehr aus sich raus zu kommen ...

Nachdem ich im ersten Teil noch nicht ganz warm mit der Protagonistin Ophelia werden konnte, habe ich das Gefühl,dass sie in diesem Teil endlich auftaut. Sie traut sich endlich mehr aus sich raus zu kommen und nicht alles zu akzeptieren.

Die Geschichte der Familiengeister interessiert mich wirklich sehr. Die Zwischensequenzen in denen sich der Familiengeist Faruk an die Vergangenheit erinnert, sind wirklich gut geschrieben und frischen die Geschichte auf, anstatt den Lesefluss zu stören.

Die "Verschwundenen vom Mondscheinpalast" ist fast wie ein kleiner Krimi. Mir sind die Charaktere teilweise sehr ans Herz gewachsen und ich musste an brenzligen Stellen wirklich die Luft anhalten, weil ich so mitgefiebert habe.

Thorn ist mir zwar ein wenig symphatischer geworden, aber dennoch würde ich Ophelia am liebsten mit einem der anderen "netten" Jungs verkuppeln. Obwohl er ein Schuft ist, hege ich wesentlich größere Sympathien für Archibald. Aber vielleicht ändert sich das ja noch in den nächsten Teilen.

Insgesamt fand ich die Fortsetzung noch gelungener als den ersten Teil. Es wirkte alles nicht mehr so hektisch und überladen,da man die Welt mittlerweile kennt und man die Kleinigkeiten und neuen Geheimnisse in Ruhe entdecken und genießen konnte.

Die Geschichte rund um die Spiegelreisende Ophelia hat für mich Potenzial zur neuen Lieblings Fantasy Reihe.

Der spektakuläre Cliffhanger am Ende des Buches macht Lust auf mehr und ich freue mich schon unglaublich auf die Fortsetzung! Dies ist eines der Bücher, für die ich am liebsten direkt am ersten Tag der Veröffentlichung in den Buchladen renne! Wirklich einfach nur genial!

Unglaublich dolle Leseempfehlung

Veröffentlicht am 09.10.2019

Brilliante Fortsetzung

Die Zeuginnen
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Nachdem ich erst vor kurzem den Klassiker "Report der Magd" gelesen habe und extrem begeistert wurde, musste ich natürlich auch " die Zeuginnen" verschlingen.

Die Angst, dass die Fortsetzung ( welche ...

Nachdem ich erst vor kurzem den Klassiker "Report der Magd" gelesen habe und extrem begeistert wurde, musste ich natürlich auch " die Zeuginnen" verschlingen.

Die Angst, dass die Fortsetzung ( welche 35 Jahre später erschien!) mich enttäuscht, wurde nach den ersten paar Seiten restlos vertrieben.

Erzählt wird aus der Sichtweise von drei verschiedenen Frauen. Daran muss man sich zunächst gewöhnen, aber nach kurzer Zeit erkennt man auch die sprachlichen Unterschiede, derer sich die verschiedenen Protagonistinnen bedienen.

Ich liebe den aufregenden Stil von Margaret Atwood. Man erfährt viele Geheimnisse aus dem Report der Magd und die Entstehung Gileads und die Abläufe in diesem absurden Staat werden genauer beleuchtet. Der Schreibstil ist so brilliant,dass man das Buch kaum aus der Hand legen mag.

Trotz der grausamen Geschehnisse und Tragödien, fühle ich mich nach beenden des Buches gut. Ich fühle mich bereichert von der Geschichte, denn sie hat mir Hoffnung gemacht und mich Dankbarkeit und Wachsamkeit gelehrt.

Ich empfehle wirklich jedem, beide Bücher zu lesen.

( Trotzdem muss man hier eventuell eine Trigger Warnung aussprechen,denn es werden Themen wie Vergewaltigung und Mord behandelt.)

Veröffentlicht am 02.09.2019

Eine Geschichte, die einen nicht loslässt.

Washington Black
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Der junge Washington Black wächst unter unvorstellbaren Bedingungen auf. Mord und andere Abscheulichkeiten gehören dank des grausamen Besitzers der Plantage zu seinem Alltag. Der Autorin gelingt es, den ...

Der junge Washington Black wächst unter unvorstellbaren Bedingungen auf. Mord und andere Abscheulichkeiten gehören dank des grausamen Besitzers der Plantage zu seinem Alltag. Der Autorin gelingt es, den Leser durch ihre ausschmückenden Worte und den persönlichen Schreibstil aus der Sicht von Washington, sehr an diesen zu binden. Man fühlt mit Washington, man wächst mit ihm, man reist mit ihm. Es begegnen uns viele grausame, habgierige und rachsüchtige Menschen im Laufe der Geschichte, aber auch jene die ihr Leben für andere aufs Spiel setzen, mit einem guten Herzen und solche, die hinter die Fassaden blicken. Einer dieser Lichtblicke ist der Erfinder mit dem Wash von der Plantage flieht. Doch auch er hat seine Päckchen zu tragen und handelt dadurch leider nicht immer wie man es sich gewünscht hätte.

Bei diesem Roman handelt es sich nicht um einen richtigen Abenteuerroman, wie auf dem Klappentext suggeriert wird. Das Abenteuer dieses Buches, ist das Leben an sich. Mit all seinen Facetten.

Washington ist ständig auf der Suche. Und auch, als er das Gesuchte gefunden hat, ist er noch lange nicht angekommen. Das Buch lässt einen teilweise rastlos zurück. Es lehrt einen achtsam zu sein und mehr auf andere einzugehen. Denn Niemand kann genau wissen, wie ein anderer Mensch fühlt und welche Dinge ihn geprägt haben und belasten.

Unsere Wurzeln lassen uns nicht los. Vertrauen ist schwer, doch wenn man es nicht tut, verpasst man eventuell etwas, oder legt sich selber Steine in den Weg.

Ich werde noch lange über das Buch nachdenken müssen. Es gibt viele Dinge, die man unterschiedlich interpretieren kann und es wurden einige Fragen offen gelassen. Manche Situationen bedurften doch ziemlich großen Zufällen und ich hätte mir ein wenig mehr klassische Abenteuer und tiefere Einblicke in manchen Personen gewünscht, jedoch tuen diese kleinen Kritikpunkte der Geschichte keinen Abbruch.

Selten habe ich so viele verschiedene Gefühle während des Lesens gefühlt.

Zudem ist das Cover mit den kleinen goldenen Verzierungen ein wahrer Traum.

Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung für alle die mal wieder ein Buch mit Tiefgang zur Hand nehmen wollen.

Aber Vorsicht: Taschentücher, Nervennahrung und Stressball könnten beim Lesen von Vorteil sein

  • Cover
  • Idee
  • Geschichte
  • Erzählstil
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 01.09.2019

Lest dieses Buch!

Der Report der Magd
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"Der Report der Magd" hat sich seinen Status als Klassiker redlich verdient und ich bin untröstlich, dass ich nicht schon früher dazu gekommen bin, diese brilliante Dystopie zu lesen. Allein der Schreibstil ...

"Der Report der Magd" hat sich seinen Status als Klassiker redlich verdient und ich bin untröstlich, dass ich nicht schon früher dazu gekommen bin, diese brilliante Dystopie zu lesen. Allein der Schreibstil macht Gänsehaut. Schnelle Worte- als hätte die Protagonistin, die ihres wahren Namens beraubt wurde immer ein Auge woanders. Am liebsten hätte ich während des ganzen Romans die Luft angehalten. Schonungslos und ehrlich. Alles wird beschrieben- teilweise mit derben und hässlichen Worten. Aber diese Worte sind nötig, denn diese Welt ist weder schön noch fair. Manche Dinge sind beängstigend realitätsnah. Das Buch greift sehr gut auf, wie wertvoll Freiheit ist und wie schnell sie uns genommen werden kann. Wir leben im Überfluss und machen uns oft so wenig Gedanken über das wirklich Wichtige. Die kleinen Dinge scheint man erst schätzen zu lernen, wenn selbst diese unerreichbar wirken.

Ich habe tatsächlich Nichts gefunden, was ich an dem Buch auszusetzen hätte. Zudem ist die Neuauflage wirklich sehr schön gestaltet mit dem roten Buchschnitt und den kleinen Details.

Bitte unbedingt die "Historischen Anmerkungen" am Ende des Buches lesen- die gehören noch richtig dazu

Klare Lesempfehlung

Veröffentlicht am 12.08.2019

Thriller zum nachdenken

Der Tod so kalt
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Dieser Thriller ist kein typischer Thriller nachdem man kein Auge mehr zu macht. Die Geschichte des seit 30 Jahren ungeklärten dreifach Mordes im Blätterbachtal erinnerte er mich zeitweise an die aufregenden ...

Dieser Thriller ist kein typischer Thriller nachdem man kein Auge mehr zu macht. Die Geschichte des seit 30 Jahren ungeklärten dreifach Mordes im Blätterbachtal erinnerte er mich zeitweise an die aufregenden Geschichten die mein Großvater mir als Kind erzählte.

Eine Story zum Nachdenken. Schuldgefühle, der eigene Verstand , Eifersucht - manchmal sind solche Dinge gruseliger als jede Bestie.
Kleine Dörfer haben ihre eigenen Geheimnisse und auch wenn du dort lebst gehörst du noch lange nicht dazu. Das muss der Protagonist "Salinger" öfters mal auf schmerzhafte Weise erfahren. Besessenheit. Besessenheit ist gefährlich.

Ist die Wahrheit es wert sich selbst zu verlieren? Ist die Wahrheit auch wirklich die einzig richtige Wahrheit? Als man glaubt der Fall wäre endlich gelöst und eine plausible, wenn auch schockierende Erklärung gefunden hat, dreht sich die Geschichte nochmals um 180 Grad.

Mir hat die Story unglaublich gut gefallen, auch weil teilweise sogar ausgestorbene Arten wie "Jaekelopterus Rhenaniae" unter Verdacht stehen der Täter zu sein und man diesen Verdacht zeitweise sogar ernst nehmen muss.

Auch am Ende ist man sich nicht sicher ob dort unten in der Schlucht nicht noch ein von der Zeit vergessenes Exemplar haust.