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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.03.2020

Düster und romantisch, manische Bessesnheit- ein atmosphärisches Meisterwerk mit Nervenkitzel Garantie!

The Doll Factory
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An "The Doll Factory" bin ich relativ unvoreingenommen herangegangen und wurde durchaus positiv überrascht.

Das viktorianische London ist dreckig und unfair. Geprägt von Kinderarbeit, Gestank und Prostitution. ...

An "The Doll Factory" bin ich relativ unvoreingenommen herangegangen und wurde durchaus positiv überrascht.

Das viktorianische London ist dreckig und unfair. Geprägt von Kinderarbeit, Gestank und Prostitution. Die düsteren Gassen und die ärmlichen Verhältnisse, werden von der Autorin sehr lebhaft in den eigenen Lesesessel projiziert. Niemand hat es wirklich leicht, auch unsere Protagonistinnen - die Zwillinge Iris und Rose nicht. Sie schuften für geringen Lohn in der Titel gebenden Puppenmanufaktur.

Mit einer makabren Parallele stellt unser anderer Protagonist Silas mit Faszination und Präzision Tierpräparate her.

Zunächst hielt ich den armen Mann noch für einen missverstandenen Pechvogel, doch schnell stellt sich heraus, dass er ein düsteres Geheimnis hat und er nicht so harmlos ist wie man zunächst denkt.

Iris, der rothaarige Zwilling mit deformiertem Schlüsselbein, die durch einen Zufall ihrem eintönigen Schicksal entfliehen kann, findet eine wahrlich märchenhafte Anstellung als Muse für einen der wenig gut bezahlten Maler dieser Zeit. Während London von Armut und Leid zerfressen wird, findet zeitgleich die Weltausstellung samt Kunstgalerie statt und schwebt über der Stadt wie ein unberührter Heiligenschein.

Der Kontrast zwischen Elend und Euphorie die Iris in der Liebe und Malerei findet, wird wirklich zauberhaft von der Autorin eingefangen. Wie kann man mit gutem Gewissen glücklich sein, wenn Menschen die man liebt leiden? Wie kann man sich über banale Probleme aufregen wenn man weiß, dass es viel schlimmer sein könnte.

Und dann kommt es schlimmer. Ein Katz und Maus Spiel beginnt. Spinne gegen Fliege- Kann unsere kleine Fliege sich aus dem Netz befreien in das sie unwissentlich hineingeflogen ist?

Der Roman, der sich in den letzten Kapiteln zu einem richtigen Thriller entwickelt, lässt einem das Blut in den Adern gefrieren. Selten habe ich so doll mitgefiebert und gelitten. Ich musste teilweise die Luft anhalten und konnte gar nicht schnell genug lesen , so sehr hat mich der Roman auf den letzten Seiten gepackt.

Das Ende ist auch wahrlich meisterhaft. Man könnte meinen es wäre offen und ich hätte mir vielleicht auch noch einen Epilog gewünscht, aber eigentlich wurde durch die Form ein so unglaublich passendes und starkes Finale verdeutlicht, dass mich zutiefst rührt und überaus glücklich gemacht hat.

Wer starke Frauen, einen herzensguten Straßenjungen, eine echte unperfekte Liebe und ein Wombat kennenlernen möchte und sich nicht vor einer Menge Nervenkitzel und einem leicht beklemmenden Gefühl scheut, der findet hiermit das richtige Buch.

Sprachlich ist es wirklich malerisch schön! Ich bin wirklich fasziniert von dieser Autorin.

Ein Mini Abzug muss trotzdem sein, weil mir ein, zwei kleine Dinge in der Auflösung gefehlt haben und ich ein paar Dinge anders geregelt hätte, aber das ist nun wirklich meckern auf hohem Niveau!

Genießt dieses Meisterwerk, es wird euch nachhaltig beeindrucken. !



  • Cover
  • Geschichte
  • Erzählstil
  • Figuren
  • Atmosphäre
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.03.2020

Anders als erwartet aber umso besser!

Miss Gladys und ihr Astronaut
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Auf dem wunderschönen Cover klebte ein Sticker "Kopfkino Edition" - welcher einen zu einer Seite führte die Bücher für ü60-jährige empfiehlt. Nun, Miss Gladys und ihr Astronaut mag sich im ersten Moment ...

Auf dem wunderschönen Cover klebte ein Sticker "Kopfkino Edition" - welcher einen zu einer Seite führte die Bücher für ü60-jährige empfiehlt. Nun, Miss Gladys und ihr Astronaut mag sich im ersten Moment anhören wie eine Geschichte für Omi und Freunde- ist es aber definitiv nicht. Außer die Omi ist hart im nehmen.

Es wird sehr viel geflucht, besonders von unserem Astronauten Major Tom, welcher zufällig Kontakt mit einer Familie aufnimmt die kurz vor einer Existenzkrise steht.
Die kleine Familie besteht nur aus Gladys, die Rentnerin die langsam ihren Verstand verliert und ihren zwei Enkeln. Die Mutter ist tor und der Vater inhaftiert. Und nun sollen die drei aus ihrem Haus geschmissen werden.

Thomas Major , weiß zunächst nicht, wieso er nun unbedingt der Retter in der Not sein soll. Er hat sich durch einen glücklichen Zufall quasi ein "Oneway Ticket" zum Mars gesichert. Da er der Erde und ihren Bewohnern entfliehen will, die ihm bis jetzt so übel mitgespielt haben,kommt ihm die Ruhe und Einsamkeit eigentlich ganz recht.

Doch das Leben läuft nicht immer wie erwartet. Wir erfahren viel aus der Vergangenheit von Thomas dem Astronauten und auch die Umstände die zu den heutigen Tragödien der kleinen Familie geführt haben.

Die Geschichte ist mit guter Musik, beißendem Humor und exzentrischen Charakteren geschmückt.

Insgesamt hat es mir sehr gut gefallen und die Zeilen hinterlassen vor allem eines: Hoffnung.

Und dieses Cover! Ich glaube es zählt zu den schönsten Covern überhaupt.

Ich kann das Buch wirklich nur empfehlen! Action darf man zwar nicht direkt erwarten aber ein wenig Aufregung ist schon dabei.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.02.2020

Es sind die kleinen Dinge...

Davor und Danach
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Diese Geschichte lehrt einen wirklich Demut und Respekt vor dem Leben. - "Das Leben ist schön."

Die Welt im Jahre 2049 wurde von den Klimakatastrophen übermannt. Das Eis an den Polen ist geschmolzen ...

Diese Geschichte lehrt einen wirklich Demut und Respekt vor dem Leben. - "Das Leben ist schön."

Die Welt im Jahre 2049 wurde von den Klimakatastrophen übermannt. Das Eis an den Polen ist geschmolzen und schwere Stürme, heißes Wetter und die daraus resultierende Dürre zwingen Millionen von Menschen zur Flucht. Eine der gruseligsten Maßnahmen in dieser Welt, ist der "Pflichttod" mit 74. Der Überbevölkerung sei dank. Nun gut, man kann mit seinen Jahren handeln und sie verschenken und wenn man nicht aufpasst, kann man diese sogar verlieren.

Mitten in diesem Chaos steckt unsere erst 14- jährige Protagonistin Mhairi. Sie ist gebürtige Schottin aber nun ist sie auf sich allein gestellt und muss eine lange Reise auf sich nehmen um aus dem Sudan in ihre alte Heimat zu fliehen. Auf dem Weg trifft sie den kleinen Mo. Wir begleiten die beiden auf ihrem Weg und beobachten die sich verändernde Beziehung. Nach und nach erfahren wir mehr über Mhairis Vergangenheit und sie kommentiert fortwährend ihre gegenwärtigen Gedanken. Welche Schwierigkeiten die beiden zusammen bestreiten muss am besten selbst gelesen werden.

Die Geschichte sagt so wenig und doch so viel. Es geht nicht nur um eine dystopische Welt, sonder um Moral, Liebe und die Menschheit an sich. Warum sollte man überleben wollen, wenn es nichts gibt für das man leben möchte? Was ist das wirklich wichtige? Geht Familie über alles oder ist das Allgemeinwohl unserer Spezies höher zu bewerten?

Es ist kein Abenteuer Roman oder mit anderen Dystopien vergleichbar, aber die Spannung fehlt trotzdem nicht und es sind die kleinen Details, die dieses Buch so besonders machen.

Fazit : Davor und Danach ist herzergreifend und lässt einen während des Lesens darüber nachdenken wie gut wir es eigentlich noch haben. Ich könnte mir das Buch durchaus als gute und abwechslungsreiche Schullektüre vorstellen. Mir hat es ziemlich gut gefallen, auch wenn das Ende nicht so wie erhofft war.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.02.2020

Ein Buch zum Stirnrunzeln!

Mord in der Mangle Street
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Dieses Buch war alles- alles außer vorhersehbar. Eine starke weibliche Protagonist namens March, mit einer mysteriösen Vergangenheit trifft auf einen exzentrischen Privatdetektiv (der nicht so genannt ...

Dieses Buch war alles- alles außer vorhersehbar. Eine starke weibliche Protagonist namens March, mit einer mysteriösen Vergangenheit trifft auf einen exzentrischen Privatdetektiv (der nicht so genannt werden möchte) namens Sidney Grice. So manches Kapitel ließ mich diesen Mann verfluchen , der so unglaublich unempathisch war. Könnte man einen Charakter durch die Seiten böse anschauen- ihm wäre Angst und Bange geworden. Ich habe bestimmt einiges an Falten durch das Lesen dieser Geschichte dazu gewonnen. Aber spannend war es. Düster und empörend aber durch die kecke March doch herrlich amüsant. Und auch Mr. Grice zeigt gegen Ende, dass er kein vollkommener Psychopath, sondern ein fähiger Ermittler ist. Das Cover lies mich etwas vollkommen anders erwarten und wird der tollen Geschichte leider nicht gerecht. Ich werde die Buchreihe auf jeden Fall weiter verfolgen! London im Jahre 1882 ist in der Begleitung unserer Protagonisten ein morbides Vergnügen, dass man sich nicht entgehen lassen sollte. Aber vergessen sie bloß nicht ihre Thermoskanne mit Tee und ein parfümiertes Taschentuch mitzunehmen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.02.2020

Genial!

Höllenjazz in New Orleans
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Ich konnte einfach nicht aufhören zu lesen! Die Hälfte dieses Schätzchens hab ich in einem Zug durchlesen müssen!
Eigentlich hatte ich zu der Zeit gar keine Lust auf Krimis obwohl ich "Höllenjazz in New ...

Ich konnte einfach nicht aufhören zu lesen! Die Hälfte dieses Schätzchens hab ich in einem Zug durchlesen müssen!
Eigentlich hatte ich zu der Zeit gar keine Lust auf Krimis obwohl ich "Höllenjazz in New Orleans" schon lange auf der Wunschliste hatte. Aber ich kann euch sagen, es macht süchtig! Die Charaktere sind brilliant und mit jedem der Hauptcharaktere baut man so eine starke Verbindung auf und sorgt sich fast schon mütterlich um sie.
Ich finde es zwar ganz anders, als ich es nach dem Klappentext erwartet hätte, aber die Mischung von wahrer Geschichte und den spannenden Ermittlungen aus der Feder von Ray Celestin sind so brilliant und charismatisch geschrieben,dass es mich einfach umgehauen hat.
Ich will absichtlich nicht zu viel über die Story verraten- Nur so viel: Das New Orleans des frühen zwanzigsten Jahrhunderts hatte es in sich.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere