Profilbild von _Buchliebhaberin_

_Buchliebhaberin_

aktives Lesejury-Mitglied
offline

_Buchliebhaberin_ ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit _Buchliebhaberin_ über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.12.2017

Von Hotelliersöhnen, russischen Oligarchen, Kidnappern und Dieben

Wolkenschloss
0

Der Inhalt...

In den Schweizer Bergen liegt das Grandhotel 'Wolkenschloss', in dem die 17-jährige Fanny ein Jahrespraktikum macht. Sie hat – jetzt zur Weihnachtszeit - wie das restliche Personal, alle ...

Der Inhalt...

In den Schweizer Bergen liegt das Grandhotel 'Wolkenschloss', in dem die 17-jährige Fanny ein Jahrespraktikum macht. Sie hat – jetzt zur Weihnachtszeit - wie das restliche Personal, alle Hände voll zu tun, denn der alljährliche, und hoch angesehene Silvesterball steht kurz bevor. Doch neben all den Aufgaben und dem Stress, es den Gästen so luxuriös wie möglich zu gestalten, merkt Fanny schnell, dass hinter der glitzernden Fassade, einige Geheimnisse stecken. Schon bald befindet sie sich mittendrin in einem höchst gefährlichen Abenteuer...

Meine Meinung...

Ich glaube jeder passionierte Leser hat seine Lieblingsautoren. Zu meinen gehört definitiv Kerstin Gier. Ich liebe ihre Art zu schreiben und bin jedes Mal begeistert, was für eine tolle Atmosphäre sie erschaffen kann. Natürlich war es glasklar, dass ich ihr neuestes Werk nur allzu bald lesen werde. Ich muss gestehen, dass ich hohe Erwartungen an „Wolkenschloss“ hatte, das leider nur ein Einzelband bleiben soll. Leider, weil ich mich beim Lesen mal wieder pudelwohl gefühlt habe. Wie schon erwähnt hat Kerstin Gier ein einzigartiges Geschick, eine zugleich mystische und heimelige Atmosphäre zu schaffen. Ich habe mich gefühlt, als wäre ich Teil des Teams im Hotel „Wolkenschloss“. Ich habe Betten bezogen, Gäste begrüßt, in der Küche geschnippelt, die müde Berta bedient oder Verstecken mit den Kindern gespielt. Ab der ersten Seite war ich wieder völlig gefangen in der Welt, die Frau Gier hier erschaffen hat. Eine Welt, die dieses Mal zwar ohne Magie auskommt, aber trotzdem nicht ganz frei von Magie ist. Wenn ihr versteht was ich meine ;)

Der Schreibstil entführt einen, und nimmt einen mit auf eine wunderbare Reise, auf der es viel zu entdecken gibt: Man nehme ein bisschen Romantik, einen Hauch Mystik, eine Prise Krimi und noch eine große Portion Humor, und schwupps ist eine Geschichte entstanden, die einen nicht mehr los lässt. Auch die Charaktere können mal wieder durch ihre Andersartigkeit und ihre diversen Marotten und Eigenheiten punkten. In Kerstin Giers Büchern wird das Wort Individualität groß geschrieben. Denn, so sehr ich danach auch suche, ich finde partout keinen Charakter, bei dem ich denke: Tja, von solch einer Sorte habe ich schon X Mal gelesen! Eine willkommene Abwechslung, in der Flut der Mainstream-Jugendbücher. Auch inhaltlich wurden hier Themen aufgegriffen, von denen ich so noch nicht oft gelesen habe. Chapeau an Frau Gier, dass ihr nach all der Zeit im Autorendasein, doch immer wieder neuartige Dinge einfallen, die sie in ihre Geschichten einfädeln kann. Und auch wenn ich zugeben muss, dass das Ende nun doch ein bisschen abstrus und wirr um die Ecke kommt, und alles schlussendlich doch sehr holterdiepolter von statten geht, konnte mich „Wolkenschloss“ alles in allem doch wieder sehr begeistern. Ein absolutes Wohlfühlbuch – gerade in dieser winterlichen Jahreszeit!

Das Fazit...

Nicht perfekt, aber trotzdem ein sehr gelungenes neues Buch von einer meiner Lieblingsautorinnen. Ich kann es wärmstens Fans, aber auch Neueinsteigern empfehlen.

Veröffentlicht am 15.10.2017

Eine Welt voller Magie und Wüstensand!

AMANI - Verräterin des Throns
0

Der Inhalt...

Amani kämpft weiter erbitterlich an der Seite des Rebellenprinzen Ahmed, als sie gefangen genommen und in den Harems des Palastes des Sultans verschleppt wird – ihrem Todfeind schlechthin. ...

Der Inhalt...

Amani kämpft weiter erbitterlich an der Seite des Rebellenprinzen Ahmed, als sie gefangen genommen und in den Harems des Palastes des Sultans verschleppt wird – ihrem Todfeind schlechthin. Ihrer Djinni-Kräfte beraubt versucht sie nur noch eins: Überleben. Denn das Leben im Palast ist alles andere als ungefährlich für Amani. Sie beginnt für die Rebellen Informationen über den Sultan und seine Pläne auszuspionieren. Doch je näher sie den Sultan kennenlernt, desto größer werden ihre Zweifel: Steht sie wirklich auf der richtigen Seite?

Meine Meinung...

Alwyn Hamilton ist es mit ihrem zweiten Band der Reihe um Amani und ihrer Rebellengruppe wieder einmal gelungen mich mitzureißen – sogar darüber hinaus! Nach anfänglichen Problemen mich in die Geschichte hineinzufinden – der erste Teil war wohl doch ein bisschen zu lange her – war ich wieder gefangen in der einzigartigen und magisch-orientalischen Atmosphäre die einen beim Lesen umgab. Besonders Amani selbst konnte mich wieder begeistern: Sich vom Prinzen in einer stählernen Rüstung auf einem weißen Pferd retten lassen? Pah, nicht mit Amani! Die nahm ihr Leben liebend gerne, und mit zwei Pistolen oder genug Sand in Reichweite, selbst in die Hand. Sie war einfach eine steinharte Powerfrau! Mit toughen Sprüchen und ruhigen Händen am Abzug gesegnet. Auch die Momente zusammen mit Jin haben mich wieder verzaubern können. Auch wenn diese Momente sehr rar waren (obwohl mich die Geschichte zum Ende hin versöhnlicher hat stimmen lassen), waren sie doch von so viel Emotionen und Intimität zwischen den beiden, dass es die Rarität wieder wett gemacht hat. Überhaupt waren alle Charaktere mal wieder einzigartig gezeichnet und voll von unausgesprochenen Dingen und Geheimnissen, die einen den nächsten Band kaum erwarten lassen können. Die Entwicklung aller in der Rebellengruppe hat mir gut gefallen, besonders Hala hat in diesem Band eine andere Sichtweise bei mir auf sie hervorgerufen. Auch Shazard und ihre unablässige Loyalität und Freundschaft Amani gegenüber hat mir das ein oder andere Mal einen dicken Kloß im Hals bereitet. Die neu eingeführten Charaktere konnten ebenfalls punkten: Sam hat sich ab der ersten Sekunde in mein Herz geschlichen (alleine schon wegen seiner offensichtlichen Vernarrtheit), aber auch Rahim der ruhige und kompetente Kommandant war eine schöne Abwechslung zur restlichen Truppe. Überhaupt bin ich begeistert, wie Alwyn Hamilton es jedes Mal schafft Charaktere zu entwickeln die nicht wirken, als ob man von ihnen schon zehntausend Mal in anderen Geschichten gelesen hätte!

Auch wenn es langsam zu viel des Lobes wird, auch der Fortgang der Geschichte war, in meinen Augen, ein Lesegenuss. Mit vielen Dingen im Laufe des Buches habe ich so nicht gerechnet: ich war schockiert, überrascht, habe um Verstorbene getrauert und manchmal war ich auch etwas enttäuscht von dem Verhalten einer sonst so vertrauensvoll wirkenden Person. Und doch schafft es die Autorin einen immer wieder zu überraschen, und auf diese Überraschungen sogar noch eins drauf zu setzten – Wahnsinn! Der Schreibstil schafft es einen regelrecht zu verzaubern und nimmt einen auf eine spannende und wahnsinnig abwechslungsreiche Reise durch die Wüste!

Das Fazit...

Von wegen, der zweite Band einer Reihe ist immer nur ein „Lückenbüßer“! Amani-Die Verräterin des Throns kann mit abwechslungsreichen Wendungen und originellen Charakteren punkten und erfüllt mitnichten das Klischee eines Zwischenbandes!

Veröffentlicht am 21.09.2017

Auf Hund und Katz gekommen...

Um die Ecke geküsst
0

(ACHTUNG! Rezension enthält Spoiler!)

Der Inhalt...

Ein Einbrecher hat Mels ältere Nachbarin brutal nieder geschlagen und liegt nun im Krankenhaus. Und wer kümmert sich um die Tiere? Natürlich Mel höchstpersönlich. ...

(ACHTUNG! Rezension enthält Spoiler!)

Der Inhalt...

Ein Einbrecher hat Mels ältere Nachbarin brutal nieder geschlagen und liegt nun im Krankenhaus. Und wer kümmert sich um die Tiere? Natürlich Mel höchstpersönlich. Als ob sie als berufstätige Frau in New York nicht schon mehr als genug zu tun hat! Hilfe muss her; sie kontaktiert den einzigen Verwandten der älteren Dame: Max. Doch der sieht es gar nicht ein, seinen Urlaub mit seiner Supermodel-Freundin abzusagen und schickt prompt seinen Kumpel John vor. Der soll sich als Max ausgeben und sich um die Tiere der alten Dame kümmern. Und das Chaos nimmt seinen Lauf...

Meine Meinung...

Der Liebesroman erzählt die Geschichte von Melissa Fuller, genannt Mel. Wir erleben sie als freundliche und aufopfernde junge Dame, die in vielerlei Situationen aber auch sehr naiv und blauäugig sein kann. Ich konnte Mel nicht komplett in mein Herz schließen, was vor allem an dem Schreibstil lag. Der Roman ist nämlich komplett in Email-Form geschrieben. Das ermöglicht einem zwar ein rasches Lesen und ein schnelles Vorankommen in der Geschichte, dabei blieben aber vielerorts die Gedanken und Gefühle der Charaktere auf der Strecke. Sehr enttäuschend, wenn man weiß, dass Cabot sonst die „Meisterin der Gefühle“ ist (ich erinnere mich gerne an ihre Susannah-Bücher – eine tolle Reihe). Für einen Liebesroman gab es meiner Meinung nach schlichtweg zu wenig Gefühle. Man bleibt als Leser nur an der Oberfläche; mitreißen konnte mich das Buch aber leider nicht. Und wenn man gehofft hat, dass der typische Cabot-Humor noch einiges retten kann... der war leider nicht wirklich vorhanden. Ein paar Gags die einen müde zum Lächeln gebracht haben – mehr aber auch nicht – und ansonsten eher überzogene und merkwürdige Situationen! Schade! Auch die Charaktere waren nicht wirklich überzeugend und meist sehr überspitzt dargestellt: Nad und ihre ständigen Figurprobleme, Aaron, der Schlappschwanz vorm Herrn, Mels Eltern die sich in ausnahmslos alles einmischen wollen was ihre erwachsene Tochter betrifft oder Dolly, die als Tratschtante in der Redaktion nur an drei Dingen interessiert ist: Geld, hübschen (und teuren) Klamotten und Männern! Da lobe ich mir doch unseren Herzensbrecher John, der zwar verrückte Hobbys hat (die Mel mit ihm teilt), aber trotzdem ein „normaler“ Kerl zu sein schien. Mel und er geben ein süßes Paar ab und ich hab ihr Zusammenkommen gerne verfolgt, auch wenn es (auch wieder die Schuld der Email-Form) gefühlt allzu rasch zwischen den beiden voranging.
Das Ende war wieder eine Nummer für sich. Erst schmollt Mel gefühlte tausend Jahre herum - reagierte auf keine Mails oder Avancen von John – und dann verändert eine einzige Mail alles und alles ist vergeben und vergessen? Das ging mir dann doch ein bisschen zu plötzlich. Dafür war der Showdown rund um das Verbrechen von Mrs. Friedlander sehr spannend, wenn auch nicht wirklich überraschend; oder sollte ich es anders sagen: Ich hatte mir ein anderes Ende gewünscht. Aber das Leben ist nun mal kein Ponyhof ;)
Zu guter Letzt will ich noch kurz auf das Cover eingehen, was ich in einer Rezension meistens nicht berücksichtige. An dieser Stelle war ich aber wirklich enttäuscht, da der Hund vorne auf dem Cover absolut nichts mit dem Hund im Buch gemein hat (der eine riesige deutsche Dogge ist und eben keine Bulldogge!). Ein bisschen Liebe zum Detail kann man doch erwarten, oder? 

Das Fazit...

Ganz nett, aber von Meg Cabot hatte ich eigentlich mehr erwartet. „Um die Ecke geküsst“ war nicht wirklich mein Fall, was vor allem die Schuld des Schreibstils war... 2,5 Sterne von mir.

Veröffentlicht am 28.08.2017

Senden Sie LEBEN oder STERBEN an 7997

Marthas Widerstand
3

ACHTUNG: Rezension kann Spoiler enthalten!

Der Inhalt...

7 Tage bis Martha möglicherweise zum Tode verurteilt wird. 7 Tage bis das Volk gemeinsam darüber abstimmt, ob sie leben oder sterben soll. Marthas ...

ACHTUNG: Rezension kann Spoiler enthalten!

Der Inhalt...

7 Tage bis Martha möglicherweise zum Tode verurteilt wird. 7 Tage bis das Volk gemeinsam darüber abstimmt, ob sie leben oder sterben soll. Marthas Chancen werden von Tag zu Tag geringer, denn die Umfragen zeigen deutlich, dass der Großteil der Bevölkerung sie sterben sehen will. Doch was, wenn das genau Marthas Plan ist?

Meine Meinung...

Anfangs war ich noch vollends begeistert. Die Grundidee war grandios! Es zeigte genau den Knackpunkt unserer Gesellschaft: Egoismus, Manipulation, Mediengeilheit, Voyeurismus und nur auf sein eigenes Wohl bedacht zu sein. Wir ergötzen uns am Leid anderer Leute; schauen im Fernsehen zu wie sie sich quälen und freuen uns auch noch darüber. Hier in dem Buch ist das alles noch drastischer dargestellt: mögliche Mörder oder Vergewaltiger kommen direkt nach der Tat in den Todestrakt. Die Bevölkerung bestimmt über ihr Schicksal, über Tod auf dem elektrischen Stuhl oder Freispruch – zumindest wenn man das nötige Kleingeld hat. Das Ganze wird in einer großen TV-Show ausgeschlachtet und die Mörder genaustens unter die Lupe genommen. Beweise suchen? Fehlanzeige. Demokratie sieht jedenfalls anders aus. Den dystopischen Flair (obwohl... Dystopie? Sind wir wirklich so weit davon entfernt?) fand ich ganz große klasse – und das wichtigste: authentisch! „Was?!“, werden jetzt die Ersten rufen, „das wird es noch niemals bei uns geben!“. Wer's glaubt wird selig... (Wenn ein gelbhaariger paranoider und selbstverliebter alter Sack Präsident werden konnte, liegt auch dieses Rechtssystem hier nicht in allzu großer Ferne... Merkt euch meine Worte...)
Auch die Grundkonstellation - Leute aus den Kratzern gegen die Leute von „Oben“ - fand ich gut gewählt. Wie gesagt: Den Anfang fand ich fesselnd und absolut mitreißend. Doch mit dem Fortlauf der Geschichte häuften sich leider auch Logikfehler und Unstimmigkeiten. Außerdem verlor sich der Fokus ab Mitte der Geschichte. Das Augenmerk lag viel zu sehr auf Martha und ihre Beziehung zum (vorerst) mysteriösen jungen Mann mit der Kapuze. Zumal ich ihre Beziehung als mehr als unnötig und lieblos empfand. Warum zum Teufel kann es kein Jugendbuch mehr geben, ohne dass zwei hormongesteuerte Teenies die Welt retten wollen? Eigentlich hätte nur noch ein andere Verehrer gefehlt und schon wäre das Dreiecksgeflecht perfekt gewesen... Die Charaktere fand ich allesamt wirklich gut gezeichnet und realitätsnah. Und bis auf Marthas Freund, konnte ich auch zu allen eine Art Beziehung aufbauen; bei ihm hab ich mich allerdings vermehrt gefragt was er tat um Martha zu helfen – nichts ist wohl die Antwort darauf. Gehörte das alles zu einem größeren Plan? Würde es sich alles aufklären? Jein würde ich sagen. Damit kommen wir schon zu meinem nächsten Kritikpunkt: Das Ende. Ich war sehr zwiegespalten als ich das Buch zugeklappt habe. Einerseits waren die letzten Kapitel an Spannung kaum zu überbieten, andererseits bot das Ende kaum Überraschungen, wirkte sogar leicht überzogen und unglaubwürdig. Ich habe das Buch in einer Leserunde gelesen und muss sagen, dass wir mit unseren Spekulationen meistens recht hatten. Und bei einem Buch solchen Genres finde ich es besonders enttäuschend wenn das Ende nichts Besseres zu bieten hat als ein „Ich hab es doch gewusst!“. Ich bin der Meinung, dass hier viel Potenzial auf der Strecke geblieben ist. Die Grundidee hätte besser ausgefeilt sein müssen. Ich hätte gerne mehr Hintergrundinformationen gehabt und mehr über das System erfahren wollen; seit wann es existiert, wieso weshalb warum und vor allem die Frage, wer dahinter steckt. Als Leser wird man leider mit einem wenig überraschenden und überdramatischen offenen Ende unbefriedigt zurückgelassen.

Das Fazit...

Es ging grandios an, nahm stetig ab um am Ende in einen unglaubwürdigen Showdown überzugehen. Schade, die Geschichte hatte großes Potenzial was nicht ganz genutzt wurde. Aber die Grundidee ist spitze! 3,5 Sterne von mir.

  • Cover
  • Atmosphäre
  • Originalität
  • Spannung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.07.2017

The Hate U Give Little Infants Fucks Everbody

The Hate U Give
0

Der Inhalt...

In einer verhängnisvollen Nacht verliert Starr ihren besten Freund Khalil – erschossen von einem weißen Polizisten. Plötzlich rückt Starr, die schon genug mit ihren „zwei Welten“ zu kämpfen ...

Der Inhalt...

In einer verhängnisvollen Nacht verliert Starr ihren besten Freund Khalil – erschossen von einem weißen Polizisten. Plötzlich rückt Starr, die schon genug mit ihren „zwei Welten“ zu kämpfen hat, in das Zentrum der Öffentlichkeit. Khalil war unbewaffnet und landesweit wird über diesen Vorfall berichtet. Empörung, Proteste, Gewalt – die Wut der Bürger steigt. Starr und ihre Familie werden von der Polizei und einem Drogenboss bedroht. Was tun? Soll sie ihre Angst überwinden und mit der Wahrheit an die Öffentlichkeit gehen, oder ihre Familie schützen und schweigen?

Meine Meinung...

Überwältigt. Ich denke dieses Wort beschrieb meinen Gefühlszustand sehr gut, als ich die Geschichte beendet und den Buchdeckel geschlossen habe. Grandios, bewegend, erschütternd und ehrlich, waren die nächsten Worte, die mir auf der Zunge lagen. Das liegt vor allem an Starr. Unsere Protagonistin ist eine ehrliche, starke und mutige junge Frau mit Pepp und Temperament. Auch wenn sie gerne immer wieder betont, dass sie alles andere als mutig wäre – Bullshit! Starr ist hammermäßig und vor allem echt und aus dem „normalen Leben“ gegriffen. Wir erleben wie anstrengend der Alltag für sie ist – gefangen zwischen zwei völlig verschiedenen Welten: Einmal ihr „weißes“ Leben mit ihrem Boyfriend Chris und ihren beiden besten Freundinnen an einer reichen Privatschule als fast einzige Dunkelhäutige; und ihr „schwarzes“ Leben, als junges Ghetto-Mädchen in einem Viertel voller Gewalt, Armut, Unruhen und Intoleranz. Inmitten alldem ist ihre Familie ein Inbegriff von Wärme und Geborgenheit. Man merkt als Leser schnell, dass die zusammengewürfelte Familie trotz ungewöhnlicher Verhältnisse stets zusammenhält und sich liebt. Dieser Halt ist für Starr in ihrer schweren Zeit natürlich Gold wert. Überhaupt ist die Atmosphäre in Garden Heights eine ganz Besondere; sowohl im positiven als auch negativen Sinne: Es gibt Zusammenhalt und Freundschaft, aber auch Gangmachenschaften und Gewalt. Eine gefährliche Mischung, die atmosphärisch aber voll punkten kann. Wir begleiten Starr in jener Nacht in ihrem Viertel, die einfach alles zu ändern scheint. Ein Vorfall der die Welt in Atem hält und wichtige Dinge ins Rollen bringt. Starrs persönliche Entwicklung ist hier besonders spannend und toll mit zu erleben.

Ich war noch nie in Amerika und kann deswegen keine wirkliche persönliche Meinung zu dem Thema in die Rezension mit einfließen lassen. Allerdings bekommt man durch verschiedene Medien den ein oder anderen Vorfall zu Ohren. Für uns hier in Deutschland scheint es unvorstellbar Angst vor der Polizei und ihrem Handeln zu haben, doch für „Schwarze“ in Amerika scheint das der Alltag zu sein: keine falsche oder drohenden Bewegung, zu allem Ja und Amen sagen – das lernen die Kinder schon von klein auf... Ich finde es wirklich erschreckend, wie präsent Rassismus und Intoleranz heutzutage wieder in unserem Alltag sind. Damit meine ich nicht nur in Amerika! Europa erlebt im Moment ja leider auch einen deutlichen Rechtsdruck – da kann sich Deutschland auch nicht von ausnehmen. Noch nie war das Thema Toleranz, Akzeptanz und Rassismus in unsere heutigen Zeit so aktuell wie jetzt. Und ich denke, genau deswegen kann „The Hate U Give“ so stark überzeugen: Es trifft einen Nerv, regt zum Denken an, berührt und fasziniert den Leser ab der ersten Seite an und kommt genau zur richtigen Zeit. Der klare und ehrliche Schreibstil tut da noch sein Übriges. Es lässt sich vielleicht kritisieren, dass die Denkweise in dem Buch sehr einseitig sei. Auch ich hab mir an der ein oder anderen Stelle mal eine Stellungnahme aus einer andere Perspektive gewünscht, um endlich zu wissen, was im Kopf von „diesen Menschen“ vor sich geht. Allerdings muss ich im Endeffekt auch zugeben, dass das vielleicht genau das Besondere an dem Buch ist – die reine „schwarze“ Sichtweise auf das Geschehen. Und im Grunde genommen ist das Buch perfekt so wie es ist. Ich sage ja: Es regt zum Nachdenken an ;)

Ich habe mir extra viel Zeit gelassen, bis ich die Rezension geschrieben habe, eben weil ich von Anfang an wusste, dass ich Zeit brauche um das Gelesene zu verarbeiten. Ich habe ehrlich gesagt immer noch Probleme auszudrücken was genau mich an dem Buch so fasziniert hat, und ich glaube ich kann es schlicht und ergreifend auch nicht in Worte fassen. Also: Liest es selber und lasst euch überzeugen!

Das Fazit...

Ein wichtiges Buch – für mich ein Must-Read, dass den Hype zurecht verdient hat! Spannender Plot, tolle und authentische Charaktere und ein Schreibstil der Berge versetzen könnte! LESEN!