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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.07.2020

Highlight

Dark Heroine
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Die Gestaltung

Das Cover ist der Hauptgrund, weshalb ich mir das Buch damals gekauft habe. Denn mal ganz ehrlich, wer von uns ist denn kein Coverkäufer? Und ich finde, das Cover von „Dark Heroine“ macht ...

Die Gestaltung

Das Cover ist der Hauptgrund, weshalb ich mir das Buch damals gekauft habe. Denn mal ganz ehrlich, wer von uns ist denn kein Coverkäufer? Und ich finde, das Cover von „Dark Heroine“ macht auf jeden Fall etwas aus. Da habe ich also nichts dran auszusetzen.

Auch im Inneren finde ich die Aufmachung sehr ansprechend. Die Kapitel sind einfach bezeichnet mit Kapitel 1,2,3,usw., und daneben steht in großer, verschnörkelter Schrift, aus wessen Sicht das Kapitel erzählt wird.


Der Erzählstil

Obwohl „Dark Heroine“ ursprünglich eine Wattpad-Story war, merkt man davon überhaupt nichts. Abigail Gibbs‘ Schreibstil ist sehr flüssig zu lesen, nicht zu ausschweifend und nicht zu nüchtern, also genau perfekt. Dadurch habe ich das Buch trotz seiner 606 Seiten an nur einem einzigen Tag durchgelesen!

Dadurch, dass das Buch nicht nur aus Violets Sicht, sondern auch aus der von Kaspar geschrieben wurde, hat man direkt ein Bild davon bekommen, wie es in ihrem Innersten aussieht. Auch waren die Dialoge zwischen den Charakteren sehr authentisch und die ganze Geschichte sehr gefühlvoll.


Die Handlung

Die Handlung ist genauso authentisch und nachvollziehbar wie die Dialoge. Das ganze Buch über ist dieser rote Faden erkennbar, und die kurzen Kapitel machen die Geschichte zu einem wahren Pageturner, den ich nicht mehr aus der Hand legen konnte.

Auch das Setting finde ich unglaublich passend gewählt – zu gern würde ich Varnley mal einen Besuch abstatten! Anfangs habe ich ja noch mit einer Twilight-ähnlichen Geschichte gerechnet, aber im Nachhinein kann ich auf jeden Fall sagen, dass „Dark Heroine“ etwas vollkommen Anderes ist. Und zwar auf gute Art und Weise anders. Allein schon die Idee der unterschiedlichen Dimensionen hat mich fasziniert und in ihren Bann gerissen, sodass ich es kaum erwarten kann, auch Teil 2 zu lesen, der aus der Sicht einer Person aus der ersten Dimension geschrieben ist.

Die Actionszenen waren unglaublich mitreißend beschrieben, und die Erotischen Teile genau richtig und ohne diese vulgäre Sprache, die ich sonst überhaupt nicht leiden kann. Dadurch sind Herzrasen und Schockmomente beim Lesen auf jeden Fall vorprogrammiert.


Die Charaktere

Violet ist eine sehr toughe Protagonistin, die mir sofort sympathisch war. Sie hat Stärken und Schwächen und obwohl sie manchmal ein bisschen wankelmütig ist und viele genau das als Kritikpunkt auffassen, finde ich gerade das an ihr so realistisch, denn ich hätte in vielen Situationen genauso gehandelt wie sie.

Und Kaspar ist ein Bookboyfriend, den man erst lieben lernen muss – so wie Violet es musste. Anfangs war überhaupt nicht sicher, ob das zwischen den beiden überhaupt was werden kann, und ich werde auch nicht verraten, wie sie sich letztendlich entscheidet. Nur so viel: Ich war wirklich überrumpelt.


Fazit

„Dark Heroine“ ist ein Buch, das Action, Spannung und Emotionen perfekt widergegeben hat, wodurch der Nervenkitzel unumgänglich war. Die ganze Story war unglaublich nervenaufreibend, weshalb ich sie jedem Vampirfan empfehlen kann!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.07.2020

Nicht meins

His Dark Materials 2: Das Magische Messer
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Die Gestaltung

Na ja, vielleicht könnt ihr euch schon denken, dass das Cover nicht mein All Time Favourite ist. Ich finde einfach, es sieht viel zu sehr nach einem Kinderbuch aus (ich habe noch die alte ...

Die Gestaltung

Na ja, vielleicht könnt ihr euch schon denken, dass das Cover nicht mein All Time Favourite ist. Ich finde einfach, es sieht viel zu sehr nach einem Kinderbuch aus (ich habe noch die alte Ausgabe) – besonders in Anbetracht der Tatsache, dass das Buch an sich schon recht brutal ist und nicht unbedingt angebracht für 10-jährige Kinder.


Der Erzählstil

Ich hatte schon in „Der Goldene Kompass“ Schwierigkeiten mit Philip Pullmans Schreibstil. Er ist mir einfach zu ausführlich, wodurch das Buch oft sehr langwierig erscheint. Es hat ein bisschen was von den Büchern von Michael Ende, finde ich, was nicht so gut mit der Story in Einklang ist.

Gut hat mir allerdings gefallen, dass Pullmans Schreibstil auf jeden Fall einzigartig ist und dadurch großen Wiedererkennungswert hat. Ich denke, ich könnte ein Buch von ihm jederzeit von anderen Büchern unterscheiden, obwohl ich erst zwei Bücher von ihm gelesen habe.

Außerdem fand ich es gut, dass durch unterschiedliche Sichtweisen ein bisschen mehr Abwechslung in die Geschichte kam. Es wurde nicht nur aus Wills und Lyras Sicht geschrieben, sondern auch aus der Sicht von unterschiedlichen Hexen und weiteren Personen, die in der Geschichte eine große Rolle spielen. Ein bisschen gestört hat mich zwar hier, dass manchmal ohne einen Hinweis plötzlich die Sichtweise gewechselt wurde, sodass ich mich erst wieder ein bisschen sammeln musste, bevor ich das gecheckt habe. Da hätte man sicherlich einen kleinen Hinweis geben können.

Allerdings war der Schreibstil von Pullman teilweise schon arg wissenschaftlich. Da wurde von physikalischen Erscheinungen gesprochen, die zwar größtenteils verständlich waren, weil ich ja bis zur neunten Klasse Physikunterricht hatte, aber einige Dinge haben mir einfach überhaupt nichts gesagt, weshalb ich bezweifle, dass auch Lyra, die in der Story erst 12 ist, alles verstanden haben kann.


Die Handlung

Der Start in die Geschichte fiel mir etwas schwer, weil die Kapitel schon sehr lang waren und meinen Lesefluss ein bisschen gestört haben. So habe ich immer nur darauf hingefiebert, dass das Kapitel endlich zu Ende geht, anstatt dass ich mich komplett auf die Geschichte einlassen konnte. Aber daran habe ich mich im Laufe des Lesens auch gewöhnt, weshalb das jetzt nicht allzu dramatisch ist.

Im Großen und Ganzen war die Geschichte recht vorhersehbar, da man einfach schon zu Beginn wusste, in welche Richtung sich die Story entwickeln wird. Zudem war – wie bereits erwähnt – die Geschichte manchmal schon sehr brutal und nicht mehr angemessen für ein Buch ab 10 Jahren. Es wurde misshandelt, Finger wurden „aus Versehen“ abgehackt, und Blut ist geflossen – mal ganz davon abgesehen, dass Kinder zu gewalttätigen Mördern wurden. Mich hätte das als zehnjähriges Mädchen doch ziemlich verstört, weshalb ich irgendwie finde, dass das ein bisschen widersprüchlich mit dem Alter der Charaktere und dem Schreibstil ist.

Zudem glaube ich nicht, dass zehnjährige Kinder schon die ganzen gesellschaftskritischen Aspekte verstehen, auf die in dem Buch angespielt werden. Beispielsweise die Kirche, die in Lyras Welt und auch in jeder anderen Welt, die sie besucht, noch immer viel zu große Macht hat.

Trotzdem hat mich die Geschichte manchmal sehr zum Schmunzeln gebracht, vor allem wenn Lyra und Will aneinandergeraten sind. Die Unterschiede zwischen ihren Welten zu erfassen fand ich ziemlich interessant, und ich finde, da hat Pullman wirklich ganze Arbeit geleistet.

Außerdem hat Pullman für eine geschickte Verknüpfung von Ereignissen gesorgt, die augenscheinlich keine Gemeinsamkeiten haben. Dadurch gab es einige Plottwists, die die Spannung beim Lesen vergrößert haben. Trotzdem fand ich einige dieser Verknüpfungen doch sehr verwirrend und irgendwie aus den Haaren gezogen. Da hätte ich mir noch ein bisschen mehr Feinfühligkeit gewünscht.

Ein weiterer Punkt, der mir jedoch sehr gut gefallen hat, ist, dass es in dem Buch nicht das personifizierte Böse gibt wie in vielen anderen Jugendbüchern der Fall. Zwar ist uns allen nach „Der Goldene Kompass“ klar, dass Mrs Coulter nicht das Richtige tut, aber man versteht mit der Zeit auch ihre Beweggründe. Genauso weiß man nicht so ganz, ob es wirklich richtig ist, Lord Asriel bei seinen Machenschaften zu unterstützen und ob die Engel nicht doch auf der falschen Seite stehen. Das alles wird man wohl erst im dritten Teil herausfinden.

Zum Ende hin nahm die Geschichte außerdem immer mehr Fahrt auf und ich konnte das Buch kaum noch aus der Hand legen. Und dann erst dieser fiese Cliffhanger! Ich werde auf jeden Fall bald mit dem dritten Band der „His Dark Materials“-Reihe weitermachen!


Die Charaktere

An sich gibt es hier nicht allzu viel zu sagen. Lyra und Will sind beide erst zwölf Jahre alt, haben dafür aber schon ein ziemlich ausgeprägtes Denkvermögen und eine Weitsicht, die man Kindern oft nicht zutraut. Trotzdem handeln sie meiner Meinung nach oft nicht altersgemäß. Auch waren manche Gedankengänge für mich nicht ganz verständlich. Als Lyra beispielsweise ihr Alethiometer fragt, was es mit Will auf sich hat und die Antwort lautet, dass er ein Mörder ist, denkt sie sich nur: Ach gut, dem kann ich vertrauen. Ich meine, hallo?!

Dadurch konnte ich einfach nicht ganz erkennen, was für eine Persönlichkeit Will und Lyra haben, und das hat es mir schwergemacht, mich mit ihnen zu identifizieren und die Geschichte aus ihrem Blickwinkel zu betrachten.


Fazit

„Das Magische Messer“ ist eine würdige Fortsetzung der „His Dark Materials“-Reihe, wobei immer noch viel Luft nach oben ist. Ich hoffe, alle meine Fragen werden im dritten Teil der Reihe beantwortet.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.06.2020

Vorhersehbar und nicht spannend

Wer heute lügt, ist morgen tot
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Die Gestaltung

Ich finde, das Cover passt so mittelmäßig zur Geschichte. Das Motiv hat ein bisschen was vom Tatort-Vorspann, aber das ist gefühlt auch das Einzige, was auf den Inhalt der Geschichte schließen ...

Die Gestaltung

Ich finde, das Cover passt so mittelmäßig zur Geschichte. Das Motiv hat ein bisschen was vom Tatort-Vorspann, aber das ist gefühlt auch das Einzige, was auf den Inhalt der Geschichte schließen lässt. Auch der Titel passt so semi-gut zum Buch, wenn nicht sogar überhaupt nicht. Da hätte man sich auf jeden Fall etwas Kreativeres ausdenken können.

Und bevor ich zur Innengestaltung komme, habe ich noch zwei Dinge, die ich beim Klappentext anmerken muss: Erstens, heißt der Protagonist nicht Evan, sondern Even – das ist ein norwegischer Name, denn das Buch spielt in Norwegen (der Übersicht halber habe ich bei der Inhaltsangabe sofort den richtigen Namen eingesetzt). Außerdem steht im Klappentext, Even habe sich mit dem ermordeten Bandkollegen gestritten. Davon war im Buch aber nie die Rede, weshalb sich mir die Frage stellt, wieso das im Klappentext steht …

Jetzt aber zum Inneren. Dort hat mir sehr gut gefallen, dass durch einen Wechsel der Schriftart gleichzeitig der Wechsel der Zeit deutlich wurde. So wurden die Abschnitte, die aus der Gegenwart erzählt wurden, in einer ähnlichen Schrift wie Calibri geschrieben, während die Vergangenheits-Erzählungen in kleinerer Schrift geschrieben wurden, die eben aussieht wie die Schrift in fast jedem anderen Buch auch. Das hat die Zeitsprünge irgendwie natürlicher wirken lassen.


Der Erzählstil

Vorab sei gesagt, dass ich den Schreibstil von Thomas Enger an sich nicht schlecht finde. Dennoch hat mich aber auch Vieles daran gestört, weshalb die folgenden Abschnitte recht negativ klingen könnten.

Aus diesem Grund fangen wir mit den Dingen an, die mir positiv aufgefallen sind. Denn das Buch ist, wie auch zuvor schon erwähnt, sowohl aus der Gegenwart als auch aus der Vergangenheit erzählt. Allein das erinnert schon sehr an die zweite Staffel von „Tote Mädchen lügen nicht“, denn der Gegenwart-Teil spielt während einer Gerichtsverhandlung, während in dem Vergangenheit-Teil die Geschichte von vorn erzählt wird. Das hat zumindest schon mal neugierig gemacht.

Außerdem war der Schreibstil von Thomas Enger einfach und flüssig zu lesen. Alles war sehr schlicht gehalten, es gab wenig Ausschweifungen, alles wurde möglichst simpel beschrieben. Genau das ist aber auch einer meiner größten Kritikpunkte. Denn dadurch wirkte das ganze Buch eher wie ein Bericht denn wie ein Jugendthriller. Es gab sehr wenig bis überhaupt keine Ortsbeschreibungen, und auch Charaktere wurden nur einmal kurz beschrieben – zumindest die Nebencharaktere, denn vom Protagonisten weiß ich bis jetzt noch nicht, wie er aussieht, außer, dass er wohl recht attraktiv sein soll. Super Beschreibung, wirklich.

Zudem waren Emotionen eher nebensächlich. Es gab außer Angst und Wut keine Gefühle des Protagonisten, sodass ich irgendwie das Gefühl hatte, ihn nie wirklich kennengelernt zu haben. Er sagt zwar über seine umgebrachte Freundin, dass er sie geliebt hat, aber davon merkt man herzlich wenig. Insgesamt war das Buch also sehr nüchtern geschrieben.

Was mich jedoch am allermeisten am Schreibstil gestört hat, war diese gewollt wirkende Umgangssprache, die besonders in Dialogen mit Evens Freunden vorkam. Ich meine, ich kenne keine Person – wirklich, keine einzige – die mit den Worten „What’s up?“ ein Telefongespräch annimmt. Genauso wenig wie ich jemanden kenne, der einen fragt: „Läuft ’n so?“. Ganz ehrlich, wenn ich bedenke, dass der Autor im Alter meiner Eltern ist und selbst Kinder hat, frage ich mich, ob die da oben in Norwegen vielleicht anders sprechen – aber selbst dann hätte man das in der Übersetzung abändern können.


Die Handlung

Zuerst einmal entschuldige ich mich, falls meine Sprache ein bisschen umgangssprachlich sein sollte. Aber ich möchte alles so erklären, dass man es auch verstehen kann und nicht um den heißen Brei herumreden, wenn ihr versteht, was ich meine.

Also fange ich direkt so an, denn die Idee der Geschichte ist schon ziemlich ausgelutscht und einfallslos. Ich meine, es gibt so viele Geschichten á la „Tote Mädchen lügen nicht“ oder „One of us is lying“, dass sie mir jetzt mittlerweile einfach aus Ohren, Nase, Mund, etc. raushängen. Oder ein bisschen freundlicher formuliert: ich hab genug von diesen Storys, die alle gleich sind.

Jetzt könnt ihr euch vermutlich schon denken, dass ich die Geschichte sehr vorhersehbar fand. Das hat mir schon mal einen Großteil meiner Motivation genommen, das Buch nicht doch abzubrechen, aber da ich ja schon ein paar positive Entdeckungen bezüglich des Schreibstils gemacht habe, hätte ich das irgendwie mies und nicht fair gefunden. Also habe ich weitergelesen, aber es wurde einfach nicht spannend. Ich habe mir ein paar Rezensionen zu dem Buch durchgelesen, wo überall von den ach so tollen Plottwists die Rede ist – kann es sein, dass ich die einfach überlesen habe? Denn bis auf die letztliche Auflösung der Geschichte (die noch dazu ziemlich weit hergeholt ist) hat mich keine Wendung irgendwie überrascht.

Versteht mich nicht falsch, das Buch hat mich nicht angeödet oder so. Es war mir einfach gleichgültig, ob ich jetzt weiterlese oder nicht. Die Geschichte konnte mich nicht catchen, dabei habe ich ihr mehr als nur eine Chance gegeben. Stattdessen war ich immer enttäuschter, je mehr Dinge wirklich so geschehen sind, wie ich es bereits vorhergesehen hatte.

Da ich eben schon auf das Ende zu sprechen gekommen bin: Ja, das war vermutlich der einzige Plottwist, der mich überraschen konnte, aber das war’s auch schon, was ich da positiv anmerken könnte. Denn wie kann es sein, dass trotz Mund-zu-Mund-Beatmung nach dem Mord an Mari keine DNA an der Leiche gefunden wurden? Oder hat die Polizei einfach unfassbar schlampige Arbeit geleistet und deshalb keinen DNA-Abgleich an den Verdächtigen vorgenommen? Demnach wirkte die Auflösung sehr an den Haaren herbeigezogen.

Weiterhin bleiben nach dem Ende immer noch offene Fragen. Ich spoilere nicht, wenn ich mich jetzt hier frage, ob Even wirklich von der Person verfolgt ist, von der er geglaubt hat, dass sie es ist. Auch bleibt mir unklar, was wirklich mit Evens Vater passiert ist. Hat Evens Mutter Mitschuld? Warum ist ihm am Steuer unwohl geworden?

Auch scheinen einige Aktionen der Charaktere, insbesondere von Even keine weiteren Folgen zu haben, obwohl sie eigentlich Hinweise für die Polizei sind. Ich meine, warum wurde er nie nach der SMS gefragt, die er Mari geschickt hat, nachdem sie einfach mit ihm Schluss gemacht hat? Hätte diese nicht eigentlich als Drohung verstanden werden können? So klang sie zumindest für mich.

Das einzige Positive, das ich jetzt noch hier anmerken kann, ist das Setting, das gewählt wurde. Der Autor ist selbst norwegisch, weshalb ich es auch gut fand, dass das Buch in einem Dorf in Norwegen spielt. Zwar gab es keine Ortsbeschreibungen, die mir irgendeinen Hinweis darauf gegeben haben könnten, wie Fredheim aussieht, aber zumindest ist das Setting mal etwas Anderes.


Die Charaktere

Vielleicht könnt ihr euch schon denken, dass ich auch hier rummeckern werde. Denn mir wurde Even als Protagonist überhaupt nicht sympathisch. Ich konnte mich nicht in ihn hineinversetzen, weil seine Emotionen irgendwie nicht rüberkamen und ich einige seiner Handlungen einfach widersprüchlich fand. Zudem handelt er wie ein sechzehnjähriger Teenager, obwohl er bereits achtzehn ist. Davon merkt man überhaupt nichts.

Auch die anderen Charaktere sind ähnlich flach ausgearbeitet. Man erfährt zwar ein bisschen über Mari, Kaiss, Fredrik und Oskar, sowie über Evens Onkel Imo und seine Mutter Susanne, aber über seinen Bruder Tobias zum Beispiel habe ich kaum etwas erfahren, außer, dass er mich an den Sohn der Lebensgefährtin meines Vaters erinnert. Wobei selbst der noch aufgeweckter ist als Tobias.


Fazit

Nachdem ich die Rezension hier abgetippt habe, kann ich nur einmal tief durchatmen und fühlen, wie der ganze Frust, den ich während des Lesens verspürt habe, einfach weggeschrieben ist. Das ist das Gute am Rezensionen schreiben xD

Na ja, ich würde jetzt zumindest nicht sagen, dass das Buch überhaupt keine Leseempfehlung ist, denn Teilstücke haben mir ja doch ganz gut gefallen. Die Umsetzung ist einfach nicht das Gelbe vom Ei, und vielleicht finden Leser, die eben mehr auf seichte Thriller stehen, das Buch unterhaltender als ich, die ich ja liebend gern möglichst psychisch gestörte und blutige Thriller lese. So ist jeder anders gestrickt.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.06.2020

Ein großartiges Hörbuch

Der Hof der Wunder
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Die Gestaltung

Das Cover ist wirklich großartig. Die Farben, die Formen und die Verzierungen passen so perfekt zum Inhalt, dass ich mir das Hörbuch die ganze Zeit über anschauen könnte und nicht müde ...

Die Gestaltung

Das Cover ist wirklich großartig. Die Farben, die Formen und die Verzierungen passen so perfekt zum Inhalt, dass ich mir das Hörbuch die ganze Zeit über anschauen könnte und nicht müde davon werden würde.

Auch die CDs selbst sind schön gestaltet, und wie immer bei Random House Audio passend zum Cover. Klappt man das Hörbuch auf, sieht man direkt den Klappentext, und innen gibt es außerdem kurze Infos zur Autorin und zur Sprecherin. Ihr merkt schon, ich kann nur von der Aufmachung schwärmen.


Der Erzählstil

Der Schreibstil von Kester Grant ist sehr bildhaft und auf jeden Fall einzigartig. Ehrlich, dieses Buch ist so unglaublich gut geschrieben, dass ich in jedem einzelnen Moment alles vor Augen hatte und mich kaum auf das Puzzle konzentrieren konnte, das ich nebenbei eigentlich machen wollte.

Außerdem möchte ich hier einmal Marie Bierstedt als Sprecherin loben. Ich habe zuvor noch nie ein Buch gehört, das von ihr gelesen wurde, doch das wird sich ab jetzt auf jeden Fall ändern. Ich glaube ehrlich gesagt, kein Buch, das sie liest, könnte langweilig sein, denn sie hat die Emotionen und die einzelnen Stimmen der Charaktere unfassbar gut rübergebracht. Teilweise hatte man wirklich das Gefühl, dass Nina selbst die Geschichte erzählt – allein deshalb ist das Hörbuch schon ein absolutes Highlight für mich.


Die Handlung

Das Setting hat mich sofort fasziniert. Das BUch spielt in einem alternativen Paris, in dem die Französische Revolution fehlgeschlagen ist und wo neun Gilden, die sich nur am sogenannten Hof der Wunder treffen, über die Stadt herrschen. Außerdem ist die ganze Geschichte sehr düster und teilweise grausam, da sie nichts beschönigt. Die ganze Story über werden Gewalt, Skrupellosigkeit, Tod, Hunger, Intrigen und Misshandlung sowie Prostitution thematisiert. Keine leichte Kost, aber gerade das fand ich an diesem Buch so großartig, denn die Realität bzw. die alternative Realität wurde hier sehr authentisch dargestellt und nicht in schöne Worte verpackt. Also definitiv nichts für eher zartbesaitete Menschen.

Insgesamt habe ich an der Handlung so gut wie nichts auszusetzen. Anfangs brauchte ich ein paar Anläufe, um wirklich in die Geschichte einzusteigen, aber das geht mir Hörbüchern oft so. Ansonsten war ich durchweg gefesselt und habe die ganze Zeit über mit Nina mitgefiebert. Ihre Emotionen und Gefühle waren alle sehr gut nachzuvollziehen – was nicht zuletzt an Marie Bierstedt lag, die ihren Job wirklich grandios gemacht hat – und es gab immer mal wieder Plottwists und unerwartete Wendungen, die mich dazu getrieben haben, immer weiterzuhören.


Die Charaktere

Nina ist eine unglaublich starke Protagonistin, an der sich so manch einer ein Beispiel nehmen kann. Sie ist schlagfertig, temperamentvoll, lässt sich nicht unterkriegen und hat einen unglaublich ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit. Sie ist selten auf die Hilfe anderer angewiesen und will immer alles selbst schaffen, aber im Laufe der Geschichte lernt auch sie, sich ihre Schwächen einzugestehen. Außerdem wird sie nicht umsonst die Schwarze Katze der Diebesgilde genannt …

Der Fokus der Geschichte liegt eindeutig auf Nina und dem, was sie alles erlebt. Während sie wirklich eine großartig ausgearbeitete Hauptfigur ist, verblassen die anderen Charaktere neben ihr. Bei Letzteren wurden mir ihre Charaktereigenschaften nicht so ganz klar, und insgesamt kam ich auch oft mit den Namen durcheinander. Das kann aber auch einfach daran liegen, dass ich überhaupt kein Französisch spreche und mich auf dem Gebiet deshalb nicht so wirklich auskenne.


Fazit

„Der Hof der Wunder“ ist kein seichtes Buch, sondern eine Dystopie, die in einem alternativen Paris spielt und keine Wahrheit auslässt, sei sie noch so grausam. Zartbesaitete Menschen sollten lieber die Finger von diesem Buch lassen, doch ich bin mir sicher, dass die meisten anderen diese Geschichte lieben werden.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.06.2020

Nach einer wahren Begebenheit ...

Die Welle
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Die Gestaltung

Na ja, also das Cover ist jetzt nicht unbedingt mein Geschmack, aber meine Ausgabe ist ja auch schon etwas älter. Wenn man bedenkt, in welcher Zeit das Buch spielt und wann es erschienen ...

Die Gestaltung

Na ja, also das Cover ist jetzt nicht unbedingt mein Geschmack, aber meine Ausgabe ist ja auch schon etwas älter. Wenn man bedenkt, in welcher Zeit das Buch spielt und wann es erschienen ist, passt das Cover ziemlich gut zur Geschichte, auch wenn es nicht sonderlich aussagekräftig ist.

Im Inneren ist das Buch jetzt auch nicht besonders gestaltet, wobei mir die Kapitelnummern ein bisschen zu klobig sind. Ich weiß allerdings nicht, ob das in der neuen Ausgabe immer noch so aussieht oder nicht.


Der Erzählstil

Ich habe ja bereits „Fame Junkies“ von Morton Rhue gelesen, weshalb mich der Schreibstil in „Die Welle“ ein wenig überrascht hat. Irgendwie hatte ich nicht damit gerechnet, dass alles so hochgestochen klingt – aber irgendwie passt es auch zum Buch. Mein persönlicher Fall ist der Schreibstil jetzt nicht unbedingt, aber zumindest passt er zur Geschichte.

Manchmal war ich etwas verwirrt, weil öfter mal das Wort „indoktrinieren“ vorkam, und ich kann mir einfach nicht so gut vorstellen, dass das mehrere Menschen unabhängig voneinander genau so sagen und dann auch noch im gleichen Zusammenhang. Ein bisschen mehr Überlegungen bezüglich der Sprache hätte man sich also meiner Meinung nach schon machen können.


Die Handlung

Obwohl das Buch weniger als 150 Seiten hat, hat sich von der ersten Seite an ein beklemmendes Gefühl in meiner Brust breitgemacht. Ich habe den Film mit Jürgen Vogel bereits gesehen und wusste daher, in welche Richtung die Geschichte gehen wird, aber ich wusste auch, dass das Buch anders endet, weshalb ich gespannt war.

Das Thema Faschismus ist auf jeden Fall noch immer aktuell, gerade wenn man bedenkt, was überall auf der Welt gerade los ist (nein, ich spreche nicht von Corona). Dieses Buch hat mir einmal mehr vor Augen gefühlt, was faschistoides Verhalten alles auslösen kann und wie weit es kommen kann, ohne dass die Menschen selbst das realisieren. Es ist auf jeden Fall ein Thema, mit dem man feinfühlig umgehen muss, und das war in dem Buch auf jeden Fall so.

Das einzige, was mich ein bisschen verwirrt hat, war der allwissende Erzähler, der immer mal wieder plötzlich von einer Person zur nächsten gesprungen ist. Am Anfang haben mich die Namen überfordert, im Laufe der Geschichte habe ich die Charaktere aber genauer kennengelernt.


Die Charaktere

Da das Buch sehr kurz ist, waren die Charaktere alle nicht sonderlich tiefgründig ausgearbeitet worden. Klar, das Buch beruht auf einer wahren Begebenheit, und das allein ist schon schrecklich genug, aber dennoch hätte ich mir ein bisschen mehr Informationen zu den einzelnen Charakteren gewünscht, um mich besser in sie hineinversetzen zu können.


Fazit

„Die Welle“ konnte mich mit ihrer sehr gesellschaftskritischen und immer noch aktuellen Thematik unglaublich fesseln und hat es geschafft, dass ich mich einen Moment lang in die Geschichte hineinversetzt gefühlt habe, obwohl das Buch insgesamt relativ dünn ist. Insgesamt fand ich den Film jedoch besser.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere