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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.09.2025

Nightingale bleibt auf Distanz

Eine Nachtigall in New York
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Der neue Band von Ben Aaronovitch überzeugt sofort durch den unverkennbaren Schreibstil, den Fans der Reihe lieben. Besonders das Setting in New York zieht sich konsequent und stimmungsvoll durch das gesamte ...

Der neue Band von Ben Aaronovitch überzeugt sofort durch den unverkennbaren Schreibstil, den Fans der Reihe lieben. Besonders das Setting in New York zieht sich konsequent und stimmungsvoll durch das gesamte Buch und bringt frischen Wind in die bekannte Welt. Positiv hervorzuheben ist außerdem, wie viel Wissenswertes eingeflochten wird, sowie die Repräsentation homosexueller Figuren – wobei es schade ist, dass sich dies fast ausschließlich auf Männer beschränkt. Eine weitere Stärke ist die neue Perspektive, die Abwechslung ins Erzählen bringt. Für das Hörbuch verdient die Sprecherstimme ein großes Lob: Sie ist äußerst angenehm und passt perfekt zur Atmosphäre.
Allerdings hatte ich beim Hören auch meine Schwierigkeiten. Die Fülle an Namen macht es im Audiobook stellenweise schwer, den Überblick zu behalten – beim Lesen dürfte das deutlich leichter sein. Zudem wirkt der Plot am Anfang etwas schwach und lückenhaft, der Spannungsbogen baut sich erst spät richtig auf. Die Auflösung konnte mich leider nicht vollends überzeugen. Besonders bedauerlich fand ich, dass die Figur Nightingale weiterhin in ihrer beherrschten, distanzierten Art verharrt – hier hätte ich mir mehr Tiefe, Einblicke oder Entwicklung gewünscht.
Insgesamt also eine solide Geschichte mit vielen Stärken, aber auch einigen Schwächen, die mich nicht vollständig umgehauen hat, aber der ich trotzdem gern zugehört habe.

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Veröffentlicht am 11.09.2025

Ein Träumchen

ICONS Glaubensheld*innen aus der Bibel und heute
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Das Cover von ICONS hat sofort mein Interesse geweckt. Gleichzeitig konnte ich mir unter dem Klappentext nicht allzu viel Konkretes vorstellen und habe deshalb eher aus Neugier zu lesen begonnen. Umso ...

Das Cover von ICONS hat sofort mein Interesse geweckt. Gleichzeitig konnte ich mir unter dem Klappentext nicht allzu viel Konkretes vorstellen und habe deshalb eher aus Neugier zu lesen begonnen. Umso größer war meine Überraschung: Der kreative Aufbau dieses Buches hat mich wirklich begeistert!

Besonders positiv hervorheben möchte ich das liebevolle Layout und die visuelle Gestaltung. Die moderne Bebilderung und die Illustrationen sind nicht nur schön anzusehen, sondern unterstreichen auch die Inhalte auf eine sehr besondere Weise. Ich habe den Eindruck, dass hier wirklich viel Herzblut in die Gestaltung geflossen ist.

Inhaltlich hat mich das Buch ebenfalls sehr bereichert. Die vielfältigen Perspektiven auf Glauben haben mir zahlreiche wertvolle Denkanstöße gegeben, die mich nicht nur beim Lesen begleitet haben, sondern auch darüber hinaus nachwirken. Genau das macht für mich ein gutes Buch aus: wenn Gedanken hängen bleiben und man sie in den Alltag mitnimmt.

Mein persönliches Fazit: Wow! Die Kombination aus kreativem Aufbau, liebevollen Illustrationen und spannenden inhaltlichen Impulsen hat mich kalt erwischt – im besten Sinne. ICONS ist für mich eine wunderbare kreative Annäherung an die Bibel, die inspiriert, überrascht und bewegt. Ich finde, es eignet sich auch hervorragend als Geschenk, weil es so modern, einladend und bereichernd ist.

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Veröffentlicht am 11.09.2025

Tolle Figuren!

Für Polina
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Große Empfehlung, große Lebens- und Liebesgeschichte



Dieses Buch dreht sich darum, wie wir unser Leben leben, wie uns Entscheidungen prägen, erzählt viel über die Leidenschaft zur Musik und wie sie ...

Große Empfehlung, große Lebens- und Liebesgeschichte



Dieses Buch dreht sich darum, wie wir unser Leben leben, wie uns Entscheidungen prägen, erzählt viel über die Leidenschaft zur Musik und wie sie uns durch Verluste trägt oder eben nicht.

Genauer geht es um Fritzi, jung Mutter geworden mit Hannes und ihre beste Freundin ebenfalls jung Mutter geworden und noch einige weitere äußerst liebenswerte, wenn auch teils mürrisch-eigenbrötlerische Figuren.



Hannes Prager und die anderen Figuren haben sich in mein Herz eingeschrieben und ich bin ihm und den anderen Figuren dieser Geschichte nur zu all zu gern durch die Jahre gefolgt!



Bereits das Cover hat mir gut gefallen und bildet bereits die spätere Faszination des Protagonisten gut ab.



Ich kannte Takis Würger vorher nicht als Autor, sein dramaturgischer Ansatz, die Geschichte mit Hannes Pragers Mutter Fritzi zu starten, hat mir jedoch auf Anhieb gefallen!

Und auch die Abkehr von der ach so normalen Otto-Normal-Familie in dieser Geschichte hat mir gut gefallen. Ähnlich wie der schnörkellose und gerade durch seine Deutlichkeit markante Schreibstil, die Erzählperspektive, die immer wieder vorgreift und Andeutungen die weitere Handlung betreffend macht und die Figurenestaltung und -Entwicklung. Insgesamt ein richtiges Abenteuer und viele Geschichten in einer.



Ich kann das Buch nur wärmstens empfehlen und habe mir bereits ein weiteres des Autoren bestellt.

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Veröffentlicht am 11.09.2025

Wichtig und einnehmend!

Coast Road
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Zwei Frauen, die auf den ersten Blick nicht unterschiedlicher sein könnten, ein irisches Dorf Anfang der 90er Jahre. Eine Geschichte darüber wie viel Raum Frauen in Irland zu dieser Zeit für sich einfordern ...

Zwei Frauen, die auf den ersten Blick nicht unterschiedlicher sein könnten, ein irisches Dorf Anfang der 90er Jahre. Eine Geschichte darüber wie viel Raum Frauen in Irland zu dieser Zeit für sich einfordern dürfen, ein Aufbegehren, ein Dorf unter der sozialen Lupe und ein Buch voller Wendungen.

Das Cover und der Riss, der Einblicke freigibt, hat mich direkt angesprochen und neugierig auf den Inhalt des Buches gemacht. Ich lese in letzter Zeit gerne Bücher über Irland und lerne die Kultur dieses Landes besser kennen, dahingehend war dieses Buch ein weiteres geeignetes Puzzlestück. Ich war von der ersten Seite an eingenommen, hatte Situation wie Izzys Besuch in der Kirche unter den Resten eines Alkoholrausches bildlich vor mir und konnte gar nicht mehr aufhören mich in die sozialen Regeln und Normen dieses Ortes einzulesen. Und auch zwischen den Zeilen fand so wunderbar viel statt, das ich dieses Buch als einnehmend im besten Sinne erlebt habe, mitsamt dem düsteren Zeitgeist Frauenrechte und Scheidung betreffend.

Die Spannung der Geschichte hat mich mitgerissen und ich konnte es gar nicht mehr weglegen und bin dem Schicksal der zwei Frauen teil mit Schaudern gefolgt, habe das Ende gefürchtet und wurde atemlos zurückgelassen. Der einzige Punkt, der mich teilweise stört, ist, dass es sich manchmal so anfühlt, als würde der Mut dieser Frauen bestraft werden.

In meinen Augen ein wichtiges und sehr einnehmendes Buch.

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Veröffentlicht am 13.12.2024

Ehrliche Einblicke

Strong Female Character
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Das Cover mit dem Bild der Autorin und der pinken Einfärbung hat in Kombination mit dem Titel direkt mein Interesse erweckt und ich war sehr gespannt, was für eine Geschichte sich dahinter versteckt.
Im ...

Das Cover mit dem Bild der Autorin und der pinken Einfärbung hat in Kombination mit dem Titel direkt mein Interesse erweckt und ich war sehr gespannt, was für eine Geschichte sich dahinter versteckt.
Im Buch erzählt Fern, eine irische Comedy-Künstlerin sehr ehrlich und ungeschönt ihre eigene Odyssee bis zu ihrer Autismus-Diagnose. Fragmentarisch springt das Buch zwischen ihrer Kindheit, ihrem Berufsweg und anderen prägenden Momenten immer wieder zeitlich hin und her, was zu Beginn verwirrend sein kann, mir allerdings trotzdem gut gefallen hat und vielleicht auch die ganz eigene Logik eines neurodiversen Gehirns widerspiegelt.
Thematisch verbindet sie Themen wie Stigmatisierung, Sexismus und unser aktuelles Gesundheitssystem und übt anhand ihres eigenen Lebens und dem langen Warten auf eine Diagnose Kritik, die ich als wichtig und sehr lesenswert empfunden habe, die jedoch auch frustrieren kann. Generell sind die Storys und auch der Humor, mit dem die Autorin ihrem Leben begegnet und die ehrlichen Details, die sie mit uns teilt, teils sehr derb und absurd und bleiben auf jedenfall im Kopf. Schonungslos spricht sie familiäre Probleme und die überfordernden Momente des maskings ein und führt den Leser in die Begrifflichkeiten und Realitäten neurodiverser Menschen ein, was für mich sehr wertvoller Input war. Der Schreibstil war nicht hundertprozentig meins, da er doch des Öfteren etwas sperrig und abgehackt war, trotzdem kann ich das Buch weiterempfehlen, wenn man mehr über das Thema lernen will und an kritischen Perspektiven interessiert ist.

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