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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.08.2017

Mein Gott die Liebe kommt

Lizzy Carbon und die Wunder der Liebe - Band 2
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Lizzy versteht die Welt nicht mehr, alle Menschen um sie herum scheinen verrückt zu werden. Ihre beste Freundin zitiert komische Bücher oder redet erst gar nicht mehr. Ihre Eltern scheinen eine Krise nach ...

Lizzy versteht die Welt nicht mehr, alle Menschen um sie herum scheinen verrückt zu werden. Ihre beste Freundin zitiert komische Bücher oder redet erst gar nicht mehr. Ihre Eltern scheinen eine Krise nach der anderen zu durchleben. Und selbst ihr Bruder scheint noch komischer als sonst. Und alles scheint untrennbar verstrickt zu sein mit dem Thema Liebe.


Ein Buch voll gepackt mit Humor Sarkasmus und ganz viel Liebe. Für mich ein gelungener TeenieRoman, der genau das Ziel erfüllt das ich mir davon erhofft habe, er unterhält.


Das Textfeld setzt sich abwechselnd aus Tagebucheinträgen von Lizzy und einer Romanerzählung zusammen, so dass sich das inhaltliche Geschehen im Auge des Lesers vielfältig zusammensetzt.

Wunderbare Sache.


Von der Art des Buches hat es mich stark an ein etwas älteres Exemplar aus Schweden erinnert "Berts romantische Katastrophen", auch das habe ich geliebt. Einziger großer Unterschied zwischen den beiden Büchern, die Sicht eines Jungen wird dort verfolgt.


Die Wortwahl ist kauzig und ausgewählt, was das Herz eines Wortklaubers, wie ich einer bin, höher schlagen lässt.


Einen besonderen Pluspunkt verdient für mich das Ende, das wunderbar realistisch abläuft und nicht in rosa roten Bahn endet.


Auch wenn die Phase meiner eigenen Pubertät schon mindestens zwei Jährchen zurück liegt, war es erfrischend so humoristisch einen Rückblick darauf zu werfen.

Große Empfehlung, bestimmt auch ein zauberhaftes Geschenk für die Freundin, Tochter... etc.

Veröffentlicht am 30.08.2017

Weit weg

Dream High - Dive Deep
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Bastian will weg. Am besten ganz weit weg. Und noch besser in den Süden und die Tauchschule seines Vorbilds besuchen. So weit kommt er dann aber doch nicht.


Eine Geschichte über Ideale und ungesunde ...

Bastian will weg. Am besten ganz weit weg. Und noch besser in den Süden und die Tauchschule seines Vorbilds besuchen. So weit kommt er dann aber doch nicht.


Eine Geschichte über Ideale und ungesunde Extreme, über Freundschaft und das auf der Suche sein und wie viel Zusammenhalt bewirken kann.


Ich halte prinzipiell nicht viel von Buchtrailern, weil sie für mich bisher nie die echte Stimme eines Buches übertragen konnten, das war hier anders und ich kann nur jedem empfehlen den BuchTrailer anzuschauen.


Ich mochte das Buch, die Entwicklungen darin sind vielfältig, Menschlichkeit ist eines der Hauptthemen und die Charaktere und deren Entwicklungen sind eben so interessant wie einzigartig.


Kleiner Minuspunkt aus meiner Sicht, war der ewige Konflikt mit Rechtsextremen, der sich durch das gesamte Buch zieht. Ein Thema über das ich nicht immer gern in Romanen lese und von dem ich nach dem Klappentext dachte es würde einen Teil des Buches einnehmen, das aber leider sozusagen den gesamten Inhalt ausmacht.


Nichtsdestotrotz eine Geschichte die mir vom sprachlichen Stil zugesagt hat und in der "so richtig was los" war.


Eine Empfehlung für alle kleinen und großen Abenteurer, die auch bereit sind einen Blick hinter die Großstadtfassade und deren Problemen zu werfen ( am Beispiel Köln).

Verbesserungsvorschlag: im Klappentext das Thema Rechtsextremismus deutlicher hervor heben.

Veröffentlicht am 20.08.2017

Das Déjà vu

Und du kommst auch drin vor
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Alina Bronskys neuer Roman lädt in die Welt der 15-jährigen Kim ein, ein Mädchen das in Berlin ihr durchschnittliches Dasein als Trennungskind fristet, bis sie auf einer Schullesung höchst ungewöhnliches ...

Alina Bronskys neuer Roman lädt in die Welt der 15-jährigen Kim ein, ein Mädchen das in Berlin ihr durchschnittliches Dasein als Trennungskind fristet, bis sie auf einer Schullesung höchst ungewöhnliches erlebt. Das Mädchen aus dem vorgelesenen Buch entspricht ihr und ihrem Leben haarklein.


Ich bin ein außerordentlich großer Liebhaber von Alina Bronskys Büchern und war daher sehr gespannt auf diese neue Erscheinung von ihr.

Mein Fazit: die Handlung ist verstrickt und doch so luftig leicht, dass das lesen sich wie ein Frühlingsspaziergang anfühlt.

Der Schreibstil ist kurz und knapp verfasst, ohne zu viele Worte zu vergeuden und beschreibt in Konturen ein lebendiges Leben ohne zu schwafeln. Also genau das was ich als Leser an Alina Bronski so schätze.


Die beiden Hauptfiguren Kim und Petrowna erschienen mir lebendig und lebensnah verwinkelt in ihren Eigenschaften.


An einigen Stellen musste ich in mich gehen um den tieferen Sinn hinter einem Kapitel nachvollziehen zu können, da der der Inhalt oberflächlich gesehen sehr einfach ist. Ich hatte das Gefühl dabei zu sein, teilzunehmen an der Geschichte und mit zu fiebern, da mir die Charaktere so lebensecht erschienen.

Und auch die Wendungen im Buch, haben mich inhaltlich so überrascht, das mir nie langweilig wurde.


Zusammenfassend wieder ein reiner Bücherschmaus, den ich vor allem auch jüngeren Lesen empfehlen kann, die gerne auch mal grübeln und hinter die oberflächliche Fassade schauen wollen.

Veröffentlicht am 19.08.2017

Über das Verlieren und Gewinnen

Briefe an die grüne Fee
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"Ein Briefroman. Ein neuer Werther in einer neuen Zeit. Poetisch und vulgär. "

Dem kann ich nur zustimmen...


Ein Buch in dem inzwischen tausend bunte Klebezettel und blasse Bleistiftlinien ihr zu Hause ...

"Ein Briefroman. Ein neuer Werther in einer neuen Zeit. Poetisch und vulgär. "

Dem kann ich nur zustimmen...


Ein Buch in dem inzwischen tausend bunte Klebezettel und blasse Bleistiftlinien ihr zu Hause gefunden haben.

Salih Jamal schreibt rigoros, ohne Kompromisse oder Verschönerung über das Gelebte und das Glück, den Teufel und wie man ihm begegnet und all die anderen Kleinigkeiten die einen Menschen formen ob er will oder nicht.


Ich war oftmals fasziniert, erschüttert und angezogen gleichzeitig. Ein Buch mit so vielen Facetten wie die Welt Regengüsse kennt, dass unterhält ohne den typischen schnöden Unterhaltungsfaktor.


Der Schreibstil ist verzwickt und es kam nicht selten vor dass ich das Gelesene noch einmal Revue passieren ließ. Noch dazu ist die Wortwahl so herrlich ergreifend und dem gewohnten Einsatz gegensätzlich, dass ein frischer Wind dem Leser entgegen weht.


Die Geschichte und die Art des ich-Erzählers zu berichten traf mich als Leser mit einer ungeahnten Wucht, nur um Minuten später zu lachen oder zu versinken.


Das Buch ist eine Empfehlung und eine Orgie an das menschliche Erleben und die Reise zum innersten Punkt seinerselbst über komische Sackgassen, aber lest selbst.

Veröffentlicht am 19.08.2017

Die Tiefen der Lavant

Rachemond
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Eine Reporterin aus Wien begibt sich auf die Reise nach Kärnten um dort einen undurchsichtigen Tod zu recherchieren. Alles scheint untrennbar mit der verstorbenen Dichterin Christine Lavant zusammen zu ...

Eine Reporterin aus Wien begibt sich auf die Reise nach Kärnten um dort einen undurchsichtigen Tod zu recherchieren. Alles scheint untrennbar mit der verstorbenen Dichterin Christine Lavant zusammen zu hängen. Elvira steht vor verschlossenen Türen der Dorfbewohner und ist kurz davor aufzugeben...

Das österreichische Bundesland Kärnten steht mit seinen Künstlern und Wortflechtern im Vordergrund des Geschehens. Dabei ist viel Zusatzwissen in die Geschichte eingeflossen und ich als Leser konnte einiges dazu lernen.


Ich mochte die Geschichte an sich und auch den inhaltlichen Aufbau, der anfangs sehr langsam beginnt und erst nach der Hälfte des Buches so richtig an Fahrt gewinnt, dadurch konnte ich mich in die Situation einfinden und war selbst fest im Inhalt integriert.


Leider hat mich der Schreibstil des Buches gar nicht angesprochen, er war sehr sachlich-subtil gehalten und hat mich als Leser immer ein wenig auf Abstand gehalten, so dass ich keine Bindung zu den Hauptcharakteren finden konnte. Teilweise war er einfach zu sachlich wissenschaftlich ohne großartig Gefühle glaubhaft zu beschreiben sondern sie nur zu analysieren.


Der Fall an sich war für meine Begriffe mit vielen Sinnfäden gut verstrickt, nur die Art der Auflösung war nicht so wie ich es gewohnt war.


Ich könnte mir vorstellen dass das Buch noch ansprechender für jemanden erscheint, der sich mit Österreich als Heimat- beziehungsweise Urlaubsland identifiziert und eigene Erfahrung mit Kärnten verbindet.


Alles in allem ein Regionalkrimi, der mit Spezialwissen über die Schriftstellerin Christina Lavant auftrumpft, vor dem Buchkauf würde ich eine Leseprobe empfehlen um sicherzustellen dass einen der Schreibstil anspricht.