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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.04.2017

Vielschichtig und spannend

The Couple Next Door
1

Anne und Marco Conti sind zu einer Dinnerparty bei ihren Nachbarn eingeladen. Kurzfristig sagt ihr Babysitter ab. Da sie gleich nebenan wohnen, entschließen sie sich, dennoch zur Party zu gehen. Sie nehmen ...

Anne und Marco Conti sind zu einer Dinnerparty bei ihren Nachbarn eingeladen. Kurzfristig sagt ihr Babysitter ab. Da sie gleich nebenan wohnen, entschließen sie sich, dennoch zur Party zu gehen. Sie nehmen das Babyfon mit und sehen abwechselnd nach ihrer Tochter. Als Anne das letzte Mal nach ihr schaut, schläft sie. Doch als sie wenig später nach Hause kommen, steht die Haustür auf und das Babybettchen ist leer. Die Polizei kommt und nimmt ihre Ermittlungen auf. Dabei stoßen die Beamten auf mehr als nur ein Geheimnis…

Die Erzählperspektive ist die eines distanzierten Beobachters, der allerdings Einblick in die Gedanken der Charaktere hat. Zudem ist das Buch im Präsens geschrieben, was dazu beiträgt, dass man beim Lesen das Gefühl hat, ebenfalls als Beobachter mitten in der Geschichte zu sein. Die Ereignisse entfalten sich langsam. Zu Beginn gibt es kaum bis keine Informationen, die Spekulationen zulassen. Man kommt als Leser natürlich trotzdem nicht umhin es zumindest zu versuchen.

Die Protagonisten haben alle etwas zu verbergen, aber auch diese Geheimnisse werden nur sehr langsam zu Tage gefördert. Dass die einzelnen Lagen im Lauf des Buchs Stück für Stück freigelegt werden, lässt die Spannung langsam aber konstant steigen. Die Geschichte nimmt mehrere unerwartete Wendungen, bevor sie schlussendlich mit einer im Großen und Ganzen gelungenen Auflösung aufwartet.

The Couple Next Door ist ein vielschichtiger Roman, der für spannende Unterhaltung sorgt. Ich bin auf weitere Werke der Autorin gespannt!

Veröffentlicht am 22.01.2017

Ein Thriller vom Feinsten

Alleine bist du nie
1

Nach einem ganz gewöhnlichen Tag im Büro befindet Zoe Walker sich auf dem Heimweg in der U-Bahn, als sie in der Tageszeitung eine Kontaktanzeige mit einem Foto von sich entdeckt. Alles deutet auf eine ...

Nach einem ganz gewöhnlichen Tag im Büro befindet Zoe Walker sich auf dem Heimweg in der U-Bahn, als sie in der Tageszeitung eine Kontaktanzeige mit einem Foto von sich entdeckt. Alles deutet auf eine Verwechslung hin. Gleichwohl hat Zoe ein mulmiges Gefühl bei der ganzen Sache. Weder ihre Familie noch die Polizei nehmen ihre Sorge jedoch ernst. Bei der Polizistin Kelly Swift stößt sie auf Verständnis. Zoes Foto ist nicht das einzige, das in den Kontaktanzeigen erscheint. Eine Frau wird schließlich ermordet aufgefunden. Ist Zoe das nächste Mordopfer?

Die Erzählperspektive wechselt zwischen Zoe und Kelly. Zudem gibt es Einschübe in Form der Gedanken des Täters. Diese stetig wechselnde Erzählperspektive führt zu einem beständigen Spiel zwischen ansteigender und nachlassender Spannung.

In den Beschreibungen der Ermittlungsarbeit macht sich bemerkbar, dass die Autorin ehemalige Polizistin ist, wirken diese doch sehr authentisch. So muss z. B. erst eine Genehmigung von höherer Stelle eingeholt werden, bevor finanzielle Ausgaben getätigt werden können.

Das Erzähltempo der Geschichte ist eher gemächlich, aber die Gefahr, der Zoe ausgesetzt ist, ist immerwährend präsent. Die Ich-Erzählung aus ihrer Sicht führt nicht nur dazu, dass man sich als Leser mit Zoe identifizieren kann. Vielmehr übernimmt man ihre paranoide Haltung und verdächtigt jeden, dem sie begegnet. Wie Zoe wittert man überall Gefahren; teils sogar dann, wenn Zoe naiv und vertrauensselig ist.

Diese unterschwellige Gefahr, gepaart mit detaillierten Beschreibungen und einem eher langsamen Erzähltempo, machen das Buch auf eine ganz besondere Art und Weise spannend. Wie ein musikalisches Crescendo lässt Clare Mackintosh die Spannung im Buch nur allmählich anwachsen, um sie am Ende in ein dramatisches Finale mit großer Überraschung münden zu lassen.

Alleine bist du nie ist ein Thriller vom Feinsten und hat mir wahnsinnig gut gefallen. Spannung und unerwartete Wendungen, die dennoch schlüssig und nachvollziehbar sind, bis zur letzten Seite. Genauso muss ein Thriller meines Erachtens sein. Lesegenuss pur!

Veröffentlicht am 27.11.2016

Eine gelungene Fortsetzung einer spannenden Krimireihe

Wer Furcht sät
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Der Klappentext sagt:

In London macht eine Bürgerwehr, der Club der Henker, Jagd auf böse Menschen – auf Pädophile, Mörder, Hassprediger – und erhängt sie. Mit diesen Fällen von Lynchjustiz beginnen für ...

Der Klappentext sagt:

In London macht eine Bürgerwehr, der Club der Henker, Jagd auf böse Menschen – auf Pädophile, Mörder, Hassprediger – und erhängt sie. Mit diesen Fällen von Lynchjustiz beginnen für Detective Max Wolfe seine bisher schwierigsten Ermittlungen. Denn wie fängt man Mörder, die von der Öffentlichkeit als Helden gefeiert werden? Seine Spurensuche führt ihn tief unter die Stadt, in den Untergrund Londons mit seinen vielen stillgelegten Tunneln und Geisterstationen. Doch ehe Max den Club der Henker stellen kann, muss er am eigenen Leib erfahren, wie schmal der Grat zwischen Gut und Böse, Schuld und Unschuld ist…



In gewohnter Manier katapultiert Tony Parsons seine Leser mit dem Prolog mitten ins Geschehen. Gleichzeitig steckt er damit den Rahmen für die weiteren Ereignisse ab. Zu Beginn betrachtet er das Thema Selbstjustiz aus Sicht der Täter, einer Londoner Bürgerwehr namens Club der Henker. Im Hauptteil des Buchs greift Parsons die Thematik immer wieder aus verschiedenen Perspektiven auf. Man kann nicht umhin sich seine eigenen Gedanken zum Thema allgemein sowie konkret zu den Fällen in der Erzählung zu machen.

Seinen Protagonisten Detective Constable Max Wolfe zeichnet Parsons als komplexen Charakter: Zum einen ist Max ein fürsorglicher, alleinerziehender Vater und loyaler Freund, zum anderen ist er Polizist, der seinen Beruf mit Leib und Seele ausübt. Max findet sich in der einen oder anderen Situation wieder, in der er auf einem schmalen Grat zwischen Richtig und Falsch wandelt.

Obwohl Parsons verschiedene Fährten legt, gibt es im Laufe des Buchs unerwartete Wendungen und eine überraschende, aber schlüssige Auflösung des Falls. Parsons Krimis sind nichts für zarte Gemüter, da es mitunter recht brutal und gewaltsam zugeht. Er schreibt detailliert und lässt dabei doch stets genügend Raum für die eigene Fantasie. Interessant sind auch die Details über die Geschichte Londons sowie die Einblicke in die Forensik und die Ermittlungsarbeiten der Polizei.

Die Reihe um Max Wolfe wird mit jedem Band besser und ich kann sie jedem Krimi-Fan empfehlen. Man könnte die Bücher zwar auch eigenständig lesen. Dabei würde man sich jedoch viel Spannung und ein großes Lesevergnügen entgehen lassen. Ich freue mich auf DC Wolfes nächsten Fall und hoffe, dass Parsons diese Buchreihe noch lange fortführen wird.

(4,5 Sterne)