Mit ihrem Regio-Krimi "Vor der Stille" legt Anna Johannsen bereits den dritten Band aus der Reihe "Ein Fall für Hanna Will & Jan de Bruyn" vor. Jedes Buch erzählt eine in sich abgeschlossene Geschichte ...
Moin!
Mit ihrem Regio-Krimi "Vor der Stille" legt Anna Johannsen bereits den dritten Band aus der Reihe "Ein Fall für Hanna Will & Jan de Bruyn" vor. Jedes Buch erzählt eine in sich abgeschlossene Geschichte und kann unabhängig von seinen Vorgänger gelesen werden. Für mich selbst war es die erste Begegnung mit dem LKA-Ermittler-Team Hauptkommissarin Hanna Will und Kriminalpsychologe Jan de Bruyn, das zur Unterstützung in komplizierten Fällen herangezogen wird ; der Einstieg war leicht möglich, ohne jegliche Vorkenntnisse.
Das Cover ist sehr zurückhaltend gestaltet. Man sieht eine rotblühende Heide-Landschaft, im Hintergrund ist ein Wald auszumachen. Der Titel übt eine suggestive Anziehungskraft aus; man fragt sich unwillkürlich, was zuvor geschehen sein mag.
Der spannende Regio-Krimi spielt auf dem Lande, in der aktuellen Gegenwart, was man an der Thematisierung von Angeboten wie speziellen kostenpflichtigen Apps für Nutzerinnen mit besonderen Bedürfnissen erkennen kann. Im Fokus steht klassische Ermittlungsarbeit; allerdings sind deutliche Schwächen in der professionellen Teamarbeit auszumachen. Hanna Will und Jan de Bruyn agieren auf eigene Faust; Kolleginnen werden als (belächelte, weil unfähige) Konkurrent*innen dargestellt. Sie selbst sind gebrochene Persönlichkeiten, die voneinander fasziniert sind, Hanna Will ist eine selbstbewusst agierende, allerdings traumatisierte Frau, während Jan de Bruyn in seinem Fachgebiet hervorragende Leistungen zuweisen hat, während sein Privatleben durch viele Probleme belastet ist. Ihr neuer Fall ist sehr komplex, mit vielen verdächtigen Personen, die in das aufzuklärende Verbrechen verstrickt, wobei die Auflösung in sich schlüssig ist. Alles in allem bietet dieser Regio-Krimi gute Unterhaltung für zwischendurch.
Der um toxische Beziehungen, Lebenslügen und Manipulationen kreisende Psychothriller "Happy End" ist das literarische Debüt der Psychologin Sarah Bestgen, der ein sehr sensibles Thema in den Fokus rückt.
Das ...
Der um toxische Beziehungen, Lebenslügen und Manipulationen kreisende Psychothriller "Happy End" ist das literarische Debüt der Psychologin Sarah Bestgen, der ein sehr sensibles Thema in den Fokus rückt.
Das Cover ist minimalistisch gehalten. Auch wenn Grün an und für sich die Farbe der Hoffnung ist, fixiert man sich auf die scharfen Dornen einer unbekannten Kletterpflanze. Man spürt eine latente Gefahr von ihr ausgehen. Der Titel versprüht Zuversicht. Wird es ein Happy end für die Eltern des entführten Kindes geben?
Der Psychothriller spielt in der aktuellen Gegenwart, von Mai 2023 bis September 2024. Im Mittelpunkt steht die junge Familie Winterberg, der erfolgreiche Kinderarzt Mark, die ihre Elternzeit genießende Architektin Isa und das vier Monate alte Baby Ben, die in einem modernen Haus inmitten einer gepflegten Siedlung leben. Ihre kleine Welt scheint heil, alles wirkt harmonisch, bis zur Entführung ihres ersten Kindes, die alles in Scherben legt.
Wow! Selten hat mich ein Psychothriller so gefesselt. Sarah Bestgen gelingt es spielend, eine Achterbahn der Emotionen in Fahrt zu setzen und alle widerstreitenden Emotionen ihrer Protagonistin zu transportieren. Jede Mutter kann sich mit Isa identifizieren, ihre Gedanken und Gefühle von Isa nachvollziehen. Während man ihre Selbstvorwürfe, Angst, Ohnmacht, Wut und Verzweiflung hautnah miterlebt, wirkt Mark kühl und distanziert. Im Gegensatz zu seiner emotionalen Frau ist ihm Kontrolle wichtig, er weicht allen Gesprächen mit seiner Frau aus und rettet sich in seine Arbeit in der Kinderarztpraxis. Der Zusammenarbeit mit der Kriminalpolizei steht er kritisch gegenüber, man hat fast den Eindruck, als ob sie sich zu nahe an sich herankommen lassen möchte, was die Alarmglocken aufschrillen lässt. Weiß Mark mehr, als er zugibt? Kann Isa ihm trauen? Ist er womöglich in das Verbrechen verstrickt?
Spoilern möchte ich nicht, deshalb halte ich mich an dieser Stelle zurück. Auf jeden Fall bleibt der Psychothriller spannend bis zur letzten Seite. Geschickt spielt Sarah Bestgen mit den Erwartungen ihrer Leser*innen, sie treibt ein doppeltes Spiel, indem sie viele (falsche) Fährten legt, die sie gezielt in die Irre führen und an ihrer eigenen Wahrnehmung in Bezug auf die handelnden Personen zweifeln lassen sollen. Die finale Auflösung des komplexen Falles gipfelt in einem (unerwarteten) packenden Show-Down. Für mich war dieser mitreißend geschriebene Psychothriller Nervenkitzel pur. Das literarische Debüt von Sarah Bestgen hat mich überzeugt, und ich freue mich auf ihre weiteren Bücher.
Hallo zusammen!
Draußen ist es Herbst geworden - und in den Supermärkten dreht sich schon alles um Weihnachten. Hana aufs Herz: Habt ihr schon im Supermarkt zugegriffen, als ihr die ersten Leckereien für ...
Hallo zusammen!
Draußen ist es Herbst geworden - und in den Supermärkten dreht sich schon alles um Weihnachten. Hana aufs Herz: Habt ihr schon im Supermarkt zugegriffen, als ihr die ersten Leckereien für die Weihnachtszeit in den Regalen entdeckt habt? Oder könnt ihr Dominosteinen, Marzipankartoffeln, Lebkuchenherzen und anderen Köstlichkeiten bis zu ersten Advent widerstehen? Dann habe ich einen wunderschönen Weihnachtsroman für euch, der die gar nicht mehr so lange Wartezeit versüßen und auf das kommende Fest der Liebe einstimmen kann.
Für mich gehören die Bücher aus der "Weihnachtshund"-Reihe von Petra Schier genauso zur schönsten Jahreszeit wie der liebevoll geschmückte Tannenbaum, der einen festen Platz in unserem Wohnzimmer hat. Mit ihrem neuen Wohlfühl-Roman "Vier Pfoten und ein Weihnachtswunder" legt sie bereits den neunten Band aus ihrer erfolgreichen Reihe vor, der - wie seine Vorgänger - die Herzen der Leserinnen im Sturm erobern wird.
Das Cover ist entzückend; es spricht alle Hundefreundinnen an. Wer möchte nicht das Weihnachtsfest mit einem verspielten Havanaser verbringen? Der Titel klingt wie ein Versprechen. Hier werden Träume wahr - nicht nur für einen Hund, sondern auch für vier (!) Menschen, die nach Irrungen und Wirrungen zueinander finden.
Wie immer spielt der emotional berührende Roman in der Eifel, in einem kleinen Dorf, wo Menschen- und Tierliebe, Freundschaft und Zusammenhalt groß geschrieben wird. Im Mittelpunkt stehen einerseits Martin und Lena, die gemeinsam einen brutal aus einem fahrenden Auto geworfenen, schwer verletzten Hund vor einem grausamen Schicksal retten. Die beschriebenen Szenen gehen wirklich an die Nieren, empfindsame Menschen sollten die entsprechenden Seiten lieber überblättern. Andererseits geht es um Arndt und Maria, die eine längst verloschene Flamme der Liebe wieder zu neuem Leben erwecken.
Chaos-Kind trifft Marie Kondo - so könnte man die zwei fast gleichaltrigen Protagonisten Martin und Lena kennzeichnen, die für die "junge" Generation in diesem Roman stehen. Als alleinerziehender Vater ist Martin nicht nur für seine lebhafte 14-jährige Tochter Jeanine verantwortlich; sondern muss sich mit seiner geschiedenen Frau Alice, einer in Werbespots agierenden Schauspielerin, herumschlagen, die sich als bekennender Freigeist über alle Konventionen hinwegsetzt und seine Gutmütigkeit schamlos ausnutzt. Dahingegen ist Lena sehr pedantisch und fast zwanghaft ordentlich, sie lehnt alle festen Bindungen kategorisch ab, bis der muntere Havaneser ihr durchgetaktetes Leben ordentlich durcheinander wirbelt
Arndt und Maria hingegen gehören zur "älteren" Generation, die mitten im Leben steht. Auch wenn sie sich vor 28 Jahren in einem Klub unsterblich ineinander verliebt haben, durften Arndt, Vater von Lena und (geschiedener) Geschäftsführer von Securifant, einem Unternehmen für Sicherheitstechnik, und Maria, wohlhabende Witwe aus gehobenen Kreisen und von Arndt als neue Mitarbeiterin eingestellt, seinerzeit ihre Liebe zueinander nicht leben. Nach ihrem unverhofften Wiedersehen nutzen sie ihre zweite Chance, zusammen glücklich zu werden.
Eingebettet in den Kontext von Santa Claus und seinen fleißigen Helferinnen, ist Petra Schier ein schöner Weihnachtsroman gelungen, gewürzt mit Drama, (Tier-) Liebe und Humor sowie einer Prise Erotik. Das Wiedersehen mit lieb gewonnenen Protagonistinnen aus bereits erschienen Romanen aus der "Weihnachtshund"-Reihe hat mir sehr gefallen, es macht Freude, beobachten zu dürfen, wie sie sich im Laufe der Zeit weiterentwickeln und ihren Weg gehen. Gleichzeitig werden Verbindungen zur (von Hunden geprägten) "Lichterhaven-"Reihe hergestellt, die an einem fiktiven Ort an der Nordsee angesiedelt ist. Der freche Havaneser Bobby soll eine dort ansässige Hundeschule besuchen, während Herrchen und Frauchen sich einen wohlverdienten Urlaub gönnen. Ich bin gespannt, was Petra Schier sich in den kommenden Büchern einfallen lässt. Bis dahin wünsche ich allen eine gute Zeit. Wir lesen voneinander!
Seid ihr der Meinung, dass man niemals zu früh mit der Advents- und Weihnachtslektüre starten kann? Dann haben wir einen zauberhaften Tipp, der die kommenden Monate bis zum Heiligen Abend versüßen ...
Moin!
Seid ihr der Meinung, dass man niemals zu früh mit der Advents- und Weihnachtslektüre starten kann? Dann haben wir einen zauberhaften Tipp, der die kommenden Monate bis zum Heiligen Abend versüßen kann. Wer träumt nicht davon, einen Winter auf Sylt zu verbringen? Mit ihrem neuen Roman "Wintertee im kleinen Büchercafé am Meer" lädt Julia Rogasch ihre Leser*innen zu einer literarischen Auszeit für die Seele auf der Insel der Träume ein.
Das Cover ist ein Träumchen. Denn es spiegelt die winterliche Wohlfühlatmosphäre. Man schaut auf ein kleines reetgedecktes Häuschen, das durch eine mit stimmigen Zeichnungen verzierte hölzerne Tafel als Büchercafé ausgewiesen wird . Ein kleiner Hund tobt im Schnee, im Hintergrund sind Dünen und Wattenmeer zu erahnen. Der Titel lässt von einer leicht lesbaren, angenehmen Geschichte träumen.
Julia Rogasch steht für gefühlsbetonte, romantische (winterliche) Wohlfühlromane, die ausnahmslos auf Sylt, der größten nordfriesischen Insel spielen. Ihr neues Buch ist angesiedelt in Kampen, einem kleinen Dorf voller Kontraste, zwischen Kunst, Kultur und Tradition, das durch das von vielen Kiefern umrahmte Künstlerlokal "Die Kupferkanne" weltberühmt geworden ist. Hier steht das kleine Büchercafé am Meer, das zum Schauplatz einer winterlichen (Liebes-) Geschichte wird. Im Fokus steht Tilda, eine ehemalige Buchhändlerin, die sich nach dem Tod ihres Partners wieder zurück ins Leben kämpfen muss. Ihre Freundin Annilen, Geschäftsführerin eines erfolgreichen Cafés, gibt ihr die Chance, wieder in die (heile) Welt der Bücher zurückzukehren - und ihr gebrochenes Herz durch eine neue (Liebes-) Beziehung zu heilen.
Wenn man so will, erzählt Julia Rogasch eine Geschichte in einer Geschichte. Denn ihr Roman kreist um die literarischen Werke der unter einem geschlossenen Pseudonym agierenden (fiktiven) Bestseller-Autorin Fenja Malè. Tilda fühlt sich von den emotionalen Schilderungen sehr angesprochen; sie glaubt die Schauplätze auf Sylt verorten zu können und sucht den persönlichen Austausch mit ihr. Wider Erwarten erhält sie auf ihre E-Mails eine Rückmeldung; auch wenn ihre Einladung zu einer Bücherlesung mit dem Hinweis auf die Privatsphäre der Schriftstellerin abgelehnt wird.
Bei der Lektüre hatte ich das Gefühl, tief in die Handlung einzutauchen und gleichsam vor Ort auf Sylt alles mitzuerleben. Die Schauplätze sind mir bestens bekannt; Julia Rogasch hatte in mir die Sehnsucht geweckt, selbst auf die Trauminsel Sylt zu reisen. Diesen Wunsch habe ich mir unlängst erfüllt, natürlich mit meinen Lieblingsbüchern von Julia Rogasch im Gepäck. Sylt ist mehr als eine Reise wert und ich freue mich schon auf ein Wiedersehen mit meiner Lieblingsinsel.
Mein persönliches Fazit fällt positiv aus. Aus der schönsten Zeit des Jahres sind die winterlichen Bücher von Julia Rogasch nicht mehr wegzudenken. Sie schenken mir lauter kleine Glücksmomente. Ihr neues Buch "Wintertee im kleinen Büchercafé am Meer" sorgt für kuschelige Lesestunden. Genießt es in einem gemütlichen Café, mit einer Tasse Tee und einem Stück Torte. Vielleicht sehen wir uns sogar auf Sylt, in Kampen, in der Kupferkanne oder dem Café-Restaurant Manne Pahl?
Wer hat noch nicht von Viveca Sten gehört? Die Juristin hört zu den besten schwedischen Krimiautorinnen der Gegenwart. Nach dem furiosen Auftakt "Kalt und still" legt sie mit ihrem Buch "Tief im Schatten: ...
Wer hat noch nicht von Viveca Sten gehört? Die Juristin hört zu den besten schwedischen Krimiautorinnen der Gegenwart. Nach dem furiosen Auftakt "Kalt und still" legt sie mit ihrem Buch "Tief im Schatten: Ein Fall für Hanna Ahlander" bereits den zweiten Band aus ihrer Reihe "Ein Polarkreis-Krimi" vor.
Das Cover wirkt nordisch unterkühlt. Auf dem zugefrorenen See ist ein rotgestrichenes Boot auszumachen, mitten im dunklen Wald. Wenn man auf die schneebedeckte Landschaft blickt, kann man ein Frösteln nicht unterdrücken. Der Titel enthält eine versteckte Botschaft.
Wieder konstruiert die erfahrene Bestseller-Autorin einen packenden Fall, der im tiefen Norden Schwedens angesiedelt ist. Auch wenn es sich um den zweiten Teil einer Reihe handelt, ist jeder Band in sich abgeschlossen und kann ohne Vorkenntnisse gelesen werden. Wer allerdings die Entwicklung der handelnden Protagonistinnen Hanna Ahlander und Daniel Lindskog verfolgen möchte, sollte die vorgesehene Reihenfolge einhalten.
Für mein Empfinden sind die zwei Ermittlerinnen Hanna Ahlander und Daniel Lindskog klare Sympathieträger, auch oder gerade weil sie alles andere als perfekt sind. Während Daniel gegen seine cholerische Veranlagung ankämpft, ist Hanna aufgrund ihrer eigenen persönlichen Erfahrungen sensibilisiert für sexuelle (häusliche) Gewalt. Ihre Zusammenarbeit gestaltet sich gut; nicht ganz frei von Reibereien, aber sie sind auf einem Nenner, was die Ermittlungsarbeit angeht. Der neue Fall ist sehr kompliziert; die Recherchen der Polizei weisen in unterschiedliche Richtungen, und es dauert sehr lange, bis Hanna und Daniel schlüssige Ansätze für einen begründeten Tatverdacht gefunden haben.
Die Handlung spielt in der jüngsten Vergangenheit, kurz vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie. Vermittelt wird sie in zwei Handlungssträngen, einmal aus der Sicht der Ermittlerinnen, die mit den Ermittlungen im Fall Johan Andersson, eines ermordeten ehemaligen Weltklasse-Skiläufers, betraut sind, und zweitens aus der Sicht von Rebecka Ekvall, einer naiven jungen Frau, die von ihren gläubigen Eltern mit einem charismatischen, wesentlich älteren Mann gedrängt wird, der neben seiner beruflichen Tätigkeit als Wirtschaftsprüfer in seinem privaten Leben als aufstrebender Hilfspfarrer einer fiktiven freikirchlichen evangelischen Glaubensgemeinschaft aktiv ist. Entgegen ihren Hoffnungen entpuppt sich ihre Ehe als eine Hölle, aus der es kein Entkommen gibt. Ole Nordhammer ist ein kontrollsüchtiger Mann, der nach und nach seine Maske fallen lässt und sich als brutaler, selbstgerechter Frauen-Schläger entpuppt, legitimiert durch den geringen Stellenwert von Frauen in einer hierarchisch gegliederten strengen Glaubensgemeinschaft. Geschickt platzierte Hinweise bieten genügend Raum für eigene Spekulationen, allerdings werden die Leser*innen oftmals auf falsche Fährten gelockt, die letztendlich in die Irre führen.
Dieses spektakuläre Buch bietet perfekte Unterhaltung. Es ist ein echter Pageturner, der für einen echten Adrenalinkick in der kalten Jahreszeit sorgt. Lasst es euch nicht entgehen!