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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.11.2022

Starkes Buch

Carrie Soto is Back
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Carrie Soto war einst die größte Tennisspielerin ihrer Zeit. Jetzt mit 37 hat sie ihre Karriere eigentlich an den Nagel gehängt. Doch eine neue ehrgeizige Spielerin erweckt erneut den Kampfgeist in Carrie. ...

Carrie Soto war einst die größte Tennisspielerin ihrer Zeit. Jetzt mit 37 hat sie ihre Karriere eigentlich an den Nagel gehängt. Doch eine neue ehrgeizige Spielerin erweckt erneut den Kampfgeist in Carrie. Für eine Saison möchte sie zurückkehren und die Beste sein. Gemeinsam mit ihrem Vater trainiert sie auf dieses Ziel hin und muss sich mit ihrem einstigen Liebhaber zusammen zu tun um ihre Pläne zu verwirklichen.
Wow was für ein Schreibstil! Ried hat mich von der ersten Sekunde mit ihrem Erzählstil und der Sprachgewalt umgehauen. Selten habe ich eine so kraftvolle Geschichte gelesen wie diese. Man muss dazu sagen, dies ist mein erstes Buch von Taylor Jenkins Ried, deswegen habe ich nicht wirklich Vergleichswerte zu anderen Büchern von ihr. Aber dieses hier, hat mich definitiv umgehauen. Carrie ist nicht unbedingt eine Sympathieträgerin, eckt sie mit ihrem starken Willen und Ehrgeiz bei Mitmenschen und Leser an. Dennoch hat sie zwischendrin sehr menschliche, emotionale Momente die einen das Gegenteil glauben lassen. Die Geschichte ist sehr auf den Tennis ausgelegt und bringt sehr viel von Spieltechnik, Punktevergabe usw. mit. Das muss man mögen, denn es nimmt einen sehr großen Teil in der Story ein. Doch die Autorin konnte mich trotz der vielleicht etwas speziellen Thematik voll abholen. Das Buch bringt Tempo, Kraft und Spannung mit. Es fesselt von der ersten bis zur letzten Seite und ist zu keiner Minute langweilig. Die Sogwirkung die, die Geschichte auf mich hatte kann ich gar nicht beschreiben. Selten habe ich so etwas bei einem Buch erlebt. Auch wenn die Protagnoistin nicht die ist, die den Leser im Sturm erobert, so sind es doch einige der Nebencharaktere die überzeugen können. Ihr Vater beispielsweise legt eine unglaublich liebenswürdige aber auch fordernde Position ein. Und auch ihr ehemaliger Liebhaber zeigt sanfte Seiten auf. Eine Liebesgeschichte schwingt ganz leicht mit, spielt aber in meinen Augen für den Verlauf nicht wirklich eine große Rolle. Das Ende überrascht auf der einen Seite, auf der anderen könnte es perfekter für diese Geschichte nicht sein.
Es hat mich schlichtweg überrollt. Genialer Schreibstil mit einer starken Geschichte. Was will man mehr. 5 von 5 Sternen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.11.2022

Magie und Wissenschaft

The Other Side of the Sky – Die Göttin und der Prinz
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Nimh und North. Nimh im Unten und als Göttliche verehrt die von niemanden berührt werden darf auf der Suche nach der Erfüllung einer uralten Prophezeiung. North aus dem Wolkenreich der nach unten stürzt. ...

Nimh und North. Nimh im Unten und als Göttliche verehrt die von niemanden berührt werden darf auf der Suche nach der Erfüllung einer uralten Prophezeiung. North aus dem Wolkenreich der nach unten stürzt. Ist er Nimhs lang ersehnte Hoffnung auf eine bessere Welt?
„Aber du hast behauptet, Zauberei wäre nichts weiter als Wissenschaft, die man nicht erklären kann“ (Seite 285) Dieses Zitat beschreibt die Magie des Buches in meinen Augen perfekt. Zauberei/Magie trifft Wissenschaft. Zwei Welten prallen aufeinander. Zwei Menschen auf der Suche nach ihrem eigentlichen Schicksal. Der Schreib- und Erzählstil ist sehr ruhig gehalten, dafür aber überaus atmosphärisch. Die Geschichte zieht einen augenblicklich in ihren Bann und lässt einem an ihrem Zauber teilhaben. Nimh und North sind sehr unterschiedliche Charaktere, die sich jedoch in ihren Grundzügen doch sehr ähneln. Beide darauf aus, ihre Familie und ihr Volk zu schützen. Der Findelkater muss an dieser Stelle selbstverständlich auch erwähnt werden. Denn ein tierischer Begleiter lockert die Geschichte immer ein bisschen auf und sammelt definitiv Sympathiepunkte beim Leser. Das Abenteuer der drei und der damit verbundene Spannungsbogen ist wie Schreib- und Erzählstil sehr ruhig und unglaublich aufgeladen gehalten. Die Stimmung die, die Autorinnen kreieren lässt einem teilweise den Atem anhalten. Die Idee hinter dem Buch und das gesamte Weltenkonstrukt hat mich wirklich begeistert. In einer solchen Form bisher einmalig und unglaublich faszinierend. Und auch die nötige Tiefe gibt es. Den Gedankenströmen und Gefühlen denen die beiden Hauptcharaktere ausgesetzt sind werden dem Leser hautnah und bildhaft vor Augen geführt. Die Beweggründe treiben einem die Tränen in die Augen und Vergangenes lässt einen Schlucken. Das Ende war unfair. Denn wir soll man bitte ein Jahr warten, dass dieser Cliffhanger aufgelöst wird? Ungerecht. Das Ende hat es definitiv in sich und als Finale einer solch großartigen Geschichte würdig.
Ich bin begeistert. Mehr kann ich eigentlich nicht sagen. Alles hat gepasst. Setting, Idee, Charaktere und Stimmung schmiegen sich perfekt ineinander und herauskommt ein, in meinen Augen, erstklassier Sci-Fi-Fantasyroman. Hut ab und selbstverständlich 5 von 5 Sternen!

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  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.10.2022

Mehr erwartet

Die Filiale
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Als Laura das Schreiben ihrer Bank in den Händen hält, dass ihr die Wohnung kündigt, kann sie es kaum fassen. Gerade hat sie noch das Schlimmste bei einem Banküberfall auf eine Filiale verhindert, soll ...

Als Laura das Schreiben ihrer Bank in den Händen hält, dass ihr die Wohnung kündigt, kann sie es kaum fassen. Gerade hat sie noch das Schlimmste bei einem Banküberfall auf eine Filiale verhindert, soll zur Filialleitung befördert werden und jetzt wird sie mit ihrem Mann aus der Wohnung geworfen. Lediglich der oberste Bankchef scheint Laura zu unterstützen und schnell merkt sie, dass viel mehr dahintersteckt als ein paar krumme Geschäfte. Doch die Ereignisse überschlagen sich und Laura ist immer mehr hin und her gerissen, wem es taktisch günstiger die Treue zu halten gilt.
Der Schreib- und Erzählstil, ist kurz, knapp und baut direkt eine Grundspannung auf. Ich war mir anfangs nicht sicher ob mir die Thematik, die schon sehr Richtung Politthriller geht, taugt. Gänzlich enttäuscht wurde ich nicht. Das Thema ist spannend und man muss am Ball bleiben um die komplexen Zusammenhänge in ihrer Vollständigkeit zu verstehen. Laura ist eine etwas blasse Protagonistin die für mich nicht ganz in Erscheinung tritt. So auch die Nebencharaktere die alle sehr flach und unscheinbar auf mich wirken. Der Kampf gegen die Bank und den geplanten Verkauf der Wohnungen, wirkt von allen auch eher halbherzig als dass hier jemand um seine Existenz bangt. Die Handlungen der einzelnen Charaktere (von denen ich die Namen schon wieder vergessen habe…) kann ich gerade noch so verstehen, an manchen Stellen habe ich es einfach nicht nachvollziehen können. Generell hätte ich es mir, so blöd das jetzt auch klingen mag, spektakulärer vorgestellt. Die Wendungen die, die Geschichte nimmt, haben mich tatsächlich nicht wirklich vom Hocker gerissen. Da hätte ich mir mehr erwartet. Die Spannung ist da, keine Frage, aber von den Auflösungen und der Richtung in die sich das Buch entwickelt war ich eher etwas enttäuscht. Es war in meinen Augen dann doch etwas vorhersehbar wie das Ganze ausgeht, deswegen auch für das Ende eher eine durchschnittliche Bewertung. Der Cliffhanger sagt einem zwar, dass das anscheinend nur die Spitze des Eisberges war, animiert mich jetzt allerdings nicht dazu auf den nächsten Band hinzufiebern.
Schade ich hatte mir tatsächlich ein wenig mehr erwartet. Sowohl Handlung als auch Charaktere konnten mich nicht ganz überzeugen. Die Grundspannung ist da, die Idee dahinter sicherlich sehr interessant, dennoch gibt’s von mir nur 3 von 5 Sternen.

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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.10.2022

Köln 1955

Findelmädchen
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Im Jahr 1955 kehren Helga und Jürgen aus Frankreich nach Köln zu ihrem verschollen geglaubten Vater zurück. Dieser schlägt sich mit seinem „Büdchen“ durch, Jürgen findet eine Arbeit und Helga beginnt ein ...

Im Jahr 1955 kehren Helga und Jürgen aus Frankreich nach Köln zu ihrem verschollen geglaubten Vater zurück. Dieser schlägt sich mit seinem „Büdchen“ durch, Jürgen findet eine Arbeit und Helga beginnt ein Praktikum in einem Waisenhaus. Diese Zeit und Begegnungen mit schicksalshaften Menschen stellen ihr 15jähriges Leben komplett auf den Kopf. Immer in ihren Gedanken: was wurde aus ihrer Mutter? In dieser turbulenten Zeit muss Helga einiges über Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit, Glück und Unglück sowie Liebe und Schmerz erfahren. Denn zur damaligen Zeit ist es alles andere als einfach, sich als junge Frau zu behaupten.
Wie schon bei „Trümmermädchen“ hat mich die Sprach- und Erzählgewalt völlig in den Bann gezogen. Das historische Köln von 1955 wird so bildhaft und farbenfroh/farbenlos gezeichnet, dass ich mir vorkam als hätte ich direkt eine Zeitreise zurückgelegt. Die 50er Jahre bringen ihren ganz eigenen Charme mit, als auch ihre Schattenzeiten. Die Dinge die Helga erlebt, haben mich staunen und wütend werden lassen. Die Ungerechtigkeit für eine junge Frau stand damals fast schon auf der Tagesordnung. Man hatte so zu funktionieren wie es die Gesellschaft/Familie von einem verlangt. Helga ist eine starke Protagonistin die sich gegen diese Regeln und Grenzen wehrt und versucht ihren ganz eigenen Weg zu finden. Das ist nicht immer ganz einfach für sie, dennoch bleibt sie mit eisernem Willen am Ball. Auch die Nebencharaktere sind sehr stark und authentisch gezeichnet und runden die Geschichte vollends ab. Der Handlungsstrang bringt einiges an Spannung und Wendungen mit, die den Leser durchaus überraschen. Eine Prise Drama darf natürlich auch nicht fehlen und eine Romanze sowieso nicht. Dennoch hält sich alles sehr gut die Waage und der historische Kontext und die wichtigen Aussagen, die das Buch trifft kommen nicht zu kurz. Diese Mischung macht das Buch unglaublich fesselnd und mitreißend. Es ist wie oben schon gesagt, fast so als würde man knappe 70 (!) Jahre in die Vergangenheit reisen. Das Ende lässt einen versöhnlich zurück, haben einem die Spannungsmomente fast den Atem geraubt. Alles in allem eine runde Sache.
Wieder ein sehr schönes Buch von Lilly Bernstein. Mir haben sowohl die Kulisse, die Handlung als auch vor allem die starken Charaktere sehr gut gefallen. Deswegen gibt es nichts anderes als 5 von 5 Sternen von mir.

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Veröffentlicht am 09.10.2022

Meet me in Maple Creek

Maple-Creek-Reihe, Band 1 - Meet Me in Maple Creek
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Das beschauliche Maple Creek trifft auf das coole, abgebrühte New York. Also urplötzlich ihr Zwillingsbruder Lilac, von dem sie bisher nichts wusste, vor ihr steht, stellt sich Miras gesamte Welt auf den ...

Das beschauliche Maple Creek trifft auf das coole, abgebrühte New York. Also urplötzlich ihr Zwillingsbruder Lilac, von dem sie bisher nichts wusste, vor ihr steht, stellt sich Miras gesamte Welt auf den Kopf. Und dann wäre da noch Joshka Lilacs stiller Beschützer, den seine dunkle Vergangenheit bis nach Maple Creek gefolgt ist. Doch Mira kann sich seinem Bann kaum entziehen, ist ihre Liebe doch mehr als nur gefährlich für sie und alles was ihr wichtig ist.
Anfangs muss ich sagen hatte ich mir sprachlich etwas mehr erwartet. Vielleicht bin ich auch mit zu hohen Erwartungen an das Buch heran gegangen, aber zu Beginn ist es mir sehr schwer gefallen mich in die Geschichte hineinzufinden. Denn alles passiert sehr abrupt und wirkt stellenweise etwas abgehackt. Findet man allerdings in den Flow der Story, fügt sich alles zu einem passenden Ganzen und es erscheint einem nicht mehr ganz so störend wie ich finde. Die Charaktere sind sehr liebevoll gezeichnet und man hat sie direkt vor Augen. Jeder bringt seine speziellen Eigenheiten mit und man schließt sie recht schnell ins Herz. Jedoch hat es mir an manchen Stellen etwas an der Tiefe der Charaktere gefehlt. Das Innenleben wird zwar gut dargestellt, dennoch kommt es bei mir nicht immer ganz an. Generell hatte ich manchmal das Gefühl ich würde die Geschichte durch ein Milchglasfenster beobachten und noch nicht ganz klarsehen, sondern eher verwaschen, trüb und nicht ganz greifbar. Erst in der zweiten Hälfte des Buches wird die Geschichte sowohl spannender, als auch klarer. Immer noch passieren die Dinge sehr abrupt, aber es passt sich dem Erzähltempo an, das deutlich an Fahrt gewinnt. Denn die Spannung die sich langsam in die Liebesgeschichte mit einschleicht hat mir sehr gut gefallen und gibt der ganzen Romantik noch die gewisse Würze. Generell hat mir das Setting von Maple Creek, in dem man sich direkt wohlfühlt sehr gut gefallen. Es ist wirklich perfekt für goldene Oktoberlesestunden. Im harten Kontrast steht hier das kühle, geschäftige New York. Diese zwei Gegensätze fügen sich nahtlos ineinander und retten einiges an den Kritikpunkten die ich oben schon angedeutet habe. Denn die Atmosphäre ist bei dem Buch eine sehr ausschlaggebende Komponente, bei der ich tatsächlich ein wenig über Schreib- und Erzählstil hinwegsehen kann. Das Ende bricht einem ein wenig das Herz und lässt einem mit einem Cliffhanger zurück. Wie gut, dass Band 2 schon griffbereit ist.
Wie gesagt war ich zum Einstieg des Buches sehr skeptisch wo mich die Reise hinführt. Es gab einige Stolpersteine die mich haben unsicher werden lassen, aber im Gesamtkontext und bei Zuklappen des Buches war ich dann doch sehr zufrieden. Maple Creek lädt zum Wohlfühlen ein. Lilac und Mira laden zum Wohlfühlen ein. Und Joshka sorgt für die gelungene Abwechslung. Deswegen gibt es, statt anfangs gedachten 3 von 5, tatsächlich 4 von 5 Sternen. Ich bin sehr gespannt was Band 2 bereit hält.

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