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Veröffentlicht am 03.03.2017

Viiiiiele interessante Fakten

Hidden Figures - Unerkannte Heldinnen
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Bevor ich das Buch gelesen habe, schaute ich mir den dazugehörigen Film an. Der Film hat mich so begeistert, dass ich unbedingt mehr über diese beeindruckenden Frauen wissen wollte. Ich erhoffte mir vom ...

Bevor ich das Buch gelesen habe, schaute ich mir den dazugehörigen Film an. Der Film hat mich so begeistert, dass ich unbedingt mehr über diese beeindruckenden Frauen wissen wollte. Ich erhoffte mir vom Buch mehr Hintergrundinformationen und mehr Einblicke in ihre tagtägliche Arbeit und ihren Kampf um Gerechtigkeit. Ich wurde nicht enttäuscht, nein ich wurde mit Fakten fast erschlagen.
Wie im Film stehen die drei Frauen Dorothy Vaughan, Katherine Johnson und Mary Jackson. Die drei möchten Karriere als Naturwissenschaftler machen. Das insoweit bemerkenswert, dass es Frauen sind, das sie schwarz und das es die 50er und 60er Jahre im Süden der USA sind. Diskriminierung also auf allen Fronten. Trotz diverser Widerstände schaffen sie es bei der NACA (Vorgänger der NASA) Kariere zu machen. Für mich war es völlig neu, dass die NACA schon 1935 Frauen engagierte und dazu noch schwarze Frauen. Und ihr Kampf für Gleichberechtigung und gegen Rassismus hat mich tief beeindruckt und bewegt.
Das Buch wurde nun von einer Wissenschaftlerin geschrieben und das merkt man auch. Ich hatte oft das Gefühl eine Doktorarbeit vor mir zu haben. Was nicht nur an der Vielzahl von Fußnoten lag, sondern auch an dem Bedürfnis der Autorin alle Entwicklungen dieser Zeit in Wissenschaft und auch der Schwarzenbewegung aufzuzeigen und zu erklären. Dabei versucht sie zwar immer wieder den Bogen zu den drei Protagonistinnen zu spannen, aber der Bogen war manchmal sehr sehr groß. Ich konnte mir die Vielzahl an Fakten, Namen und Orten nicht merken. Irgendwann ging ich dazu über, vieles zur Kenntnis zu nehmen, aber mich auf das wesentliche zu konzentrieren.
Positiv ist vor allem anzumerken, dass sie auch immer wieder persönliches der drei Frauen beschreibt, wie sie als Mutter oder Ehefrau sind. Ich war völlig davon beeindruckt, wie sie diese schwierige Arbeit schaffen und gleichzeitig noch ihre Kinder versorgen können, denn das war natürlich auch Frauenarbeit. In diesem Buch, im Gegensatz zur Hollywoodverfilmung, steht der Kampf dieser ehrgeizigen Wissenschaftlerinnen im Vordergrund, die Mondladung eher nebensächlich, obwohl die Autorin auch dazu immer wieder viele physikalische Fakten beschreibt.
Für mich insgesamt ein sehr interessantes Sachbuch bei dem ich viel gelernt habe. Es für mich manchmal etwas langatmig und zäh, da es viele Nebenhandlungen aufwies. Ab der Mitte des Buches wurde es für mich einfacher, zum einen hatte ich mich an den Schreibstil gewöhnt und der Fokus ging dann mehr zu den Frauen.

Veröffentlicht am 01.03.2017

Ein Liebesroman ohne Kitsch

Die Liebeserklärung
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Corentin ist noch ein Suchender. Seinen Job und seine Frauen sieht er eher als Übergang zum nächsten, aber wohin weiß er noch nicht. Er arbeitet bei seinem Onkel als Hochzeitsfilmer. So darf er zusammen ...

Corentin ist noch ein Suchender. Seinen Job und seine Frauen sieht er eher als Übergang zum nächsten, aber wohin weiß er noch nicht. Er arbeitet bei seinem Onkel als Hochzeitsfilmer. So darf er zusammen mit seinem Singleonkel vor allem im Sommer jedes Wochenende den glücklichsten Tag von fremden Paaren filmen. Im Roman darf man als Leser 5 dieser Hochzeiten begleiten. Doch schon die erste Braut bringt Corentins Leben durcheinander. Denn sie bittet ihn an einem ruhigen Ort ihre ganz persönliche Liebeserklärung für ihren Mann auf Video aufzunehmen. Und so entsteht Corentins Plan Menschen, die er kennt, zu bitten, ihre Geständnisse und Offenbarungen ihm gegenüber auf Video festzuhalten. Dank dieser Zeugnisse erfährt Corentin viel mehr über sich und beginnt sein Leben zu reflektieren.
Unaufgeregt und ohne Kitsch, erzählt der Autor von Corentin und seiner Suche. Durch einen lockeren, leichten Schreibstil liest sich das Buch sehr schnell. Mir blieb beim Lesen eine gewisse Distanz zum Protagonisten. Dies mag daran gelegen haben, dass das Buch in der 3. Person geschrieben ist und vielleicht auch das insgesamt etwas Gefühl und Tiefgang fehlte. Dennoch las ich das Buch sehr gerne. Aufbau und auch Inhalt sind wirklich gelungen. Es ist emotional und auch humorvoll, vor allem wenn es um die kleinen Streitigkeiten bei Hochzeitsfeiern ging. Das Ende kam überraschend und nicht ganz nachvollziehbar für mich. Vielleicht hätte der Autor dem ganzen doch mehr Raum geben müssen. Es wirkte für mich besonders am Ende sehr aneinander gestückelt. Deshalb berührte mich das Ende auch nicht wirklich. Das Buch hat mich gut unterhalten, aber nicht nachhaltig berührt.
Ich möchte dieses kleine Buch trotzdem für alle diejenigen empfehlen, die gerne auch mal eine Liebesgeschichte lesen wollen, die sich locker-leicht liest, aber trotzdem nicht im Kitsch ersäuft.

Veröffentlicht am 24.02.2017

Spannende irische Geschichte

Der dunkle Weg
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Ida eine junge deutsche Frau, besucht Anfang des 20 Jh. ihre Freundin Grace in Irland. Schnell verliebt sie sich in Land und Leute und bleibt in Irland. Sie erhält den Auftrag das Leben der Arbeiter und ...

Ida eine junge deutsche Frau, besucht Anfang des 20 Jh. ihre Freundin Grace in Irland. Schnell verliebt sie sich in Land und Leute und bleibt in Irland. Sie erhält den Auftrag das Leben der Arbeiter und ärmeren Bevölkerung zu zeichnen für ein Buchprojekt. Damit verdient sie nicht nur ihr eigenes Geld, sondern erhält auch Einblicke in eine bis dahin kaum von ihr beachtete Welt. Sie lernt den Arzt Cian, der sich für die ärmere Bevölkerung einsetzt, kennen und lieben.
Durch Ida erfuhr ich einiges über den irischen Arbeiterkampf. Geschickt verwebt die Autorin historische Geschehnisse mit Idas Leben. Sie ist nicht nur Zuschauer, sie ist dabei. Und als Leser darf man dadurch auch teilhaben. Die Protagonisten werden vielschichtig beschrieben, sie haben Ecken und Kanten und machen auch mal Fehler. Noch besser als die Charakterisierung gelingt der Autorin die Beschreibung der damaligen Verhältnisse der Arbeiter. Sie sind so bildhaft beschrieben, dass ich es vor meinem Auge sehen konnte. Dazu kommt, dass man merkt, dass die Autorin viel Zeit und Arbeit in den Roman gesteckt hat. Die historischen Ereignisse sind sehr gut recherchiert. Und der Roman liefert ein rundes Bild der damaligen Zeit.
Ich wurde nicht nur gut unterhalten von diesem Roman, sondern vor allem auch gut informiert. Das ist mir persönlich bei historischen Romanen auch sehr wichtig. Denn gerade bei diesem Genre möchte ich über die gelesene Zeit neues und interessantes erfahren. Das ist hier sehr gut gelungen. Dies wird sicherlich nicht mein letzter Roman von Susanne Goga sein. Absolut empfehlenswert!

Veröffentlicht am 24.02.2017

Eine vielfältige Fantasywelt

Rat der Neun - Gezeichnet
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Den Einstieg in das Hörbuch fiel mir etwas schwer. Denn die Welt, die die Autorin beschreibt ist sehr komplex, mit einer Vielzahl von Charakteren, deren Namen für mich sehr ungewöhnlich sind. Deshalb war ...

Den Einstieg in das Hörbuch fiel mir etwas schwer. Denn die Welt, die die Autorin beschreibt ist sehr komplex, mit einer Vielzahl von Charakteren, deren Namen für mich sehr ungewöhnlich sind. Deshalb war es schwer für mich, die einzelnen Personen auseinanderzuhalten. Zum Glück lässt sich die Autorin am Anfang Zeit ihre geschaffene Welt zu beschreiben, die Konflikt und die mystischen Kräfte. Dazu kommen natürlich noch ihre Protagonisten. In erster Linie Cyra und Akos, die in verfeindeten Welten aufwachsen und zwangsweise zusammenfinden müssen. Beide Charaktere waren mir schnell sympathisch. Denn sie haben ihre Fehler und sind nicht einfach nur gut. Sie machen Fehler und zeigen auch mal Schwäche. Auch Cyras böser Bruder, der Akos und seinen Bruder gefangen nimmt, ist nicht von Anfang an böse, er wurde dazu gemacht. Diese Komplexität der Charaktere und auch der beschriebenen Welt hat mir sehr gut gefallen, da es vor allem ungewöhnlich für einen Jugendroman ist.
Leider wurde der Mittelteil für mich einfach langatmig. Es entwickeln sich zwar die Gefühle von Cyra und Akos, aber das war absehbar. Aber viel mehr passiert nicht. Ich hatte eher das Gefühl, die Geschehnisse in Akos Gefangenschaft wiederholen sich einfach immer wieder. Der dritte Teil nahm dann endlich wieder an Fahrt auf. Und ich wurde immer wieder überrascht, was ich bei Romanen sehr mag.
Das Buch wird immer abwechseln aus der Perspektive von Akos und Cyra geschrieben. Wobei bei Cyra die Ich-Perspektive gewählt wurde und bei Akos die Erzählerperspektive. Der Perspektivwechsel wird im Hörbuch durch zwei Sprecher noch verstärkt, wobei mir persönlich die Sprecherin von Cyra mehr zusagte. Die Betonungen von Akos Sprecher fand ich manchmal etwas übertrieben. Dennoch machte es Spass die beiden anzuhören.
Insgesamt hat mir die Welt um Akos und Cyra sehr gefallen. Es ist sehr düster und vielschichtig. Die Liebesgeschichte ist zwar von Anfang an klar, aber sie tritt, wie bei so vielen anderen Jugendromanen nicht in den Vordergrund, was ich sehr begrüßte. Dennoch fehlte mir besonders im Mittelteil einfach die Spannung, ich kam dann mit dem Hörbuch nur langsam voran. Aus diesem Grund kann ich dem Hörbuch nicht die volle Punktzahl geben. Dennoch freue ich mich schon sehr auf den folgenden Band, den ich dann auch sicher lesen oder hören werde.

Veröffentlicht am 23.02.2017

Jugendfantasyroman, der alles hat

Der Kuss der Lüge
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Und wieder ein Start einer mehrteiligen Jugendfantasyreihe. Diese Reihe beginnt wie ein Märchen. Lia ist die älteste Tochter im Königshaus und soll nun mit gerade 17 Jahren einen Thronerben eines benachbarten ...

Und wieder ein Start einer mehrteiligen Jugendfantasyreihe. Diese Reihe beginnt wie ein Märchen. Lia ist die älteste Tochter im Königshaus und soll nun mit gerade 17 Jahren einen Thronerben eines benachbarten Reiches heiraten. Sie kennt ihn nicht und widersetzt sich dem Willen ihrer Eltern. sie flieht mit ihrer Zofe Pauline. In einem kleinen Küstenort finden sie Zuflucht. Anstellung und Unterkunft gibt ihnen eine Tavernenbesitzerin. Lia fühlt sich zum ersten Mal frei und glücklich. Aber ihre Herkunft kann sie nicht verleugnen und schließlich muss sie sich der Frage stellen, was wichtiger ist ihr eigenes Glück oder der Frieden eines ganzen Reiches.
Dazu kommen eine geheime Gabe und viele Geheimnisse, die Lia direkt und die Zukunft des ganzen Reiches betreffen. Für mich eine gute Mischung. Zu Beginn steht Lia, ihre Welt und ihr Charakter im Fokus. Lia war mir sofort sympathisch, einerseits hat sie strenge Eltern und mich sich dem Hofzeremoniell unterziehen, anderseits findet sie die Kraft alles hinter sich zu lassen. Nach und nach entwickelt sich dann eine Dreiecksbeziehung mit zwei jungen Männern, die beide ganz eigene Ziele verfolgen, wobei einer von ihnen den Auftrag hat Lia zu beseitigen. Die Autorin wechselt die Perspektiven so geschickt, dass ich als Leserin nie genau wusste, wer denn nun der Attentäter ist. Was die Spannung im Mittelteil des Buches für mich steigerte. Am Ende steigert sich die Handlung nochmal bis zum erwarteten bösen Cliffhanger.
Für mich ragt dieser Roman aus der Vielzahl von Jugendfantasyromanen heraus. Zum einen, da die Liebesgeschichte zwar wichtig für die Handlung ist, aber sie tritt nicht immer in den Vordergrund. Die Entwicklung Lias ist der Autorin und auch mir lieber. Dazu kommt, dass ich das Setting und die Geheimnisse, von denen man im ersten Teil leider erst wenig erfährt, sehr gut gelungen ist. Lia handelt für mich auch nachvollziehbar, sie hat auch ihre Schwächen, wird im Laufe des Romans immer stärker.
Für mich ein rundum gelungener Roman. Der spannend für mich war und gut geschrieben ohne große Längen. Ich werde die Reihe auf alle Fälle weiterverfolgen.

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