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Veröffentlicht am 21.07.2017

Nichts ist, wie es scheint ...

Auf ewig dein
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Anne und Sebastiano sind zurück und wieder im Einsatz. Am englischen Hof müssen sie die Ermordung eines Mannes verhindern. Doch dieses Mal sind die beiden nicht alleine. Sie haben Unterstützung mitgebracht. ...

Anne und Sebastiano sind zurück und wieder im Einsatz. Am englischen Hof müssen sie die Ermordung eines Mannes verhindern. Doch dieses Mal sind die beiden nicht alleine. Sie haben Unterstützung mitgebracht. Fatima und Ole, eine orientalische Haremsdame und ein waschechter Wikinger unterstützen Anne und Sebastiano bei ihrer Mission und lernen, was ein Zeitenwächter alles wissen muss, denn Anne und Sebastiano haben eine Zeitreiseakademie gegründet.

Und während Anne zusammen mit ihren Schützlingen den König und das potenzielle Opfer beobachtet und schützt, verschwindet Sebastiano plötzlich. Anne bleibt aber keine Zeit, groß über sein Verschwinden nachzudenken und gerät erst ins Grübeln, als sie den Attentäter sieht. Dieser sieht Sebastiano nämlich verblüffend ähnlich …

Vor einiger Zeit habe ich die Zeitenzauber-Trilogie mit Begeisterung gelesen und freute mich daher natürlich, dass es nun doch eine Fortsetzung geben wird, wenn auch etwas anders als gedacht. Anne und Sebastiano arbeiten nun nicht mehr alleine, sondern haben eine Akademie gegründet, an derer sie Zeitenwächterschüler ausbilden. Wer dazu berufen ist, bekommen Anne und Sebastiano von einem Alten gesagt.

Da ich die quasi Vorgängerbände von Zeitenzauber schon kannte, fiel mir der Einstieg entsprechend leicht. Anne und Sebastiano waren zwei mir vertraute Protagonisten und ich konnte mich schnell wieder in die Umgebung und ihre Arbeit einfühlen. Für einen Quereinsteiger dürfte sich der Einstieg doch etwas schwieriger gestalten, da vielen bereits vorausgesetzt wird. Einige Handlungsstränge werden zwar angerissen und dienten für mich vor allem zur Auffrischung des Gedächtnisses, aber ein Neuling in der Zeitzauberwelt dürfte sich hier schwer tun.

Die Handlung ist wieder sehr verworren und undurchsichtig. Man sieht sich selbst schon bald mitten im Geschehen, überlegt und grübelt, versucht die Lösung zu finden und Anne und Sebastiano bei ihrer Suche zu unterstützen. Auch die beiden haben sich weiter entwickelt, schleichen nicht mehr umeinander herum, sondern bilden ein festes Paar. Das Einzige, was mich hier nur etwas störte, war die Schwärmerei von Anne. Natürlich kann ich es nachvollziehen, dass sie in ihn verliebt ist, aber in Anbetracht der ganzen Gefahren und Sorgen war es mir doch etwas zu schmalzig, was Anne da manchmal von sich gab.

Fazit:

Mir hat der erste Band recht gut gefallen, er birgt aber noch einiges an Potenzial und die Autorin scheint selbst noch nicht ganz wieder in der Zeitenzauberwelt angekommen zu sein. Da der Cliffhanger etwas zu kurz gekommen ist, bin ich gespannt wie es weiter gehen wird und hoffe, dass die Autorin dann zu ihrer alt-gewohnten Höchstform auflaufen und mich wieder bezaubern wird.

Veröffentlicht am 17.07.2017

Wiedersehen und Neuanfang

Der Anfang
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Anna und Sebastiano hat es mal wieder in die Vergangenheit verschlagen. Gemeinsam versuchen sie in der Wikingerzeit einen waschechten Wikinger vor dem sicheren Tod zu bewahren. Doch damit nicht genug, ...

Anna und Sebastiano hat es mal wieder in die Vergangenheit verschlagen. Gemeinsam versuchen sie in der Wikingerzeit einen waschechten Wikinger vor dem sicheren Tod zu bewahren. Doch damit nicht genug, sie wollen ihn nicht nur vor dem Tod bewahren, sie wollen ihn sogar mitnehmen – ins 21. Jahrhundert.

Endlich geht es weiter! Oder doch nicht? Immerhin sind die Protagonisten Anna und Sebastiano von der Zeitenzauber-Trilogie her bekannt. Dort haben die beiden viele spannende Abenteuer erlebt, die ich gerne verfolgt habe. Mit etwas Wehmut musste ich die beiden jedoch nach 3 Bänden schließlich ziehen lassen und freute mich natürlich, als sie nun wieder auftauchten – in einer neuen Reihe. Denn Anna und Sebastiano greifen nicht nur in den Zeitenstrom rettend ein, sondern sie rekrutieren zeitgleich neue Schüler für die frisch gegründete Akademie.

Ihr erster „Schüler“ ist ein waschechter Wikinger, den sie in seiner Zeit zunächst vor dem sicheren Tod bewahren. Doch können Anna und Sebastiano ihn davon überzeugen, seine gewohnte Welt, seine Familie, Freunde und alles was er kennt aufzugeben und mit ihnen zu kommen? Denn dies ist die Hürde bei der Rekrutierung. Die Schüler müssen freiwillig mitkommen und sich der Folgen bewusst sein.

Der Prequel ist ein schöner Einstieg in die neue Reihe mit Anna und Sebastiano. Auf wenigen Seiten sieht man die altvertrauten Protagonisten wieder und bekommt einen Einblick in die geplante Geschichte. Eva Völler schreibt gewohnt lebhaft, emotional und mitreißend. Viel zu schnell waren die wenigen Seiten gelesen, so dass man nun auf das eigentliche Buch und das erste große Abenteuer warten muss.

Fazit:
Ein gelungener Einstig in die neue Jugendbuchreihe „Time School“ mit bekannten Gesichtern, bei denen ich mich über das unverhoffte Wiedersehen sehr gefreut habe.

Veröffentlicht am 17.07.2017

Was, wenn der Traummann erst Nummer 5 ist?

Der verflixte 7. Mann
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Sophie Lechner arbeitet als gelernte Konditorin in der TV-Show Wir kriegen´ s gebacken! mit. Ausgerechnet an einem Freitag dem 13. geht bei Sophie allerdings alles schief. Erst vertauscht sie Shampoo mit ...

Sophie Lechner arbeitet als gelernte Konditorin in der TV-Show Wir kriegen´ s gebacken! mit. Ausgerechnet an einem Freitag dem 13. geht bei Sophie allerdings alles schief. Erst vertauscht sie Shampoo mit Duschgel, dann kommt sie auch noch zu spät zur Arbeit, ihr Regisseur wechselt, beim Dreh läuft nicht alles optimal und als wäre das alles immer noch nicht genug, verlässt sie ihr Freund Jan nach 5 Jahren Beziehung. Für die abergläubische Sophie ein ganz klarer Hinweis, dass Freitag der 13. verflucht ist.

Tief geknickt schleppt ihre Schwester Bea Sophie zum Rummel. Eigentlich mehr zur Aufmunterung gedacht, schiebt Bea ihre Schwester bei der Wahrsagerin Esmeralda ins Zelt. Doch dann kommt alles anders. Esmeralda prophezeit, dass Sophie erst glücklich mit einem Mann werden kann, wenn sie 7 Männer in ihr Bett gelassen hat. Doch es gibt eine weitere Hürde. Dies muss vor ihrem nächsten Geburtstag geschehen, in nicht mal 100 Tagen. Für Bea eine Katastrophe, für Sophie ein Hoffnungsschimmer, denn zu dem 7. Mann fehlen ihr nur noch zwei und die sollte man doch in der Zeit finden können? Wäre ihr Regisseur nur nicht so sympathisch und perfekt …

Bereits mit ihrem letzten Roman Mann mit Meerblick konnte mich die Autorin begeistern, so dass ich gespannt auf das neuste Buch gewartet habe. Mit „Der verflixte 7. Mann“ trifft Sandra Grauer zum einen den Nerv der Koch- bzw. Backshows, zum anderen aber auch die immer wieder hochkommende Welle an Horoskopen, verbunden mit dem festen Glauben daran.

Mit ihrer Protagonistin Sophie hat Sandra Grauer eine Figur geschaffen, die der Leser gleich ins Herz schließen kann. Herzlich, sympathisch, manchmal etwas unbeholfen und absolut nicht perfekt. Mit ihrer Art (ich sage nur, Horoskop-App und Kaffeesatzdeutung – täglich) konnte sie mich gleich für sich gewinnen, ihr Humor entbehrt nicht einer gewissen Selbstironie und die Situationskomik wird kommt in diesem Buch gewiss nicht zu kurz. Sophies neuer Regisseur Adam Ritter nimmt zwar den Part des Prinz Charming ein, jedoch ist auch er nicht perfekt, sondern hat seine Ecken, Kanten und eine Vergangenheit.

Mit viel Liebe und Herzblut wird hier eine Geschichte erzählt, die gar nicht so abwegig ist, jedoch hätte ich mir an mancher Stelle noch etwas mehr Tiefgang gewünscht, nicht zuletzt bei den Backrezepten. Fakt ist, man bekommt Appetit beim Lesen. Von daher wäre eine kleine Rezeptsammlung, zwischendrin oder zumindest am Ende ganz schön gewesen. Tut aber der eigentlichen Geschichte keinen Abbruch, denn diese ist rund und zauberhaft.

Fazit:
Ein wundervoller Sommerroman, zum Träumen, Genießen und Appetit holen, auch für jene, die nicht an Horoskope und Prophezeiungen glauben.

Veröffentlicht am 10.05.2017

Keine Schmetterlinge, keine Tränen ... oder etwa doch?

Wer weiß schon, wie man Liebe schreibt
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Bea Weidemann arbeitet als Pressereferentin in einem kleinen Verlag in Braunschweig, der vornehmlich Liebesromane verlegt. Eine Ausnahme gibt es jedoch. Der Autor einer Dystopie, die der Verlag auf gut ...

Bea Weidemann arbeitet als Pressereferentin in einem kleinen Verlag in Braunschweig, der vornehmlich Liebesromane verlegt. Eine Ausnahme gibt es jedoch. Der Autor einer Dystopie, die der Verlag auf gut Glück verlegt hat, entwickelt sich zu einem Beststeller. Die Bücher gehen weg wie warme Semmeln und man munkelt schon, dass er den begehrten Roderich-Buchpreis gewinnen könnte.

Da der Verlag in finanziellen Schwierigkeiten steckt, ruhen alle Hoffnungen auf diesem Autor. Also soll er nicht nur ein zweites Buch schreiben, sondern auch noch auf umfangreiche Lesereise gehen, um so Werbung für sich und sein Buch zu machen. Doch Tim Bergmann ist alles andere als umgänglich. Er ist sogar recht schwierig und rastet auch gerne mal auf, wie sein jüngster Fernsehauftritt bewies.

Und mit diesem Autor soll Bea nun auf Lesereise gehen? Freiwillig? Wohl eher gezwungenermaßen, immerhin gilt es, einen Verlag zu retten. Und so fügt sich Bea in das Unabwendbare und muss dabei feststellen, nicht nur sie hat einen Panzer um sich herum errichtet …


Alleine schon die Kurzbeschreibung verhieß einen unterhaltsamen Roman mit noch mehr Fettnäpfchen. Tatsächlich ist es so, dass Bea ein liebenswerter Charakter hat. Tim Bergmann ist zu Beginn noch sehr reserviert, eigenbrötlerisch und zurückgezogen. Er ist mehr genervt von Bea als dass er mit ihr kooperieren will. Erst eine Vertragsklausel zwingt ihn dazu, in die geplante Lesereise einzuwilligen.

Nach und nach öffnen sich beide Protagonisten auf der Lesereise, zeigen, dass ihre Welt und vor allem ihre Vergangenheit alles andere als einfach und weichgespült ist. Beide haben ihre Kanten und Ecken, ihre kleinen Macken und Rituale, was sie mir sehr sympathisch machten.
Aber auch die Nebenfiguren kommen nicht zu kurz, gerade die Mutter von Bea hat trotz ihrer Nebenrolle eine starke Präsenz in diesem Buch.

Auch wenn ich an manchen Stellen mir etwas mehr Schwung im Text gewünscht hätte, hatten das Buch und die Geschichte dennoch einen gewissen Sog, der mich immer wieder zum Weiterlesen verführte. Bea neigt dazu, in Fettnäpfchen zu treten, alles unter Kontrolle haben zu wollen und mit ihrem unverwüstlichen Optimismus und ihrer Selbstironie zauberte sie nicht nur dem Leser das eine oder andere Lächeln auf die Lippen. Aber es gibt auch nachdenkliche Passagen, Stellen, an denen Bea nachdenkt und den Leser dabei abholt und ebenfalls zum Nachdenken anregt.
Das Ende ist offen und aus meiner Sicht fehlte noch die eine oder andere Auflösung, so dass ich auf eine Fortsetzung hoffe.

Fazit:
Ein unterhaltsamer Roman, der sowohl Höhen als auch Tiefen zeigt, nicht nur im Verlagswesen oder in der Zusammenarbeit zwischen Autor und Verlag, sondern auch ganz persönlich aufzeigt, dass nicht jeder eine Bilderbuchvergangenheit besitzt, auf der er sein weiteres Leben aufbauen kann.

Veröffentlicht am 10.05.2017

Herz in Gefahr

In der Liebe ist die Hölle los
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Sieht man Catalea Morgenstern auf der Straße, könnte man sie für eine ganz normale 25jährige junge Frau halten. Eine Frau, die mitten im Leben steht, studiert und gerade von ihrem Freund verlassen wurde.

Doch ...

Sieht man Catalea Morgenstern auf der Straße, könnte man sie für eine ganz normale 25jährige junge Frau halten. Eine Frau, die mitten im Leben steht, studiert und gerade von ihrem Freund verlassen wurde.

Doch Catalea ist leider nicht so normal. Sie verbirgt einige Geheimnisse, die schon bei ihrem Nachnamen anfangen. Dieser wurde eingedeutscht, denn „Luzifer“ ist wahrlich kein schöner Nachname und dennoch ist er passend. Denn Catalea ist die Tochter des Teufels und damit ein Halbblut.
Diese Kombination macht es Catalea so schwer im Leben. Sie möchte nichts anderes sein, als eine ganz normale junge Frau, nicht die Tochter des Teufels und erst recht möchte sie nicht für ihn arbeiten. Doch ihr bleibt keine andere Wahl und so tritt sie ihre Stelle als Todeshändlerin in der „Firma“ an.

Doch dann geht alles schief. Bei einem Auftrag trifft sie auf Alexander Weiß, dem Erben eines Hauses der Hölle. Das wäre noch nicht das Problem, würde Alexander nicht direkt vor ihren Augen ermordet werden und sie plötzlich zur Tatverdächtigen werden. Immerhin war sie am Tatort und ihre Fingerabdrücke sind auf der Mordwaffe. Ehe sie es sich versieht, wird sie gejagt, von der Polizei aber auch von den Mitgliedern der Häuser der Firma.

Catalea bleibt nur die Flucht und die Hoffnung, den Mord auf eigene Faust aufklären zu können, aber wem kann sie jetzt noch trauen?

Der Roman entpuppte sich genau als das, was ich mir vom Cover und von der Kurzbeschreibung her erwartet habe – als eine witzige, unterhaltsame Geschichte, getränkt mit schwarzem Humor. Catalea ist eine sehr sympathische, wenn auch manchmal recht tollpatschige und leicht naive junge Protagonistin. Sie kämpft sehr mit ihrer Zugehörigkeit zu den zwei Welten, möchte dabei eigentlich weniger mit der „Firma“ zu tun haben. Doch leider ist diese Welt ein Teil von ihr.

Sehr plastisch beschreibt der Autor nicht nur Catalea, auch andere Figuren gewinnen nach und nach an Gestalt und selbst die Umgebung, wird im Kopfkino sichtbar. Wehrt sich Catalea noch zunächst gegen den Totenanwalt Timur, der ihr helfen und sie beschützen soll, beginnt es schon bald zwischen den beiden zu knistern und ein Hauch von Erotik zieht in das Buch ein.

Catalea verändert sich mit Voranschreiten der Geschichte, ebenso wie Timur, was mir sehr gut gefallen hat. Bekämpfen sie sich erst gegenseitig, bilden sie bald eine Einheit, die einem schnell an Herz wächst.

Für ein wenig Auflockerung sorgen kleine Ausschnitte aus dem „Ratgeber für die Toten. 783. Auflage, Verlag der Finsternis“, die mit „repräsentativen Erhebungen“ einen kleinen Einblick in das gewähren, was eine Seele nach ihrem Tod in der „Firma“ zu erwarten hat.

Fazit:
Flüssiger Schreibstil, gepaart mit Spannung, Dramatik, aber auch einem Hauch von knisternder Erotik, lassen den Leser eintauchen in eine fremde Welt, die man so eigentlich nicht betreten möchte.