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Veröffentlicht am 26.02.2026

Im Wein liegt die Wahrheit

Weinfluch
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Das kostbarste Exponat – die älteste nördlich der Alpen noch erhaltene römische Weinflasche – des Historischen Museums der Pfalz wird als Leihgabe nach Wien überführt. Dort soll es während des Umbaus im ...

Das kostbarste Exponat – die älteste nördlich der Alpen noch erhaltene römische Weinflasche – des Historischen Museums der Pfalz wird als Leihgabe nach Wien überführt. Dort soll es während des Umbaus im Museum sicher verwahrt bleiben. Doch das Exponat erreicht sein Ziel erst gar nicht.

Bereits auf dem Weg dorthin, geht es verloren. Wie Kriminalhauptkommissar Achill herausfindet, wurde der gepanzerte Transporter bereits auf der Salierbrücke überfallen. Ein Wachmann ist tot, ein weiterer liegt im Koma und der Begleiter vom Museum leidet unter Amnesie. Wo soll Achill da seine Ermittlungen ansetzen?

Zudem setzt ihn ein Vertreter der Versicherung unter Druck. Achill sieht keinen anderen Ausweg mehr, als Gästeführer Sartorius mit ins Boot zu nehmen. Gemeinsam versuchen sie, nicht nur den Fall aufzuklären, sondern auch dem Druck, der immer größer zu werden scheint, zu begegnen.

Der achte Fall für Kriminalhauptkommissar Achill und Gästeführer Sartorius hat es in sich. Offensichtlich waren Profis am Werk, denn sowohl Achill als auch Sartorius kämpfen um Ermittlungsansätze. Auch als Leserin überlegte ich immer wieder, wie geht man einen solchen Fall am besten an. Alle möglichen Ansätze scheinen zunächst in Sackgassen zu enden. Zeitgleich wächst der Druck, sowohl intern als von extern und länderübergreifend.

Der Fall wird aus mehreren Sichten geschildert, so dass ich als Leserin einen größeren Überblick hatte, der mir letztlich aber auch kaum weitere Ansätze brachte. Vieles liegt im Dunkeln und man hat nur Thesen und Vermutungen. Der Fall ist in sich abgeschlossen und logisch. Als Quereinsteiger würde einem lediglich die Verbindung zwischen Kriminalhauptkommissar Achill und dem Gästeführer fehlen.

Ein wenig Zupass kam die Thematik dem Autor Uwe Ittensohn, der sich selbst im Bereich Wein auskennt. Immerhin ist er nicht nur Autor für Weinliteratur, sondern sogar anerkannter Berater für deutschen Wein und Kultur- sowie Weinbotschafter.

Fazit:

Für mich ein sehr spannender und verzwickter Fall, keineswegs einfach im Ansatz, aber mit viel Lokalkolorit und einer Handlung, die es in sich hat.

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Veröffentlicht am 26.02.2026

Drei rote Katzen und ein Toter im Rollstuhl

Die Holzpyjama-Affäre
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Alexander Toth hat sein Leben als bekannter TV-Journalist satt. Immer dieser Stress, die Reiz- und Informationsüberflutung, das will er nicht mehr. Sehr zum Missfallen seiner Mutter nimmt er daher einen ...

Alexander Toth hat sein Leben als bekannter TV-Journalist satt. Immer dieser Stress, die Reiz- und Informationsüberflutung, das will er nicht mehr. Sehr zum Missfallen seiner Mutter nimmt er daher einen Job auf dem Wiener Zentralfriedhof an und versucht, seine Work-Life-Balance zu finden.

Als jedoch ein Auto vorfährt und einen Toten im Rollstuhl bei ihm abliefert, ist Toth sprachlos. Irgendwas stimmt da nicht. Auch seine Kollegin Marie-Theres wittert hier einen Mord und drängt Toth dazu, eigene Ermittlungen anzustellen. Doch die Zeit rast, denn wenn der Tote einmal unter der Erde ist, kann man einen möglichen Mord nur noch schwer nachweisen.

Ich bin auf diese Reihe durch Zufall gestoßen und fand neben dem Cover auch den Klappentext sehr ansprechend. Skurril und Cozy, genau mein Fall für eine entspannte Feierabendlektüre. Zudem war ich letztes Jahr in Wien und hänge gedanklich immer noch in dieser schönen Stadt fest.

Von daher ließ ich mich freudig auf den Ausflug auf den Wiener Zentralfriedhof ein und wurde nicht enttäuscht. Alexander Toth ist ein Mann mittleren Alters, der bereits viel gesehen und erlebt hat. Mit seiner Erfahrung stellt er nicht nur schnell fest, dass an dem Tod des Mannes im Rollstuhl etwas nicht stimmt, sondern beginnt auch gleich mit Nachforschungen.

An seiner Seite die etwas quirlige Kollegin Marie-Theres, die ihn immer weiter antreibt. Auch sein Mentor steht ihm, wenn auch nur gedanklich, zur Seite, immerhin bewohnt jener bereits seit einiger Zeit eine Parzelle auf dem Friedhof.
Die Spuren sind nicht gerade eindeutig und Toth hat keine Spurensuche oder ähnliches Polizeihandwerkzeug zur Hand. Gerade diese Art der Ermittlung machten bei diesem Buch den Reiz für mich aus. Zeitgleich tritt Toth auch noch in sehr viele Fettnäpfchen in seinem neuen Beruf, was seine Chefin zur Weißglut treibt.

Der Krimi ist spannend geschrieben, es geht ruhig zu und ich durfte gemeinsam mit Toth ein wenig über den Wiener Zentralfriedhof schlendern und einiges darüber erfahren. Auch das Berufsfeld Bestatter hat der Autor Patrick Budgen mir ein wenig nähergebracht.

Fazit:
Der spannende Auftakt einer Reihe über einen Bestatter auf dem Wiener Zentralfriedhof. Ich bin gespannt, wie es weiter geht und freue mich schon auf den nächsten band und das Wiedersehen mit Alexander Toth und Marie-Theres.

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Veröffentlicht am 22.02.2026

Eine geheimnisvolle magische Insel

Avelora - Das Internat der magischen Pferde
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Die 11jährige Reena hatte schon immer ein besonderes Verhältnis zu Pferden. Doch so gut sie sich mit ihnen auch versteht, irgendwas fehlt Reena dennoch in ihrem Leben. Etwas, das sie ganz ausfüllt, ein ...

Die 11jährige Reena hatte schon immer ein besonderes Verhältnis zu Pferden. Doch so gut sie sich mit ihnen auch versteht, irgendwas fehlt Reena dennoch in ihrem Leben. Etwas, das sie ganz ausfüllt, ein Seelenpferd eben.
Als sie mit ihrer Mutter zu deren Freundin Dorie fährt, ändert sich ihr Leben schlagartig. Auf der Koppel von Dories Gestüt steht ein schwarzes Pferd – mit Flügeln. Reena ist perplex, vor allem, als sie bemerkt, dass sich keiner darüber wundert, sondern vielmehr erfreut sind. Reena hat die Gabe, magische Pferde in ihrer wahren Gestalt zu sehen und erhält die Einladung, auf das geheime Internat Burg Avelora zu gehen.

Sie ist sehr aufgeregt und hofft, dass sie ihr Seelenpferd finden wird. Doch Avelora wird von dunkelmagischen Mächten bedroht.

Das Buch ist der Auftakt einer neuen Reihe der Autorin Amelie Benn. Die Autorin beschreibt recht einfühlsam die Liebe zu Pferden und deren magisches Auftreten. Die Welt in Avelora ist eine ganz besondere und so konnte ich mir zunächst alles in Ruhe ansehen. Geholfen hat dabei eine wunderschöne Karte im Vorsatz, sowie weitere tolle schwarz-weiß Illustrationen von Alina Brost.

Reena ist ein junges taffes Mädchen, das nicht nur ein wahrer Pferdenarr ist, sondern zudem das Herz an richtigen Fleck hat. Schnell findet Reena Freunde auf Avelora und lernt nicht nur die Insel, ihre Bewohner, sondern auch die Regeln der Magie kennen.

Da es sich um den ersten Teil einer Reihe handelt, geht es zunächst ruhig voran. Viele Geheimnisse werden aufgezeigt und ich hatte Lust, weiterzulesen, um mehr zu erfahren und die Geheimnisse zu lösen.
Die eigentliche Handlung ist zwar in sich abgeschlossen, jedoch lockt auch hier wieder ein Cliffhanger und so bin ich gespannt, auf die Fortsetzung und die Rückkehr nach Avelora.

Fazit:
Ein schöner Einstieg in eine neue magische Welt, bei der Kinder ihre Seelenpferde finden und nach und nach herausfinden, was alles mit ein wenig Magie möglich ist.

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Veröffentlicht am 20.02.2026

Es muss nicht immer groß sein

Kleine Kuchen
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Es müssen nicht immer große voluminöse Torten sein. Manchmal sind es gerade die kleinen Backwerke, die Aufmerksamkeit erregen.
Die Autorin Bernadette Wörndl widmet sich kleinen Kuchen und nimmt dabei die ...

Es müssen nicht immer große voluminöse Torten sein. Manchmal sind es gerade die kleinen Backwerke, die Aufmerksamkeit erregen.
Die Autorin Bernadette Wörndl widmet sich kleinen Kuchen und nimmt dabei die Leser/innen an die Hand.
Auf den ersten Seiten gibt es zunächst eine Einleitung, in der die Autorin von ihrem Antrieb für das Buch berichtet, aber auch schon Tipps gibt und verschiedenes erklärt. Dabei geht es von den Backformen über Grundzutaten bis hin zur Backzeit und Lagerung.
Das Buch verfügt über eine Gliederung, so gibt es je ein Kapitel, in dem es um
• Kuchen
• Tartes, Pies & Käsekuchen
• Torten
• Festliches
• Dekotipps & Kombination
geht.
Die Rezepte beschränken sich in der Regel, bis auf wenige Ausnahmen, auf eine Buchseite. Auf der anderen sieht man ein ansprechendes Bild des Backobjekts. Die Zutaten werden separat am Rand aufgeführt und was ich sehr praktisch finde: Über den Zutaten findet sich ein Piktogramm mit der zu verwendende Form. Die Erläuterung dazu steht in der Einleitung.
Die Autorin hat auch immer einen Blick auf Kinder. So gibt sie Tipps, wie man Kinder in den Backprozess einbauen kann, sie fordert und fördert. Die kleinen Kuchen sind vom Aufwand und Schwierigkeitsgrad her sehr unterschiedlich. An der Stelle hätte ich mir noch einen Hinweismarker gewünscht zur schnelleren Einschätzung.
Ein schönes Lesebändchen und ein Register vervollständigen den positiven Eindruck.

Neben den Rezepten finde ich auch die Form super. Das Buch ist etwas größer als DinA5, aber kleiner als DinA4. Das Papier wurde so gewählt, dass der Druck zwar super ist, jedoch das Buch nicht zu schwer wird, sondern gut in der Hand liegt.
Allein die Haptik hat mich beim ersten in die Hand nehmen schon voll überzeugt. Trotz dieser geringen Größe kann man die Rezepte wunderbar lesen und sie lassen sich gut nachbacken.

Fazit:
Es muss nicht immer groß sein. Gerade diese kleine Form konnte mich abholen und begeistern, sei beim Kuchen oder Buch. Von mir eine ganz klare Empfehlung, aus der ich gewiss viel noch nachbacken werde.

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Veröffentlicht am 19.02.2026

London und die Zeitungsgangs

Joshua Jackelby
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London im 19. Jahrhundert: Der Waisenjunge Joshua Jackely schlägt sich als Zeitungsjunge durch. Mal geht es besser, dann wieder schlechter. Dennoch träumt er davon, einmal als königlicher Bote auf einem ...

London im 19. Jahrhundert: Der Waisenjunge Joshua Jackely schlägt sich als Zeitungsjunge durch. Mal geht es besser, dann wieder schlechter. Dennoch träumt er davon, einmal als königlicher Bote auf einem wunderschönen Pferd reiten zu können. Doch das scheint in weiter Ferne zu liegen.
Als Josh jedoch einen kleinen Hundewelpen aus der Themse rettet, ändert sich einiges in seinem Leben. Zusammen mit seinen Freunden und der jungen Hündin Hazel rettet er einen Professor vor dem sicheren Tod. Dieser wurde überfallen und seine Erfindung für die Weltausstellung wurde gestohlen. Diese bahnbrechende Erfindung einer Flugmaschine scheint Aufsehen erregt zu haben. Doch wer hat den Professor überfallen? Josh und seine Freunde begeben sich auf die Suche nach den Tätern, doch die Zeit rennt, denn die Parade der Erfinder ist in greifbarer Nähe.

Ich habe das Buch als Hörspiel gehört und war bereits nach wenigen Minuten von der Geschichte und dem Sprecher Jona Mues gefangen. Das Hörspiel ist wundervoll umgesetzt und zog mich in ein Abenteuer direkt in die Gassen von London hinein. Auch die anderen Sprecher waren super gewählt und passten wunderbar zu den Protagonisten.

Ich fieberte direkt mit. Mit Josh, seiner kleinen Hündin Hazel, seinen Freunden und dem Fall, der sich doch als sehr knifflig erwies. Zeitgleich wirkt die Geschichte, gerade durch die Umsetzung als Hörspiel, sehr authentisch und der historische Bezug ist greifbar. Nicht nur die Weltausstellung ist historisch belegt, auch damals lebende Personen wurden von dem Autor eingebaut und trugen maßgeblich zum Fortgang der Geschichte bei.

Das Buch bzw. das Hörspiel hat mich sehr positiv überrascht und das an mehren Fronten. Nicht nur die Geschichte an sich und die Spannung, auch die Umsetzung, die historisch belegbaren Bezüge konnten mich als erwachsene Leserin begeistern.

Fazit:
Die Geschichte ist in sich abgeschlossen, so dass ich nicht mit einer Fortsetzung rechne. Jedoch hoffe ich, dass es bald wieder ein Buch von Benedict Mirow geben wird. Auf jeden Fall werde ich mir weitere Bücher von Benedict Mirow ansehen.

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