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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.02.2024

Lesegenuss

Thieves’ Gambit
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Dieses Buch hat mir wirklich einige Lesestunden versüßt, denn zwar ist dieser Roman ein klassisches Unterhaltungsbuch, doch mit so viel Spannung und Raffinesse, dass die Stunden beim Lesen, genauso wie ...

Dieses Buch hat mir wirklich einige Lesestunden versüßt, denn zwar ist dieser Roman ein klassisches Unterhaltungsbuch, doch mit so viel Spannung und Raffinesse, dass die Stunden beim Lesen, genauso wie die Seiten nur so dahinfliegen.
Die Autorin hat einen ganz angenehmen Schreibstil, der zwar einfach gehalten ist, aber eben dennoch des Genres angemessen und nie zu sehr in die Belanglosigkeit abdriftet, hinzukommt, dass sie es schafft, solch spannende Szenen zu schreiben, dass man nach jeder Seite wissen will, wie es denn nun weitergehen wird. Dies zieht einen durch die Geschichte hindurch, sodass man diese wie einen guten Snack verschlingt.

Die Charaktere sind zwar manchmal etwas oberflächlich und naiv oder deren Handlungen leichter zu durchschauen, doch in einem sehr authentisch dargestellten Rahmen, der für das Genre angemessen ist .

Die Story ist unheimlich spannend und kreativ. Für mich ein Lesegenuss.

Veröffentlicht am 25.02.2024

Beklemmendes Kammerspiel

Ein falsches Wort
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Oft, wenn der Tod vor der Tür steht oder bereits eingetreten ist, bricht innerhalb vieler Familien nicht nur die Trauer, sondern auch der Streit um das Erbe aus. Wenn dieser Streit bereits zu Lebzeiten ...

Oft, wenn der Tod vor der Tür steht oder bereits eingetreten ist, bricht innerhalb vieler Familien nicht nur die Trauer, sondern auch der Streit um das Erbe aus. Wenn dieser Streit bereits zu Lebzeiten seine Bahnen zieht und die Kluft zwischen den Geschwistern immer größer wird, ist dies schon schlimm genug. Doch wenn dann noch die Dämonen der Vergangenheit und Kindheit ihren Weg in die Gegenwart finden, wird ein Erbstreit, zu einer Lebensbeichte und Abrechnung. Und genauso geht es der Protagonistin Bergljot dieses Romans "Ein falsches Wort". Diese wird in den Erbstreit ihrer Geschwister um zwei Ferienhäuser verwickelt und muss sich plötzlich erneut mit ihrer Familie beschäftigen, die sie so viele Jahre versucht hat, aus ihrem Leben fernzuhalten. Was dann an Erinnerungen und Emotionen zurückkehrt stürzt Bergljot in die tiefen Angstzustände, Unverständnis und Trauer.

Vigdis Hjorth ist mit diesem Roman ein wirklich sehr gutes literarisches Buch gelungen. Dass einen psychologischen Kammerspiel in einer Familie gleichkommt und von der ersten Seite an, mit psychologischer Raffinesse und düsterer und bedrückender Atmosphäre zu überzeugen weiß. Genau diese sehr realistisch dargestellte Atmosphäre, war mir jedoch manchmal fast ein wenig zu viel und ich konnte mich nicht davon freimachen, genau diese Emotionen mit in den Alltag zu nehmen. Dies spricht grundsätzlich für das Buch, sollte man aber als kleine Triggerwarnung wissen.

Alles in allem ein sehr gut geschriebenes und psychologisch brillant geschriebenes Buch. Dennoch ist bei mir der letzte Funke zu den 5 Sternen nicht übergesprungen.

Veröffentlicht am 25.02.2024

Neuerzählung

James
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In diesem Buch geht es um Jim einen Sklaven Anfang des 19. Jahrhunderts. Mit seiner Frau und seiner Tochter lebt er in den Südstaaten der USA, als er eines Tages mitbekommt, dass er verkauft werden soll, ...

In diesem Buch geht es um Jim einen Sklaven Anfang des 19. Jahrhunderts. Mit seiner Frau und seiner Tochter lebt er in den Südstaaten der USA, als er eines Tages mitbekommt, dass er verkauft werden soll, beschließt er von der Farm zu fliehen. Auf seiner Flucht trifft er den Jungen Huckleberry Finn, der ebenfalls auf der Farm lebt, aber eben auf der anderen Seite des Schicksals, nämlich als weißer privilegierter Junge. Gemeinsam versuchen sie die Flucht und das Leben in der Wildnis zu meistern. Dabei stoßen sie auf die unglaublichsten Geschehnisse, finden Freunde und durchlaufen die Hölle und beide verbindet mehr, als sie vielleicht zunächst denken.

Für mich hat Percival Everett mit dieser Neuerzählung des Klassikers von Huckleberry Finn einen großartigen, ganz entstaubten Roman geschaffen. Der sehr einfach erzählt ist und trotzdem sehr gut geschrieben ist. Zwar hatte ich am Anfang einige Probleme mit dem Slang, den der Autor bzw. die Übersetzerin für die "schwarzen Sklaven" wählt, dies legte sich aber sehr schnell. Die Geschichte ist anrühren und oft herzzerreißend, aber nie so, dass man Tränen verdrücken muss. Ein sehr schönes und wichtiges Buch, dass die Vergangenheit aufgreift und die Missstände zu dieser Zeit.