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Veröffentlicht am 26.03.2018

Chaotisch-charmant und abenteuerlustig!

Wir Buddenbergs – Der Schatz, der mit der Post kam
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Die Buddenbergs sind eine kunterbunt zusammengewürfelte Familie. Mama ist lebenslustig und nimmt die Dinge, wie sie sind. Läuft mal etwas nicht so nach Plan, macht es nichts, das wird schon viel besser ...

Die Buddenbergs sind eine kunterbunt zusammengewürfelte Familie. Mama ist lebenslustig und nimmt die Dinge, wie sie sind. Läuft mal etwas nicht so nach Plan, macht es nichts, das wird schon viel besser so, als geplant gewesen sein. So geht es turbulent, aber glücklich bei den Buddenbergs zu. Ein Vater wohnt nicht im Haus, dafür aber Mama Vater, liebevoll Opipi genannt. Joshua hat einen Seemann zum Vater, der leider meist in anderen Häfen ankert, Ich-Erzählerin Mia kann ihren Vater leider nur auf dem Friedhof besuchen und die Zwillinge, die gerade ihren 6. Geburtstag feiern, müssen nur einmal über die Straße laufen. Ihr Vater Klaus, ist nun mit Mona, der Mutter von Mias bester Freundin Lisbeth verheiratet. Klingt kompliziert? Ist es aber nicht, denn Mia liebt es Karten zu zeichnen, einen Stammbaum ihrer Familie, einen Plan ihrer alten Villa oder einfach Bilder mit Zeitstrahlen, damit man Geschehnisse besser einordnen und verstehen kann. Das ist für Mia sehr wichtig und klar, wenn man so ein aufregendes Abenteuer wie eine Schatzsuche vor sich hat, sollte man besser alle Fakten in seinem Kopf sortieren. Schatzsuche, heutzutage? Ja, denn die Wege der Post sind manchmal unergründlich und so hat ein Brief an die Villa der Buddenbergs über 100 Jahre gebraucht, um anzukommen. In dem Brief, steht etwas von einer geheimen Überraschung, die alle Buddenbergs so was von neugierig macht!

Ich hatte ja befürchtet, daß dieses Buch, zu sehr wie die „Lilo auf Löwenstein“-Reihe sein könnte. Aber nein, weit gefehlt. Meiner Jüngsten ist die Schatzsuch-Parallele gar nicht aufgefallen (klar, wir suchen ja auch ständig Schätze, unser Haus ist ja auch fast 100 Jahre alt...).
Familie Buddenberg ist sehr charmant und liebevoll im Umgang miteinander. Sehr unkonventionell, auf angenehme Art und Weise, bis auf Mamas Einstellung zur Schulpflicht an Geburtstagen, da mußte ich dann aber schon ein paar pädagogische Worte springen lassen. Naja, bei uns fallen Geburtstage oft auf die Schulferien, da kann man leichter sehr korrekt sein.
Der Einstieg ist schon mal sehr lustig, mit einer etwas chaotischen Tortenaktion, die trotz aller Pannen, die Feierstimmung nicht verdirbt. Der Ton ist sehr fröhlich locker und trotz des verstorbenen Vaters von Mia, strahlen alle Lebensfreude aus, sehr zum Missfallen der griesgrämigen Nachbarin, die gerne mal die Nase in fremde Angelegenheiten steckt. Sehr zum Amüsement des kleinen Lesers.
Wunderschön sind die Illustrationen von Florentine Prechtel, die uns schon als Illustratorin der Liliane Susewind-Leseanfängerbücher bekannt ist. Hier hat sie wirklich die tollsten Stammbäume, Karten, Übersichten und Zeitstrahlen ins Buch gezaubert. Meine Tochter konnte sie unglaublich lange und hingebungsvoll betrachten und hat immer wieder etwas neues gefunden. Nur der Stammbaum hat bei uns zu heißen Diskussionen geführt, da ich nicht bereit war, Lisbeth als Halbschwester von Mia anzuerkennen. Solche Familienstrukturen kennt sie nicht, und es muss ja alles irgendwie bezeichnet werden, da hat sie genauso ein Bedürfnis wie Mia, die Strukturen zu verstehen und darzustellen. Für mich reichte die Bezeichnung beste Freundin aber völlig aus!
Auch wenn es bei den Buddenbergs etwas chaotisch-charmant zugeht, gibt es einige wenige Regeln, die allerdings unbedingt eingehalten werden sollen, auch als Zeichen des Respekts. Die Ausführungen zur Bedeutung von Regeln gefiel mir sehr gut und sie ist auch wirklich kindgerecht, wie ich an meiner Tochter erkennen konnte, die zustimmend nickte. Nein, diese Geschichte ist kein Erziehungsratgeber, sie ist vor allem lustig und im altersgerechten Rahmen auch wirklich spannend, denn das Leben hat seine eigenen Regeln und die sind ganz schön überraschend.
Wir werden natürlich nicht verraten, wie die Schatzsuche ausging, aber es ist ein wirklich sehr schönes Ende, das die Geschichte wunderbar abrundet. Meine Tochter (8) war ganz hingerissen von dem Buch und ist nun schon gespannt auf weitere Abenteuer der Buddenbergs.

Veröffentlicht am 24.03.2018

Toller Kriminalfall für alles Fans von Internatsgeschichte

Mord ist nichts für junge Damen
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England 30. Oktober 1934: die 13 jährigen Internatsschülerinnen Daisy Wells und Hazel Wong, haben den ersten Fall für ihre streng geheime Detektei: Durch Zufall stolpert die junge pummelige Hong Kong Chinesin ...

England 30. Oktober 1934: die 13 jährigen Internatsschülerinnen Daisy Wells und Hazel Wong, haben den ersten Fall für ihre streng geheime Detektei: Durch Zufall stolpert die junge pummelige Hong Kong Chinesin nach dem Unterricht in der Turnhalle, über die Leiche ihrer Lehrerin Miss Bell. Der Hysterie nahe holt sie die zierliche, blondgelockte Daisy, Tochter des Earl of Hastings, sowie in der Nähe befindliche Lehrer zur Hilfe. Doch als sie in der Turnhalle eintreffen, ist die Leiche verschwunden. Hazel und Daisy bekommen für diesen geschmacklosen „Streich“ mächtig Ärger. Daisy nimmt es gelassen und überträgt Hazel, die Aufgabe, alles bisher beobachtete fein säuberlich in einem Heft zu dokumentieren. Da mangels Leiche, niemand Hazel glaubt, müssen sie wohl oder übel selbst ermitteln, zu Daisys großer Begeisterung. Natürlich bleibt Miss Bell verschwunden und die Gerüchteküche des Internats brodelt. Daisy überträgt ihren Bewunderinnen aus den unteren Klassen die Aufgabe, ihr sämtliche Gerüchte, die sie aufschnappen, weiterzuleiten. Schnell scheinen die ersten Alibis festzustehen und sich die Anzahl der Verdächtigen dadurch einzugrenzen. Während Daisy sich ziemlich schnell auf eine Verdächtige festlegt, scheint für Hazel das Gesamtbild nicht recht zusammen zu passen.

Dieser Jugendkrimi spielt in den Hochzeiten Agatha Christies und Sherlock Holmes. Daher ist es nicht verwunderlich, daß die mit allen Wassern gewaschene Daisy, sich als weiblichen Sherlock Holmes ansieht. Genau wie ihr Vorbild müssen sie und Hazel ohne technischen Schnickschnack, Handys oder Internet auskommen. Sie sind allein auf ihren Verstand, ihre Beobachtungsgabe und die Berichte der übrigen Internatsangehörigen angewiesen. Das ist umso kniffeliger, als das Zeugen nicht immer die zuverlässigsten Aussagen treffen und sie im geheimen ermitteln müssen. Denn in Zeiten in denen Polizisten in besseren gesellschaftlichen Schichten verpönt waren, gehört sich ein solches „Hobby“ für höhere Töchter überhaupt nicht. Daher versucht Daisy auch immer wieder ihr Licht unter den Scheffel zu stellen, um keinen Verdacht zu erregen, wobei sie doch nach nichts mehr lechzt, als nach Anerkennung. Es ist sehr witzig und unterhaltsam, zu lesen wie Daisy es anstellt, von ihrem Verstand und ihrem wachen Geist durch Schauspielerei und gerissene Kniffe abzulenken. Doch als Musterschülerin wäre sie wohl kaum eines der beliebtesten Mädchen der Schule, der die Mitschülerinnen blindlings ihre Beobachtungen anvertrauen würden. Hazel hat es als Hong Kong Chinesin da deutlich schwerer. Nicht nur, daß ihr Asiatisches Aussehen von einigen misstrauisch beäugt wird, ihr fehlt auch Daisys natürlicher Anmut und ihre Selbstverständlichkeit für alles, was ihr zuzufliegen scheint. Der Stil ist zurückhaltend ironisch und zieht seinen Humor auch aus der Exzentrizität, die man Engländern bisweilen nachsagt. Natürlich sind viele Begriffe des damaligen Internatslebens heute nicht mehr jedem bekannt, daher gibt es hinten ein Glossar in dem Daisy die Begriffe erklärt, die Hazel zu Beginn ihrer Internatszeit merkwürdig fand.
Es macht einfach Spaß ihnen in die Internatswelt zu folgen, in diese Mischung aus Enid Blytons „Dolly“ mit Mitternachtsgelagen, Hausmutter und Französischlehrerin Mamzell und den jungen Ermittlerinnen „Tina und Tini“.
Das Buch ist sehr liebevoll gestaltet, nicht nur das nostalgisch anmutende Cover, und das Glossar, nein, es gibt auch noch eine Übersichtskarte über das Internatsgelände mit allen Gebäudeteilen auf beiden Stockwerken und eine Doppelseite später ein Personenverzeichnis, das alle Schulangehörigen mit Funktion aufzählt.
Ein verheißungsvoller Serienauftakt für alle Fans klassischer Krimis, englischer Internatsgeschichten und des englischen Humors. Für alle jungen Leserinnen: ja, es gab auch ein Leben ohne Internet und Smartphones und es war auch lebenswert!

Veröffentlicht am 20.03.2018

Schade, daß diese tolle Reihe nun beendet ist!

Chloé und die rosarote Brille (Band 3)
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Rezension meiner Tochter (10): Es ist Sommer und die Sommerferien stehen vor der Tür. Alles läuft super und Direktor Oberhauser beschließt eine Einweihungsfeier für das neue Jungsklo, das vor ein paar ...

Rezension meiner Tochter (10): Es ist Sommer und die Sommerferien stehen vor der Tür. Alles läuft super und Direktor Oberhauser beschließt eine Einweihungsfeier für das neue Jungsklo, das vor ein paar Monaten in Betrieb genommen wurde, zu feiern. Da sind alle Jungs natürlich total begeistert, allen voran Ernst, der das Klo total super findet. Auf der Einweihungsfeier bekommt Direktor Oberhauser vom Elternverein die rosarote Klobrille der Liebe überreicht. Als eine der WC-Brillen auf der Jungentoilette kaputt geht, montiert Hausmeister Herr Niemand die neue rosa Brille, schließlich glaubt keiner an eine mögliche Wirkung. Doch fortan steht Alles Kopf! Die Mädchen erhalten schmalzige Liebesbrief. Sämtliche Jungen scheinen plötzlich total verknallt in Mädchen zu sein, die gar nicht zu ihnen passen. Plötzlich hat sogar Chloé vier Verehrer und wundert sich nur noch. Sogar ihr bester Kumpel Ernst, der sich bisher immer über die tuchtelnden Angélique und Heiko lustig gemacht hat, schmachtet nunmehr Chloé an. Als ihr bester Freund, meint er auch noch, daß nur er der Richtige für sie sein könne. Auch wenn Chloé anfangs nicht an die Macht der „Klobrille der Liebe“ geglaubt hat, so sieht sie nun doch darin die Möglichkeit, endlich die richtigen Paare zusammen zu bringen. Gar nicht so einfach!
Mir gefällt sehr gut, daß ausgerechnet Ernst, der sich immer über das Liebespaar Angélique und Heiko lustig gemacht hat, nun selbst Hals über Kopf verknallt ist und sich eigentlich zum Affen macht. Es gibt sehr viele lustige Stellen und ich habe total viel gelacht. Das Chaos, als wirklich alle vom Liebesvirus befallen waren, ist echt witzig. Schade fand ich, als die Freundschaft von Chloé und Pauline bedroht war, weil ja Pauline schon so lange in Ernst verliebt ist und nun funkt ihr diese verflixte Klobrille dazwischen. Aber meistens ist das Buch vor allem lustig. Auch Chloés „EnzyKLOpädie“ ist wieder dabei. Auf die freue ich mich immer besonders, weil dort so viele irre Dinge über WCs drin stehen. Deswegen lesen ich mir diese Einträge immer zuerst durch, noch ehe ich mit dem Buch beginne.
Außerdem finde ich (10) die Schriftgröße sehr gut, es ist nicht so kleingedruckt, es lässt sich dadurch besser lesen. Auch die Illustrationen von Vera Schmidt gefallen mir. Nicht nur, daß das Buch überhaupt Bilder hat, die Gesichter gucken auch immer so lustig. Ich finde die Bilder irgendwie frech und nicht kitschig. Das Buch hat mir richtig gut gefallen und jetzt bin ich traurig, daß die Reihe schon zu Ende ist. Ich hoffe, Sonja Kaiblinger schreibt wenigstens die Scary Harry Reihe noch weiter, die ich auch total klasse finde.

Veröffentlicht am 20.03.2018

Hörspiel mit Kindern für Kinder, super!

Wieso? Weshalb? Warum? ProfiWissen. Körper
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In dieser Folge ProfiWissen, basierend auf der Sachbuchreihe des Ravensburger Verlages ermitteln die Wissensprofis in der Gesundheitswoche ihrer Schule für die Schülerzeitung. Sie wollen Antworten zu den ...

In dieser Folge ProfiWissen, basierend auf der Sachbuchreihe des Ravensburger Verlages ermitteln die Wissensprofis in der Gesundheitswoche ihrer Schule für die Schülerzeitung. Sie wollen Antworten zu den Fragen ihrer Mitschüler erhalten und befragen dazu eine Ernährungsberaterin, den Schularzt, einen Paralympica-Leichtathleten mit Beinprothese und stellen selbst Experimente an. Doch bei Jette beginnt nun mit 11 die Pubertät. Sie die sonst so hip und neugierig ist und stets im Internet recherchiert, ist plötzlich unsicher und verwirrt, sobald der neue spanische Austauschschüler in der Nähe auftaucht. Da wird es Zeit für ein Gespräch unter Mädels mit Lilli, die zwar erst 9 Jahre alt ist, aber dennoch für Jette ein offenes Ohr hat. So können sie auch über das Reden, was sie gerade von Finns Biolehrerin erfahren haben und die nimmt wirklich kein Blatt vor den Mund. Doch auch der schlaue Finn (11) und der sportliche Ben (10), wollen nicht all ihre Gedanken zur Pubertät vor den Mädels ausbreiten.

Dieses Wissenhörspiel für Kinder von 8 – 12 Jahren vermittelt wieder sehr unterhaltsam eine große Fülle an lehrplanrelevanten Themen, wie z.B. die Themen Verdauung, der Geruchssinn, oder Fehlsichtigkeit, die Bedeutung des Geruchssinns. Veranschaulicht wird das ganze noch durch ein beschriftetes Skelett in Sprinthaltung oder die Evolution des aufrechten Ganges des Menschen in der Hülleninnenseite. Das Booklet stellt die 4 Wissensprofis Ben, Finn, Jette und Lilli mit Bild und kurzem Steckbrief vor, anschließend folgt der Text des Wissensprofiliedes, gefolgt von einem kleinen Quiz zum menschlichen Körper. Auf der Rückseite des Booklets befindet sich die Trackliste:
Wieso ist unser Körper ein echtes Wunderwerk?
Warum kapierst du Mathe?
Wie schnell kann der Mensch laufen?
Gibt es für jeden Körperteil einen Erstaz?
Warum rettet die Nase dir manchmal das Leben?
Kannst du dich nur von Schokolade ernähren?
Wie reist das Essen durch unseren Körper?
Wie wehrt sich dein Körper gegen Angreifer?
Wieso brauchen manche Menschen eine Brille?
Kannst Du deinen Herzschlag spüren?
Warum klopft das Herz von Verliebten schneller?
Wie gelangt das Blut vom großen Zeh bis zum Herz?
Warum ist dein Blut rot?
Bist du in der Pubertät?
Warum spielen die Hormone manchmal verrückt?
Ist küssen gesund?
Warum gibt eins und eins manchmal eins?
Schadet laute Musik den Ohren?

Das sind fast alles Fragen, die Kinder wirklich interessiert. Sie werden von Kindern, für Kinder gestellt und auch wirklich so beantwortet, daß Kinder es verstehen können, egal ob es um die Zusammensetzung des Blutes oder die Verdauung geht. Besonders gut gefällt mir, daß das Thema Pubertät, nicht nur fachlich korrekt und recht direkt von der Biolehrerin thematisiert wird, sondern auch die Kinder untereinander bzw. heimlich auf Toilette (die zwei Mädels natürlich, wer sonst) darüber sprechen. Durch den konkreten Bezug auf die verliebte Jette mit ihren Stimmungsschwankungen und plötzlichem Erröten, wird das Thema wie nebenbei angesprochen. Das ist für die jungen Zuhörer viel bezogener und auch nicht so peinlich, wie ein Gespräch mit den Eltern oder in der Schule. Hierin sehe ich auch das ganz große Plus dieser Reihe. Es ist ein Hörspiel, in dem Kinder fragen. Dadurch wird das vermittelte Wissen von Kindern viel besser aufgenommen. Klar befragen sie auch oft erwachsene Experten, aber immer wird aus der Sicht der Kinder geschildert. Während andere Wissens-CDs bisweilen belehrend wirken, weil Erwachsene Kindern etwas erklären, finden meine Töchter es super, daß hier die Kinder nachfragen und von ihren Gesprächspartnern ernst genommen werden. Da es sich auch bei den Kindern, um geübte Hörbuchsprecher handelt, klingt es stets natürlich. Die Stimmen sind klar, deutlich und sehr angenehm. „Echte Experten“ wie sie manchmal auf Wissens-CDs bisweilen verwendet werden, klingen schon mal blechern oder dröge, klar, sie sind Wissenschaftler und verdienen kein Geld durch ihre schönen Stimmen. Aber wenn man dem Wissen lauschen soll und die Kinder die CD auch möglichst mehrfach hören sollen, dann ist es wirklich prima, wenn diese von Kindernsprechern aufgenommen werden. Daher mögen meine Töchter 10 und 8 Jahre diese Reihe wirklich gerne und hören sie auch immer wieder freiwillig, besonders, wenn mal wieder zu einem der Themen der Reihe ein Test ansteht.

Wirklich sehr empfehlenswerte 5 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 19.03.2018

Für junge Träumerinnen ab 8 Jahren

Emily Windsnap – Teil 1: Das Geheimnis
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Die 12-jährige Emily Windfang (zu Englisch Windsnap) lebt mit ihrer Mutter auf einem Hausboot am Pier ihrer kleinen englischen Küstenstadt. Da ihre Mutter große Angst vor Wasser hat, legt das Boot nie ...

Die 12-jährige Emily Windfang (zu Englisch Windsnap) lebt mit ihrer Mutter auf einem Hausboot am Pier ihrer kleinen englischen Küstenstadt. Da ihre Mutter große Angst vor Wasser hat, legt das Boot nie ab. Auch Emily war noch nie im Wasser. Mit dem Schulwechsel gelingt es ihr, ihre Mutter zu überreden, sie am Schulschwimmunterricht teilnehmen zu lassen. Sie fühlt sich im Wasser sofort in ihrem Element. Doch schon nach wenigen Minuten, spürt sie ein merkwürdiges Gefühl in den Beinen, als würden diese eins werden. Ihr wächst ein Fischschwanz! Schnell verlässt sie das Becken, bevor es ihren Mitschülern auffällt. Völlig verwirrt muß sie erst mal nachdenken. Warum erzählt ihr ihre Mutter nie etwas über ihren Vater? Ahnt ihre Mutter was mit Emily los ist? Emily versteht es ja selbst nicht so ganz, daher springt sie nachts heimlich ins Meer, wo sie sich sofort wieder verwandelt. Am Regenbogenfelsen lernt sie dann das gleichaltrige Meermädchen Shona kennen. Diese weiht sie in die Geheimnisse der Nixenwelt ein und gemeinsam forschen sie nach Emilys Vater.
Der erste Band der Emily-Reihe ist vom WDR als Hörspiel aufgenommen worden, mit namenhaften Sprechern wie Frauke Pohlmann als Emilys Mutter, oder Karlheinz Tafel als Staatsanwalt. Doch auch die Stimmen der jungen Nixen Wanda Kosmala, Céline Vogt und Johanna Bergmann sind wirklich gut gewählt. Sie klingen richtig frisch, mädchenhaft und dennoch kann man sie prima auseinander halten. Ihre Namen werden auch oft genug genannt, um der Geschichte folgen zu können, was bei Hörspielen ja nicht immer der Fall ist. Auch die Klangkulisse ist toll, das Meer rauscht und man fühlt sich sofort an die See versetzt. Neben den tollen emotionsgeladenen Stimmen möchte ich aber auch die Technik nicht vergessen. Nicht nur die Stimmen sind glasklar, sie werden auch nicht von der Geräuschkulisse überlagert. Obwohl man den Eindruck verschiedener Lautstärken hat, muß man den Lautstärkeregler nie verändern. Die Höhen, Tiefen, Bässe und die Lautstärke sind prima ausbalanciert.
Die Geschichte: Gut, ich bin eine Mädelsmutter und kenne H2O, Mako, Aléa Aquarius und Mariella Meermädchen. Wir haben Nixen Barbies und Kostüme. Das Prinzip der Meerjungenfrauen-Menschenmädchengeschichte ist mir also vertraut, wobei ich stets im Hinterkopf hatte, daß gerade dieser erste Emily-Band älter ist, wahrscheinlich sogar als die Barbie Versionen. Sehr schön an dieser Geschichte finde ich natürlich, daß Emily erfährt, warum sie ohne ihren Vater aufgewachsen ist und dass das überhaupt nicht an mangelnder Liebe seinerseits lag. Lustig fand ich die Wahrsagerin vom Pier, Millie, die immer wieder auf Emily aufpassen soll, dabei aber einschläft, am Fernseher klebt, oder ähnliches. Die Geschichte ist stark gekürzt auf nur 51 Minuten und damit deutlich kürzer als Band 2, der als Hörbuch auf 2 CDs eingelesen wurde und 2 h 31 min dauert. Die Buchvorlagen sind gleich dick. Anlässlich des Erscheinens eines neuen 6 Bandes „Die Bestimmung“ (4 CDs, gelesen von Laura Maire) aus der Feder von Liz Kessler, sind die ersten drei Bände noch einmal herausgebracht worden. Die Bände 4 und 5 folgen im Herbst.
Meine Nixenmädels fanden die Geschichte echt schön, bemängeln aber, daß die CD Emily Windsnap heißt, sie im Hörspiel aber Windfang genannt wird. Gut, das kann ich nun auch nicht erklären. Der Gesang der Sirene zu Beginn und zwischendurch ist natürlich „voll schön“. Die Geschichte hat beiden auch sehr gut gefallen, wobei Franziska meinte: „Das Ende ist kein gutes Ende, weil es neugierig macht, auf die nächste CD, die brauche ich aber nun auch!“. Die Geschichte ist schon in sich abgeschlossen, endet aber mit einem Ausblick auf die Fortsetzung, die wir natürlich auch ganz dringend brauchen!