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Veröffentlicht am 19.03.2018

Witziges Fußballabentuer - mal ganz anders!

Zombert. Fuballspielen verboten!
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Pünktlich zum EM-Jahr erscheint der zweite Zombert-Band für Erstleser zum Thema Fußball.
Zombie Norbert, der auf dem alten Friedhof lebt, und anders als andere Zombies grunzt und rülpst er nicht, er ernährt ...

Pünktlich zum EM-Jahr erscheint der zweite Zombert-Band für Erstleser zum Thema Fußball.
Zombie Norbert, der auf dem alten Friedhof lebt, und anders als andere Zombies grunzt und rülpst er nicht, er ernährt sich auch nicht von Menschenfleisch, sondern mag viel lieber Fruchtfleisch! Gerade bringt er seinem Papagei Plapperkai neue Wörter bei und immer wenn er wieder eins gelernt hat, bekommt er zur Belohnung eine Frucht. Plötzlich fliegt ein Fußball durch Plapperkais Reifen und Hund Waldi springt hinterher, dicht gefolgt von Zomberts Freund Konrad. Der hatte seinen Fußball schon überall gesucht. Da er nun schon mal auf dem Friedhof war, konnte er ja auch gleich mit Zombert dort ein wenig üben. Zombert, der noch nie von Fußball gehört hat, muß auch noch kräftig üben, damit nicht immer all seine Gliedmaßen dem Ball hinterher fliegen. Doch Friedhofswärter Ignaz findet das gar nicht lustig, als der Ball mitten in seine schöne Torte fliegt. Oh je, das könnte Ärger geben!

Meine Jüngste hat sich total gefreut, daß der lustige Zombert Norbert, der alle seine Gliedmaßen abnehmen und neu zusammensetzen kann, nun ein zweites Abenteuer erlebt. Alle bekannten Figuren aus Band 1 sind wieder mit am Start, dennoch ist es nicht nötig, den ersten Band bereits zu kennen. Diesmal spielen nicht nur die Jungs Fußball, Plapperkai spielt auch mit Worten und es ist schon erstaunlich, wie viele Wörter ihm einfallen, in denen TOR! Vorkommt. Denn der Papagei kommentiert die Spiele. Einige seiner Kombinationen sind sehr witzig und man beginnt schon gleich zu raten, welches Wort er wohl als nächstes nimmt. Doch nicht nur, die Wortspielereien machen Spaß und Zomberts lustige Gliedmaßen, die ein Eigenleben zu haben scheinen, nein für Leseanfänger ist es auch richtig toll, daß die Kleinen den Großen zeigen wo es lang geht! Am Ende sind alle vom vielen Laufen (oder Lesen) so müde, daß sie erschöpft einschlafen. Zombert in seinem kleinen Sarg, mit den Beinen vor dem Grabstein. Einfach nur süß und überhaupt nicht angsteinflößend.

Die Illustrationen von Kai Pannen, der das Buch nicht nur geschrieben, sondern auch illustriert hat, sind wieder die absoluten Hingucker. Beim ersten Band dachten wir schon, daß er sich super für einen Trickfilm eignet (Trickfilmer ist Kai Pannen nämlich auch) und so gibt es für diesen Band auch einen recht langen Trickfilm Trailer.

Die Schrift ist sehr angenehm, schön groß und fett gedruckt in Fibelschrift, mit nicht allzu viel Text pro Seite, dafür aber große farbige Illustrationen. Untergliedert in angenehm kurze Kapitel, ist die Geschichte so fröhlich und lustig, daß die Kinder dann auch gerne freiwillig noch ein Kapitel mehr lesen und noch eins und noch eins. Es ist aber auch wirklich spannend, was sich Zombert und Co. als nächstes einfallen lassen.

So macht Lesen lernen Spaß und auch ältere Kinder lesen die witzigen Geschichten gerne. Wir haben alle viel gelacht und gestaunt, während die Jüngste vorlas.

Veröffentlicht am 19.03.2018

Tolle Sounds, starke Stimmen, wahnsinns Geschichte

Heliosphere 2265 - Folge 9: Entscheidung bei NOVA
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Das Universum im Jahr 2265, die Solare Union ist nach einem Putsch von Genaral Björn Sjoberg am Zerbrechen. Doch nicht alle wollen sich den Plänen Sjobergs unterwerfen. Nachdem die Crew der Hyperion unter ...

Das Universum im Jahr 2265, die Solare Union ist nach einem Putsch von Genaral Björn Sjoberg am Zerbrechen. Doch nicht alle wollen sich den Plänen Sjobergs unterwerfen. Nachdem die Crew der Hyperion unter dem Kommando von Captn. Jayden Cross, dank der Hilfe von Admiral Santana Pendergast und der „Torch“ im letzten Moment entkommen konnten, wähnen sie sich in relativer Sicherheit. Immer mehr Raumschiffe und Stationen schließen sich den Rebellen gegen Sjobergs Diktatur auf Terra an. Die Rebellenflotte macht sich auf den Weg zur Raumstaion „Nova“, dort sollen die implantierten Kill-Chips entfernt werden und die Verwundeten mit Hilfe der gestohlenen Nano-Partikeln geheilt werden. Doch die Ruhe trügt. Nicht nur die Rebellen planen und schleusen Agenten bei den Putschisten ein, auch Sjöberg ist nicht untätig. Er hat einige strategisch wichtige Offiziere der Rebellen in seiner Gewalt und schreckt vor nichts zurück, um ihnen ihre Geheimnisse zu entlocken. Tess Kensington setzt alles daran, sie wieder zu befreien, doch um welchen Preis?
Diese Folge ist taktisch sehr interessant und es werden noch mehr bislang verborgende Hintergrundinformationen preisgegeben. Das Gesamtbild setzt sich immer präziser zusammen, doch Sjoberg, scheint ihre Strategien vorher zu sehen und plant schon den Gegenschlag.
Auch diesmal gibt es Angriffe und Explosionen, doch die Kämpfe stehen diesmal nicht im Vordergrund, sie sind vielmehr die Möglichkeit die strategischen Taktiken zu demonstrieren. Während die Rebellen versuchen keine Unschuldigen zu opfern, ist Sjoberg jedes Mittel recht. Er kennt keine Moral, sondern nur sein Ziel der absoluten Herrschaft über die bisherigen Mitgliedssterne der Solaren Union. In dieser Ruhe nach und vor dem Sturm, gibt es Raum für menschliche Gefühle und Romanzen. Während man dem Liebesgeplänkel der Paare lauschen kann, war ich allerdings bisweilen aufgeschmissen, weil mir nicht immer völlig klar war, wer da mit wem turtelt. Mir hat das der Blick ins Booklet und das Ausschlußprinzip geholfen. Hätte ich das Ebook vom Datenträger auf meinen E-Book-Reader gezogen und erst die Buchvorlage gelesen (was mich allerdings technisch überfordert) hätte ich keine Verständnisprobleme gehabt. Doch auch andere Teilnehmer der Hörrunde bei der ich mitmachen durfte, hatten diesen Hörspiel-typische Problem. Einfach die Namen öfters in den Dialog einzubringen hätte echt geholfen.
Im Booklet gibt es eine Übersicht sämtlicher Sprecher, einen Steckbrief von Doktor Petrova und einen kurzen Überblick über ihre Rolle in den bisherigen Folgen. Das ist sehr hilfreich, um sich das bisher Geschehene ins Gedächtnis zurück zu rufen.
Ansonsten waren die Soundeffekte aber wieder richtig klasse. Mit dem Allround-Sound im Auto klingt es wirklich bombastisch. Auch die Heliosphere-Theme klingt richtig klasse, die richtige Mischung aus Pathos, Triumph und Spannung. Ich freue mich immer wenn sie eingeblendet wird, besonders beim Prolog. Ganz toll finde ich ja die Stimme von Anke Reitzenstein, als Adm. Pendergast. Sie ist total prägnant und dabei doch warm und wirklich angenehm und vielen aus TV-Serien z.B. der Krimiserie Bones bekannt. Aber auch andere Sprecher wie z.B. Maria Koschny, die Kirsten „Kirby“ Belflair spricht sind als Hörbuch- und/oder Synchronsprecher bekannt.
Eine wirklich tolle Folge, die mich wieder etwas erhellt hat. Trotz der kleinen Mängel im Dialogdrehbuch, ist es wirklich eine gute Folge, der ich gerne 4 von 5 Sternen gebe.

Veröffentlicht am 15.03.2018

Junge Helden mit Ecken und Kanten

Wie die Sonne in der Nacht
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Die junge Marie-Johanna ist ein vorbildliches Mädchen, daß interessiert ist und sich engagieren möchte. Doch dann kommt Nils in ihre Klasse, er brennt für seine Ideale, will die Welt verbessern und sieht ...

Die junge Marie-Johanna ist ein vorbildliches Mädchen, daß interessiert ist und sich engagieren möchte. Doch dann kommt Nils in ihre Klasse, er brennt für seine Ideale, will die Welt verbessern und sieht in ihr, was noch nie jemand in ihr sah. So kommt es, daß sie ihr wahres Ich sucht, sich fortan Mara nennt, ihn bei seinen Umweltaktionen begleitet, auch wenn diese nicht ganz so legal sind, läßt sich einen kleinen indianischen Fuchs auf die Brust tätowieren und geht für ein Jahr nach New Mexiko, USA. Gegen Ende ihres Aufenthaltes in der Familie eines Professors für indigene Völker, wird sie von Nils versetzt und macht sich alleine auf, die Gegend zu erkunden. Dabei fällt ihr ein geheimnisvoller, gutaussehender Junge quasi vor die Füße. Er wurde angeschossen und hat seinen Namen und seine Sprache vergessen. Da ihre Reise mit Nils nun ausfällt, beschließt sie ihm zu helfen und fährt mit ihm in die Indianerreservate, dorthin, wo „Weiße“ keinen Zutritt haben. Ihr eröffnet sich eine völlig neue Welt der Mythen und Riten. Während sie versucht herauszufinden, wer der Junge ist und wer ihn angeschossen hat, lernt sie auch eine Menge über sich selbst.
Ganz zu Beginn war mir die Heldin noch sehr sympathisch. Vernünftig, engagiert, kritisch, doch dann kam der strahlende Nils, der Rebell und sie legt sogar ihren eigenen Namen ab. Für mich eine Verabschiedung von der eigenen Identität. So etwas finde ich eigentlich immer sehr traurig und bedenklich. Es wunderte mich daher nicht wirklich, als sich Nils letztendlich als gar nicht so toll entpuppte, selbst für Mara nicht, ich fand ihn ja nie toll. Diese Erkenntnis und diese Ratlosigkeit von ihr, was nun? Das war doch alles gar nicht so geplant! Ihr Treibenlassen, das zu weiteren für sie unliebsamen Folgen führte, fand ich sehr interessant und sehr bezeichnend für dieses Alter. Eine prima Warnung für die jungen Hörerinnen. Mara war mir also nur sehr mäßig sympathisch, aber gerade interessant, weil sie so ganz anders handelt, als ich es getan hätte. Der Junge, ohne Namen, der ihr quasi vors Auto fällt, hatte aber sofort die Faszination des Fremden, der völlig anderen Kultur. Er ist in den Bergen fernab der Weißen aufgewachsen, alleine mit seiner Gehörlosen Mutter und seinem sehr traditionsverhafteten Großvater, einem ehemaligem Anführer seines Volkes. Von ihm wird er ganz traditionell zum Regenpriester erzogen, ohne Entertainment, eins mit der Natur. Dadurch wirkt er bisweilen recht unbedarft und gleichzeitig sehr weise und reif. Maras typisches Verhalten für die westliche Zivilisation, das Fragen, statt Beobachten irritiert ihn. Es sind diese feinen Unterschiede, im Aufeinandertreffen der Kulturen, die sehr besonders sind. Diese werden noch ergänzt durch eine Liebesgeschichte, die die Altersempfehlung frühestens ab 14 Jahren rechtfertigt, d.h. es bleibt nicht beim Anhimmeln und Händchenhalten.
Doch ist die Frage noch ungeklärt, wieso er überhaupt angeschossen war? Das bleibt lange Zeit ein Rätsel, daß sich erst nach und nach den Hörern erschließt, wie auch Kayemos Familiengeschichte. Hier kann man sich noch auf einige spannende Momente mit Gänsehaut gefasst machen.
Jodie Ahlborn gefällt mir wieder sehr gut. Ich mag ihre Stimmlage, ihr Sprechtempo und ihre deutliche und bewegte Sprechweise. Auch vom Alter her erscheint ihre Stimme für die junge Mara passend.
Aleksandar Radenkovic war mir bislang kein Begriff. Seine Stimme ist ebenfalls sehr angenehm, wohl moduliert und bringt die Emotionen gut rüber. Allerdings klingt für mich seine Stimme zu alt, also so ca. 27 Jahre, nicht alt, aber zu alt für Kayemo. Sobald er aber die Älteren Pueblo-Indianer spricht, wird es für mich richtig passend, auch Passagen, die er für Mara übernimmt gefallen mir. Es sind nämlich zwei verschiedene Sprecher, die jedoch nicht ausschließlich die männlichen oder weiblichen Parts sprechen. Dennoch kommt man nicht durcheinander, es ist immer offensichtlich wer handelt oder spricht. Das ist insofern sehr gut umgesetzt worden.
Die Hauptfiguren sind noch sehr jung und müssen sich selbst finden, sie durchlaufen noch einen Reifungsprozess. So hatte ich schon meine Befürchtungen, dass es letztendlich ein Happy End im Sinne, und wenn sie nicht gestorben sind, geben würde. Aber Antje Babendererde hat es geschafft ein wirklich passendes Ende ohne Kitsch und Pathos, sondern sehr viel Freiraum für ihre jungen Helden zu schaffen. Es ist irgendwie abgerundet und dennoch offen, das hat mir wirklich sehr gut gefallen. Es passt auch zu Mara, der ich auch durchaus wünsche, ihre eigene Identität noch weiter zu verfestigen.
Sehr gut gefällt mir die Gestaltung der Tonträger, passend zu den leuchtenden Farben der immer wieder erwähnten Slotcanyons mit ihren indianischen Wandzeichnungen. Jeder einzelne Tonträger ist anders gestaltet.
Alles in allem sehr abwechslungsreich und voller interessanter Einblicke in eine fremde Welt, die ernsthaft bedroht ist. Mir war die Geschichte zu schade, um sie als Gute-Nacht-Geschichte zu hören, da man sonst zu leicht wichtige Informationen verpasst.
Für mich mal eine sehr ungewöhnlich Geschichte, der ich sehr gerne gefolgt bin.
4,5 von 5 Sternen

Veröffentlicht am 11.03.2018

Ganz schön spannend bei Kira

Kira, Band 02
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Die Sommerferien sind rum und Kira fiebert schon ihrem ersten Tag als Connors Pferdepflegerin entgegen. Ob sie wohl alles falsch macht, oder ob sie mittlerweile von Jule, der großen Schwester ihrer Klassenkameradin ...

Die Sommerferien sind rum und Kira fiebert schon ihrem ersten Tag als Connors Pferdepflegerin entgegen. Ob sie wohl alles falsch macht, oder ob sie mittlerweile von Jule, der großen Schwester ihrer Klassenkameradin Johanna, so viel gelernt hat, das alles gut geht? Doch kaum hat sie Connor so richtig toll zu recht gemacht, da taucht die stylische Katarina auf dem Hof auf und will die Ponys Probereiten, um eines zu kaufen. Ausgerechnet Kiras Connor sucht sie sich als erstes aus und als sie ihn nach einer Stunde Ausritt zurück bringt ist Connor nassgeschwitzt und total erschöpft. Kira bangt darum, daß Katarina sich doch bitte ein anderes Pony aussuchen wird, aber gerade an Connor scheint das ältere Mädchen einen Narren gefressen zu haben. Werden sie schon wieder getrennt, kaum daß Kira und Connor einander gefunden haben?
Dieser zweite Band schließt unmittelbar an den ersten Band „Ein Riesenstück Ponyglück“ an, ist aber durchaus auch eigenständig lesbar. Da auch dieser Band im vorderen Einband alle Hauptpersonen und Ponys mit Bild und Namen abgebildet hat und im hinteren ein Darstellung des Reiterhofs. Während des Lesens liebte es meine Tochter (8 Jahre) immer wieder zu den Ponybildern mit Namen zurückzublättern. Die Illustrationen von Cathy Ionescu sind teilweise dreifarbig (schwarz/weiß/lila) und lockern die Seiten mit großer Schrift auf.
Die Reihe setzt keinerlei Reitkenntnisse voraus und erklärt wunderbar, was was ist. So muß ich zugeben, daß ich die Anweisungen der Reitlehrerin Frau Wickert nicht verstanden hätte, wenn nicht Jule zuvor Kira alles in aller Ruhe erklärt hätte. So kann man mit Kira von Band zu Band mehr Pferdefachbegriffe lernen und auch sein Verständnis für Pferde und die Reiterwelt erweitern. Wirklich ideal für Mädchen die Reiten lernen wollen.
Aber nein, es ist kein Lehrbuch für Reitanfänger. Es ist vielmehr eine wirklich gefühlvolle und sehr altersgerechte Schilderung der Erlebnisse einer jungen Pferdenärrin, der nicht alles in den Schoß fällt, sondern die sich ihren Traum erarbeitet und in diesem Band sondern wirklich erkämpft. Denn während es in Band 1 darum ging alle Personen und Ponys kennenzulernen und wird es im zweiten Band ganz schön brenzlig für Kira. Kaum scheint ihr Traum vom Ponymädchendasein zu verwirklichen, scheint er auch schon zu zerplatzen. Kira ist ziemlich verzweifelt und will nicht einfach aufgeben. Zu pony-glücklich-kribbelig war ihr Start in ihren ersten Tag als Connors Pferdepflegerin und dieses Glück will sie sich auf keinen Fall nehmen lassen. Auch Kiras Wut über die Ungerechtigkeit, die ihr widerfährt können 8 Jährige wirklich sehr gut nachvollziehen. Sowohl die Geschichte, als auch Kiras Gefühls- und Gedankenwelt sind absolut altersgerecht.
Was meiner Tochter auch sehr gut gefällt, ich das ambivalente Verhältnis zu Johanna. Besonders der Satz „ Weil das mit Johanna eben so eine Sache ist. Mal ist sie nett und mal ist sie… puh… eine richtige Ziege“ hat es ihr angetan. Solche Klassenkameradinnen kennt jedes Kind, in unserem Fall die große Schwester die tatsächlich so heißt und es ist ja auch eine sehr treffende Beschreibung für „Geschwisterliebe“, die ja auch oft recht zwiespältig ist.
Hier wird nicht gezaubert oder geflogen, mit Kira gibt es ehrliche Abenteuer, wie sie wirklich vorkommen können, aber nicht minder spannend oder warmherzig sind.

Veröffentlicht am 11.03.2018

Ein neuer Stern am Ermittlerhimmel

Planetenpolka
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Stella Albrecht ist Anfang 30, hat Psychologie studiert, arbeitet aber sehr zum Leidwesen ihrer Mutter Felicitas, einer respektablen Schulkonrektorin, genau wie ihre Oma Maria Schmidt, als Astrologin. ...

Stella Albrecht ist Anfang 30, hat Psychologie studiert, arbeitet aber sehr zum Leidwesen ihrer Mutter Felicitas, einer respektablen Schulkonrektorin, genau wie ihre Oma Maria Schmidt, als Astrologin. Hierzu hat sie sich einen Bereich in der Orangerie im Park von Marias Bochumer Villa eingerichtet. Diese herrschaftliche Villa teilen sich die drei Damen einer Familie, jeder bewohnt eine Etage, erarbeitet in Marias Zeit auf dem Rummel. Zu dumm nur, daß ihr Beruf auch beim anderen Geschlecht nicht gut ankommt, lediglich ihr bester Freund Ben, Journalist beim Ruhrgebietsanzeiger, kann darin einen gewissen Reiz sehen. Als sich dann eine reiche Erbin in spe unter falschen Namen von ihr ein Horoskop für ihre Erbtante erstellen lässt, um zu erfahren wann sie diese vor der Mord-und-Totschlags-Konstellation, der Mars-Pluto-Konjunktion, zu beschützen hat, ist sie verwirrt. Als Oma Maria ihr offenbart, daß jene Erbtante ihr alte Freundin Cäcilie von Breidenbach trotz attestierter bester Gesundheit, plötzlich verstarb, wird sie stutzig. Doch der von ihr aufgesuchte Kommissar Arno Tillikowski hält sie für wahnsinnig und schickt sie weg. Dennoch hat sich ein böser Verdacht in seinem Unterbewusstsein festgesetzt. Davon nichts ahnend, nehmen Stella, Maria und Ben Nachforschungen auf. Diese führen sie sowohl in die gehobene Bochumer Gesellschaft, als auch in die Abgründe des Kiez.
Dieses ungewöhnliche Ermittlerteam muß man einfach mögen, dafür muß man überhaupt keinen Zugang zu Esoterik oder Astrologie zu haben, denn Stella setzt ihre Kenntnisse aus ihrem Studium über Mikromimik und Antizipation ein – ganz seriös und erfolgreich. So wird sie auch nicht als Scharlatanin dargestellt, die nur den Leuten das Geld aus der Tasche zieht, sondern mehr als Lebensberaterin für diejenigen, die sonst wohl nie den Weg zu einem Therapeuten finden würden. Keine Sorge, die Gauner der Zunft bekommen schon noch ihr Fett weg, auf sehr unterhaltsame Art und Weise, wenn man mit Maria und Stella, einem Vortrag eines Selbstdarstellers der Astrologie folgen darf.
Sehr interessant finde ich die Ausgangssituation der Figuren, die zwei schillernden Schausteller Maria und ihre langjährige Flamme Otto, im krassen Kontrast zu Felicitas und Arno, die von so einem Spökes nichts wissen wollen. Stella und Ben hingegen nehmen das Beste aus beiden Welten und sind eigentlich sehr zufrieden damit. Doch wird Ben immer „nur“ Stellas bester Freund bleiben, oder wird Arno irgend mal wann seine Scheu vor Stellas Berufung verlieren? Aus das sind spannende Fragen, die einen weiteren Folgen dieser Krimödie entgegenfiebern lassen.
Eingefleischte Thrillerfans, werden bei diesem Fall nicht auf ihre Kosten kommen, aber sie sind nicht die Zielgruppe. Diese Krimödie soll Spaß machen und gut unterhalten. Die Spannung ist vor allem dem Showdown vorbehalten. Bei diesem geht es dann aber auch wirklich zur Sache und die Ereignisse überstürzen sich. Bis es jedoch soweit ist, kann die geneigte Leserin sich an verbalem Schlagabtausch und Ruhrpottslang auf dem Kiez und mit Otto erfreuen. Aber keine Sorge, auch Nordlichter und Bayern sollten das gut verstehen können.
Da Bochum ja schon etwas feiner ist als Duisburg, gibt es hier keine Laubenkolonien, sondern bislang Gründerzeitvillen, auch der Hochzeit der Kohle- und Stahlindustrie. Das macht aber nichts, denn Stella möchte ja kein Abklatsch von Lotte Mincks erfolgreicher Loretta Luchs (einer Ermittlerin, die ihr Geld an einer Erotik-Hotline verdient), sondern eigenständig sein. Gewisse Parallelen werden einem beim Lesen schon auffallen, wenn man Loretta kennt, aber das ist eigentlich der Garant dafür, daß man dann auch diese Serie mag.
Für Fans locker, leichter Krimiunterhaltung mit Herz und Humor ein vielversprechender Serienstart.