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Veröffentlicht am 09.04.2020

Einfach schön!

Royal Horses - Kronenherz
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Aus beruflichen Gründen ziehen Gretas und Jordans Eltern alle paar Jahre in ein anderes Land. Als ihr Bruder in London ein Studium beginnt, will Greta nicht mehr bei ihren Eltern bleiben, sondern in London ...

Aus beruflichen Gründen ziehen Gretas und Jordans Eltern alle paar Jahre in ein anderes Land. Als ihr Bruder in London ein Studium beginnt, will Greta nicht mehr bei ihren Eltern bleiben, sondern in London zur Schule gehen. Doch dort gerät sie in gefährliche Kreise und die Situation gerät völlig außer Kontrolle. Sie will nur noch weg, will Abstand, sich verkriechen, untertauche. Sie fühlt sich verletzt und verunsichert und das widerspricht allem, was sie bislang von sich, der toughen Rothaarigen zu wissen glaubte. Der Patenonkel ihres Bruders bietet ihr daraufhin die Möglichkeit die Ferien als Praktikantin auf dem abgelegenen und bewachten königlichen Gestüt zu verbringen, dessen Leitung er vor einigen Jahren übernommen hat. Obwohl sie weder mit Pferden noch mit dem Hochadel bislang etwas am Hut hatte, willigt sie ein. Die Pferde scheinen ihr eine innere Ruhe zu vermitteln, ganz anders als Edward, der heimliche Pferdeflüsterer und beste Freund von Prince Tristin. Aber sie hatte ja auch überhaupt keine Ahnung, wer der arrogante Typ war, mit dem sie zuvor, in der Katastrophennacht in London aneinander geraten war und dass Prince Tristin auf dem königlichen Gestüt auftaucht, stand so auch nicht im Protokoll. Greta fühlt sich völlig überfordert, kann sie so die Ruhe finden, die sie braucht, oder steuert sie auf die nächste Katastrophe zu?

Irina Salkow hat eine warme melodiöse Stimme, die sympathisch ist und der man gerne zuhört. Dennoch empfinde ich sie nicht als optimale Wahl, denn ihre Stimme klingt für meinen Geschmack zu reif und vernünftig, nicht nach dem überschäumenden Hitzkopf, als der sich Greta immer wieder erweist. Auch wenn sie für mich nicht nach einem sechzehnjährigen Temperamentsbündel klingt, mag sie das Ohr zu fesseln, die Gedanken schweifen nicht ab, man hört auch in den ruhigeren Szenen gebannt weiter zu.

Die Geschichte beginnt mit einem Prolog, der andeutet, dass Greta in großen Schwierigkeiten steckt und den Hang hat, eine schlimme Situation, durch unerüberlegtes Handeln bisweilen noch schlimmer zu machen. Ihre Impulsivität ist bisweilen schneller als ihr Verstand, wobei sie keineswegs dümmlich ist, nur eben etwas hitzig. Dafür zeigt sie Mumm und Entschlossenheit. Da könnte es auf einem ruhigen Gestüt vielleicht etwas langweilig für die Großstädterin werden. Doch schnell stellt sie fest, dass das königliche Gestüt einer großen Familie gleicht. Um Diskretion sicherzustellen, wohnen die meisten Mitarbeiter auf dem Gelände und sind alle schon seit Jahren dort. Einige sind dort sogar aufgewachsen und daher seit Kindertagen mit dem königlichen Nachwuchs befreundet, wenn sie auch das Blitzlichtgewitter nicht fürchten müssen. Eigentlich fühlt sich Greta sehr wohl, würde sie sich nicht durch unüberlegte Bemerkungen immer wieder in Schwierigkeiten bringen, die ihr vor allem Edward nicht verzeihen will. Warum fasziniert sie dieser Typ nur so sehr, wo er doch zu Pferde deutlich netter ist, als zu ihr? Prince Tristin, der hier aus Sicherheitsgründen nur James genannt wird, ist da völlig anders. Mit ihm ist alles viel unkomplizierter, eigentlich, denn sein Titel und seine Stellung, bereiten auch im Umgang mit dem entspanntesten Typen Schwierigkeiten. Mit Greta taucht man ab in eine Welt der Ruhe, wie die Pferde sie zu vermitteln vermögen. Sie spiegeln die eigene Seele und helfen, sich selbst zu begreifen. Auch für nicht Pferdemädchen sind diese Szenen interessant, da es nie nur um die Tiere selbst geht, sondern immer auch um Beziehungen oder menschliche Nöte. Mit ihren 16 Jahren ist Greta noch recht jung und muss mit jeder Menge Probleme und Verantwortung klar kommen. Mit ihr erlebt man eine Achterbahn der Gefühle, die einen aus dem eigenen Alltag entführt und träumen lässt. Romantisch, verwirrend und fesselnd, konnte ich nicht mehr aufhören weiterzuhören! Ab 12 Jahren. 4,5 Sterne.

Für mich war dies das optimale Hörbuch zur Ablenkung und für ein schönes Wechselbad der Gefühle in Corona-Zeiten!

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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.04.2020

Ein Herzenshörbuch

Liliane Susewind - Ein Eisbär kriegt keine kalten Füße
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Dies ist der 11. Band der Lilliane Susewind Reihe, die zu Recht ein Dauerbrenner ist. Die Bände müssen nicht zwangsläufig in der chronologischen Reihenfolge gehört werden, um sie zu genießen.

Lilliane ...

Dies ist der 11. Band der Lilliane Susewind Reihe, die zu Recht ein Dauerbrenner ist. Die Bände müssen nicht zwangsläufig in der chronologischen Reihenfolge gehört werden, um sie zu genießen.

Lilliane Susewind ist inzwischen 11 Jahre alt. Seit bekannt wurde, dass sie mit Tieren sprechen kann, war der Presserummel um sie groß und sie ist noch immer fotoscheu. Doch langsam bessert es sich und sie kann sich wieder freier bewegen.
Während der Hochzeitsvorbereitungen der Zoodirektorin Evelyn Essig-Steinmeier und dem Tierparkdirektor Herrn Grimm-Hartmüller auf Hochtouren laufen, kommt ein Hilferuf eines anderes Zoos an: Das Eisbärenkind Milky hat seine Mutter infolge einer Krankheit verloren und ist nun verwaist. Eisbärenmänner scheren sich nicht um den Nachwuchs, könnte dann nicht der Zoo, in dem die berühmte Tierdolmetscherin Lilliane Susewind arbeitet, weiterhelfen? Eisbärenkinder sind in Zoos sehr beliebt, doch ihre Aufzucht ist schwierig! Aber natürlich will Lilli dem Kleinen in Not gerne helfen. Allerdings entpuppt der sich als eisgezeichneter Frechdachs! Er ist wild und liebt es zu kitzeln. Seine Energievorräte scheinen unerschöpflich!
Auch der neue Tierarzt Dr. Schrummfinkel ist von Milky ebenso fasziniert wie von den Ligern und den Hängebauchschweinferkeln. Ständig macht er irgendwelche Fotos, was nicht nur Lilli nervös macht. Selbst die Tiere mögen ihn nicht, was stört sie nur so sehr?

Vor3 Jahren habe ich das Buch mit meinen Töchtern gelesen. Dieser Band ist eindeutig der Lieblingsband meiner Großen (12) die Milky so sehr ins Herz geschlossen hat, dass wir unbedingt noch das Hörbuch brauchten. Auch wenn mit dem hochbegabten gutaussehenden total beliebten Jesajah ein Junge eine zentrale Figur einnimmt, dies ist eindeutig ein Mädchenbuch. Das läßt sich aber auch schon an dem zuckersüßen Cover entnehmen. Ja, denn die Geschichte ist auch süß, aber nicht unerträglich süß, sondern genau richtig. Denn in ihr steckt noch viel mehr! Es ist teilweise so spannend und dramatisch, daß meine Töchter ganz still wurden um zu lauschen. Die Kleine hatte Tränen in den Augen so unerträglich spannend und auch ungerecht fand sie das Geschehen. Da das Buch ab 8 Jahren zum Selberlesen empfohlen wird, gibt es natürlich ein wirklich glückliches Ende.
Sehr lustig fanden die Mädchen, wie Milky den Tierarzt in Schrumpf-Pinkel umtaufte, wir überlegten uns, daß Schlumpf-Pinkel auch lustig wäre und so wurde auch die Sprachkreativität angeregt. Milky ist zwar ein ganz Wilder, hat aber im Nu die Herzchen der Kinder erobert! Sein höchstes Lob eisgezeichnet ist bei uns ebenso in den alltäglichen Sprachgebrauch übergegangen wie: „Oh, wie schön, ich habe kalte Füße!“ Nebenbei erfahren die jungen Hörer natürlich auch einiges über die jeweiligen Zootiere. Eisbärenmänner kümmern sich nicht um den Nachwuchs. Ein Punkt über den wir bis dato nie nachgedacht haben. Die Kinder eines männlichen Löwen und eines weiblichen Tigers heißen Liger und gibt es tatsächlich (das mußten wir doch nachschauen!). Das Buch dreht sich um Freundschaft, Verantwortung und Hilfsbereitschaft für Tiere und daß man auch mal was wagen muß. Nicht zuletzt stellt Lilli auch fest, wie sehr sie an ihrer Gabe hängt und dass sie gar nicht mehr traurig darüber ist, dass sie nicht so ist wie andere Mädchen. Wir finden es auch toll, daß Lilli anders ist! Sonst hätten wir nicht so mit ihr gebibbert, gelacht und mitgefiebert! Meine Jüngste findet diesen Band zu traurig, den Verlust von Milkys Mutter mag sie nicht. Aber ich gebe meiner Großen recht, dass dieser Band dennoch auch einer der lustigsten ist. Die Haustiere Frau von Schmidt und Bonsai laufen geradezu zu Hochform auf und Milky ist einfach zu drollig!

Johannas Meinung: Dies ist mein absoluter Lilli-Lieblingsband! Die Geschichte hat mir sehr gut gefallen, da sie mit viel Liebe und Herz geschrieben ist. Ich habe mich während des Hörens immer so gefühlt, als würde ich in die Geschichte eintauchen. Besonders witzig sind wieder Frau von Schmidt und Bonsai. Catherine Stoyan trifft bei Frau von Schmidt genau ihren Ton und Charakter, vornehm und ein bisschen eingebildet, mit dem Herz am rechten Fleck. Sie gibt jeder Person immer eine eigene Stimme. Die von Milky fand ich zu Beginn nicht so passend, aber als ich mich eingehört habe, fand ich sie o.k. Milky ist total süß und die Vorstellung, dass Eisbären kalte Füße bekommen könnten, richtig witzig.

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Veröffentlicht am 07.04.2020

Wunderschöner Reihenauftakt

Die Schule der kleinen Ponys - Ein Heuhaufen voller Geheimnisse
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Monka (genannt Mo) Winter ist 10 Jahre alt und lebt den Traum vieler Mädchen: sie wächst auf dem elterlichen Gestüt auf, auf dem sowohl edle Großpferde gezüchtet, als auch Ponys in der Ponyschule ausgebildet ...

Monka (genannt Mo) Winter ist 10 Jahre alt und lebt den Traum vieler Mädchen: sie wächst auf dem elterlichen Gestüt auf, auf dem sowohl edle Großpferde gezüchtet, als auch Ponys in der Ponyschule ausgebildet werden! Jetzt, da endlich die Sommerferien anfangen, kann sie die warmen Tage mit ihrem Pony Dr. Paul richtig genießen. Doch ihre Mutter die bekannte Springreiterin bricht sich bei einem Unfall den Arm und benötigt nun Unterstützung. Solange ihre Mutter verhindert ist, soll sie selbstständig die Ponyschule übernehmen.Vor so viel Verantwortung hat Mo echt Bammel. Ob sie das wohl alleine schafft? Außerdem muss sie mit Eugen, ihrem Patenonkel und Stallmeister und ihrem Bruder Ben beobachten, wie Flex, das Leitpony das Gatter öffnet und die Herde freilassen will. Einer unbekannten Reiterin gelingt es, Flex zurück zu drängen und das Gatter wieder zu verschließen. Wer ist diese Unbekannte und warum ist sie schneller geflohen, als sie sich bedanken können? Mo scheint ein aufregender Sommer bevorzustehen.

Wenn man das Buch zur Hand nimmt, fällt einem sofort die liebevolle Gestaltung auf. Nicht nur die fröhlichen Farben, die auch die Illustrationen im Inneren leuchten lassen, nein, gleich im Einband ist eine bunte Lagekarte von Hof und Umgebung abgedruckt. Neben den zahlreichen Illustrationen ranken sich auch kleine Grashalme mit Wiesenblumen um die Seitenzahlen, was einfach süß aussieht. Neben diesen gibt es auch noch liebevoll gestaltete Listen, die Mo benötigt, um ihren Lesern das Leben auf dem Hof und seine Abläufe besser zu erklären und auch für ihr Lieblingskeksrezept für Schoko-Hafer-Kekse und eine Bastelanleitung für ein passendes Lesezeichen zum Buch. Leider war Mo wohl etwas übereifrig beim Backen, denn sie hat bei der Zutatenliste das erforderliche Ei vergessen aufzuzählen. Wenn man aber das wirklich einfache und gut nachzubackende Rezept ordentlich durchliest, fällt einem diese kleine Panne direkt im 1. Arbeitsschritt auf. Wir haben das Rezept gleich nachgebacken, als Hausaufgabenmotivationshilfe in Corona-Zeiten, da wir alle Zutaten vorrätig hatten und so wenig Mehl benötigt wird, dass auch in Zeiten der Mehlknappheit backen noch möglich ist. Es ist sehr einfach und sehr lecker! Das sollen wir nun öfters backen!

Mo ist ein selbstbewusstes junges Mädchen mit einem großen Herzen für ihre Familie, die Familientiere und besonders ihr eigenes Pony Dr. Paul, dass durch nichts aus der Ruhe zu bringen ist. Ihr Leben ist für viele Leserinnen ein Traum, der wird ihnen auch nicht genommen, denn Mo ist mit ihrem Leben rundum zufrieden, trotz der Sorgen und Nöte, die sie in diesem Auftaktband beschäftigen. Denn natürlich kommt Mo hinter das Geheimnis der fremden Reiterin, eines Mädchens in ihrem Alter, das ausgesprochen gut Reiten kann und sogar ihr noch etwas beibringen kann. Nun haben sie ein gemeinsames Geheimnis und planen zusammen, wie sie.... aber das ist ja pssst! Geheim! Diese Geschichte wird aus der Ich-Perspektive erzählt und man fühlt sich dadurch sofort mit Mo verbunden und kann gleich auch mit ihr kichern, während Mo die Wahrheit hinter dem Unfall ihrer Mutter verrät, der dieser so peinlich ist, dass sie es nicht verraten will. Dass Mo auch Schwächen und Ängste hat, macht sie nur noch sympathischer und bringt sie den Leserinnen gleich näher. Meine Jüngste die so alt ist wie Mo, meinte gleich, dass sie sich die Leitung der Ponyschule wohl nicht zutrauen würde, aber das macht Mo ja selbst auch mordsmäßigen Respekt! Der Showdown ist sehr aufregend und altersgerecht. Natürlich löst sich alles in Wohlgefallen auf und man kann sich bereits auf die nächsten Abenteuer dieser Sommerferien mit Mo und ihrer geheimnisvollen neuen Freundin freuen!

Sehr schön finde ich, dass auch in diesem Buch vermittelt wird, wie wichtig es ist, dass Ponys und Pferde ihren Reitern vertrauen können. Das erreicht man am Besten dadurch, dass man ihnen nicht seinen Willen aufzwingt, sondern auch ihre Bedürfnisse berücksichtigt. Das mag zwar die Ausbildungszeit verlängern, lohnt sich aber allemal, da ein entspannterer Umgang am Ende winkt.

Das Schriftbild ist sehr augenfreundlich und entspannt für junge Leser. Die Kapitel haben eine überschaubare Länge und werden mit witzigen Überschriften, die die Neugier wecken und hühnerstarken Vignetten, eingeleitet.

Ein sehr schöner Auftaktband, der bei jungen Pferdefans die Liebe am Lesen wecken kann!

Wir bedanken uns ganz herzlich bei der Lesejury für dieses Leserundenexemplar!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Geschichte
  • Stimmung
  • Fantasie
Veröffentlicht am 05.04.2020

Toll gelesen!

Night of Crowns. Spiel um dein Schicksal
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Die siebzehnjährige Alice Salt ist mit ihrer alleinerziehenden Mutter vor gar nicht allzu langer Zeit umgezogen. Dennoch konnte sie sich an der neuen Highschool schnell einleben und hat in der temperamentvollen ...

Die siebzehnjährige Alice Salt ist mit ihrer alleinerziehenden Mutter vor gar nicht allzu langer Zeit umgezogen. Dennoch konnte sie sich an der neuen Highschool schnell einleben und hat in der temperamentvollen Chefcheerleaderin Cordy gleich am ersten Tag eine beste Freundin gefunden. Zwischen ihr und Peter, dem Quarterback der Footballmannschaft knistert es. Doch alles wird anders, als sie mit ihnen eine verbotene Party im Wald bei den exklusiven Privatinternaten Chesterfield und St. Barrington besucht. Nach einer schrecklichen Begegnung alleine im Wald dort, hat sie das Gefühl den Verstand zu verlieren. Sie fühlt sich von Spinnen verfolgt, die außer ihr niemand sehen kann. Ihre schulischen Leistungen sacken ab und auch im Cheerleading Team verliert sie ihren Stammplatz. Ihre einzige Chance scheinen Ferienkurse im Edelinternat Chesterfield zu sein, wenn sie das Schuljahr nicht wiederholen und ihr altes Leben zurück bekommen möchte. Dort ist alles fremd und ungewohnt und irgendwie macht es sie unglaublich müde, sie könnte ewig schlafen. Die Schüler sind zwar etwas extravagant. aber offen und sympathisch, vor allem der blonde Schulsprecher Vincent, zu dem sie sich gleich hingezogen fühlt. Schräg und beängstigend wird es allerdings, als sie erfährt, dass Vincent der weiße König in einem Schachspiel gegen St. Barrington ist. Denn beide Schulen haben eine tödliche Partie eröffnet, die so lange dauert, bis einer der Könige schachmatt und damit tot ist. Die Schüler sind die Spielfiguren und Alice muss sich entscheiden, für welche Seite sie spielt. In Curse, der sprechenden Katze, mit der der Albtraum erst begann, scheint sie allerdings eine geheime Verbündete zu haben.

Zuerst beginnt die Geschichte wie eine ziemlich typische, amerikanische Aschenputtel Version. Die brave, schöne Tochter, aus bescheidenen Verhältnissen, besten Noten und beliebte Cheerleaderin hat die Aufmerksamkeit des Schulprinzen geweckt. Dann kommt der harte Cut, als Alice einer unheimlichen sprechenden Katze mit dem unheilvollen Namen Curse begegnet und das Märchen zu einer Schreckensgeschichte wird. Denn der Name des Tieres ist Programm. Beide Schulen sind verflucht. Seit Generationen wiederholt sich dieser Wettkampf um Leben und Tod; immer wieder und es scheint kein Ende in Sicht. Mit dem 18. Geburtstag der Schulsprecher wird die Partie jeweils eröffnet. Beide Könige haben eine magnetische Ausstrahlung und scheinen um Alice Gunst zu buhlen, denn ihr kommt eine ganz besondere Rolle in diesem Stück zu. Sie, die keine Ahnung von den Regeln und den Verstrickungen hat, ist eventuell die Einzige die diesen Irrsinn beenden kann! Sie verfügt über besondere Gaben und Talente, wenn sie nur wüsste, welche es sind und wie sie diese beherrschen kann!

Bei dem Thema des Schachspiels auf Leben und Tod musste ich unwillkürlich an Harry Potter denken, doch diese Spiele haben nichts gemeinsam, außer, dass sie beide auf dem klassischen Strategiespiel basieren und todbringend sind. Diese Variante kommt mir jedoch grausamer und perfider vor, dauert sie doch auch viel länger. Alice als hilflose Schachfigur, die versucht ihr Leben wieder unter Kontrolle zu bekommen, obwohl sie wie ein Spielball zwischen den Mannschaften hin und hergeschoben wird, ist einem unwillkürlich sympathisch, auch wenn sie eigentlich als super kluge Cheerleaderin zu perfekt und glatt wirken könnte. Doch sowohl Köpfchen, als auch ihr akrobatisches Können sind in diesem Kampf erforderlich, möchte sie überleben. Dabei wird sie nicht nur von den Kämpfern bedroht, sondern auch von der Ungewissheit, dass sie nicht weiß, wem sie trauen kann und wem nicht. Mit ihr wird man in einen Strudel der Gefühle hin- und hergerissen. Beide Könige kämpfen um sie, doch kämpfen sie um sie als Person, oder ihre Rolle und Bedeutung im Spiel. Dabei finde ich die Erzählweise sehr interessant. Immer wieder werden Auszüge aus dem Spielerhandbuch eingeschoben, wodurch man die besonderen Eigenschaften und Bedeutungen einzelner Spielergruppen kennenlernt. Langsam setzt sich das Spiel wie ein Puzzele zusammen. Ebenso bruchstückhaft wird Alice von Visionen heimgesucht. Sie kann nicht einschätzen, ob es Halluzinationen oder Erinnerungen oder Erkenntnisse sind. Wer sind diese schönen jungen Menschen in der Kleidung längst vergangener Zeiten, die ihr immer wieder erscheinen und was hat ihr Schicksal mit dem ihren zu tun? Selbst Curse scheint ihr dort nicht weiterhelfen zu können und sie muss eine Entscheidung treffen. Die trifft sie und lässt den Hörer atemlos an einem Cliffhanger zurück. Wann geht es denn bloß weiter!?

Anders als bei Büchern, kommt für Gefallen und Missfallen eines Hörbuchs der Stimme eine ganz tragende Rolle zu. Oft entscheidet sie, ob das Hörbuch aus einer Geschichte mehr herausholen kann, als die Printversion. Madiha Kelling Bergner war mir kein Begriff und eine absolut postive Überraschung. Auch wenn sie deutlich älter als Alice ist, hört man es ihr nicht an. Die Cheerleaderin mit Köpfchen und Entschlossenheit hört man ihr ebenso an, wie ihre Angst, ihre Verzweiflung und vor allem ihre innerliche Zerrissenheit. Sehr lebendig variiert sie die Gefühle und Stimmungen der Geschichte mit ihrer Stimme, und verleiht auch den Erzähleinschüben ihre geheimnisvolle Nuance. Stets gut verständlich und deutlich, beherrscht sie die stimmliche Klaviatur der Emotionen und konnte mich voll und ganz überzeugen: eine Traumbesetzung!

Stella Tacks Stern am Urban-Fantasy/Romantasy Himmel geht gerade groß auf. Sie vermag es, mit knisternden Gefühlen, geheimnisvollen Plots und ausgefallenden Geheimnissen zu fesseln. Sie vermag es sogar, eine Geschichte mit jeder Menge unheimlicher Spinnen zu erzählen, ohne dass es ekelig wird! Da kann man noch auf einiges gespannt sein!

Dennoch hat mir nicht alles hundertprozentig gefallen. Der Einstieg hätte für mein Empfinden gestrafft werden können, aber vielleicht lag dies auch an den Erwartungen des Klappentextes, der Alice Vorleben eigentlich mit keinem Wort erwähnt. So ganz ohne dieses kommt die Geschichte jedoch nicht aus, ohne unglaubwürdig zu werden. Was wirklich für einige schwierig werden könnte, ist die Tracklänge. Die Tracks sind oft über eine halbe Stunde lang und einmal sogar 52 Minuten. Hört man die Geschichte per download oder PC ist das kein Problem, aber nicht jeder MP3-Player verfügt über eine Hörbuchfunktion, die sich die Stelle merkt, an der man zuvor unterbrochen hat. Für klassische Geräte ist die Tracklänge ein echtes Ärgernis. Da dies nun immer gängiger wird, habe ich lange nach einem Gerät mit entsprechendem Erinnerungsvermögen gesucht, damit ich nicht über jeden Energiesparvorgang verzweifle, weil ich mitten aus der spannendsten Szene herausgerissen werde.

Nichts destotrotz hat mir Alice schicksalhafte Geschichte richtig gut gefallen und ich werde den Ausgang der Partie auf jeden Fall weiter verfolgen!

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Veröffentlicht am 01.04.2020

Sehr cool!

Plötzlich: Millionär! (Band 1)
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Leo ist 12 Jahre alt, lebt in bescheidenen Verhältnissen, hat nette, verständnisvolle Eltern, einen besten Freund namens Masud und einen heimlichen Schwarm namens Miriam. Immer wenn er sie sieht, wird ...

Leo ist 12 Jahre alt, lebt in bescheidenen Verhältnissen, hat nette, verständnisvolle Eltern, einen besten Freund namens Masud und einen heimlichen Schwarm namens Miriam. Immer wenn er sie sieht, wird er stumm wie ein Fisch. Aber das ist nicht sein größtes Problem: er ist ein Türreisender! Ein bitte was? Ja, richtig gelesen, ein Türreisender. Immer wenn er eine Tür mit Hilfe der Klinke öffnet und sie durchtritt, kann es sein, dass er an einem völlig anderen Ort und zu einer völlig anderen Zeit landet und nicht einfach im Zimmer oder Flur nebenan. Das ist so schräg, dass er sich noch nie getraut hat, es jemanden zu erzählen, aus Angst, man könne ihn für verrückt halten. Was ihm so alles passiert, wenn er auf Türreise geht, ist bisweilen ganz schön krass und da muss er echt einfallsreich sein, um sich aus den Situationen zu befreien, in die er sich da hinein manövriert hat. Er weiß ja auch nicht, ob es hinter der nächsten Tür nicht noch schlimmer wird, oder ob er doch nur den Nachbarraum erwischt. Als er sich aus einer besonders brenzligen Situation durch eine Tür rettet traut er seinen Augen kaum: er steht in einem Palast mit livriertem Dienstboten. Ist er jetzt etwa Millionär?

Alle Welt hat gerade Probleme, aber doch nicht solche wie Leo! Die Idee der Türreisen finden wir total witzig und neu! Das glaubt einem aber doch auch wirklich niemand, gerade weil er keine Möglichkeit hat, sein Türenproblem zu beweisen!

Leo ist einem auf Anhieb sympathisch mit seiner offenen Art und seiner Schüchternheit gegenüber dem nettesten Mädchen überhaupt! Diese sympathische Art hilft ihm aber leider nicht weiter, als er mal wieder von einer Tür in eine nicht gerade gastfreundliche Parallelwelt katapultiert wird und die Flucht aus dieser es auch keineswegs besser macht. Wieviel kann Leo eigentlich noch ertragen und ist er kreativ genug, aus diesem Schlamassel wieder herauszufinden? Klar, schafft er das, immer und immer wieder. Sein Ideenreichtum ist bewunderswert und noch dazu ausgesprochen witzig! Noch witziger machen es allerdings die zahlreichen Illustrationen mit Comic-Sprechblasen oder Geräuschausdrücken. Offiziell wird diese neue Reihe des Dreamteams Bertram/Schulmeyer als Comicroman gelistet. Da meine Töchter ziemlich lesefaul sind, haben wir in der letzten Zeit viele Comicromane gelesen. Diese haben sich leider oft durch dünne Geschichten und viele Illustrationen mit kaum Text ausgezeichnet. Hier ist es anders. Diese Geschichte hat Substanz, Herz und Humor. Leo macht eine echte Entwicklung mit, er lernt die Welt in einem anderen Licht kennen, hinterfragt, auch sich. Das finden wir prima, vor allem, weil es mit stetigem Gekicher verbunden ist. Die Illustrationen sind zahlreich, ohne die Geschichte zu dominieren oder gar zu erschlagen. Sie tragen die Storyline und unterstreichen sie mit pointierten Strichen. Dadurch werden die Erlebnisse von Leo und seinen neuen Freunden bzw. seiner neuen Hauptbezugsperson Ludwig, viel unmittelbarer. Wir haben uns dadurch so in dieses Abenteuer verliebt, dass wir auf eine Fortsetzung hofften, wobei uns klar war, dass wir dann wohl auf den liebgewonnenen Ludwig würden verzichten müssen. Das ist wohl tatsächlich so, denn schon im Herbst wird Leo das nächste Türabenteuer erleben und wir freuen uns schon jetzt darauf!

Ein echter Lesespaß, der auch Lesemuffel begeistern kann mit seinem Humor, seinen Illustrationen und seiner Hintersinnigkeit. Oder wie meine Tochter (10) meint: sehr cool!

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