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Veröffentlicht am 18.11.2021

Tolle Mischung

Reitinternat Blossom Hill, Der Traum vom Sieg
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Das Michaelmas Term auf Blossom Hill beginnt und dieses Mal freut sich nicht nur Rosa auf ihre Schulzeit im Reitinternat, sondern auch Carmen. Nach einem sehr holprigen Start sind sie jetzt beste Freundinnen ...

Das Michaelmas Term auf Blossom Hill beginnt und dieses Mal freut sich nicht nur Rosa auf ihre Schulzeit im Reitinternat, sondern auch Carmen. Nach einem sehr holprigen Start sind sie jetzt beste Freundinnen und Charly, wie die heißblütige Spanierin genannt werden möchte, hat ganz schön an sich gearbeitet. Da ist es nur logisch, dass sie ein Team bilden wollen, als ihnen die Challenge einer Weihnachts-Quadrille im Dressurreiten gestellt wird. Lily ist zwar wieder genesen, wirkt aber deutlich trauriger. Was ist nur mit ihr los? Die Aufregung um die Dressuraufgabe wächst, aber auch die anstehende Herbstjagd (ganz ohne Tierquälerei) spornt Charlys Ehrgeiz an. Es kommt zu einem folgenschweren Unfall, der so einiges verändert!

Rückkehr ins Internat, da ist die Freude bei Rosa, die in den Ferien mangels Pferd nicht reiten konnte umso größer! Besonders hat sich das ruhige, sensible Mädchen auf die leicht erregbare Stute Princess Valentine gefreut. Sollte es ihr gelingen sie selbstständig zu trensen, darf diese Traumstute endlich ihr Pflegepferd werden. Rosa ist ganz aufgeregt, wenn auch nicht so überschäumend wie Charly! Zwei Freundinnen wie Feuer und Wasser und bisweilen zischt es auch ganz gut, aber zum Glück ist Rosa so empathisch und besonnen und Lily und Arthur nicht weniger. Wirbelwind Charly sticht in diesem Kleeblatt richtig hervor, aber so ist auf jeden Fall immer etwas los. Sehr gut gefällt mir nicht nur, dass Gegensätze sich anziehen und man Differenzen auch überwinden kann, sondern dass in dieser Reihe, vor allem die Ruhigen im Vordergrund stehen. Eigentlich ja auch ganz logisch, denn Pferde sind sehr sensibel und mögen daher ruhige, einfühlsame Menschen besonders gern. Durch Rosa, Lily und Arthur wird Wirbelwind Charly bisweilen gerade noch rechtzeitig gebremst, wenn ihre inneren Pferde mit ihr durchgehen wollen.

Klar dreht sich hier viel um Pferde, aber nicht nur. Thematisiert wird auch Tierliebe als solche. Alternative Herbstjagden ohne ein Tier in den Tod zu hetzen, die richtige Haltung großer starker Hunde.... und eigentlich auch, warum ältere Damen keine jungen, großen Hunde mit überbordenden Temperament und Kraft halten sollten (die Tierheime und Züchter denken sich auch etwas dabei, wenn sie einige Halter ablehnen und auch die Wohnsituation des Halters in spe mitberücksichtigen). Es geht um Gemeinschaft, Wir-Gefühl, Fehler, eine zweite Chance, aber auch darum, dass Ehrgeiz zu eigener Größe anspornt. Da die Autorin selbst Naturwissenschaftlerin ist, führt die Klasse auch wieder echt tolle Experimente im Chemieunterricht durch, die man dieses Mal aber sicherlich nicht zu Hause nachmachen kann, aber die Interesse für dieses leider allzu oft unterschätzte Fach weckt.

Da dieses Reitinternat in England angesiedelt ist, lebt dort mit Arthur auch der Sohn eines echten Earls, der mit seiner Bescheidenheit und seiner Freundlichkeit besticht. Das coolste an ihm ist aber, dass er keine Hemmungen hat, auch mal beim Nähen Hand anzulegen und es zu lernen, denn die Kostüme für die Challenge machen sich ja nicht von alleine. Also liebe Leser, traut euch was und folgt euren Interessen, ohne Rücksicht darauf, was andere davon denken mögen, ob es als cool gilt oder peinlich. Es liegt an euch, mit der Selbstverständlichkeit eures Hobbys diesem zu Glanz zu verhelfen.

Die Aufmachung auch des zweiten Bandes ist wieder sehr schön, mit kleinen Pferdevignetten am Seitenende um die Seitenzahlen und Themenvignetten zu Kapitelbeginn. Leider gibt es kein Rezept zu Charlys spanischen Weihnachtsplätzchen. Die hätten wir schon gerne gebacken. Ja, das Buch endet mit der großen Weihnachtsfeier und den Weihnachtsferien, passt gerade genau, um langsam in Weihnachtsstimmung zu kommen, ohne ein reines Weihnachtsbuch zu sein.

Nun ist wieder ein Term vorbei und wir sind nur so durch die Seiten geflogen. Meine 12 jährige Tochter mag diese Erlebnisse der Freunde, die so unterschiedlich sind und doch durch ihre Liebe zu Tieren vereint, sehr gerne. Es ist eine prima Mischung aus Freundschaft, Pferdewelt und Schulalltag, mit seinen großen und kleinen Highlights und Dramen. Zu empfehlen ab 10 Jahren.

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Veröffentlicht am 15.11.2021

Auch Tiere brauchen ihre Ruhe!

Luna Wunderwald. Ein Igel im Tiefschlaf
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Es ist noch recht kalt im Sommerwald, der Frühling nicht wieder erwacht, als die Dackel des Försterhauses einen kleinen Igel vorzeitig aus dem Winterschlaf erwecken. Luna kümmert sich gleich um ihn, doch ...

Es ist noch recht kalt im Sommerwald, der Frühling nicht wieder erwacht, als die Dackel des Försterhauses einen kleinen Igel vorzeitig aus dem Winterschlaf erwecken. Luna kümmert sich gleich um ihn, doch ihr Vater möchte ihn nicht im Haus haben und vertraut ihn ihrer Lehrerin Gloria Herzblatt zur Pflege an. Eine ungewohnte Unruhe macht sich im Wald breit. Alle Tiere klagen Luna, dass Gloria sie mit ihrem fürchterlichen Gesang und der Umarmung der Bäume stören. Kann das wirklich der Grund sein für das aufziehende Unheil vor dem die Tiere sie warnen? Doch dann muss Luna entdecken, dass ihre Zauberflöte gestohlen wurde. Wird sie jetzt nie mehr mit den Tieren sprechen können? Wer könnte nur dahinter stecken? Gloria Herzblatt oder ihr Flötenlehrer Julius Jupiter?

Meine Jüngste hört diese Reihe sehr gerne zum Einschlafen, da es eine schöne Geschichte mit garantiert gutem Ausgang, mit der angenehmen Stimme von Julia Nachtmann kombiniert, ganz ohne Lautstärkeschwankungen. Julia Nachtmann moduliert zwar mit ihrer Stimme die Gefühle der jeweils sprechenden Figur und nimmt stimmlich ihren Charakter an, aber ohne dabei lauter oder leiser zu werden. Das ist sehr angenehm, vor allem wenn man zum Einschlafen die Geschichte sehr leise hört.

Luna und ihr Herz für Tiere haben dazu geführt, dass die Tiere des Waldes sie auserwählt haben, die neue Besitzerin der Zauberflöte zu sein. Mit dieser können sie miteinander sprechen, sobald Luna ihnen erst einmal vorgeflötet hat. Luna weiß diese Gabe und diese Ehre absolut zu schätzen und hütet ihre Zauberflöte als ihren größten Schatz. Immer häufiger hat sie jedoch das Gefühl, dass andere ihr Geheimnis kennen und es auf ihre Flöte abgesehen haben. Eigentlich kann das doch gar nicht sein, denn nur ihre beste Freundin Melody ist eingeweiht nicht einmal die Eltern Wunderwald ahnen von der Magie unter dem Dach ihres Försterhauses. Nun bewahrheitet sich Lunas größte Angst und ihre Flöte wird gestohlen. Wie soll sie nun den Tieren helfen? Diese Folge ist dadurch besonders aufregend. Immerhin kommen hier auch einige Geheimnisse der Vergangenheit ans Licht und der eine oder andere kann einen längst vergangenen Fehler sehr bedauern und wünschen, ihn rückgängig zu machen. Geht das denn überhaupt? Zumindest muss Luna einsehen, dass ihr Misstrauen nicht immer gerechtfertigt ist. Sie schafft es aber über ihren Schatten zu springen und ihre Fehleinschätzung einzuräumen. Das macht vielleicht so manchem jungen Zuhörer Mut sich selbst seine Vorurteile einzugestehen, oder sich selbst vergangene Fehler zu verzeihen. Untermalt wird das Hörbuch von dem Flötenstück „Lunas Zauberflöte“, das melodiös und beruhigend sowohl den Beginn, als auch das Ende dieses neuen Abenteuers ankündigt. Sehr gut gefällt uns, wie immer wieder Infos über das Leben im Wald und einzelne Waldtiere in die Geschichten einfließen. Dabei konzentriert sich nicht alles nur auf Igel, sondern auch die andere Tiere die dort leben, oder sich dorthin zurück ziehen. Sensibel wird den jungen Hörern auch so verdeutlicht, wie wichtig es ist, nicht laut schreiend durch den Wald zu stürmen, sondern auch auf die Bedürfnisse seiner Bewohner Rücksicht zu nehmen.

Die Aufmachung ist wieder sehr liebevoll. Unter dem Tonträger findet man einen Querschnitt durch das Försterhaus der Familie Murmelstein und kann die Familie beim Frühstück sehen, während allerlei Eichhörnchen ihre wilden Scherze treiben. Für alle die die vorherigen Geschichten noch nicht kennen kann man auf dem Inlet nicht nur die Tracks und die Cover der ersten 3 Bände entdecken, es findet sich auch eine Übersicht über die wichtigsten Figuren der Reihe. Nur Gloria Herzblatt fehlt. Dafür kann man Lunas und Melodys Freunde Caspar Schreck und Jonas Schmidt sehen und auch die ansonsten stets hilfreiche Pippa Piepenbrink ist abgebildet. In anderen Geschichten gibt es nämlich auch Jungs, die eine wichtige Rolle spielen und nicht nur Mädchen. Außerdem findet man kurze Biografien mit Bild von der Autorin und der Sprecherin. Den niedlichen kleinen Igel Ruby findet man übrigens auch auf dem Tonträger!

Eine wunderschöne Kombination aus Magie und Tierliebe, die das Herz junger Hörerinnen ab 7 Jahren höher schlagen lässt.

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Veröffentlicht am 13.11.2021

Jetztzeit trifft finsteres Mittelalter im Kampf der Hexenmeister!

Merdyns magische Missgeschicke: Zaubern will gelernt sein!
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Im Jahre 511 n. Chr. steht Hexenmeister Merdyn vor einem Tribunal, angeklagt wegen unerlaubter Verwendung schwarzer Magie. Dass er dies mit guten Absichten tat, weiß keiner und interessiert keinen. Sein ...

Im Jahre 511 n. Chr. steht Hexenmeister Merdyn vor einem Tribunal, angeklagt wegen unerlaubter Verwendung schwarzer Magie. Dass er dies mit guten Absichten tat, weiß keiner und interessiert keinen. Sein ärgster Rivale Jeremiah Jerabo ist nur zu froh das Urteil zu vollstrecken. Dabei unterläuft ihm jedoch ein Fehler und Merdyn wird vom Strom der Zeit in die Jetzt-Zeit transportiert und landet ausgerechnet bei der unglücklichen Rosie und ihrer trostlosen Familie. Rosie ist gerade mit ihren Gesangskünsten krachend in einem Talentwettbewerb gescheitert. Merdyn verspricht ihr, einen Sangeszauber, sofern sie ihm hilft a) sein magisches Zepter zurückzuerlangen und b) ins Jahre 511 zurückzukehren. Rosie weiß zwar noch nicht wie, ist aber fest entschlossen diese Aufgabe zu bewältigen.

Ehrlich, anfangs war mir gar nicht zum Lachen zumute, da mir Rosie viel zu leid tat. Ihr geliebter Vater gestorben, ihre Mutter verbringt die Tage depressiv vor dem Fernseher und futtert Pralinen, ohne sich um ihre Kinder zu kümmern und Bruder Chris interessiert sich nur für Mode und sein Aussehen. Rosie mit ihrem wirren roten Kraushaar, Brille und Sommersprossen hält ihre Optik nicht für ihre Stärke, doch ihr Vater war fest davon überzeugt, dass in ihr etwas ganz Besonderes steckt. Überzeugt davon, dass er sich nicht irrte, kam Rosie zum dem trügerischen Schluss, dass es wohl ihr Gesangstalent sei, immerhin beschwert sich Meerschweinchen Pupsie nicht, wenn sie ihm vorsingt... In der neuen Schule wird sie nur gehänselt, aber Rosie ist wirklich unerschütterlich und gibt nicht auf. Selbst als der komische Hexenmeister vor ihr steht, sieht sie noch eine Chance. Auch Merdyn ist kein Held für die große Liebe auf den ersten Blick. Dennoch steckt mehr in ihm, als er auf Anhieb preisgibt und davon ist nicht nur Rosie überzeugt. Gemeinsam werden sie die Welt auf den Kopf stellen, na ja, geplant war das ja eigentlich nicht.

Merdyn und seine Sprechweise erinnerte mich immer wieder an den britischen Klassiker Catweazle, allerdings durch den Strom der Zeit in eine noch schnelllebigere Zeit getragen. Die Verblüffung über die heutige Technik funktioniert immer wieder gut, ebenso wie das Erstaunen über die sprachliche Ausdrucksweise des möglicherweise, geisteskranken Hexenmeisters. Sehr schön finde ich daher immer wieder, wenn Jürgen von der Lippe beherzt den jungen Zuhörern erklärt, was denn Merdyn da so von sich gibt. Meistens erklärt er den Ursprung und die Bedeutung heute nicht mehr gebräuchlicher Begriffe, aber bisweilen geht es auch um Gepflogenheiten des finsteren Mittelalters, bzw. warum das finstere Mittelalter eigentlich finsteres Mittelalter heißt. Mit Licht und Sonne hat das wenig zu tun. Das erzählt er so vergnüglich, dass echt was hängenbleibt. Gut bei den altmodischen Beleidigungen hilft wiederholtes Anhören. Wer an diesem skurrilen Abenteuer so viel Vergnügen hat, wie Jürgen von der Lippe selbst, wird es sicherlich auch mehr als einmal hören. Zwischen einzelnen Kapiteln rappt der Comedian kurze Einsichten und Ansichten des Hexenmeisters im Merdyn-Style. Ich wage mal zu behaupten, dass er als Rapper ähnlich erfolgreich wäre, wie Rosie als Beyoncé-Nachfolgerin...

Dies ist das erste Kinderbuch des britschen Comedian und Drehbuchschreibers Simon Farnaby. Neben den kleinen Schlaumeiereien zum Mittelalter gelingt es ihm zwischen den Gags auch noch einige Weisheiten in Merdyns Raps einzubauen, die vom Mittelalter bis heute an ihre Gültigkeit nicht verloren haben. Um etwas Besonderes zu sein, braucht man kein berühmter Popstar zu werden, oder anderen hinterher zu eifern. Lieber sollte man ganz tief in sich hineinhorchen um auf eventuell verblüffende Talente zu stoßen. Oder auch mit Merdyns Worten „Wird man über Nacht zum Star, sieht man erstmal nicht mehr klar.“. Diese Kombination aus Ernsthaftigkeit und britischem Humor ist schon etwas ganz Besonderes.

Empfohlen wird es als Buch ab 8 Jahren, als Hörbuch ab 7 Jahren. Tatsächlich würde ich das Alter höher ansetzten. Mit 7 Jahren kannte meine Tochter derartige TV-Shows noch nicht und auch einiges andere, worauf hier humorvoll Bezug genommen wird, ist Kindern aus lesenden Haushalten oft erst später bekannt. Empfohlen wird dieses skurril magische Abenteuer für Fans von David Williams. Ich kenne lediglich Gangsta-Oma und fand die Grundsituation in der der Junge aufwuchs so freudlos und deprimierend, dass mir das Lachen im Halse stecken blieb. Anfangs ging es mir ähnlich, aber Rosie ist pfiffig, sie schafft es sich nicht unterkriegen zu lassen und gibt nicht auf. Es ist der unerschütterliche Glaube ihres verstorbenen Vaters an sie, der ihr Halt gibt. Sie erkennt in Merdyn das Unmögliche und so geht es nach und nach mit ihrem Leben bergauf, am Ende ist wirklich alles gut, na ja, fast. Es ist wirklich ein gutes Ende und kein kitschiges. Aber davor lassen es die zwei Hexenmeister gehörig krachen und das ist ganz schön dramatisch und aufregend.

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Veröffentlicht am 12.11.2021

Strukturiert, übersichtlich, verständlich

Big Fat Notebook - Alles, was du für Informatik brauchst - Das Starterkit für angehende Programmierer
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Nach dem Big Fat Notebook für Mathe und Physik, Chemie & Bio gibt es nun auch die unverzichtbare Einsteigerhilfe für Informatik.

Ehrlich, das ist so ein Gebiet, von dem ich Null Ahnung habe, aber es ...

Nach dem Big Fat Notebook für Mathe und Physik, Chemie & Bio gibt es nun auch die unverzichtbare Einsteigerhilfe für Informatik.

Ehrlich, das ist so ein Gebiet, von dem ich Null Ahnung habe, aber es ist ja ein Starterkit. Dieses beinhaltet alles was man braucht um die Grundlagen der Informatik und Codierung zu beherrschen. Man lernt: Computersysteme und Programmiersprachen zu verstehen, Algorithmen und boolesche Ausdrücke anzuwenden, Scratch und Python zu programmieren, Websites mit HTML und CSS zu erstellen, also alles was ein Nerd-to-be braucht, um zu lernen, zu verstehen und zu wiederholen.

Super finde ich, dass dieses Big Fat Notebook einen Index hat, also ein Schlagwortverzeichnis. Denn wenn man so ein Greenhorn ist wie ich, ist es ganz schwierig zu beginnen, denn ich bin an Punkt Null. Wenn ich also lese, dass ich lernen werde boolesche Ausdrücke anzuwenden, habe ich gleich Fragezeichen im Hirn! Sehr praktisch, dass ich nun endlich gleich wusste, wo ich nachschlagen kann, um zu erfahren was boolesche Ausdrücke sind!
Netterweise beginnt dieses Buch tatsächlich bei Null. Denn wenn jemand keine Ahnung hat, macht es keinen Sinn vorhersehen zu wollen, was er weiß und was nicht, da fängt man einfach ganz unten an, auch gerne mit Begriffen wie RAM, Computer, Algorithmen, denn man braucht alles! Dabei sind die geheimen Fachwörter, die einem noch wie sieben Siegel erscheinen schön gelb markiert, damit man gleich weiß: Achtung, der Begriff ist wichtig, den muss ich mir merken und verstehen! Außerdem gibt es Wichtiges und Definitionen in Merkkästchen, Kernpunkte werden unterstrichen, wichtige Daten, Orte & Personen sind blau und Konzepte werden mit Skizzen, Grafiken und Diagrammen veranschaulicht! Es gibt also eine Menge zu lesen und zu durchblicken.

Damit man dennoch nicht den Überblick verliert gibt es 8 Lektionen:

1. Computersysteme
2. Datenanalyse
3. Softwareentwicklung
4. Algorithmen und Programmierung
5. Allgemeine Programmierregeln
6. Programmieren mit Scratch
7. Programmieren mit Python
8. Webentwicklung

Eines setzt dieses Buch jedoch voraus: man muss lernwillig und lesewillig sein! Wer nicht gerne liest, wird wohl auch nicht in dieses Buch schauen. Dabei ist es wirklich witzig gemacht und sieht endlich mal nicht aus wie ein Schulbuch, sondern als würde man einen Blick in die geheimen Notizen eines jungen Nerds werfen.

Mein Mann als Oberlehrer ist ganz begeistert und hat es auch sofort seinen Referendaren vorgestellt, als Möglichkeit das Interesse ihrer Schüler für dieses Fach zu wecken. Auch mein Nachbar, ein Maschinenbauingenieur, ist ganz begeistert und nun liegt es auf dem Schreibtisch seines Sohnes (5. Klasse). Dadurch, dass das Buch von der Aufmachung her nicht so typisch lehrbuchmäßig daherkommt, sondern einfach privater wirkt, bauen sich auch nicht so leicht Aversionen bei den Schülern auf. Das Buch stellt sich erst mal ganz dumm und erklärt nach und nach in einfacher Sprache komplizierte und komplexe Zusammenhänge möglichst einfach und verständlich.

Ich finde es besser strukturiert und übersichtlicher als die Vorgänger und ich habe den Eindruck, als wären Anregungen von Nutzern der Vorgängerbände aufgegriffen worden. Das finde ich super. Dabei wurde das Konzept zum Glück nicht gänzlich über den Haufen geworfen. Bewährtes durfte bleiben, wurde aber um den ersehnten Index ergänzt. Mehr kann ich mir nicht wünschen.

Ich wage ja noch zu bezweifeln, dass das Buch es schafft mich zum Computercrack zu machen, aber es hat mich doch echt neugierig gemacht und deutlich gewillter mich für diese Materie, die ich gerne delegiere, zu öffnen. Vielleicht freunden wir uns ja noch an! Das will ich jetzt wirklich nicht mehr ausschließen, aber wenn ich scheitere, muss ich ja jetzt nur noch meinem Mann dieses Big Fat Notebook in die Hand drücken!

Empfehlenswert für alle die bei Null anfangen wollen, ihre Lücken füllen oder diejenigen, die noch die Zusammenhänge und Strukturen nicht so verstanden haben. Herzlich Willkommen, hier wird Euch geholfen!

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Veröffentlicht am 12.11.2021

Dystopie, die nicht einfach nur spannend ist!

Streuner - Auf der Suche nach Hoparion
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Seit dem TAG ist nichts mehr so wie es war. Die Welt ist eine graue Aschewüste, in der kaum etwas wächst. Nahrung ist knapp, sauberes Wasser sowieso und die meisten Menschen haben die Katastrophe nicht ...

Seit dem TAG ist nichts mehr so wie es war. Die Welt ist eine graue Aschewüste, in der kaum etwas wächst. Nahrung ist knapp, sauberes Wasser sowieso und die meisten Menschen haben die Katastrophe nicht überlebt. Die wenigen noch existierenden Windräder werden von den sogenannten Elektrokönigen kontrolliert und geladene Akkus sind eine harte Währung. Während die Katzen ausgestorben scheinen, machen immer größere Hunderudel die Gegend unsicher. Daher hat der Vater von Judith und ihrem kleinen Bruder Abrogast ihnen 3 Regeln eingeschärft: 1. Hunde sind gefährlich. Alle. 2. Halte dich fern von ihnen. 3. Überlebe. Anders ist es nur im legendären Land Hoparion, wo Hunde und Menschen friedlich zusammen leben und sogar miteinander sprechen können, wo es noch Äpfel an Bäumen gibt und niemand leiden muss. Doch nur den Guten, Ehrlichen und Gerechten wird der Zutritt gewährt. Dorthin wollen die Geschwister sich durchschlagen, doch nicht nur sie. Sie treffen unterwegs die junge Jägerin Bilkis, ausgestattet mit Bogen und Akkus und drei Hunde schließen sich ihnen aus für sie unerfindlichen Gründen an. Drei sind kein Rudel, das wissen auch die Hunde, aber zu sechst fühlt man sich gleich viel sicherer!

Etwas unheimlich, wenn man gleich zu Beginn der Weltklimakonferenz in Glasgow von dem „TAG“ einer absoluten Katastrophe, die fast alles Leben auf der Erde auslöschte, liest. Aber ein paar Überlebende gibt es ja immer. Doch es ist so trostlos und ein täglicher Kampf, dass man sich fragt, ob man so ein Leben eigentlich möchte. Auch das ständige Misstrauen und die ewige Wachsamkeit Gefahren gegenüber sind unglaublich anstrengend und kräftezehrend. Es hätte sich sicherlich gelohnt, diese Energien zuvor in die Verhinderung der Katastrophe zu investieren. Doch das hilft den Geschwistern auch nicht, ihr Weg ist lang und mühsam und nur ein gefundener Walkman mit einer Drache Kokosnuss Hörspielkassette muntert den kleinen Abro auf. Ja, eine Kassette, seit dem TAG kommt man analog weiter, wobei auch Druckerzeugnisse zerstört wurden. Nur ein Navi konnten sie retten, denn die Satelliten sind fern genug, um nicht zerstört worden zu sein. Alles was heute selbstverständlich ist, existiert nicht mehr, ganz besonders das Gefühl von Sicherheit oder ein Gesundheitssystem.
Ganz schön schaurig als Gedanke und bei all der grauen Asche könnte man auch meinen, dass es irgendwie doch deprimierend sei. Erstaunlicherweise ist es das aber nicht, denn die Verbindung zwischen Judith und ihrem kleinen Bruder ist so stark und auch der Hunde untereinander, dass es echt Mut macht. Das erstaunlichste ist jedoch nicht, dass die Hunde ihnen beistehen gegen ein großes Rudel, nein, Bilkis teilt sogar mit ihnen, einfach so, ohne Zwang. Soviel Unterstützung ohne Gegenleistung haben die Geschwister seit dem Tod ihrer Eltern nicht mehr erfahren! Das gibt den jungen Lesern dann trotz der trostlosen Umstände Hoffnung und Zuversicht und prägt bei aller Härte den positiven Grundton des Buches. Dabei geht es hier bisweilen ganz schön zur Sache, denn der Weg ist ein Kampf um Leben und Tod. Das ist nicht nur sehr spannend, nicht zuletzt, weil man immer wieder gespannt ist, wie sich das kleine Grüppchen gegen die Unwirtlichkeit und Feindseligkeit der Welt behauptet, sondern auch, weil ihre Gruppendynamik wirklich fesselnd ist. Alle ihre Mitglieder wachsen einem mit ihren Eigenarten ans Herz. Es ist wirklich großartig zu lesen wie Tiere und Kinder zusammenhalten, wie viel Kraft ihnen die Gewissheit gibt, dass keiner zurückgelassen wird.
Auch wenn es keine Bücher mehr gibt, so haben sie doch das Motto der drei Musketiere absolut verinnerlicht. Gemeinsam ist ihr Leben viel reicher geworden, auch wenn ihre Umwelt noch genauso unwirtlich ist, wie vor ihrem Kennenlernen. Ein Buch, dass nicht nur zu meiner Miteinander statt Gegeneinander animiert, sondern auch zur Achtsamkeit gegenüber unserem Planeten.

Interessanterweise können die Hunde die Sprache der Menschen verstehen, aber nicht umgekehrt und es dauert eine ganze Weile, bis den Kindern das bewusst wird. Immerhin neigen wir Menschen ja dazu, uns als Krone der Schöpfung zu sehen, dabei sind wir deutlich limitiert. Da dies hier aber nun mal so ist, wird der Weg nach Hoparion sowohl aus Judiths Sicht, als auch des einohrigen Hundes Nipper geschildert. Als Hund ist Nipper zwar in der Lage die Kinder zu verstehen, allerdings ist er nicht so eloquent, sondern beschränkt sich im Ausdruck nur auf das Notwendigste. Dadurch klingt er gleich viel drängender, aber definitiv auch viel animalischer.

Absolut empfehlenswert, denn es ist nicht einfach nur spannend, sondern warnt vor einem allzu leichtfertigen Umgang mit unserer Umwelt und fordert zu mehr Miteinander auf.

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