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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.01.2025

Spiele unter dem Hakenkreuz ....

Olympia
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Es war schon ein paar Tage her, dass ich den Vorgängerband zu „Olympia“ von Volker Kutscher genießen durfte, doch schnell war ich wieder mittendrin im Geschehen und ließ mich zurückversetzen in den Sommer ...

Es war schon ein paar Tage her, dass ich den Vorgängerband zu „Olympia“ von Volker Kutscher genießen durfte, doch schnell war ich wieder mittendrin im Geschehen und ließ mich zurückversetzen in den Sommer 1936, als Deutschland die Olympischen Spiele ausrichten durfte. Da wollte natürlich nicht nur der Führer gut dastehen und so leckte man Berlin sauber, entfernte alle judenfeindlichen Sprüche, Schilder und dergleichen und stellte sich als Vorzeigenation schlechthin dar. Doch Gereon und besonders seine Ehefrau Charly lassen sich so leicht nicht täuschen. Als man schließlich versucht Gereon für diesen Betrug zu materialisieren und ihm ausländische Gäste in die Wohnung setzt, hält sie es nicht länger aus und zieht vorübergehend zu ihrer Freundin. Während Gereon versucht einen Mord aufzuklären, setzt sie ihre Energie daran, Juden zur Flucht zu verhelfen. Noch ahnen die Beiden nicht, dass sie sich mit ihren Aktivitäten in höchste Gefahr bringen …

Wie schon die Vorgängerbände, wird auch dieser achte Teil vortrefflich von dem talentierten Sprecher Daniel Nathan vorgetragen und zog mich sofort in den Bann. Wieder baut der Autor eine besondere Stimmung auf, die einen beim Hören glauben macht, man sei live dabei. Die Beklemmung, die durch die nationalsozialistische Regierung geschaffen wird, ist deutlich spürbar und man schaudert unweigerlich bei dem Gedanken daran. Kutscher hält den Spannungsbogen hoch und macht Lust auf den nächsten Band, denn „Olympia“ endet mit einem fiesen Cliffhanger. Von mir gibt es begeisterte fünf Sterne und ich freue mich, dass „Transatlantik“ bereits auf meinem SuB schlummert.

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  • Cover
Veröffentlicht am 02.01.2025

Was gibt es doch für kranke Menschen auf dieser Welt ...

Evil Games
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In diesem superspannenden zweiten Teil der Reihe um und mit Detective Kim Stone stehen einem alsbald die Haare zu Berge, denn schnell wird klar, dass hier ein Psychomörder sein Unwesen treibt, ein Mörder ...

In diesem superspannenden zweiten Teil der Reihe um und mit Detective Kim Stone stehen einem alsbald die Haare zu Berge, denn schnell wird klar, dass hier ein Psychomörder sein Unwesen treibt, ein Mörder der Gefallen daran findet andere Menschen so zu manipulieren, so dass sie für ihn töten. Kim Stone vermutet dahinter die Psychotherapeutin Dr. Alexandra Thorne und versucht dies verzweifelt zu beweisen. Bald schon gerät sie selbst in deren Fänge und ein Spiel auf Leben und Tod kann sie selbst das Leben kosten …

Nachdem mir schon der erste Teil dieser Reihe sehr gut gefallen hatte, war ich natürlich neugierig auf „Evil Games“ und wurde nicht enttäuscht. Ich liebe ja solche Psychospielchen, bei denen man als Hörer zum Mitraten aufgefordert ist, und so ließ ich mich gerne darauf ein.

Schade, dass die weiteren Teile nicht übersetzt wurden und so endet diese Reihe für mich mit diesem zweiten Band. Gerne vergebe ich für diesen jedoch die volle Punktzahl und spreche eine Hörempfehlung aus. Vielleicht laufen mir die weiteren Teile ja mal im Original über den Weg.

Veröffentlicht am 02.01.2025

Open your eyes and see what you can with them before they close forever ...

Alles Licht, das wir nicht sehen
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Mit „All the light we cannot see” ist Anthony Doerr ein Bestseller der ganz besonderen Art gelungen. Er entführt uns in die 30er Jahre, zeitgleich nach Paris und das Ruhrgebiet in Deutschland. In Paris ...

Mit „All the light we cannot see” ist Anthony Doerr ein Bestseller der ganz besonderen Art gelungen. Er entführt uns in die 30er Jahre, zeitgleich nach Paris und das Ruhrgebiet in Deutschland. In Paris lernen wir die kleine Marie-Laure kennen, die mit ihrem Vater, dem Hüter der Schlüssel des Naturkundemuseums seit dem Tod der Mutter allein lebt. Dieser kümmert sich rührend um sein inzwischen erblindetes Mädchen, nimmt sie mit in seine Welt des Museums und lässt sie mit Jule Verne und dessen Büchern schließlich von ungeahnten Abenteuern träumen.

Die Geschwister Werner und Jutta hingegen wachsen in einem Waisenhaus auf. Werner ist klein für sein Alter doch beschützt die kleine Schwester, wo er nur kann. Für den klugen Werner, der mit seiner Technikaffinität Großes bewegen könnte, sieht die Zukunft dennoch einen Arbeitsplatz in der Zeche vor, die Zeche, in der vor Jahren der eigene Vater tödlich verunglückte. Aber dann bricht der Zweite Weltkrieg aus und auf einmal ist Werners Wissen gefragt. Während Marie-Laure und ihr Vater nach Saint-Malo an die Atlantikküste fliehen können, kommt Werner, dem mit seiner kleinen Statur kaum eine Uniform passt, zu einer Einsatztruppe der Wehrmacht, die illegale Radiosender, unterhalten von der Resistance, ausmachen und eliminieren muss.

Die Wege der Beiden kreuzen sich für einen kurzen Augenblick auf schicksalhafte Weise und sie können sich gegenseitig kurz schützen. Doch eine höhere Gewalt hat eigene Pläne für die Zwei …

Es war schon eine Weile her, dass ich ein englisches Buch in die Hand genommen hatte, doch mit „All the light we cannot see“ wollte ich es mal wieder wagen. Nachdem ich mich eingelesen hatte, konnte mich der Autor Anthony Doerr mit seiner wundervollen, oft fast poetischen Wortwahl begeistern. Er baut seinen Roman in kurzen Kapiteln auf, die sich gut lesen lassen und mich mitnahmen ins Geschehen, als wäre ich dabei gewesen. Leider vergisst er in seiner Euphorie, die sich, da bin ich sicher, für ihn beim Schreiben entwickelt hat, manchmal die Gefühle seiner Protagonisten und lässt diese etwas eindimensional erscheinen. Auch springt er oft ein wenig wahllos in den Zeiten herum, so dass es mir manchmal ein wenig schwerfiel, ihm zu folgen. Dieses Buch wurde inzwischen zu einer Miniserie verfilmt, von der ich jedoch vermutlich Abstand nehmen werde. Ich habe Angst, dass zu viele Hollywood Effekte zu einer Enttäuschung führen könnten. Worauf mir das Buch jedoch Lust gemacht hat, ist Saint-Malo und seine Umgebung, vielleicht verbunden mit einem Abstecher auf die Kanalinseln … hach, ich beginne schon Urlaubspläne zu schmieden … in the meantime aber vergebe ich für diesen etwas speziellen Roman sehr gerne verdiente vier von fünf Sternen mit eine Leseempfehlung. Hier lohnt es sich dranzubleiben!

Veröffentlicht am 27.12.2024

Ein wunderbares Buch, für das man sich Zeit nehmen sollte!

Hallo, du Schöne
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Ann Napolitano … ich hatte noch nie von dieser Autorin gehört, bis mir ihr Buch „Hallo, du Schöne“ in die Hände fiel. Mit viel Liebe zum Detail aber niemals langweilig erzählt sie mir die Geschichte der ...

Ann Napolitano … ich hatte noch nie von dieser Autorin gehört, bis mir ihr Buch „Hallo, du Schöne“ in die Hände fiel. Mit viel Liebe zum Detail aber niemals langweilig erzählt sie mir die Geschichte der Familie Padavano mit Mutter, Vater und vier Töchtern, die die „windy city of Chicago“ ihr zu Hause nennen. Die Schwestern Julia, Sylvie und die Zwillinge Cecilia und Emeline sind trotz ihrer unterschiedlichen Charaktere so eng miteinander verbunden, dass sie sich selbst genügen und kaum jemand eine Chance hat, in diesen Zirkel einzudringen. Doch dann lernt Julia William kennen, der als Einzelkind aufgewachsen ist, mit Eltern, die ihm keine Liebe geben und einer toten Schwester im Hintergrund, die eine familiäre Nähe unmöglich zu machen scheint. William wähnt sich im siebten Himmel, als er in der Familie Padavano mit offen Armen empfangen wird, Doch das Glück – wie könnte es auch – scheint nicht von Dauer zu sein. Ein Schicksalsschlag reißt die Familie auseinander und William verfällt wieder in seine alte Lethargie und eine Tragödie scheint die nächste zu jagen …

Was für ein wunderbarer, unglaublich feinfühliger Roman, in dem man nicht nur die Zeilen, sondern eben gerade auch zwischen den Zeilen lesen kann. Die Autorin schafft es viele wichtige Themen zu verarbeiten, ohne ihren Roman zu überfrachten. Eine gekonnte Mischung aus Liebe, Klugheit und Weisheit schaffte für mich als Leserin eine Nähe, als ob ich selbst dabei gewesen wäre. Ich hatte beim Lesen das Gefühl mit jeder der Schwestern ein wenig gemeinsam zu haben und am Schluss liefen mir ein wenig die Tränen über die Wangen. Ich werde diese Autorin auf jeden Fall im Auge behalten und freue mich jetzt schon auf mehr Lektüre aus ihrer Feder. Funkelnde fünf Sterne leuchten für Ann von mir am Bücherhimmel und natürlich dazu eine von Herzen kommende Empfehlung. Nehmt euch Zeit für dieses Buch und lasst euch reinfallen in die Geschichte. Für mich hat es sich auf jeden Fall gelohnt.

Veröffentlicht am 27.12.2024

Das war mir einfach zu wirr und undurchschaubar ...

Kaiserwald
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Ich bin total überrascht, dass mich ein Buch einer meiner Lieblingsautorinnen so enttäuschen kann, dass ich es nach einem Drittel abgebrochen habe. Der Klappentext liest sich so spannend aber die Ausführung ...

Ich bin total überrascht, dass mich ein Buch einer meiner Lieblingsautorinnen so enttäuschen kann, dass ich es nach einem Drittel abgebrochen habe. Der Klappentext liest sich so spannend aber die Ausführung war einfach nur wirr und sprang für mich ein wenig zusammenhanglos von einem Schauplatz zum nächsten. Vielleicht hätte ich noch länger durchhalten sollen, aber dafür gibt es noch zu viele schöne Bücher, die noch auf mich warten. Schade, Frau Jonuleit, vielleicht kommen wir das nächste Mal wieder zusammen.