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Veröffentlicht am 20.04.2026

Wenn die Gerechtigkeit siegt ...

Die Totenklägerin
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Mit „Die Totenklägerin“ präsentiert mir die Autorin Greta Jung, die neben dem Schreiben selbst als Rechtsanwältin und Testamentsvollstreckerin tätig ist, eine eher ungewöhnliche Geschichte. Wie Greta dem ...

Mit „Die Totenklägerin“ präsentiert mir die Autorin Greta Jung, die neben dem Schreiben selbst als Rechtsanwältin und Testamentsvollstreckerin tätig ist, eine eher ungewöhnliche Geschichte. Wie Greta dem Verlag gegenüber verraten hat, kam ihr die Idee zu der Figur Matilda beim Schreiben einer Trauerrede, als sie spürte, wie tief man dabei in eine Familiengeschichte eintaucht. Beim Lesen merkt man schnell, wie wichtig der Autorin neben gehört werden die Gerechtigkeit gegenüber den Toten ist und so hat sie es auf die Fahne ihrer Protagonistin geschrieben, die Wahrheit ans Tageslicht zu befördern, indem sie gemeinsam mit der jungen Jackie der Todesursache von Oma Resi auf den Grund geht.

Der flüssige Schreibstil macht es leicht, tief in das Buch einzutauchen und in dieser Form habe ich bisher noch keinen Kriminalroman kennen gelernt.

Das Zusammenspiel von Matilda und Jackie, das sich langsam, aber sicher zu einer ungewöhnlichen Freundschaft entwickelt, hat mir gut gefallen, wenn auch bei mir der Funke nicht komplett über sprang. Gerne vergebe ich hier von 3,5 auf 4 aufgerundete Sterne und freue mich schon auf den nächsten Band der Reihe, den Greta Jung schon versteckt angekündigt hat. Ich freue mich sehr, dass ich bei „Die Totenklägerin“ mit von der Partie sein durfte.

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Veröffentlicht am 19.04.2026

Die Ära Brandt ...

Das Fräulein muss sterben
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Ich liebe Kriminalromane, die mich in eine andere Zeit katapultieren und so kam ich natürlich auch an „Das Fräulein muss sterben“ nicht vorbei. Eine Reise in die 70er Jahre gepaart mit einem clever konstruierten ...

Ich liebe Kriminalromane, die mich in eine andere Zeit katapultieren und so kam ich natürlich auch an „Das Fräulein muss sterben“ nicht vorbei. Eine Reise in die 70er Jahre gepaart mit einem clever konstruierten Mordfall wartete in diesem Roman auf mich, in dem sich Clara Frings, die sich die Butter nicht vom Brot nehmen lässt, behaupten muss. Schnell gerät sie durch den mysteriösen Tod der Lebefrau Nelie Hendriks in ein Geflecht aus politischen Intrigen, das immer mehr Geheimnisse an die Oberfläche spielt und Clara selbst schließlich immer mehr in die Schusslinie bringt.
Dieser Kriminalroman lebte für mich durch die Darstellung der damaligen Umstände, der politischen Lage und dem gesellschaftlichen Leben zu jener Zeit. Ein wenig verlor er sich in manch ausschweifenden Details, wodurch er etwas an Spannung einbüßte. Alles in allem aber ein wunderbares zeitgenössisches Porträt, das nach einer Fortsetzung schreit. Von mir gibt es dafür vier „radikal gefärbte“ Sterne verbunden mit einer Leseempfehlung an alle, die sich für genau diese Zeit, seine Politik und das gesellschaftliche Leben interessieren.

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Veröffentlicht am 18.04.2026

Wie das Leben so spielen kann ....

Der Gesang der See
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Kristiane tat mir fast ein wenig leid, als ihr der Vater am Sterbebett das Versprechen abnahm, dass der Lotsenposten in der Familie bleiben muss und tatsächlich kann sie gemeinsam mit ihrem Mann diese ...

Kristiane tat mir fast ein wenig leid, als ihr der Vater am Sterbebett das Versprechen abnahm, dass der Lotsenposten in der Familie bleiben muss und tatsächlich kann sie gemeinsam mit ihrem Mann diese nicht einfache Aufgabe erfüllen. Als ihr Mann schließlich auf tragische Weise den Tod in den Fluten findet, ist guter Rat teuer. Doch Kristiane ist stark und lässt sich nicht unterkriegen. Sie lässt sich nicht die Butter vom Brot nehmen, auch wenn das bei der lokalen Bevölkerung nicht immer gerne gesehen ist. Ihr neuer Mann Lars steht fest an ihrer Seite, doch schnell merkt man, dass seine Liebe stärker ist als ihre. Als Kristina schließlich ihren wahren Gefühlen freien Lauf lässt, ist die Katastrophe vorprogrammiert …

Wie schon in ihrer Trilogie, mit der der Autorin Trude Teige der internationale Erfolg gewährt wurde, ist auch dieses Buch wieder sehr bildhaft geschrieben und wird der Insel und seiner Landschaft und Umgebung mehr als gerecht. Wir lernen in Kristina eine starke Frau kennen, die sich den konservativen Konventionen ihrer Zeit widersetzt und damit ans Licht bringt, wie scheinheilig die Gesellschaft sein kann, die ihr einerseits Unterstützung gewährt, wenn es passt und dann auch wieder über sie urteilt, wenn es genehm ist. Das überraschend starke Ende hat mich nachdenklich gestimmt und zwiegespalten zurückgelassen, ob ich Kristina bewundern oder verurteilen soll.

Von mir bekommt Trude Teige mit dem (Hör)buch „Der Gesang der See“ starke vier von fünf Sternen verbunden mit einer absoluten Hörempfehlung, denn Yara Blümel ist als Sprecherin mal wieder zu Höchstform aufgelaufen. Ich freue mich schon auf weitere Lektüre aus der Feder der Autorin!

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Veröffentlicht am 01.04.2026

Ein ganz wunderbares Buch, das zum Nachdenken anregt ...

Ein weites Leben
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Wie schon der erste Roman - „Das Licht zwischen den Meeren“ - der australischen Autorin M. L. Stedman hat mich auch ihr neuestes Werk wieder tief berührt. Nach eigener Aussage hat sie lange daran gefeilt ...

Wie schon der erste Roman - „Das Licht zwischen den Meeren“ - der australischen Autorin M. L. Stedman hat mich auch ihr neuestes Werk wieder tief berührt. Nach eigener Aussage hat sie lange daran gefeilt und das Ergebnis kann sich meiner Meinung nach mehr als sehen lassen!

Die Familie MacBride steht im Mittelpunkt dieses kraftvollen Familienepos. Deren Leben – wie schon das vorangegangener Generationen – scheint vorgezeichnet. Die riesige Schaffarm „Meredith Downs“ wird seit ihrer Gründung vom jeweils ältesten Sohn der Familie geführt und so ist auch Sohn Warren für diese Rolle vorgesehen. Doch ein schrecklicher Unfall macht den MacBrides einen grausamen Strich durch diese Rechnung und tötet dabei Warren und seinen Vater Phil. Der überlebende jüngste Spross braucht lange, um sich den Weg zurück ins Leben zu kämpfen und nur die unvoreingenommene Liebe von Mutter Lorna und Schwester Rose lässt ihn langsam genesen. Als sich schließlich endlich wieder eine vorsichtige Normalität einzustellen zu scheint, schlägt das Schicksal erneut mit voller Wucht zu …

Obwohl ich selbst noch nie in Australien war, fiel es mir durch die bildhafte Sprache leicht, mich schnell im Outback auszukennen. Mit einer Wortgewalt, die mich an den Seiten kleben ließ, entführt mich die Autorin in eine Geschichte, die eher ruhig und dennoch so kraftvoll ist, dass sie mich beim Lesen oft zum Nachdenken zwang. Ich bin begeistert von diesem Roman, der einen solch schwierigen Weg aufzeigt, dass es mir oft in der Seele wehtat. Das irgendwie versöhnliche Ende gab mir aber wieder neuen Mut und somit möchte ich von Herzen kommende fünf leuchtende Sterne vergeben. M. L. Stedman hat es geschafft, mir einen tiefen Blick in die Seele ihrer besonderen Charaktere zu gewähren. Von mir gibt es dafür ein uneingeschränkte Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 31.03.2026

Es ist bitterkalt im Nachkriegsberlin, in dem ein Mörder sein Unwesen treibt ...

Die weiße Nacht
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Aus heutiger Sicht fällt es oft schwer sich vorzustellen, wie es gewesen sein muss nach dem verheerenden Zweiten Weltkrieg, der so viel Tod und Leid in die Leben zu vieler Menschen gebracht hat. Umso interessanter ...

Aus heutiger Sicht fällt es oft schwer sich vorzustellen, wie es gewesen sein muss nach dem verheerenden Zweiten Weltkrieg, der so viel Tod und Leid in die Leben zu vieler Menschen gebracht hat. Umso interessanter war es für mich, mich von Anne Stern – die übrigens zu meinen Lieblingsautorinnen gehört – in diese Welt entführen zu lassen. So finde ich mich im zerstörten Berlin des Jahres 1946 wieder, in dem nicht nur der Hunger, sondern auch die klirrende Kälte vorherrschend ist. In eben dieser Kälte streicht die Fotografin Lou Faber um die Häuser, immer auf der Suche nach einem neuen Motiv. Diesmal stößt sie dabei auf eine Frauenleiche, die mit gefalteten Händen steifgefroren in den Ruinen liegt. Der eigenwillige Kommissar Alfred König, der immer noch unter den Auswirkungen des Krieges und den Nachwehen des NS-Regimes leidet, beginnt seine Ermittlungen. Bald schon taucht die nächste Leiche auf und ein gemeinsames Schema scheint sich heraus zu kristallisieren …

Anne Stern ist für ihren eindringlichen Schreibstil bekannt und dieser findet sich auch in diesem historischen Kriminalroman wieder. Atmosphärisch dicht und sehr bildhaft lässt sie ihre Leserschaft eintauchen in ein Berlin, das noch immer nazigeprägt ist und in dem jeder Tag auf Neue ein Kampf ums Überleben ist. Doch langsam, aber sicher weckt sie auch wieder Hoffnung und gibt einem beim Lesen stets den Eindruck, dass dieser tägliche Kampf nicht umsonst ist. Das ungleiche Ermittlerpaar bestehend aus Lou Faber und Alfred König ist mir schnell ans Herz gewachsen und so freue ich mich schon heute auf den nächsten Band. Aber erstmal möchte ich hier für Teil eins fünf sehr verdiente Sterne vergeben verbunden mit einer uneingeschränkten Leseempfehlung. „Die weiße Nacht“ hat mir eine äußerst spannende Reise in die Vergangenheit geschenkt, vielen lieben Dank dafür.