Profilbild von engineerwife

engineerwife

Lesejury Star
offline

engineerwife ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit engineerwife über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.03.2026

Welcher Traum wird in Erfüllung gehen?

Der Eispalast - Die Kür ihres Lebens
0

Es war einfach nur schön, in diesem zweiten Band von Rena Rosenthals Eispalast Trilogie bekannte Gesichter wiederzusehen. Der Schauplatz hat sich geändert und so finde ich mich diesmal im London des frühen ...

Es war einfach nur schön, in diesem zweiten Band von Rena Rosenthals Eispalast Trilogie bekannte Gesichter wiederzusehen. Der Schauplatz hat sich geändert und so finde ich mich diesmal im London des frühen 20. Jahrhunderts wieder. Der Fokus liegt diesmal ganz eindeutig auf Madge, aber natürlich spielt auch Julianna wieder eine entscheidende Rolle. Die talentierte Eiskunstläuferin Madge hat sich ihre Karriere durch einen dummen Fehler in der Vergangenheit scheinbar verpatzt. Anstatt selbst an Wettkämpfen teilzunehmen, trainiert sie nun ihre jüngeren Geschwister. Doch bald bietet sich für sie die Möglichkeit, wieder aktiv in den Sport einzusteigen. Sie steht vor einer schweren Entscheidung: den Weg zurück zu Ruhm und sportlichem Erfolg zu gehen oder sich für die Liebe zu entscheiden, die wohl ihren sportlichen Ambitionen ein Ende setzen würde. Wie wird sie entscheiden und wird die junge Julianna endlich ihre Mutter wiederfinden, die sie schon ihr ganzes Leben lang schmerzlich vermisst?
Neben den persönlichen Schicksalen ihrer Charaktere und natürlich dem Eiskunstlauf, legt die Autorin diesmal auch einen spannenden Fokus auf die gesellschaftlichen Konventionen der Edwardianischen Ära in England und die beginnende Suffragetten Bewegung, was dem Roman einen interessanten Tiefgang verleiht. Die unterschiedlichen gesellschaftlichen Positionen sind gut dargestellt und die bildhafte Schreibweise lies mich schnell eintauchen in diesen zweiten Teil rund um den Eiskunstlauf. Während ich mich nun auf den dritten und letzten Band freue, der mich wohl wieder zurück nach Wien entführen wird, vergebe ich für „Die Kür ihres Lebens“ erstmal sehr verdiente glitzernde vier Sterne verbunden mit einer absoluten Leseempfehlung. Hier rate ich jedoch unbedingt die Reihenfolge der Bände einzuhalten, um die komplexe Entwicklung nicht nur der Charaktere, sondern auch des Eiskunstlaufs verfolgen zu können.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
Veröffentlicht am 13.03.2026

Ein Kriminalfall, der unter die Haut und ans Herz geht ...

Finsterhaus
0

Insgesamt dürfen wir mit Hanna Duncker und Erik Lindgren fünf Fälle lösen. Bei „Finsterhaus“ handelt es sich um den zweiten Fall, den ich mal wieder sehr spannend fand.

Nachdem Hanna sich langsam in ihrer ...

Insgesamt dürfen wir mit Hanna Duncker und Erik Lindgren fünf Fälle lösen. Bei „Finsterhaus“ handelt es sich um den zweiten Fall, den ich mal wieder sehr spannend fand.

Nachdem Hanna sich langsam in ihrer alten Heimat auf der Insel Öland zurechtfindet, muss sie sich mit dem Mord an einem Immobilienmakler befassen und nicht nur versuchen, diesen aufzuklären, sondern auch nach dessen verschwundenem Sohn suchen. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt, denn der Kleine ist erst wenige Monate alt. Was könnte passiert sein? Wer hat etwas mit den beiden Vorfällen zu tun? Könnte es etwa die erwachsene Tochter aus einer früheren Beziehung sein, die Rache an dem Vater nehmen will, der sich kurz nach der Geburt seiner Tochter aus dem Staub gemacht hat?

Das Hörbuchsprecherteam Simone Kabst und Julian Greis konnten mich auch diesmal wieder überzeugen und ich fühlte mich schnell wieder nach Schweden katapultiert, wenn auch leider nur Hörbuch technisch im Auto. Neben der Fallaufklärung ist Hanna nach wie vor natürlich auch damit beschäftigt, was damals vorgefallen sein könnte, als ihr Vater des Mordes bezichtigt wurde und ins Gefängnis musste, was dem Kriminalroman eine sehr persönliche Note verleiht. Im typischen „Nordic Crime Stil“ präsentierte mir die Autorin Johanna Mo eine Geschichte, die mich so gefesselt hat, dass ich schon mit dem dritten Band weitermache. Eigentlich waren skandinavische Krimis nie so mein Ding. Johanna Mo konnte mich jedoch vom Gegenteil überzeugen und deshalb bekommt sie als Autorin in Kombination mit den tollen Sprechern von mir düstere, nordische fünf Sterne. Die Reihe finde ich sehr empfehlenswert!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
Veröffentlicht am 13.03.2026

Aufbruch nach Amerika ...

Die englische Freundin
0

Die englische Quäkerin wurde von der Liebe enttäuscht. Ihr Verlobter hat sie verlassen und das zu allem Übel auch noch für eine Frau, die nicht dieser etwas eigenwilligen Glaubensgemeinschaft angehört. ...

Die englische Quäkerin wurde von der Liebe enttäuscht. Ihr Verlobter hat sie verlassen und das zu allem Übel auch noch für eine Frau, die nicht dieser etwas eigenwilligen Glaubensgemeinschaft angehört. Die junge Honor fürchtet nun, dass sie ohne eigenes Verschulden an ihrem Heimatort mehr als nur ihr Gesicht verloren hat und will mit ihrer Schwester Grace – deren eigener Verlobter in Ohio auf sie wartet – einen Neuanfang wagen. Doch das Leben schlägt erneut unbarmherzig zu. Ihre Schwester stirbt, bevor sie den Verlobten überhaupt zu Gesicht bekommt. Nun ist guter Rat teuer aber da eine Rückkehr nach England außer Debatte steht, will Honor sich selbst durchschlagen in das fremde Quäkerdorf im fernen Amerika. Auf ihrer Odyssee lernt sie die etwas eigenwillige Belle kennen, die mit ihrem eigenen Geschäft aber mit beiden Füßen fest auf dem Boden steht. Als sich jedoch Graces Bruder Donovan, der als aggressiver Sklavenjäger seinen Lebensunterhalt verdient, in die unschuldige Honor verguckt, gerät ihre kleine Welt wieder ins Wanken. Sie muss sich ihren inneren Konflikte stellen und unweigerlich eine schwere Entscheidung treffen …
Immer wieder bin ich aufs Neue von dieser wunderbaren Autorin begeistert, die es schafft, jedem interessanten Thema, das sie anpackt, ein eigenes Gesicht, ja eine eigene Stimme zu geben. In „Die englische Freundin“ stellt sie das Leben in einer Quäkergemeinschaft in den Mittelpunkt aber auch das Thema Sklaverei nimmt gehörigen und verdienten Raum ein. Jeder, der sich mit diesen Themen schon einmal beschäftigt hat, wird sich hier wiederfinden, wird die Nöte und Sorgen der Menschen verstehen und sich vielleicht auch freuen, mit den „Freundinnen“ der Quäkergemeinschaft an dem ein oder anderen Quilt mitsticheln zu dürfen. Der Roman hat einen unheimlich Tiefgang ohne jemals wertend zu erscheinen. Die Figuren und die Landschaft sind bildhaft gezeichnet und lebendig dargestellt. Ich habe diesen leisen Roman sehr genossen.
Ich empfehle dieses Buch allen Fans von Tracy Chevalier und natürlich allen, die es werden wollen. Von mir gibt es mit fünf Sternen die volle Punktzahl verbunden mit einer von Herzen kommenden Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 06.03.2026

Freitag, der dreizehnte und seine Folgen ...

Tod im Belvedere
0

Es könnte passender nicht sein … im dreizehnten Band dieser charmanten Wiener Krimireihe geht es um die mysteriöse Zahl 13, verheißt sie nun Glück oder Unglück? Für den armen Peer Schneider – einen ehemaligen ...

Es könnte passender nicht sein … im dreizehnten Band dieser charmanten Wiener Krimireihe geht es um die mysteriöse Zahl 13, verheißt sie nun Glück oder Unglück? Für den armen Peer Schneider – einen ehemaligen Studienkollegen von Sarah – ist es tatsächlich nicht nur kein schöner, sondern sein letzter Tag! Am Morgen hat Sarah Pauli ihn noch putzmunter erlebt und nur einige Stunden später liegt er tot vor ihr. Zum Tatort gerufen wurde sie von Chefinspektor Martin Stein, nachdem dieser eine ihrer Visitenkarten im Anzug des Toten fand. Schneider wurde mit einem antiken Dolch niedergestochen. Wie hängen Tatwaffe und Motiv zusammen? Nachdem im Dunstkreis der Reichen und Schönen Wiens noch weitere Überfälle stattfinden und stattgefunden haben, laufen die Ermittlungen auf Höchsttouren. Sarah Pauli ist natürlich wie immer mit von der Partie. Wird sie auch diesmal bei der Aufklärung helfen können?

Wie zu erwarten war, ist Sarah mal wieder ganz in ihrem Element. Aberglauben und vor allem die Zahl 13 spielen eine tragende Rolle und so kommt die Expertin schnell zum Zug. Auch diesmal verpackt die bekannte Autorin Beate Maxian diese Wiener Geschichte in einem spannenden Kriminalroman und nimmt ihre Leserschaft mit, auf einen nicht ganz ungefährlichen „Spaziergang“ durch das von mir so geliebte Wien. Neben viel Lokalkolorit kommt natürlich auch Sarahs Privatleben nicht zu kurz und lässt mich so nach Beendigung von „Tod in Belvedere“ einem nächsten Fall voller Vorfreude entgegensehen. Vor mir gibt es diesmal vier dicke und verdiente Sterne!

Veröffentlicht am 06.03.2026

Man kann sich verlieren in diesem Roman ...

Die Frau und der Fjord
0

Die ehrgeizige Gro arbeitet in Norwegen für eine Ölfirma. Hier hilft sie als Geologin bei der Erschließung neuer Ölquellen und geht ganz in ihrer Arbeit auf. Als ihr Mann eines Tages überraschend stirbt, ...

Die ehrgeizige Gro arbeitet in Norwegen für eine Ölfirma. Hier hilft sie als Geologin bei der Erschließung neuer Ölquellen und geht ganz in ihrer Arbeit auf. Als ihr Mann eines Tages überraschend stirbt, kommt ihre Welt ins Wanken. Von Trauer überwältigt bricht sie schließlich alle Brücken ab, um in ein kleines Haus an einem einsamen Fjord auf den Lofoten zu ziehen. Sie entzieht sich – so weit wie möglich – jeglichem zwischenmenschlichen Kontakt, bis ihr schließlich ein havarierter Fischer einen Strich durch die Rechnung macht. Nach seiner abenteuerlichen Rettung knüpft sie einen losen Kontakt, mehr soll jedoch nicht daraus werden ….
Da Norwegen schon lange auf meiner „da will ich in diesem Leben unbedingt noch hinreisen“ Liste steht, hatte mich dieses Buch mit seinem wunderschönen Cover magisch angezogen. Während das Thema an sich natürlich traurig ist, konnte ich dennoch eintauchen in die wunderschönen Landschaftsbeschreibungen und mich Seite für Seite Gro ein wenig näher fühlen. Während ich ihren Wunsch nach Einsamkeit in gewisser Hinsicht nachvollziehen konnte, zeigt dieser Roman aber auch eindringlich auf, dass wir auf den Kontakt zu anderen Menschen angewiesen sind, um zu überleben und das Leben dadurch auch durchaus eine Bereicherung finden kann. Leise Töne wechseln sich in diesem Roman mit spannenden Momenten ab und alles in allem ist die Geschichte eine runde Angelegenheit. Der Abschluss rutscht in meinen Augen ein wenig ins Kitschige ab, weshalb ich mit vier Sternen nicht ganz die Bestnote vergebe. Sehr berührt hat mich aber das persönliche Nachwort der Autorin und so manche Zeile wieder ins richtige Licht gerückt. Von mir gibt es für „Die Frau und der Fjord“ eine sehr verdiente Leseempfehlung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover