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Veröffentlicht am 14.06.2023

Ein Kochkurs der besonderen Art oder "Früher war alles besser"?

Todsichere Rezepte für die moderne Hausfrau
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Klasse, genau meine Art von schwarzem Humor! Ich durfte mit den todsicheren Rezepten zwei eigentlich ganz normale Frauen begleiten, deren Leben nach und nach eine interessante, ja man kann schon sagen ...

Klasse, genau meine Art von schwarzem Humor! Ich durfte mit den todsicheren Rezepten zwei eigentlich ganz normale Frauen begleiten, deren Leben nach und nach eine interessante, ja man kann schon sagen eine tödliche Wende nimmt. In der Gegenwart treffen wir auf Alice, die auf Drängen ihres Ehemanns eher widerwillig in den schicken Vorort im Norden New Yorks zieht. Ohne Job und schwer gelangweilt beschäftigt sie sich schließlich mit dem Kochbuch von Nellie, der Vorbesitzerin ihres Hauses. Es scheint eine Sogwirkung bei Alice zu entwickeln, die sich intensiv mit dem Leben von Nellie und vor allem auch deren Rezepten zu befassen beginnt … bald wirkt sich das auf ihre Ehe aus und nichts scheint mehr so zu sein, wie es mal war …

Man nehme zwei Hausfrauen und die lebhafte Fantasie einer talentierten Autorin et voilá, raus kommt eine bitterböse Geschichte, die mir persönlich richtig Spaß gemacht hat. Ich vergebe 4,5 von 5 Sternen und rate insbesondere Fans von Ingrid Noll Karma Brown eine Chance zu geben.

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Veröffentlicht am 14.06.2023

Zukunftsvision mit gleichzeitiger Aufarbeitung der Vergangenheit ...

Das Flüstern der Bäume
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Was für eine Horrorvorstellung, die zeitlich gar nicht so weit von der Gegenwart entfernt ist. Wir Menschen haben es tatsächlich geschafft, unseren Waldbestand so weit zu dezimieren, dass ein kleines Wäldchen ...

Was für eine Horrorvorstellung, die zeitlich gar nicht so weit von der Gegenwart entfernt ist. Wir Menschen haben es tatsächlich geschafft, unseren Waldbestand so weit zu dezimieren, dass ein kleines Wäldchen auf Greenwood Island in Kanada als einmalige Einöd dient. Doch nicht nur der Wald als solches ist verlorenen gegangen, nein, alle Papierprodukte wie Bücher, Toiletten-, Druckerpapier etc. sind aus dem Alltag verschwunden. Wie kam es dazu und was hat Jacinda Greenwoods Familie damit zu tun?

Ein aufregendes reales Thema, das wahrscheinlich von der Wahrheit gar nicht so weit entfernt ist. Gleich mit den ersten Zeilen zog es mich in den Bann. Wie schade, dass die vielen schwer nachvollziehbaren Zeitsprünge das Lesen so kompliziert machten und den Lesefluss erheblich eindämmten. Ich wollte gerne die Bestnote vergeben, doch hier sind leider nur 3,5 von 5 Sternen möglich. Man spürte die Leidenschaft des Autors beim Lesen, doch mit der Umsetzung kam ich nicht wirklich zurecht.

Veröffentlicht am 14.06.2023

9/11 all over again ...

Der amerikanische Architekt
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Puh, was für ein spannendes Thema, das mich sofort faszinierte. Ich habe selbst zur Zeit des Anschlags in den USA gelebt und konnte die Stimmung vor Ort miterleben. Deshalb konnte ich wunderbar nachvollziehen, ...

Puh, was für ein spannendes Thema, das mich sofort faszinierte. Ich habe selbst zur Zeit des Anschlags in den USA gelebt und konnte die Stimmung vor Ort miterleben. Deshalb konnte ich wunderbar nachvollziehen, was in den Köpfen der Amerikaner vorging, als ausgerechnet ein Muslim das Rennen macht, eine würdige Trauerstätte zu errichten, die der vielen Toten und ihren Angehörigen gerecht werden soll.

Es ist beeindruckend mitzuverfolgen, wie sich die Diskussion entwickelt und mehr als einmal fragte ich mich beim Lesen, wie das Ganze wohl in Deutschland abgelaufen wäre? Man tendiert ja dazu, den Amerikanern Extremismus vorzuwerfen, aber wie hätte man hier in Deutschland reagiert? Wie gesagt, sehr interessant und mit sehr viel Potential, dennoch konnte mich die Story nicht ganz überzeugen. Die Autorin verliert sich teilweise in Nichtigkeiten und zieht manche Passagen zu sehr in die Länge. Von mir gibt es deshalb leider nur 3,5 von 5 möglichen Sternen. Die Neugier ist aber geweckt und ein weiteres Buch von Amy Waldman – „Das ferne Feuer“ – tummelt sich bereits auf meinem SUB. Ich werde berichten …

Veröffentlicht am 14.06.2023

Ein Mörder in den eigenen Reihen?

Aus reiner Barmherzigkeit
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Mit „Aus reiner Barmherzigkeit“ hat die Autorin Jacqueline Nordhorn ein spannendes Thema aufgegriffen. Mörder in den eigenen Reihen im Krankenhaus. Leider war sie nicht die erste, die diese Thematik „verromanisert“ ...

Mit „Aus reiner Barmherzigkeit“ hat die Autorin Jacqueline Nordhorn ein spannendes Thema aufgegriffen. Mörder in den eigenen Reihen im Krankenhaus. Leider war sie nicht die erste, die diese Thematik „verromanisert“ und deshalb habe ich als Vielleserin vielleicht ein wenig zu kritisch auf den Text geschaut. Recht schnell war klar, wer der Täter war, aber dennoch hat die Autorin – selbst Medizinerin – mit ihrem Fachwissen brilliert. Sie hat es geschafft, den Leser um hundert Jahre zurückzuversetzen, leider verliert sie sich manchmal in zu viel Detail und an anderer Stelle hätte ein wenig mehr Tiefe nicht geschadet. Ich habe mit den Opfern gelitten aber eine wirkliche Nähe stellte sich bei mir nicht ein. Ich vergebe gut gemeinte und aufgerundete dreieinhalb von fünf Sternen.

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Veröffentlicht am 09.06.2023

Le monde est mon huître ...

Als mir die Welt gehörte
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Mit großer Begeisterung habe ich die Romanbiografie über den Hochstapler Victor Ludwig gelesen, der mir bis dato genauso unbekannt war, wie der Autor Bastian Kresser selbst. Was bin ich froh, dass ich ...

Mit großer Begeisterung habe ich die Romanbiografie über den Hochstapler Victor Ludwig gelesen, der mir bis dato genauso unbekannt war, wie der Autor Bastian Kresser selbst. Was bin ich froh, dass ich diese Tatsache geändert habe! Voller Neugier klappte ich das äußerlich sehr ansprechende Buch auf – mit Lesebändchen, ich liebe ja solche Details – und bevor ich’s mich versah, war ich regelrecht angefixt. Während die Lebensgeschichte des Protagonisten an sich ja schon spannend genug ist, hat mich Bastians Schreibstil total fasziniert. Durch geschickt eingesetzte Monologe Victors hatte ich oft das Gefühl, dass er mich direkt persönlich anspricht. Dann wieder erfährt man als Leser Ereignisse aus Victors Leben, indem er sich in Alcatraz mit Al Capone austauscht. Ich konnte das Buch, das inhaltlich in fünf Abschnitte aufgeteilt ist, gar nicht mehr aus der Hand legen. Jeder Abschnitt hat einen eigenen Charakter, mal rasend spannend, dann auch wieder nachdenklich machend und berührend. Das Schreibtalent aber auch die ausgeprägte Fantasie des Autors machen das Buch über Victors Ludwigs Leben zu einem erstklassigen Leseerlebnis, für das ich gerne mit fünf Sternen die volle Punktzahl vergeben möchte. Vielen Dank für diese vergnüglichen Lesestunden!

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