Profilbild von engineerwife

engineerwife

Lesejury Star
offline

engineerwife ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit engineerwife über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.06.2021

Das muss wieder besser werden ...

Funkenmord (Ein Kluftinger-Krimi 11)
0

Der schreckliche Tod des Kollegen Eugen Strobl löst bei den Kollegen noch immer Betroffenheit aus. Besonders Richie Maier kann sich nur schwer damit abfinden. Doch wo einer geht, wird auch Platz für den ...

Der schreckliche Tod des Kollegen Eugen Strobl löst bei den Kollegen noch immer Betroffenheit aus. Besonders Richie Maier kann sich nur schwer damit abfinden. Doch wo einer geht, wird auch Platz für den Nachwuchs geschaffen, und so sieht sich Kommissar Kluftinger dann auch bald einem neuen Kollegen gegenüber. Aber halt, der Kollege ist ja eine Kollegin! Wie soll das passen in der eingeschworenen Männergemeinschaft? Schnell stellt sich jedoch heraus, dass eben gerade diese neue Kollegin Lucy Beer genau an die Seite des neuen Interimspolizeipräsidenten Kluftinger gehört. Tatkräftig unterstützt sie ihn bei seinem „Cold Case“, bringt viel Verständnis für Kluftis „shortcomings“ auf und ist überhaupt bald ein richtig guter Kumpel. Wenn sie bloß nicht immer so viel rauchen würde …
Wie schon gesagt, diesmal hat sich der Kommissar einem alten Mord angenommen, bei dessen Aufklärung vor vielen Jahren wohl einiges falsch lief und auch Klufti daran nicht unschuldig war. Diese Schuld, die er seit vielen Jahren mit sich rumträgt, will er ein für alle Mal aus der Welt schaffen. Wie immer scheitert er jedoch oft schon an den kleinsten Alltäglichkeiten, so, wie man ihn halt kennt. Aber genau an dieser Stelle setzt auch diesmal mein Kritikpunkt ein. Während der Fall nur ganz leise vor sich her plätschert, haben es die Autoren diesmal ein wenig übertrieben mit den Fettnäpfchen, in die ein erwachsener Mann treten kann. Hier wurde wirklich jedes Klischee bedient, was mir eindeutig zu übertrieben war. Lasst doch dem Herrn Kommissar noch ein wenig Würde, liebe Autoren! Von mir bekommt dieses Hörbuch, das wie immer hervorragend vorgetragen wurde von den Autoren selbst, diesmal deshalb nur drei von fünf Sternen. Natürlich bleibe ich euch treu aber beim nächsten Fall mal wieder so richtig mit Spannung bitte ;)

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.06.2021

Von der Waldglashütte auf abenteuerlichen Wegen an den Bosporus ...

Das Geheimnis des Glasbläsers
0

Was für eine Reise durch Europa! Ich bin noch ganz außer Atem, nachdem ich Simon und Ulf bei ihrem Abenteuer vom Schwarzwald bis ins ferne Konstantinopel begleiten durfte. Hier hat einfach alles gepasst, ...

Was für eine Reise durch Europa! Ich bin noch ganz außer Atem, nachdem ich Simon und Ulf bei ihrem Abenteuer vom Schwarzwald bis ins ferne Konstantinopel begleiten durfte. Hier hat einfach alles gepasst, die lebendige Beschreibung der verschiedenen Charaktere, die ausdrucksvoll gezeichneten Landschaften, die lebendigen Kampfszenen und natürlich die Kapriolen der Liebe – denn ewig lockt das Weib ...
Es war schon ein außergewöhnliches Trüppchen was sich schließlich nach einer über einjährigen Odyssee am Bosporus tummelte, um die schöne Marietta aus den Klauen des Bösen zu retten. Es mangelte bei dem ungewöhnlichen Unterfangen vornehmlich an die Rezeptur des Kristallglases zu kommen nicht an gefährlichen Situationen, sei es bei der Alpenüberquerung, im trubeligen Venedig oder an der Mauer in der byzantinischen Hauptstadt, die auch als das „zweite Rom“ bekannt war. Dafür war es umso herzerwärmender zu beobachten, wie Simon und Ulf allmählich zu einer Einheit verschmolzen. Die beiden Kerle, die sich erst nicht riechen konnten. Und die dann mal so ganz nebenbei auch noch den Kreuzmörder zur Strecke brachten.
Lieber Ulf, das von dir kreierte Abenteuer hat mir aber nicht nur viel Spaß beim Lesen bereitet, sondern mich auch viel gelehrt über die wunderbare Kunst der Glasbläserei, über das Leben in Venedig im 15. Jahrhundert und über die Eroberung Konstantinopels, die gleichzeitig den Untergang des byzantinischen Reichs bedeutete. Das Rezept für „Spaghetti alla puttanesca“ ist schon auf meinen Speiseplan gewandert und wird nachgekocht. Ich werde beim Genießen an dich denken ;)
Von mir bekommt dein tollkühnes Unterfangen in Schriftform die volle Punktzahl und natürlich eine Leseempfehlung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.05.2021

"Wie sich der kleine Moritz die Weltgeschichte vorstellt, genau so ist sie ..." Anton Kuh

Grandhotel Odessa. Der Garten des Fauns
0

Noch immer ist das echte Reisen in unserer von der Pandemie geschüttelten Zeit nicht wirklich realisierbar, wenn sich auch kleine Lichtblicke abzuzeichnen scheinen. Umso größer war deshalb meine Freude ...

Noch immer ist das echte Reisen in unserer von der Pandemie geschüttelten Zeit nicht wirklich realisierbar, wenn sich auch kleine Lichtblicke abzuzeichnen scheinen. Umso größer war deshalb meine Freude über Charlotte Roths erneute Einladung ins Grandhotel Odessa. Ich war sofort wieder bereit dort abzutauchen. Empfangen wurde ich wieder von Oda, die Herrin über das Hotel, die die Zügel noch immer fest in der Hand hält – ihr und natürlich dem sprudelnden Faun. Ich fühlte mich sofort wieder zu Hause. Doch der Hauptfocus scheint diesmal eher auf Manon, ihrer Ziehtochter, und Clara, der Tochter von Belles Bruder Bodo zu liegen, die ihre Mutter so jung auf tragische Weise verloren hatte und einen Tapetenwechsel bitter nötig hat. Die Freude über den Besuch aus Berlin ist jedoch bald getrübt, denn Manon, die schon ihr ganzes Leben in Maxim, ihren Stiefbruder, verliebt ist, ist schnell rasend vor Eifersucht. Nicht sie scheint mehr seine Sonne zu sein, sondern die bemerkenswerte Clara lässt sein Herz bald höherschlagen. Schnell wird aber auch klar, dass sich die politische Situation um Odessa zuspitzt und das Hotel bald seine Pforten auch für unliebsame Gäste öffnen muss. Wird Oda es schaffen, ihre Oase am Leben zu erhalten oder wird der Marmorfaun bald für immer trocken bleiben?

Auch dieser zweite Band hatte mich rasch wieder eingefangen, wenn bei mir der Funke auch nicht ganz so heftig wie im ersten Teil übersprang. Manchmal empfand ich die viele Politik als ein wenig niederdrückend, und viel Neid und Missgunst ließen kaum Raum auch mal für ein wenig Leichtigkeit und Liebe. Dennoch habe ich das Buch gerne gelesen und spreche auch diesmal spontan wieder eine Leseempfehlung aus. Meine Frage an die Autorin ob noch ein dritter Band in Planung sein, wurde verneint, und im Nachhinein finde ich auch, dass sie meine Reise nach Odessa zu einem würdigen Abschluss gebracht hat. Ich freue mich schon auf neue Werke aus Charlottes Feder und vergebe bei diesem Werk solide vier von fünf Sternen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.05.2021

Einfühlsam und lehrreich zugleich ... eine tolle Kombination ...

Zwei bemerkenswerte Frauen
0

Und wieder einmal war mir das Vergnügen beschert etwas über die Welt und vor allem ihre wunderbar talentierten Frauen zu lernen. Diesmal liefen mir im frühen 19. Jahrhundert die beiden Engländerinnen Mary ...

Und wieder einmal war mir das Vergnügen beschert etwas über die Welt und vor allem ihre wunderbar talentierten Frauen zu lernen. Diesmal liefen mir im frühen 19. Jahrhundert die beiden Engländerinnen Mary Anning und Elizabeth Philpot am Strand von Lyme über den Weg. Während das Klima oft rau war auf meiner Reise, so war es doch keinen Moment langweilig. Die beiden ehrgeizigen Frauen führten mich ein in die Welt der Paläontologie - vielen besser bekannt als die der Fossiliensammler. Sie waren ein ungleiches Gespann. Mary, das Kind aus armen Verhältnissen war Hunger und Arbeit gewohnt, seit sie denken konnte. Elizabeth hingegen war einige Jahre älter und stammte aus gutem Hause, war aber durch die Launen der Zeit mehr oder weniger genötigt worden, mit ihren beiden Schwestern in ein Haus in Lyme Regis, einer Kleinstadt in der südwestenglischen Grafschaft Dorset zu ziehen. Obwohl als "Perle von Dorset" bekannt, war es doch ein abgelegenes Örtchen und sicher nicht immer einfach für die London verwöhnten drei Schwestern.

Durch den ganzen Roman zieht sich nicht nur das Leben der Beiden sondern auch ein breite Spur von Wahnsinnsfossilienfunden. In der Männerwelt wurden sie nie anerkannt, doch sie gaben nicht auf. Zwei bemerkenswerte Frauen, die stolz auf sich sein konnten.

Der Klappentext bringt es durch die Worte eines Reporters der WAZ ganz wunderbar auf den Punkt: "Ein wenig Jane Austen, die Landschaft von Rosamunde Pilcher und auch noch etwas über Geschichte lernen. Was will man mehr?"

Von mir gibt es nicht ganz die Höchstpunktzahl aber dennoch ein Leseempfehlung, für alle, die mal mal "off the beaten path" lesen wollen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.05.2021

Verschenktes Potential ...

Anders
0

Der Klappentext stellt die Familie Meester, also Mutter Alma, Vater Linc, Tochter Iris und Sohn Sander als normale Durchschnittsfamilie dar. Aber waren sie das wirklich oder brodelte auch schon vor Sanders ...

Der Klappentext stellt die Familie Meester, also Mutter Alma, Vater Linc, Tochter Iris und Sohn Sander als normale Durchschnittsfamilie dar. Aber waren sie das wirklich oder brodelte auch schon vor Sanders Verschwinden ein kleiner Vulkan leise, aber stetig vor sich hin? Was hatte es auf sich mit den ewigen Streitereien der Kinder und warum ergriff die Mutter stets Partei für ihren Sohn? Zog sich die Tochter, die sich vollkommen zurecht unfair behandelt fühlte, deshalb immer mehr zurück? Und war nicht auch das Verhältnis zwischen Vater und Sohn eher mehr als weniger gestört? Diese Fragen stellt man sich unweigerlich als Leser, nachdem der Familie das vermeintliche Glück zuteilwurde und wie durch ein Wunder der verlorene Sohn wieder auftaucht. Aber irgendwas passt nicht zusammen. Was erst unterschwellig zutage tritt, wird wohl bald Wirklichkeit. Ist Sander wirklich der, für den er sich ausgibt?

Schade, schade, schade … dieser Romanstoff hatte so viel Potential. Er hätte zu einem nagelbeißenden Thriller verarbeitet werden können. Richtig Fahrt kommt leider erst recht spät in die Geschichte, als ich schon fast aufgegeben hatte. Erst im letzten Viertel werden großartige Ideen umgesetzt, die mich zeitweise an den Roman „Wir müssen über Kevin reden“ von Lionel Shriver erinnerten. Leider kann ich hier auch mit viel „good will“ nur drei von fünf Sternen vergeben. Ein weiteres Buch der Autorin – „Die Braut“ – liegt noch auf meinem SUB. Auch hier scheinen die Meinungen sehr stark auseinander zu gehen. Mal sehen, ob ich mich da mal ran wagen werde …

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere