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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.01.2017

Zuviel Predigen und Gut-Zureden nervt.

Mein Leben ohne Limits
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Nick wollte sich als kleiner Junge das Leben nehmen, weil er mit seiner Fehlbildung nicht "glücklich" war. Heute reist er um die ganze Welt, versprüht regelrecht Lebensmut und -freude und versucht so andere ...

Nick wollte sich als kleiner Junge das Leben nehmen, weil er mit seiner Fehlbildung nicht "glücklich" war. Heute reist er um die ganze Welt, versprüht regelrecht Lebensmut und -freude und versucht so andere Menschen entsprechend zu motivieren und für Gott zu begeistern.

Ja, von was bin ich bei diesem Buch eigentlich ausgegangen? Eigentlich dachte ich, dass es sich hier, wie vom Titel her anzunehmen und von der Bücherei auch gekennzeichnet um eine Biografie handelt. Die ist es teilweise auch. Nick schildert im Buch, wie er sein Leben bisher lebt(e) (was eben in der Vergangenheit passiert), wie er als Kind aufwuchs, die Situation für seine Eltern war, etc.

Er versucht aber auch immer wieder zu motivieren. Da denkt man, oh, nun liest man etwas über das Leben, das ich mir doch schwer vorstelle, so ohne Arme und Beine, und dann kommen ganz andere Zeilen. Zeilen, in denen Nick einem versucht, Mut zuzusprechen, erklärt, dass es immer Hoffnung gibt, einem dauerhaft gut zuredet. (Kennt er meine Einschränkungen? Weiß er, mit welchen Problemen ich ggf. zu kämpfen habe?) Dass solch eine Motivationsphase im Buch eventuell ein, zweimal vorhanden ist, lasse ich mir eingehen. Dass man aber nur noch das Gefühl hat, dass er ständig so daher redet, das finde ich nicht gut. Ich kann es verstehen, dass er evtl. nicht bemitleidet werden will, denn er hat sich mit seiner körperlichen Situation abgefunden bzw. wunderbar arrangiert, keine Frage. Da verdient er auch all meinen Respekt.

Aber dieses regelrecht missionieren im Buch, das hält einen viel zu sehr vom Lesen ab, ich wollte irgendwann nicht weiterlesen, denn gefühlt in jedem Kapitel kommt wieder solch eine Gut-Zureden-Phase.

Gerne hätte ich das Buch ganz gelesen, aber das war für mich so einfach nicht machbar, zu sehr hab ich mich über dieses "Sieh-die-Welt-immer-positiv"-Gerede aufgeregt. (Und wenn jemand weiß, dass es mal Zeiten gibt, in denen man die Welt einfach nicht mehr super positiv sehen kann, dann bin ich das, ich habe mir meine vier OPs am Arm schließlich auch nicht unbedingt ausgesucht bzw. hier eine Zeit lang enorm an Lebensqualität einbüßen müssen...)

Vom Schreibstil her liest sich das Buch generell übrigens eigentlich ganz gut, die Sätze sind gut verständlich und gut aufnehmbar, nichts großartig verschachtelt oder verkompliziertes. Klar berührt einen die Geschichte durchaus, zumindest ist dies so mein Empfinden. Ich finde es übrigens interessant gestaltet das Buch, denn in der Mitte findet man Bilder von Nick, so kann man sich auch einen guten Eindruck von ihm machen, finde ich.

Wer gerne irgendwelche Motivationsbücher lesen will, der darf dies wirklich gerne tun, dann kann man ggf. dieses Buch auch empfehlen. Ich kann hier leider nur 2 von 5 Sternen vergeben und bleibe unentschlossen.

Veröffentlicht am 04.01.2017

Enttäuschend.

Mein Leben als Suchmaschine
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Das handliche Buche ist eingeteilt in verschiedene Kapitel sowie kurze Geschichten. Überschrieben ist das ganze mit "Auf der Suche nach..." - die Kapitel heißen beispielsweise dann "Wahrheit", "... dem ...

Das handliche Buche ist eingeteilt in verschiedene Kapitel sowie kurze Geschichten. Überschrieben ist das ganze mit "Auf der Suche nach..." - die Kapitel heißen beispielsweise dann "Wahrheit", "... dem Woher" sowie "...dem Warum" - es gibt gesamt fünf solcher Kapitel mit einzelnen Geschichten wie "Chance als Scheitern", "Lemgo", "Meine Eltern wollten nicht, dass ich Cowboy werde".

Ganz hinten im Buch findet man ein Register mit den verschiedensten Begriffen, die hier noch einmal kurz aufgeführt werden. Natürlich sind diese Begriffe sehr lustig erklärt.
Die kleinen Geschichten klangen anfangs wirklich recht nett - sehr lustig und unterhaltsam. Mit der Zeit sind die Geschichten jedoch ziemlich abstrus und nicht wirklich mehr so lustig. Ich hatte mich hier auf ein kleines Büchlein, voll mit Kolumnen eingestellt (anfangs war ich von einer Geschichte ausgegangen, wobei kleine Geschichten ja auch nicht so "schlimm" sind), leider jedoch wurde ich eher enttäuscht. Habe ich das Büchlein nach den ersten drei, vier Geschichten noch einer Freundin empfohlen, so hörte meine Begeisterung für die Geschichten ganz schnell auf. Vielleicht auch, weil ich manches eben einfach zu abgedreht finde, manches hingegen mir wieder zu trottelig ist (sowas macht mich dann "narrisch").

Ich hatte mir von diesem Buch einfach mehr erwartet, denn grundsätzlich klangen manche Geschichten so, als könne da doch noch "mehr" kommen... leider wars eben nicht so.
Ich vergebe 2 von 5 Sternen und bleibe ziemlich unentschlossen.

Veröffentlicht am 04.01.2017

Eva schmeckts auch nur solala...

Maria, ihm schmeckt's nicht!
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Sara und Jan (Weiler) wollen heiraten. Deshalb fahren die beiden zu Saras Eltern, damit sie sich kennen lernen können und damit Jan um die Hand der Tochter von Antonio Marcipane anhalten kann. Antonio, ...

Sara und Jan (Weiler) wollen heiraten. Deshalb fahren die beiden zu Saras Eltern, damit sie sich kennen lernen können und damit Jan um die Hand der Tochter von Antonio Marcipane anhalten kann. Antonio, ein früherer Gastarbeiter aus Italien, inzwischen recht heimisch in Deutschland, erklärt Jan gleich viele Dinge und nimmt ihn auch mit nach Italien zu seiner Familie. Zwischen den beiden Männern entsteht eine schöne Freundschaft, was man anfangs nicht unbedingt denkt, zumal Antonio doch die ein oder andere komische Angewohnheit hat... nun hat Jan eine italienische "Sippe" am Hals, die es manchmal eben nicht versteht, wenn man satt ist...

Ich hatte von diesem Buch bereits von vielen Leuten gehört, dass sie es gelesen haben. Da waren aber auch die unterschiedlichsten Meinungen zu hören. Entsprechend gespannt war ich auf das Buch und wirklich anfangs überrascht wie lustig das Buch ist.

Leider legte sich das mit der Zeit, denn "eine ständige Rede wie diese hiere, die gehte mir dann doch auffe die Niere....". Irgendwann nervt es, wenn gleich es sicher recht echt ist und sich gesprochen wahrscheinlich ein Stück weit normal bzw. echt anhört. Für mich klang es leider nicht so, ich fand es einfach nervig mit der Zeit. Die generelle Geschichte, die Lebensgeschichte, die Antonio im Vertrauen dann Jan erzählt, ist eigentlich eine schöne Geschichte, die mich jedoch nicht so ganz mitreißen kann, denn irgendwie fehlt da etwas für mich.

Was ich auch etwas schade finde, sind die verwendeten italienischen Begriffe. Nicht jeder ist der italienischen Sprache mächtig, d.h. manchmal wäre es schön, wenn man ein "Buona Sera" in einem kurzen Anhang noch erklärt hätte. (Wer das für übertrieben hält, soll es tun, mir ist das egal, das ist meine ganz persönliche Meinung.) Nicht jeder kann diese Sprache, auch wenn wir uns ja alle nur noch von Pizza und Pasta ernähren... ;)

Grundsätzlich schreibt Jan Weiler gut, aber dieses Buch hat mich nicht wirklich in seinen Bann gezogen, es hat mich leider vielmehr enttäuscht.

Wer es also mal lesen möchte, sollte es sich vielleicht lieber "nur" ausleihen, denn eine Anschaffung lohnt hier meiner Ansicht nach nicht. (Wenn gleich es auch viele Leute gibt, denen dieses Buch so gut gefallen hat...)

Entsprechend vergebe ich hier 3 von 5 Sternen und bin gänzlich unentschlossen.

Veröffentlicht am 04.01.2017

Ein Pakt mit Toni, dem Teufel.

Und Gott sprach: Der Teufel ist auch nur ein Mensch!
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Jakob Jakobi ist Psychotherapeut und bekommt eines Tages Besuch von Anton Auerbach, welcher Jakobs Seele kaufen möchte. Da Jakob vorher Gott getroffen hat, ist seine Seele scheinbar sehr wertvoll, was ...

Jakob Jakobi ist Psychotherapeut und bekommt eines Tages Besuch von Anton Auerbach, welcher Jakobs Seele kaufen möchte. Da Jakob vorher Gott getroffen hat, ist seine Seele scheinbar sehr wertvoll, was den Reiz für Anton Auerbach, der behauptet der Teufel zu sein, ausmacht. Jedoch hat Jakob eigentlich überhaupt kein Interesse daran seine Seele an „Toni“ zu verkaufen bzw. ist genervt von ihm… mit der Zeit wird Jakobs Leben zur Hölle…

Auf die Thematik Gott-Teufel war ich hier wirklich gespannt, zumal ich das Vorgängerbuch nicht kenne, hier trifft Jakob Jakobi wohl auf Gott, zumindest glaubt sein Patient Abel Baumann, dass er Gott wäre…

Vom Stil her hat mir das Buch gut gefallen, es lässt sich recht gut und flüssig lesen, ist locker-leicht zu lesen, keine großartigen Fachbegriffe, kein umständlicher Satzbau etc., wirklich alles gut nachvollziehbar. Mit der Zeit wird auch immer wieder mehr Spannung aufgebaut, was mir ganz gut gefallen hat, man möchte ja auch wissen, wie die Geschichte sich weiterentwickelt. Natürlich bedient das Buch durchaus auch einige Klischees hinsichtlich Gott bzw. des Teufels, was aber ganz gut passt und dann teilweise auch „aufgeklärt“ wird, auf eine absolut interessante Art und Weise, einfach logisch manches, wie ich finde.

Die Geschichte ist an und für sich unterhaltsam und auch lustig, manchmal auch etwas emotional, gelegentlich so geschrieben, dass man auch darüber nachdenkt, sich damit auseinander setzt. Ich fand es interessant, das Buch zu lesen, es hat mir auch durchaus gefallen, hat mich aber nicht absolut begeistert. Abwechslungsreich war diese Geschichte durchaus, das kann man nicht leugnen, aber mein Lieblingsbuch wird es nicht, auch wenn es mal was anderes war. Man muss nicht unbedingt einen großartigen Bezug zu Gott bzw. dem Teufel haben um das Buch zu lesen, ich denke manche Klischees sind generell bekannt.

Es war interessant, sich mal mit dieser Thematik auf unterhaltsame Art und Weise zu beschäftigen, es war ein nettes Buch, das man mal lesen kann, aber nicht muss. Hinsichtlich einer etwaigen Empfehlung bleibe ich unentschlossen und vergebe hier 3 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 04.01.2017

Du bist wie die Welle, die niemals nachlässt in ihrer Kraft und Tiefe

Madame Picasso
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Im Jahr 1911 kommt die junge Eva nach Paris um sich dort ein neues Leben aufzubauen. Geflüchtet von zuhause, von den Eltern, aus einem kleinen französischen Ort, wo sie verheiratet werden sollte. Im schillernden ...

Im Jahr 1911 kommt die junge Eva nach Paris um sich dort ein neues Leben aufzubauen. Geflüchtet von zuhause, von den Eltern, aus einem kleinen französischen Ort, wo sie verheiratet werden sollte. Im schillernden Paris lernt sie zufällig den jungen, aufstrebenden Künstler Pablo Picasso kennen und verliebt sich in diesen Ausnahmekünstler. Er ist zwar noch in einer Partnerschaft, jedoch ist er nicht sonderlich glücklich, zumal er die Gefühle von Eva erwidert. Schließlich wird Eva Picassos Muse...

Auf die Geschichte war ich gerade auch deshalb gespannt, weil ich außer manchen Kunstwerken von Picasso über ihn selbst noch recht wenig wusste. Entsprechend fand ich es toll, hier ein wenig mehr über ihn als Mensch zu erfahren, wie er gelebt hat, etc. Vom Schreibstil her hat mir das Buch recht gut gefallen, es ist alles soweit meist gut nachvollziehbar, kein großartig schwieriger Satzbau, gelegentlich mal Fachbegriffe wie beispielsweise den des "Kubismus" (den man ja auch nicht unbedingt aus dem Stegreif drauf hat. Sprachlich also generell wirklich schön geschrieben, wären da nicht die verwendeten Fremdsprachen: Französisch und Spanisch. Ich mag andere Sprachen gerne, aber diese dann im Buch immer wieder zu bringen, meist nur als kurze Sätze, Anreden, Aussprachen, etc. - das war für mich unheimlich schwer. Spanisch kann ich mir gelegentlich noch erklären weil ich hier Kenntnisse habe, Französisch verstehe ich "Mon amour" auch noch, aber dann hört es auf. Hier war ich wirklich enttäuscht bzw. auch aufgeschmissen - man möchte ja das Buch lesen, nicht ständig etwas nachschlagen müssen oder im Buch anmarkieren, damit man es später noch nachlesen kann. Hier wäre ein bis Dato nicht vorhandenes Register hinten im Buch sehr hilfreich gewesen - vielleicht indem man diese kurzen Sätze bzw. Aussagen aufführt und übersetzt - ggf. noch mit dem Hinweis welcher Sprache es entspricht. (Mitunter sind sich auch französisch und spanisch gelegentlich zum Verwechseln ähnlich.)

Diese sprachliche Geschichte hat meinen Lesegenuss etwas betrübt, es hat mich schon geärgert, wenn ich dann unterwegs spontan Freunde gefragt habe bzw. ggf. eben online die Bedeutung nachgeschlagen habe - so lange bis ich es einfach sein hab lassen.

Ansonsten hat mir die Geschichte an sich sehr gut gefallen. Es tauchen immer wieder Weggefährten von Pablo Picasso auf, über die ich mich nun im Nachhinein auch noch einmal schlau machen werde, da es mich einfach auch interessiert, was man über diese Personen noch erfahren kann. Die Geschichte um Eva und Picasso ist wohl wahr, laut der Autorin ist darüber nicht allzuviel bekannt, wie sie im Buch zum Schluß auch erklärt, entsprechend musste sie viel Recherche betreiben. Diese wahre Lebensgeschichte hat mir ziemlich gut gefallen, wobei es natürlich Anfang des 20. Jahrhunderts nicht immer nur alles gut war, sondern die Menschen auch von verschiedenen Unglücken (Titanic, 1. Weltkrieg) überrascht wurden.

Was im Buch auch recht schön gemacht ist ist die Umschlagsgestaltung - vor allem auch innen. Hier findet man vorne im Buch eine Übersichtskarte von Paris, so kann man bei den beschriebenen Straßen und Plätzen die Wege auch noch nachvollziehen, wenn man das gerne mag.

Mir hat das Buch wirklich gut gefallen, ich habe einiges über Pablo Picasso und seine große Liebe Eva erfahren, über die damalige Zeit, seine künstlerischen Weggefährten, Freunde in der damaligen Zeit. Außerdem wurde ich beim Lesen gut unterhalten, das Buch ist durchaus sehr schön geschrieben, je nach Vorkommnissen auch spannend, durchaus emotional, eben wirklich lesenswert.
Gestört hat mich diese sprachliche Sache, für Menschen, die weder französisch noch spanisch sprechen ist es durchaus schwer hier manche Aussagen nachzuvollziehen, was ich schade finde.
Deshalb ziehe ich hier einen Stern ab, vergebe 4 von 5 Sternen und spreche eine Leseempfehlung aus.