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Veröffentlicht am 16.03.2020

Mensch, lerne tanzen, sonst wissen die Engel im Himmel nichts mit dir anzufangen

111 Gründe zu tanzen
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Tanzen ist etwas, das wir alle schon als Kinder getan haben. Oftmals nimmt es mit den Jahren ab, dabei gibt es doch so viele wunderbare Gründe, es viel öfter zu tun! Lisa Bales führt in diesem Buch 111 ...

Tanzen ist etwas, das wir alle schon als Kinder getan haben. Oftmals nimmt es mit den Jahren ab, dabei gibt es doch so viele wunderbare Gründe, es viel öfter zu tun! Lisa Bales führt in diesem Buch 111 verschiedene Gründe auf – und überzeugt so hoffentlich auch den letzten Tanzmuffel…

Tanzen ist für mich vor allem in den letzten Jahren immer interessanter geworden, als Teenager war ich da nicht wirklich begeistert von… Mit den Jahren hat mich Tanzen dann immer mehr begeistert, wenngleich in einer Zuschauerposition z.B. beim Ballett oder in der eigenen Freizeit beim Tanzen, Zumba machen, nun ja. Von daher war ich gespannt auf die 111 Gründe, die Lisa Bales hier aufführt.

Der Schreibstil des Buches hat mir ganz gut gefallen, es liest sich angenehm, wenngleich es weniger Unterhaltungsliteratur also doch eher „Überzeugungsliteratur“ ist. Will heißen, es ist natürlich manchmal auch sachlich und fachlich, bringt Thesen ein und führt diese auch aus. Nichtsdestotrotz hat mir der Stil gut gefallen und es hat sich angenehm lesen lassen.

Bei den Gründen ist es so, dass diese in elf verschiedene Kapitel eingeteilt sind – beginnen von Motiven fürs Tanzen, der Körper- bzw. Geistgesundheit, dem Tanz als Lebensgefühl oder auch einem Kapitel namens „Keine Hemmungen vorm Tanzen“. So entwickelt man beispielsweise Körperbewusstsein beim Tanzen, was natürlich auch das Selbstbewusstsein stärkt. Außerdem – man merkt es ja selbst auch – tanzen die Endorphine, die Glücksgefühle direkt mit einem mit. Allein diese Gründe sollten doch absolut überzeugen, finde ich.

Mir hat die Aufführung gut gefallen, wenngleich ich manchmal ein bißchen das Gefühl hatte, dass die aufgeführten Gründe ein wenig ähneln. Was bei 111 Gründen natürlich auch mal vorkommen kann, ist kein Vorwurf meinerseits. Für mich hätten es auch 55 Gründe fürs Tanzen getan, denn wer will, der tut es – und dafür brauch es dann gar nicht enorm viele Auslöser. Einige ganz und voll überzeugende reichen dann auch schon. Für mich eine spannende, interessante und unterhaltsame Lektüre, die mich überzeugt hat. Entsprechend vergebe ich hier 5 von 5 Sternen und spreche eine Empfehlung aus. Und jetzt bitte alle: das Tanzbein schwingen. Egal wie und wo.

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Veröffentlicht am 13.03.2020

Sie mag Musik nur, wenn sie laut ist.

Wovon du träumst
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Eine Liste mit Dingen, die sie unbedingt noch machen möchte, führt Emilia. So zählt beispielsweise Klavierspielen lernen dazu. Klingt einfach, jedoch ist Emilia nahezu taub. Also keine leichte Aufgabe, ...

Eine Liste mit Dingen, die sie unbedingt noch machen möchte, führt Emilia. So zählt beispielsweise Klavierspielen lernen dazu. Klingt einfach, jedoch ist Emilia nahezu taub. Also keine leichte Aufgabe, die sie sich gestellt hat. Zufällig läuft ihr Nick über den Weg – der ihr dabei helfen könnte, solche Aufgaben umzusetzen. Doch er scheint mehr nur an Party & Co. interessiert zu sein. Vielleicht gelingt es ja aber doch, dass ihre stille und seine laute Welt zusammenfinden?

Hörbücher sind für mich immer wieder wunderbare Wegbegleiter, so war es auch bei dieser Geschichte der Fall.

„Wovon du träumst“ wird von zwei Sprechern gesprochen, die sich immer wieder abwechseln. Ilena Gwisdalla und Max Felder taten dies auf sehr angenehme Art und Weise, natürlich auch sehr verständlich und gut betont. Es hat mir regelrecht Spaß gemacht, ihnen und der Geschichte zuzuhören.

Die Geschichte hat mir wirklich gut gefallen. Es ist eine Geschichte, die vielleicht aussichtslos erscheint, aber soviel Hoffnung in sich trägt, was ich toll finde. Man merkt, wie sich Emilia in den Kopf gesetzt hat, dass sie einige Aufgaben erledigen möchte, die für sie als Gehörlose wirklich nicht einfach zu bewältigen sind. Und wie auch der Protagonist Nick so sein ganz eigenes Päckchen mit sich herumträgt, was für ihn auch nicht immer ganz einfach ist. Es ist schön zu erleben, wie sich die beiden auf eine interessante Art kennenlernen und wie sie miteinander umgehen – auch im Laufe der Zeit.

Die Geschichte dauert knapp über 4 ½ Stunden, die mir teilweise gar nicht so lange erschienen. Natürlich ist es ein längeres Hörbuch, aber für mich war dies so unterhaltsam, emotional, packend und auch lustig, dass die Zeit dabei regelrecht verflogen ist. Die Sprecher waren für mich gut ausgewählt, alles war gut zu verstehen. Von mir gibt es hier 5 von 5 Sternen und eine Empfehlung.

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Veröffentlicht am 13.03.2020

Fränkisch unterhaltsam.

Notruf 110 (Band 1)
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In diesem Buch schildert Hartmut Friese seine mitunter kuriosen, lustigen und spannenden Einsätze in seiner beruflichen Tätigkeit bei einer mittelfränkischen Polizeiinspektion. Da wird schon mal geholfen, ...

In diesem Buch schildert Hartmut Friese seine mitunter kuriosen, lustigen und spannenden Einsätze in seiner beruflichen Tätigkeit bei einer mittelfränkischen Polizeiinspektion. Da wird schon mal geholfen, damit der abgestürzte Wellensittich hinter dem Schrank nicht verendet, außerdem gilt es am Gericht präsent zu sein – was aber auch ein Striptease nicht verhindern kann…

Schon lange wollte ich mal die kuriosen Geschichten aus dem mittelfränkischen Polizei“alltag“ lesen, nun endlich war es soweit. Das Buch ist eine durchaus handliche Lektüre, sehr praktisch auch für unterwegs. Der Schreibstil ist ein sehr angenehmer, locker, leicht geschrieben ist er wirklich gut verständlich. Fremdwörter oder Fachbegriffe sucht man vergeblich, so dass sich das Buch wirklich prima lesen lässt. Auch inhaltlich sind die verschiedenen geschilderten Vorgänge und Vorfälle absolut nachvollziehbar. Lediglich sprachlich könnte jemand, der den (mittel)fränkischen Dialekt nicht kennt, mal kurz ins Stocken geraten. Wobei auch hier immer gleich Aufklärung vom Autor erfolgt. Man lernt also hier auch dazu.

Die einzelnen Geschichten sind sehr unterhaltsam, durchaus auch mal spannend, da es hier ja doch um echte Einsätze ging. Da taucht ein Dreijähriger in einem Geschäft in der Innenstadt alleine auf – und nur bekleidet mit der Badehose. Oder Kirchweihburschen werden für Diebe des Blaulichts vom Polizeiauto gehalten. Es sind verschiedene Einsätze, die allerdings wirklich unterhaltsam und vor allem im Ausgang dann lustig sind. Wenn man hier natürlich ortskundig ist und manches Gerichtsgeschehen sowie die Polizeinachrichten in der Zeitung aufmerksam verfolgt hat, so kann man sich manchmal sicher auch zusammenreimen, um welche Personen oder Lokalitäten es sich dabei handelt. Da es sich aber bei genannten Fällen, die man in dieser Hinsicht nachvollziehen kann, um keine großartigen Straftaten handelt, finde ich das mehr amüsant als „schlimm“.

Alles in allem ist dies eine lustige und unterhaltsame Lektüre, durchaus auch mal spannend. Das Buch ist schnell gelesen, man bekommt einen Einblick in den Polizei“alltag“, der sicher nicht alltäglich ist. Vielleicht sollte man das Einsatzgebiet kennen oder auch Sympathie für (Mittel)Franken hegen, wenn man das Buch liest – dann liest es sich vielleicht noch leichter. Von mir gibt es hier 5 von 5 Sternen und eine Empfehlung für eine kurzweilige Lektüre.

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Veröffentlicht am 13.03.2020

Abwechslung im Polizeialltag

Notruf 110 (Band 2)
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In diesem Buch berichtet der Polizist Hartmut Friese über seinen beruflichen Alltag bei der Polizeiinspektion Neustadt/Aisch. Die Schilderungen betreffen die 90er Jahre – und weiter zurück liegende Jahre. ...

In diesem Buch berichtet der Polizist Hartmut Friese über seinen beruflichen Alltag bei der Polizeiinspektion Neustadt/Aisch. Die Schilderungen betreffen die 90er Jahre – und weiter zurück liegende Jahre.

Kuriose Geschichten aus dem Polizeialltag finde ich schon immer interessant, insofern habe ich mich gefreut, wieder einmal etwas darüber zu lesen. Wenn einem eine Gegend dann auch noch etwas bekannt ist, ist dies natürlich zusätzlich ganz amüsant – und man die ein oder andere Örtlichkeit eben kennen könnte. (Wenngleich die Geschehnisse über zwanzig Jahre zurückliegen, d.h. auch hier gab es ordentlich Veränderung.)

Der Schreibstil von Hartmut Friese hat mir unheimlich gut gefallen, er schreibt sehr angenehm, gut verständlich, dennoch sehr überlegt in der Wortwahl teilweise. Natürlich fließt auch mit ein, dass er ein waschechter Franke ist, was das ganze aber einfach authentisch macht.

Zwischendurch sind die Geschichten auch immer noch mit Karikaturen vom POK Alfred Berger von der Kriminalinspektion Ingolstadt versehen. Diese lockern das gesamte Buch noch zusätzlich auf.

Von den Geschichten kommt hier verschiedenstes vor, so gibt es den Ehemann, der spät heimkommt und sich beim Nachbarn noch an den Blumen bedient, damit die Ehefrau nicht gar so verärgert ist. Oder auch das Pärchen, welches sich im Foyer einer Bankfiliale sehr unbeobachtet fühlt und so intime Momente miteinander teilt. Abwechslungsreich sind die Geschichten also auf alle Fälle – und dadurch auch sehr angenehm zu lesen.

Für mich war es wieder eine sehr unterhaltsame Lektüre, die mir richtig gut gefallen hat. Es liest sich angenehm, locker, leicht und man muss immer wieder schmunzeln und lachen. Von mir gibt es hier 5 von 5 Sternen und eine Empfehlung.

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Veröffentlicht am 11.03.2020

Eine wunderbare Geschichte, die so viel echtes Leben beinhaltet.

Wir von der anderen Seite
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Rahel wacht im Krankenhaus auf und weiß eigentlich erstmal gar nichts mehr, sie denkt, dass Weihnachten ist, dabei ist längst der Silvestertag. Mit der Zeit versteht sie, dass sie auf der Intensivstation ...

Rahel wacht im Krankenhaus auf und weiß eigentlich erstmal gar nichts mehr, sie denkt, dass Weihnachten ist, dabei ist längst der Silvestertag. Mit der Zeit versteht sie, dass sie auf der Intensivstation liegt, im Koma lag. Ihre Familie kümmert sich um sie und hilft ihr, die als Autorin für Drehbücher für Komödien tätig ist, durchaus mit Humor auf die Beine. Doch das ist nicht unbedingt leicht, denn so wirkt beispielsweise der Medikamentenentzug so, dass Rahel ein winkendes Eichhörnchen sieht...

Von „Wir von der anderen Seite“ hatte ich schon einiges gehört und gelesen, folglich war ich sehr gespannt über das Buch und hab mich sehr gefreut, als es mir dann über den Weg lief. Nun hatte ich bei den fast 400 Seiten etwas Respekt, allzu dicke Bücher sind insofern nicht direkt mein Fall, dass sie mich erst mal einschüchtern. Dieses Buch war aber dann kurz nach dem Lesen gar nicht so - denn es flog nur so dahin.

Der Schreibstil hat mir unheimlich gut gefallen, das Buch liest sich wirklich sehr angenehm, ist unterhaltsam, humorvoll und aber doch auch emotional, denn die Geschichte lässt einen absolut nicht kalt. Es war gut und verständlich zu lesen, längere Sätze haben mich hier nicht gestört bzw. sind mir auch nicht negativ aufgefallen. Fremdwörter oder Fachbegriffe kommen nicht unbedingt großartig vor, natürlich hin und wieder mal welche medizinischer Natur, diese werden aber durchaus auch verständlich erläutert.

Die Geschichte hat mich sehr gepackt, denn sie ist sehr bewegend und unterhaltsam zugleich. Man hat Teil am Leben und am aktuellen Gesundheitsstand von Rahel, bei der ich immer ein wenig grübeln musste, ob es sich dabei nicht doch um Anika Decker selbst handelt. (Was ich später online in einer Hörbuch-Empfehlung des Rundfunks als bestätigt gefunden habe.) Dabei bekommt man wirklich tiefe und ehrliche Einblicke, sieht, wie manches mit Humor genommen wird, wie der Humor gelegentlich schwerfällt, da sich manches am Gesundheitszustand leider nicht so schnell ändern bzw. bessern will. Ich habe beim Lesen wirklich mitgefühlt, aber auch oft gelacht, denn in gewisser Weise ist hier Galgenhumor im Spiel. Auch die Geschichte rund um ein abzugebendes Drehbuch, unangenehme Menschen in diesem Geschäft und die schwierige finanzielle Situation waren ein spannender Einblick.

Für mich war dies eine richtig tolle Lektüre, eine, die unterhaltsam und lustig war, voller Humor, die aber auch sehr berührend und emotional war. Ich hatte das Buch fast an einem Abend durch, was wirklich für ein gut geschriebenes Buch spricht, wie ich finde. Von mir gibt es eine absolute Empfehlung und 5 von 5 Sternen.

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