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Veröffentlicht am 24.04.2019

Dickes B an der Spree.

MARCO POLO Reiseführer Berlin
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Dieser Marco Polo Reiseführer über Berlin zeigt einem die unterschiedlichsten Sehenswürdigkeiten rund um die Hauptstadt – natürlich auch wieder mit den Insider-Tipps. Außerdem enthält der Reiseführer einen ...

Dieser Marco Polo Reiseführer über Berlin zeigt einem die unterschiedlichsten Sehenswürdigkeiten rund um die Hauptstadt – natürlich auch wieder mit den Insider-Tipps. Außerdem enthält der Reiseführer einen entnehmbaren Stadtplan und eine Übersicht mit den wichtigsten Marco Polo Highlights.

Vorbereitung ist oftmals alles – entsprechend habe ich mich dank diesem Reiseführer über Berlin gut einlesen können. Der Aufbau von Marco Polo gefällt mir immer wieder gut, so sind vorne in diesem handlichen Reiseführer (praktisch für die Handtasche – oder auch mal Jacken-Innentasche) die Marco Polo Highlights im Klappumschlag aufgeführt. Hinten im Buch befindet sich ein ausführlicher Stadtplan, der in einer Art Plastikhülle gut und sicher verstaut ist. Außerdem findet man dort noch einen Plan des Liniennetzes im öffentlichen Nahverkehr sowie außen drauf eine Übersicht über Berlin uns seine Stadtteile.

Auch gibt’s hier wieder verschiedene Tipps, wie man zwischendurch mal wo entspannen kann, was man bei Regen unternehmen kann, was typisch für Berlin ist und wo man Geld sparen kann – Orte zum Nulltarif. Weiterhin ist der Reiseführer nach Stadtteilen eingeteilt, so erfährt man hier immer wieder etwas über den jeweiligen Bezirk, erhält Informationen über die Sehenswürdigkeiten (inkl. Öffnungszeiten, Eintrittspreise, Adresse, Telefonnummer, Homepage und der Anbindung an den ÖPNV) und findet auch eine kleine Karte vor, in der die entsprechenden Sehenswürdigkeiten eingezeichnet sind. Weiterhin erhält man Tipps rund ums Essen und Trinken, Einkaufen, für abendliche Unternehmungen (Konzert, Musical, Tanz und Oper) und natürlich hinsichtlich der Übernachtungsmöglichkeiten. Darauf folgen verschiedene ausformulierte Erlebnistouren, bei denen man beispielsweise die Spandauer Vorstadt erkunden kann oder auch mit dem Schiff durch die City fahren kann.

Daran anschließend finden sich noch Hinweise über Links und Blogs sowie Apps, die vor Ort nützlich sein können, bevor man dann zu den praktischen Hinweisen kommt. (ÖPNV, Notdienst, Taxi, etc.). Nun findet man noch den Cityatlas, die Stadt also in mehrere Seiten Stadtkarte eingeteilt, darauf folgend das Straßenregister, das generelle Register und Tipps, was man bloß nicht tun sollte (Taschen unbeaufsichtigt lassen, Schwarzfahren).

Mir hat dieser Reiseführer sehr gut gefallen, da er sehr übersichtlich aufgebaut ist, alle nötigen und wichtigen Informationen liefert, tolles Kartenmaterial inkludiert und auch noch Top-Tipps mit sich bringt. Das praktische Format ist gerade unterwegs wirklich handlich, ebenso die nicht enorme Dicke des Buches. Inhaltlich bringt er dennoch enorm viele Informationen und Tipps mit sich, auf die man vor Ort auch wirklich setzen kann. Entsprechend vergebe ich hier 5 von 5 Sternen und spreche eine Empfehlung aus.

Veröffentlicht am 23.04.2019

Heute gibt es fein Gemetzeltes.

Tod unter Gurken
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Dinge, die ihn eigentlich nichts angehen – hier steckt Alfons Friedrichsberg seine Nase am Liebsten hinein. So ermittelt der hochintelligente Mann im gesetzten Alter immer wieder mehr oder minder auf eigene ...

Dinge, die ihn eigentlich nichts angehen – hier steckt Alfons Friedrichsberg seine Nase am Liebsten hinein. So ermittelt der hochintelligente Mann im gesetzten Alter immer wieder mehr oder minder auf eigene Faust und deckt dabei so manche Tat auf. Dabei geht es um öffentlich ausgestellte Leichen, die falsch wieder zusammen gesteckt sind und – natürlich eben auch – „Tod unter Gurken“.

Von Kai Magnus Sting hatte ich vor einiger Zeit mal das Hörbuch „Tod unter Lametta“ gehört, was mir wirklich gut gefallen hat. Nun war ich also auf den „Tod unter Gurken“ gespannt. Auch bei diesem Hörspiel wirken wieder Annette Frier, Jochen Malmsheimer, Bastian Pastewka und Kai Magnus Sting selbst mit. Stimmen, die mir hier echt gut gefallen haben, da es in gewisser Weise „Charakter-Stimmen“ sind. Vielfältig, gut auseinander zu halten, auf gar keinen Fall langweilig.

Daher glaube ich auch, dass man den Spaß, den die Sprecher bei der Aufnahme hatten, auch heraushören kann. Mir hat das Zusammenspiel insofern gut gefallen. Die einzelnen Geschichten habe ich als sehr unterhaltsam und amüsant, zugleich aber auch spannend empfunden. Es macht wirklich Spaß, hier zuzuhören, denn die Erzählung ist raffiniert und wirklich gut überlegt gemacht, nicht simpel, man darf auch gerne mitdenken.

Dennoch fand ich das Hörspiel ein bißchen durcheinander, zumindest ist es mir ein bißchen schwer gefallen, hier bei den einzeln erzählten Geschichten mitzukommen. (Vielleicht sollte man sich das Hörspiel einfach mehrfach anhören.) Im Vergleich war „Tod unter Lametta“ ein gesamtes Hörspiel, „Tod unter Gurken“ war für mich mehr so, dass es verschiedene Todesfälle nacheinander aufzählt, die dann aber doch auch immer wieder zusammen hängen. Insofern hat das für mich den Hörspaß einfach ein bißchen getrübt.

Trotzdem, alles in allem war auch dieses Hörspiel für mich sehr gelungen. Unterhaltsam, tolle Sprecher, geniale und spannende Geschichten – von mir gibt es hier 4 von 5 Sternen und eine Empfehlung.

Veröffentlicht am 22.04.2019

Der Ascher von Frékovic.

Die Zigarette danach
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Fabrice ist von Beruf Headhunter – und leidenschaftlicher Raucher. Doch seine Frau überredet ihn zu einer Hypnose-Sitzung, durch die er letztendlich Nichtraucher werden soll. Ihr zuliebe macht er dies, ...

Fabrice ist von Beruf Headhunter – und leidenschaftlicher Raucher. Doch seine Frau überredet ihn zu einer Hypnose-Sitzung, durch die er letztendlich Nichtraucher werden soll. Ihr zuliebe macht er dies, doch eigentlich möchte er gerne wieder rauchen, doch ihm schmecken die Zigaretten nicht mehr wie vorher. Durch einen unabsichtlich verschuldeten Unfall kommt Fabrice zu einer erneuten Zigarette, die ihm urplötzlich wieder schmeckt. Scheinbar schmeckt ihm das Rauchen also nur, wenn es vorher eine tödliche Begegnung gab…

Französische Literatur lese ich immer wieder mal ganz gerne – entsprechend gespannt war ich auf das Buch – und die Geschichte, die mich hier erwarten würde. Bereits „Der Hut des Präsidenten“ von Antoine Laurain hat mir wirklich gut gefallen, von daher hatte ich eine gewisse Erwartungshaltung.

Der Schreibstil hat mir gut gefallen, ein verständliches Buch, das teilweise gar poetisch daher kommt in seinen Formulierungen. Dennoch wirklich gut zu verstehen, aber auch keine zu einfache Lektüre. Genau richtig, wie ich fand. Gelegentlich kommen französische Begriffe daher, aber das ist dafür auch einfach passend.

Inhaltlich ist die Geschichte spannend aufgebaut. Sie wird interessant erzählt, unterhaltsam und absolut so, dass man gerne weiterlesen möchte. Aber auch angenehm spannend, man kann das Buch durchaus mal zur Seite legen und kann später angenehm weiter lesen – der Spannungsbogen ist nicht „überspannt“. Das hat mir sehr gut gefallen, denn natürlich war ich gespannt, wie dem Protagonisten Fabrice es wohl gelingt, dass ihm Zigaretten wieder schmecken. Auch sehr zum Schmunzeln ist es, wie der Titel den ein oder anderen (Leser) erst mal in die Irre führt – oder vielleicht denkt man automatisch an ein bestimmtes Thema bei der Zigarette danach?

Mir hat diese unterhaltsame und poetische Mischung sehr gut gefallen. Es ist spannend etwas über den Hauptakteur des Buches zu erfahren, wie gewieft er als Headhunter ist. Und gleichzeitig wie er wieder auf der Suche nach seiner Lust zum Rauchen ist, dass es ihm wieder schmeckt, das Rauchen. Für mich war es ein spannendes und unterhaltsames Buch gleichzeitig, oftmals gab es doch auch die ein oder andere Szene, die ich als recht amüsant empfunden habe. (Wenngleich ich sonst mit der Thematik des Rauchens als Nichtraucherin absolut nichts am Hut habe…)

Von mir gibt es für dieses Buch 5 von 5 Sternen und eine Empfehlung.

Veröffentlicht am 18.04.2019

Auf der Großen Freiheit ist (fast) alles möglich.

Große Freiheit
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Wolfgang Köhler, genannt Wolli, kommt Ende der 50er Jahre nach Hamburg, genauer gesagt nach „Sankt Liederlich“, wie der Stadtteil St. Pauli auch genannt wird. Dort vertickt er Drogen, arbeitet als Koberer, ...

Wolfgang Köhler, genannt Wolli, kommt Ende der 50er Jahre nach Hamburg, genauer gesagt nach „Sankt Liederlich“, wie der Stadtteil St. Pauli auch genannt wird. Dort vertickt er Drogen, arbeitet als Koberer, hinter dem Tresen und schließlich als Wirtschafter auf der Großen Freiheit. Die Geschichte ist zum Teil fiktiv, basiert aber auch auf wahren Begebenheiten.

Die Geschichte des Buches hat mich echt interessiert, da ich St. Pauli doch auch immer wieder spannend finde – und auch die Menschen, die dort leben und arbeiten. Von Rocko Schamoni hab ich bislang noch kein Buch gelesen, muss ich ja ehrlicherweise auch mal zugeben. Der Name sagte mir natürlich was, aber gelesen habe ich bislang eben auch noch nichts von ihm.

Der Schreibstil des Buches hat mir unheimlich gut gefallen, es liest sich sehr angenehm und flüssig. Es ist gut verständlich geschrieben, keine großartigen Fremdwörter. Begrifflichkeiten werden immer mal wieder erläutert (vom Koberer bis hin zu „Geldeinheiten“), was ich auch ganz spannend fand. Vom Stil her habe ich durchaus schnell ins Buch gefunden – und auch die Geschichte hat mich nicht enttäuscht.

Es ist interessant zu lesen, wie Wolli seinen Weg geht, der natürlich nicht immer so erfolgreich ist, wie man es ihm vielleicht insgeheim wünscht. Er fällt hie und da mal „auf die Schnauze“, rappelt sich aber immer wieder auf, nimmt die Dinge an wie sie kommen. Und ist dennoch auch schockiert von Gewalttaten, die auf St. Pauli so passieren. Denn damit kann er sich einfach nicht anfreunden. Insofern ist er wohl ein Anti-Held, wie es auf dem Buchumschlag auch heißt. In gewisser Weise ist es eben auch ein Entwicklungsroman, denn man darf ja im Lesen erfahren, wie sich das Leben von Wolli immer wieder weiter entwickelt.

Ebenso spannend ist es, wenn man liest, welchen Personen er so begegnet ist, mit wem er zu tun hatte. Hier habe ich unheimlich viel nachgelesen, da es mich selbst sehr interessiert hat, ob das alles so wahr ist – was immer wieder der Fall war. Auch bei Musikstücken war es für mich interessant, diese nach oder gar beim Lesen mit anzuhören, damit man einen besseren Einblick in die Szenerie kriegt. So tanzt die Cartacala, ein Wesen mit Federkleid, zum Bolero, ein anderes Mal ertönt die Götterdämmerung von Richard Wagner. Ich glaube auch daran kann man die Zerrissenheit von Wolli sehen – wie er einerseits doch die liederliche Seite von St. Pauli kennenlernen und lieben lernt, andererseits immer noch für die große Kunst offen ist.

Für manch einen mag das nicht zusammenpassen, ich kann mir schon vorstellen, dass jemand, der in einer so heftigen Branche arbeitet, einfach noch einen Ausgleich braucht. Und für mich hat es im Buch auch gepasst, dass oftmals entsprechende Szenerien geschildert wurden, natürlich geht’s auf der Reeperbahn und drumherum auch um Sex (aiaiai!), wo Wolli im Grunde genommen ja auch Geld mit verdient hat. Für mich war das alles stimmig. Amüsiert habe ich mich beim Lesen auch sehr, die Meinung von Wolli beispielsweise zu den Beatles ist die, dass die sicher nicht so erfolgreich werden. In einem Jahr kennt die niemand mehr, so ungefähr. Lustig, wie sich all das nicht als zutreffend ereignet hat und sie eine der größten Bands wurden. In ein, zwei anderen Einschätzungen liegt er ebenso daneben – was für uns heute, die wir wissen, wie die Dinge inzwischen abgelaufen sind, beim Lesen natürlich schon lustig ist.

Für mich war es ein spannender, interessanter und lustiger Roman. Ich habe für mich hier eine kleine Hamburg-Reise beim Lesen gemacht, habe immer wieder den Orten nachgespürt, die im Buch so auftauchen. Manchmal hätte ich vielleicht noch gerne mehr über den Mensch Wolli erfahren, aber es ist für mich auch in Ordnung, dass dem in diesem Buch nicht so ist. Von mir gibt es für dieses absolut lesenswerte Buch 5 von 5 Sternen und natürlich eine Empfehlung.

Veröffentlicht am 17.04.2019

Von Grapefruit-Avocado-Fenchelsalat bis zur cremigen Polenta mit Ragout aus geröstetem Gemüse

Viva Italia Vegana!
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Vegane Ernährung, die dennoch italienisch lecker ist – das geht – und das beweist Chloe Coscarelli hier mit diesem Buch. Der Shooting Star der kalifornischen veganen Küche mit italienischen Wurzeln bringt ...

Vegane Ernährung, die dennoch italienisch lecker ist – das geht – und das beweist Chloe Coscarelli hier mit diesem Buch. Der Shooting Star der kalifornischen veganen Küche mit italienischen Wurzeln bringt hier die unterschiedlichsten leckeren Rezepte zusammen.

Dieses übersichtlich aufgebaute Kochbuch bringt die unterschiedlichsten Rezepte mit sich, eingeteilt in verschiedene Rezeptkategorien. (z.B. Vorspeisen, Gemüse, Suppen & Salate, Hauptspeise und natürlich Desserts). Hier findet man dann Rezepte für leckeren Limonaden-Blumenkohl (keine Angst, Zitrone samt Ahornsirup kommt dran), eine scharfe Tomatensuppe, Pilz-Pesto-Miniburger, Kürbisrisotto, italienische Hochzeitskekse. Des weiteren gibt es auch Grundrezepte – beispielsweise für einen Pizzateig, ein schnelles Basilikumpesto, eine Mozzarellasauce, Shitake-Speck und eine Kokos-Schlagsahne. Natürlich alles vegan.

Die einzelnen Rezepte sind so aufgebaut, dass man ein klein wenig über das jeweilige Rezept erfährt, auf der einen Seitenhälfte die Zutatenangaben findet, daneben die Zubereitungshinweise. Oftmals gibt es auch Bilder der fertig zubereiteten Gerichte. All das ist wirklich übersichtlich aufgebaut und verständlich erläutert, Schwierigkeiten gibt es hier meiner Ansicht nach nicht.

Die Auswahl der Rezepte ist wirklich vielfältig, was mich aber einfach immer wieder gehörig an der veganen Koch- bzw. Lebensweise nervt, ist diese Alternativ-Variantenverwendung bzw. Ersatz-Produkte-Findung. Shitake-Speck, Mozzarella-„Ersatz“, all das hinterlässt bei mir einfach einen faden (haha) Beigeschmack. Da esse ich lieber selten solche echten Produkte, dafür genieße ich sie aber – und es muss auch keine Hefe dafür „sterben“… Ebenso ein bißchen nervig fand ich ihre eigene Lobhudelei, die im Buch immer mal wieder auftaucht. „Sie werden mir dafür danken, …“. Sowas ist für mich einfach zuviel des Guten.

Insgesamt hätte ich mir auch ein wenig mehr Italien-Flair erwartet beim Buch und den Rezepten, man merkt einfach, dass die Autorin nicht direkt in Italien kocht (und lebt). Das finde ich einfach ein bißchen schade – für mich dürfen Rezepte gerne auch einfach klassisch und ohne viel Drumherum sein.

Alles in allem hat mir das Kochbuch gut gefallen, ich habe neue Rezepte kennengelernt, neue Ideen fürs Kochen gefunden und konnte auch das ein oder andere leckere Gericht zaubern. Die Aufmachung fand ich sehr gelungen, die Umsetzung mit „Ersatz-Produkten“ hingegen finde ich einfach unnötig. Ebenso hätte ich mir ein bißchen mehr Italien-Flair erwartet. Entsprechend vergebe ich hier 3 von 5 Sternen und spreche eine Empfehlung aus.