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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.02.2021

Leider erneut nicht ganz überzeugend

Celestial City - Akademie der Engel
1

Im zweiten Band von „Celestial City“ hat Brielles Bruder seine Erweckung und muss sich danach mit eigenen Problemen herumschlagen. Doch vorher bringt er die Lösung für die Rettung ihrer Mutter auf den ...

Im zweiten Band von „Celestial City“ hat Brielles Bruder seine Erweckung und muss sich danach mit eigenen Problemen herumschlagen. Doch vorher bringt er die Lösung für die Rettung ihrer Mutter auf den Tisch: Eine Kampfnacht der Tainted Academy, deren Gewinn eine Menge Geld ist. Natürlich überlegen Brielle und Shea nicht lang und wollen daran teilnehmen. Dazu werden sie von Lincoln und Noah hart trainiert. Zwischendurch gibt es noch Rettungsaktionen und der Zickenkrieg mit Tiffany geht weiter.
Der zweite Band der „Celestial City“-Reihe führt leider die Problematiken seines Vorgängers fort. Brielle entwickelt sich leider kein Stückchen weiter. Sie bleibt ein Charakter, der sich kopflos in Situationen begibt, denen er eigentlich nicht gewachsen ist. Und trotzdem geht immer alles überwiegend glimpflich aus und es werden sogar neue Fähigkeiten entdeckt. Diese Tatsachen nehmen dem ganzen leider die Spannung. Auch muss Brielle nie wirklich die Konsequenzen für ihr Handeln tragen und das nervt irgendwann gewaltig. Auch ihre Schwärmereien für Lincoln bleiben teilweise die eines pubertierenden Teenagers. Sie verhält sich einfach nicht so, wie man es für eine 20-jährige erwarten würde.
Ein weiterer Minuspunkt sind die Zeitsprünge. Jedes Buch soll wohl ein Jahr umfassen und genau dies wird hier mit Biegen und Brechen versucht umzusetzen. Dabei wird in einem Satz mal eben erwähnt, wieviel Zeit plötzlich vergangen ist und irgendwelche Ereignisse dazwischengeschoben. Auch sind plötzlich bestimmte Termine da, die vorher noch ganz weit weg erschienen. Da ist man als Leser oft sehr verwirrt.
Auch noch zu kritisieren ist, dass einige Dinge doch sehr unlogisch erscheinen. Zum Beispiel fühlen sich die Celestials sowie auch die Erzengel schnell unwohl in Demon City, allerdings scheint dies umgekehrt für die Dämonen nicht zu gelten. Auch handlungstechnisch tauchen einige Ungereimtheiten auf und man hat dann das Gefühl, irgendwas verpasst zu haben.
Weiterhin fehlt es dieser Geschichte an Tiefe. Viele Geschehnisse werden kurz und knapp abgehandelt und man wünscht sich oft mehr Ausführlichkeit.
Die Handlung an sich bleibt recht interessant und der flüssige Schreibstil schafft es schon, den Leser für sich zu vereinnahmen. Trotzdem kann einen das Gesamtpaket nicht so wirklich überzeugen. Das Ende verspricht einen hoffentlich spannenden Fortlauf der Geschichte, wäre aber durch eine weitere Unlogik nicht möglich gewesen.
Ich werde diese Reihe wohl weiterverfolgen, da mich der Fortlauf der Handlung interessiert. Durch den knappen Seitenumfang hat man die Bücher ja glücklicherweise schnell gelesen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.02.2021

Spannendes und fulminantes Finale

Libellenzorn
0

Hermes und Shenan müssen im Finale nochmal alles geben, denn der Weg, der ihnen bevorsteht, ist alles andere als leicht. Das dritte Artefakt muss noch geborgen werden, Mr. Bourne ist nicht zu trauen und ...

Hermes und Shenan müssen im Finale nochmal alles geben, denn der Weg, der ihnen bevorsteht, ist alles andere als leicht. Das dritte Artefakt muss noch geborgen werden, Mr. Bourne ist nicht zu trauen und der Libellenzorn schwebt über allem.
Der letzte Band bleibt wirklich durchweg spannend. Shenan erfährt endlich ihre wahre Vergangenheit und es ist klar, dass Mr. Bourne hier ein falsches Spiel spielt. Aber Hermes und Orion stehen ihr treu zur Seite und es beginnt eine Verfolgungsjagd quer über den Globus. Shenan und Hermes wachsen immer mehr zusammen und obwohl Hermes ein Gott ist, muss er lernen, dass er nicht alles regeln kann und Shenan keine hilflose Frau ist.
Durch die Erzählperspektive hat man wieder einen hervorragenden Einblick in Hermes‘ Gefühlswelt und möchte ihn zwischendurch einfach nur in den Arm nehmen. Er offenbart hier ganz neue Seiten und ist und bleibt einfach ein toller Kerl.
Hermes und Shenan stehen schwierige Konfrontationen bevor und die Rückgabe der Magie ist alles andere als einfach. Auch müssen die beiden Verluste einstreichen, die auch das Leserherz nur schwer verkraften kann. Das Ende dieses Buches macht einen wirklich fertig, das passiert mir persönlich eher selten. Für die Charaktere sowie für einen selbst ist dieses Finale eine turbulente Achterbahn der Gefühle und Adrenalin pur. Langeweile kommt hier definitiv nicht auf und wer diese Reihe noch gar nicht kennt, dem kann ich sie nur wärmstens ans Herz legen!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.02.2021

Gelungene Fortsetzung mit Schwerpunkt auf das Zwischenmenschliche

Grimoria 2
0

Im zweiten Grimoria-Band gelingt Phia die Flucht. Zusammen mit Erik und Charmy begibt sie sich auf eine Reise durch das Königreich, um herauszufinden, wie Cinopias Fluch endgültig gebrochen werden kann.
Die ...

Im zweiten Grimoria-Band gelingt Phia die Flucht. Zusammen mit Erik und Charmy begibt sie sich auf eine Reise durch das Königreich, um herauszufinden, wie Cinopias Fluch endgültig gebrochen werden kann.
Die Geschichte knüpft nahtlos an den Cliffhanger von Band eins an und hält einen mit der Flucht aus dem Palast in Atem. Erzählt wird wie vorher schon von Phia in der Ich-Form, aber dieses Mal gibt es auch Kapitel, in denen Erik zu Wort kommt und uns Einblicke in seine Vergangenheit gibt. Diese Passagen haben einen düsteren Unterton, denn es sind nicht immer allzu glückliche Erinnerungen.
Der Fokus dieses Bandes liegt stark auf der Beziehung zwischen Erik und Phia. Die beiden beherrschen es meisterhaft, aneinander vorbeizureden und in mancher Situation möchte man Phia gern einmal gründlich durchschütteln. Das Gemeine dabei ist, dass man durch die Rückblenden wesentlich mehr als Phia weiß. Als Vermittlerin unterhält uns Charmy sehr gut und man lernt die kleine Cjunie besser kennen. Sie ist eine wirklich treue Freundin und hilft wo sie kann. Die Tauben kommen aber leider auch nicht zu kurz, diese Vögel verflucht man hier erneut.
Das Buch ist viel zu schnell durchgelesen, durch den wunderbar flüssigen Schreibstil fliegen die Seiten nur so dahin. Was ich hier besonders gelungen finde, ist die Ausgeglichenheit zwischen Unbeschwertheit und drückender Stimmung. Die Situation kann hier schnell ins Gegenteil kippen, insbesondere weil Phia zu sich selbst finden muss.
Alles in einem ist dies eine gelungene Fortsetzung, die immerhin keinen allzu fiesen Cliffhanger hat, dafür einen aber voller Bangen auf den dritten Band warten lässt.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.02.2021

Das Geheimnis eines Tattoos

Touch of Ink, Band 1: Die Sage der Wandler
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„Touch of Ink“ ist mal ein neuartiges Buch über Gestaltwandler. Erzählt wird hier die Geschichte abwechselnd von Quinn und Nathan in der Ich-Form. Quinn ist neu in die Stadt gezogen um die Uni zu besuchen ...

„Touch of Ink“ ist mal ein neuartiges Buch über Gestaltwandler. Erzählt wird hier die Geschichte abwechselnd von Quinn und Nathan in der Ich-Form. Quinn ist neu in die Stadt gezogen um die Uni zu besuchen und dazu bei ihrer Schwester untergekommen. Sie weiß, dass sie adoptiert ist hat ein seltsames Tattoo im Nacken. Ihre Jugend war etwas problematisch und noch immer hat sie es nicht leicht. Immer wieder überkommen sie seltsame Visionen und es scheint immer schlimmer zu werden. Dann trifft sie Nathan und fühlt sich ihm gleich verbunden.
Die Handlung ist anfangs noch recht einfach und es passiert nicht viel. Wenn Quinn erzählt, kommen einige Fragen auf und man stellt erste Vermutungen an. Wenn Nathan dran ist, bleibt man aber trotzdem noch recht uninformiert. Nathan erklärt nämlich nichts und man begleitet ihn einfach bei dem, was er tut. Natürlich weiß man, dass es hier um Gestaltwandler geht, aber eben nichts Genaueres. Damit spielt die Autorin fieserweise noch eine ganze Weile. Man muss sich schon gedulden, bis Quinn an den Punkt kommt, an dem sie selbst diese neue Welt entdeckt, auch wenn ihr Tattoo hier jedem Rätsel aufgibt. Die Seiten verfliegen aber trotzdem schnell und man merkt, dass sich schleichend eine Spannung aufbaut. Dabei wird man völlig vom Schreibstil und den wirklich sympathischen Charakteren eingenommen. Irgendwann wird es dann so spannend, dass man einfach weiterlesen muss und das Ende lässt einen mit einem blutenden Herz zurück.
Die Welt der Gestaltwandler hat mich wirklich verzaubert und ich finde den Aspekt mit den Tattoos sehr faszinierend. All die Dinge, die am Ende auf einen zukommen, machen den schleppenden Beginn fast wieder wett, wobei gewisse Dinge dann auch einen tieferen Sinn ergeben. Ich für meinen Teil brauche nun ganz dringend Teil 2, aber da muss ich mich noch etwas gedulden.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.02.2021

Düster, komplex und absolut fesselnd

Lichttrinker
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„Lichttrinker“ ist der erste Teil eines Doppelbandes, dem weitere Bände folgen sollen und bildet damit den Auftakt der „Nachtkönig“-Reihe. Es nimmt uns mit in eine Welt, in der die Farbe Schwarz nicht ...

„Lichttrinker“ ist der erste Teil eines Doppelbandes, dem weitere Bände folgen sollen und bildet damit den Auftakt der „Nachtkönig“-Reihe. Es nimmt uns mit in eine Welt, in der die Farbe Schwarz nicht existiert, die von verschiedenen Göttern bevölkert ist und in der eine Königin herrscht, deren Sturz schon geplant wird.
Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven erzählt und wechselt somit zwischen verschiedenen Charakteren und Welten. Da ist zuerst einmal Anders Clayton, der sich mit einigen Problemen herumschlagen muss: Seine Frau will die Scheidung, er hat Alkoholprobleme und ist vom Polizeidienst suspendiert. Doch als seine Tochter von einer dunklen Kreatur bedroht wird, muss er sich für ihre Rettung mit dieser zusammentun und gelangt in die weiße Welt Ranulith. Die anderen Charaktere sind in dieser anderen Welt beheimatet. So begleiten wir den Prinzen Thalar mit seinem Erbengefolge und lernen durch die Leibwächterin Nereida die Hauptstadt Lanukher und den Palast kennen, und erhalten Einblicke in das Wirken der Königin. Zu Beginn steht Anders noch im Vordergrund und die Kapitel der anderen Charaktere sind noch nicht ganz durchschaubar. Doch nachdem Anders dann in Ranulith bleibt und eine Aufgabe zu erfüllen hat, lernen wir mit ihm diese besondere Welt kennen und es fügen sich erste Fäden zusammen.
Die Handlung ist schon recht komplex, aber dank eines Glossars behält man recht gut den Überblick. Die Atmosphäre ist oft düster und manchmal wird es auch blutig, aber es gibt auch erheiternde Momente. Die ganze Zeit über bleibt eine Spannung erhalten, durch die das Buch einen ziemlich starken Sog entwickelt und man es nicht mehr aus der Hand legen möchte. Der Schreibstil ist dabei wunderbar flüssig und sehr bildhaft, man kann sich alles sehr gut vorstellen. Die Autorin hat eine überwältigende Welt erschaffen, von der man zwar nur einen Teil näher kennenlernt, aber von der man bestimmt in den Folgebänden mehr sehen wird. Auch die erwähnten Völker und ihre Kulturen machen sehr neugierig.
Die Geschichte hat mich wirklich sehr in ihren Bann geschlagen und ich finde es einfach faszinierend, wie facettenreich einige der Charaktere doch sind. Einigen der Kapitel sind Epigraphen vorgestellt, die einem zum Nachdenken anregen und dem Buch ein gewisses Flair verleihen. Das Ende ist durch die Teilung ein wenig ungewöhnlich und kommt unerwartet, aber die Autorin hat eine geeignete Stelle dafür gefunden.
Trotz der hohen Seitenanzahl und Komplexität war das Buch viel zu schnell beendet und es fällt schwer, diese Geschichte fürs erste hinter sich zu lassen. Sie geistert noch weiter im Kopf herum und man mag sie einfach nicht loslassen.
Für mich ist dieses schöne Buch ein erstes Jahreshighlight und wer düstere Fantasy mag, kann hier beherzt zugreifen!

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