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Veröffentlicht am 23.11.2020

Spannendes Thema, aber kein Thriller der unter die Haut geht

Dornteufel
1

In Manhattan stürzt eine junge Frau von einer Feuertreppe. Das Gesicht der Toten ist das einer Greisin. Der Polizist Ryan Ferland ermittelt, doch die Schwester der Toten blockt alle Fragen ab.
Eine Ingenieurin ...

In Manhattan stürzt eine junge Frau von einer Feuertreppe. Das Gesicht der Toten ist das einer Greisin. Der Polizist Ryan Ferland ermittelt, doch die Schwester der Toten blockt alle Fragen ab.
Eine Ingenieurin macht in den indischen Labors eines internationalen Kosmetikkonzerns eine ungeheuerliche Entdeckung. Doch niemand glaubt ihr.
Ein blinder Passagier wird von der Besatzung eines Containerschiffs entdeckt. Doch statt ihm zu helfen übergibt man ihn an eine dubiose Hilfsorganisation.

Bislang habe ich von Eva Almstädt nur die Pia Korittki Reihe gelesen, die mehr sehr gut gefallen hat, deshalb war ich sehr gespannt auf den Thriller von ihr.

Eine der Hauptpersonen ist die Ingenieurin Julia Bruck, die als Expat für einen Auftrag nach Indien reist und dort schnell in unangenehmen, gefährlichen Situationen landet. Während des ganzen Buches ist es mir nicht so richtig gelungen mit ihr warm zu werden, zu unvorhersehbar, unverständlich, teilweise seltsam sind mir ihre Reaktionen erschienen.

Die für mich zweite Protagonistin ist Rebecca Stern, bei ihr gab es von Anfang an keinen Zweifel, die Frau ist unsympathisch. Trotzdem konnte man am Ende der Geschichte Mitleid mit ihr entwickeln, angesichts ihres körperlichen Verfalls.

Das Thema des Thrillers ist sehr brisant, kriminelle Konzerne, Missbrauch von Hilfsorganisationen, etc.. Dass hätte man sicherlich mehr vertiefen können. Der Schreibstil von Eva Almstädt gefällt mir auch hier, er ist leicht, eingängig zu lesen. Durch sehr kurze Abschnitte und wechseln der Spielorte, soll bestimmt Spannung erzielt werden, aber sie fallen teilweise zu kurz aus, um das Wesentliche der Situation zu zeigen.
Manche Abschnitte, wie die Flucht quer durch Indien wären vielleicht in einem Kinofilm besser zur Geltung gekommen.

Insgesamt konnte mich der Thriller nicht so fesseln wie ich es mir erhofft habe, aber trotzdem durchaus lesenswert. Sollte ein zweiter Thriller von Eva Almstädt erscheinen, werde ich auch diesen lesen. Ansonsten bleibe ich selbstverständlich ihrer Krimireihe treu.

  • Cover
  • Spannung
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.10.2020

Spannend wie ein Krimi

Im Wahn
0

Ich habe Herrn Brinkbäumer beim Interview auf dem blauen Sofa zum Thema Amerika und Trump gesehen, und habe dann das Buch erworben, weil ich nie verstanden habe, wie Trump gewählt werden konnte.
Die Autoren ...

Ich habe Herrn Brinkbäumer beim Interview auf dem blauen Sofa zum Thema Amerika und Trump gesehen, und habe dann das Buch erworben, weil ich nie verstanden habe, wie Trump gewählt werden konnte.
Die Autoren Brinkbäumer und Lamby beginnen ihren Bericht im Sommer 2019, als in Amerika der Wahlkampf beginnt. Sie erläutern das Wahlsystem in den USA, welches ermöglicht, dass nicht die Mehrheit den Präsidenten wählt. Das hat mich immer beschäftigt, da es nichts mit unserem Demokratieverständnis zu tun. Weiterhin geben sie einen guten Einblick in die amerikanische Verfassung, der damit verbundenen Gewaltenteilung und der eigentlich den Medien zugedachte Rolle, als Kontrollinstanz.
Sie beschreiben die Spaltung der Gesellschaft in den USA und deren vielfältigen Ursachen, schlagen einen geschichtlichen Bogen von Trump zu dem zweiten „berüchtigten“ Präsidenten der USA, Richard Nixon.
Schildern die heutige Rolle der Medien, insbesondere der Sender die eine besondere Beziehung zu Donald Trump pflegen, und die Spaltung der Gesellschaft weiter vorantreiben. Ein Blick auf Populismus in seiner schlimmsten Form, und dessen Folgen. Ein Buch das alle Menschen lesen sollten, die noch nicht realisiert haben wie gefährlich diese Art von Medien für die Gesellschaft sind, nicht nur in den USA. Sie beleuchten wie Meinungsbildung erfolgt, wenn es nicht mehr zählt, ob über Fakten berichtet wird.
Anfängliche Befürchtungen ist müsste mich durch ein Sachbuch „durcharbeiten“ wurden schnell zerstreut, dass Buch liest sich eher wie ein Krimi, oder der Blick eines Außerirdischen auf unsere verrückte Welt. Amerika, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten, wie wahr.
Trotz aller Kritik und dem Aufzeigen der vielfältigen Probleme der USA scheint immer die Sympathie der Autoren für dieses vielfältige Land, und die Menschen die darin leben, durch.
Als Fazit dieses Buches muss man feststellen, Trump ist nicht der alleinige Verursacher der heute bestehenden Probleme, und sie werden auch nicht plötzlich verschwinden, falls er nicht wiedergewählt werden sollte. Aber eins wird absolut deutlich, dieser Donald Trump, „The Donald“, ist einer der gefährlichsten Männer der Welt.
Ein absolut lesenswertes Buch!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung