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Veröffentlicht am 01.12.2019

Dieses Buch hätte so gut sein können - aber leider hat der Autor zu viel verschenkt

Der Store
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Buchinfo
Du bekommst alles im Store.
Aber es hat seinen Preis.

Der Store liefert alles. Überallhin. Der Store ist Familie. Der Store schafft Arbeit und weiß, was wir zum Leben brauchen. Aber alles hat ...

Buchinfo
Du bekommst alles im Store.
Aber es hat seinen Preis.


Der Store liefert alles. Überallhin. Der Store ist Familie. Der Store schafft Arbeit und weiß, was wir zum Leben brauchen. Aber alles hat seinen Preis.

Paxton und Zinnia lernen sich bei Cloud kennen, dem weltgrößten Onlinestore. Paxton hat dort eine Anstellung als Security-Mann gefunden, nachdem sein Unternehmen ausgerechnet von Cloud zerstört wurde. Zinnia arbeitet in den Lagerhallen und sammelt Waren für den Versand ein. Das Leben im Cloud-System ist perfekt geregelt, aber unter der Oberfläche brodelt es. Die beiden kommen sich näher, obwohl sie ganz unterschiedliche Ziele verfolgen. Bis eine schreckliche Entdeckung alles ändert. (Quelle: Lesejury)

Anfang
Tja, ich werde bald sterben!
Viele Leute schaffen es ans Ende ihres Lebens, ohne zu wissen, dass sie es erreicht haben. Eines Tages geht einfach das Licht aus. Ich hingegen habe einen Termin.
Da ich keine Zeit habe, ein Buch über mein Leben zu schreiben, wie es mir alle nahelegen, muss das hier ausreichen. Ein Blog ist doch ziemlich passend, oder nicht?

Meine Meinung
Nachdem die Klimakatastrophe eingetreten ist und der Mensch die Erde fast gänzlich zerstört hat, gibt es ein paar Orte, an denen ein paar Auserwählte recht komfortabel leben können. Während in den Städten der Straßenkampf tobt und die Menschen um ihr Überleben kämpfen, werden die Bewohner der Cloud-Zentren medizinisch versorgt, haben ein sauberes Heim und können sich in Läden und Restaurants alles holen, was sie wollen. Warum dann nicht alle bei Cloud arbeiten und leben? Weil eben nicht jeder dafür geeignet ist.

Dieses Buch hätte so gut sein können - aber leider hat der Autor zu viel verschenkt.

Am Anfang war ich wirklich noch positiv gestimmt. Mir gefiel der Schreibstil und die Beschreibungen, der Leser wird ohne langes Geplänkel direkt in die Geschichte geworfen und die einzelnen Kapitel werden jeweils aus der Sicht der drei Protagonisten geschildert. Das mag ich ja wirklich gerne. Doch dann kam leider die Ernüchterung.

Das erste Mal, als ich dachte, dass dann aber langsam mal etwas passieren könnte, war nach etwa 100 Seiten. Natürlich braucht man auch erstmal etwas Hintergrundwissen bei so einer Geschichte und bei fast 600 Seiten bleibt ja viel Raum, aber langweilen wollte ich mich eigentlich nicht. Als nach über 200 Seiten allerdings noch immer nichts passiert war, hätte ich das Buch am liebsten zurück ins Regal gestellt. Wäre es kein Rezensionsexemplar gewesen, hätte ich es vermutlich auch nicht bis zum Ende durchgehalten.

Es passiert nämlich leider gar nichts. Zumindest gut zwei Drittel des Buches gibt sich der Autor Beschreibungen, Aufzählungen und unnötigen Nebensträngen hin, die es dem Leser wirklich schwer machen.
Als Beispiel greife ich mir mal Zinnia raus. Sie arbeitet im Lager und muss bestellte Ware aus den Regalen holen und zu einem Förderband bringen. Auf Seite 131 werden hintereinander 87 Gegenstände aufgezählt, die sie zusammensuchen muss. Das liest sich einfach nicht schön und sorgte dafür, dass ich diese Stellen einfach übersprungen habe. Solche Stellen kommen tatsächlich öfter vor.

Wecker. Duschradio. Buch. Digitalkamera. Buch. Handyladegerät. Schneestiefel. Sonnenbrille. Medizinball. Designer-Messengerbag. Tablet. Buch. Salzpeeling. Schlauchschal. Kneifzange. Ondulierstab. Vakuumiergerät. Weihnachtsbaumbeleuchtung. Packung Kugelschreiber. Set mit drei Schneebesen aus Silikon. Geräuschunterdrückende Kopfhörer. [...]
(Seite 131)

Im letzten Drittel ist dann endlich mal was los und es passiert was. Jetzt nicht unbedingt etwas, was mich vom Hocker gehauen hätte, aber immerhin irgendwas. So dankbar st man als Leser dann doch irgendwann.

Mir hat der aktuelle Bezug sehr gut gefallen. Wir betreiben Raubau mit unserem Planeten und zerstören ihn langsam aber sicher, große Unternehmen machen kleine Geschäfte platt und der Mensch wird immer abhängiger von der Technik.

Was ich lobend erwähnen will, ist die Aufmachung des Buchs. Es kommt ohne Schutzumschlag und durch diesen Packpapier-Look (der sich auch tatsächlich so anfühlt) erinnert es doch stark an ein Paket, das man nach Hause geschickt bekommt. Der Barcode mit den greifenden Händen passt absolut zur Geschichte und der farbige Buchschnitt ist selbstverständlich auch ein Highlight.

Fazit
Ein Buch, das mit seinem aktuellen Bezug wirklich wachrüttelt. Zumindest wachrütteln könnte, wenn man es denn dann auch tatsächlich bis zum Ende durchhält. Durch die Längen und viel Belanglosigkeit fällt das ziemlich schwer.
Dieses Buch hätte wirklich richtig gut sein können, wenn der Autor das Potential nicht verschenkt hätte.

Veröffentlicht am 05.11.2019

Nicht immer logisch und ziemlich kitschig

Tanzen unterm Mistelzweig
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Buchinfo
Ballett, Big Apple und ein kleines Weihnachtswunder! Für alle die noch an die große Liebe glauben.

In New York feiert die junge Primaballerina Maddison Clark erste Erfolge. Doch als sie sich ...

Buchinfo
Ballett, Big Apple und ein kleines Weihnachtswunder! Für alle die noch an die große Liebe glauben.

In New York feiert die junge Primaballerina Maddison Clark erste Erfolge. Doch als sie sich bei einem Sturz eine schwere Knöchelverletzung zuzieht, steht ihre Karriere als Profitänzerin auf dem Spiel. Zur Genesung kehrt Maddie auf die Familienranch in das verschneite Kanada zurück und wird prompt mit einigen Überraschungen, schmerzhaft wie gefrorene Schneebälle, bombardiert. Denn ihr Exfreund Adam ist verlobt und die Auserwählte kennt Maddie nur zu gut. Als wäre damit das emotionale Chaos noch nicht vollkommen, tritt Rancharbeiter Dylan in ihr Leben und bringt ihr Herz wieder zum Tanzen. Bei einer Ballettaufführung an Weihnachten muss sich Maddison entscheiden - die Liebe oder ihre Karriere? (Quelle: Lesejury)

Anfang
Das Blitzlicht der Fotografen blendete mich, während Nicolai mir seinen Arm reichte und wir gemeinsam auf der Treppe posierten. Von dort aus hatten wir einen guten Überblick auf die zahlreichen Gäste, die in der prunkvollen Eingangshalle an kleinen Büfetttischchen zusammenstanden und sich angeregt über die gelungene Aufführung unterhielten.
Über uns. Über mich.

Meine Meinung
Diese Geschichte lässt mich gespalten zurück - und das sind Rezensionen, die ich überhaupt nicht gerne schreibe. Ich fand das Buch jetzt nicht wirklich schlecht, aber auch nicht richtig gut. Irgendwie so ein Mittelding und da fällt mir das Rezensieren doch nicht so leicht.

Was mir nicht gefallen hat, sind so einige Logikfehler. Bereits am Anfang (siehe oben) hatte ich schon Falten auf der Stirn, da mir das nicht so ganz einleuchtete.
Maddison und Nicolai posieren auf einer Treppe, werden vom Blitzlicht geblendet und haben aber einen guten Überblick auf die Gäste? Wer jemals auch nur in den Blitz einer Kamera geguckt hat, weiß, dass man erstmal nicht mehr so viel sieht. Hierbei handelt es sich um mehrere Fotografen, also sicherlich fünf oder mehr (schätze ich einfach mal so). Noch dazu kann sie von ihrer erhöhten Position die Gespräche aller anwesenden Gäste hören? Die Aufführung war in der Metropolitan Opera in New York. Gebt das mal in eine Suchmaschine ein und schaut euch Bilder des Foyers an. Ich bezweifle doch stark, dass sie tatsächlich hören konnte, was genau dort gesprochen wird.
Das sind nur zwei Beispiele. Im Laufe der Geschichte treten aber noch mehr auf, die ich jetzt hier natürlich nicht alle nennen möchte.

Auf der anderen Seite möchte ich das eigentlich gar nicht zu negativ werten, da es sich hierbei um einen winterlichen-Liebes-Frauenroman handelt und es da oftmals weder sonderlich anspruchsvoll, noch immer logisch ist und auch nicht zwingend sein muss. So gänzlich außen vor lassen kann ich es aber eben auch nicht.

Es hat eine Weile gedauert, bis mir Maddie sympathisch wurde. Zu Beginn empfand ich sie als recht zickig und ein bisschen wie eine verzogene Göre. Als sie auf Dylan trifft, der auf ihrer elterlichen Farm arbeitet, benimmt sie sich wie ein Teenager. Dieser wurde nämlich in ihrem alten Zimmer untergebracht und kann das Beinchen zum Pinkeln höher heben als sie. Wer in eine andere Stadt zieht und sein altes Leben mehr oder weniger hinter sich lässt, kann doch nicht erwarten, dass alles andere still steht und sich nichts verändert, nur weil man es gerne so hätte.

Natürlich gibt es Liebe, Drama und Eifersucht - genau das habe ich auch von dem Buch erwartet. In der Hinsicht wurde ich also nicht enttäuscht.

Für mich persönlich blieben einige offene Fragen, die ich gerne beantwortet bekommen hätte. Hat man dort Raum für einen zweiten Teil gelassen, oder sich einfach keine weiteren Gedanken gemacht?

Fazit
Ein "typisches" Frauenbuch, was man lesen kann, aber meiner Meinung nach nicht zwingend muss. Es passt zu einem verregneten Tag auf der Couch, wenn man Lust auf etwas Kitschiges hat und seichte Unterhaltung sucht.

Veröffentlicht am 05.11.2019

Ein super Auftakt einer Reihe, die ich weiterverfolgen werde!

Mydworth - Bei Ankunft Mord
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Buchinfo
England, 1929: Mydworth - ein kleiner verschlafener Ort im ländlichen Sussex. Hier geschieht selten etwas Aufregendes ... Aber das ändert sich, als der junge Adlige Sir Harry Mortimer zusammen ...

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England, 1929: Mydworth - ein kleiner verschlafener Ort im ländlichen Sussex. Hier geschieht selten etwas Aufregendes ... Aber das ändert sich, als der junge Adlige Sir Harry Mortimer zusammen mit seiner amerikanischen Frau Kat in seinen Heimatort zurückkehrt. Kaum sind die beiden in Mydworth angekommen, werden bei einer Party im Herrenhaus Mydworth Manor kostbare Juwelen gestohlen. Die beiden Täter kann man auf frischer Tat ertappen: einer wird erschossen, aber der andere kann fliehen. Lady Lavinia - die Hausherrin und Harrys Tante - will einen Skandal vermeiden und bittet ihren Neffen um Hilfe. Auch die örtliche Polizei ist mit dem Verbrechen überfordert, daher beginnen Kat und Harry auf eigene Faust zu ermitteln ...(Quelle: Lesejury)

Anfang
Lady Lavinia Fitzhenry blätterte um. Sie las den neuesten Roman des Amerikaners - Hemingway.
Immer wieder witzig, ein Buch von jemandem zu lesen, den man persönlich kennt - und mit dem man sogar den ein oder anderen Drink genommen hat.

Meine Meinung
Ich liebe Serien wie Downton Abbey oder Grand Hotel und so war mir klar, dass mir diese Geschichte sicherlich auch gut gefallen würde.

Von Beginn an war ich gefesselt und fühlte mich durch die tollen Beschreibungen und die sehr charmante Schreibweise direkt willkommen auf Mydworth Manor.

Mydworth, ein verschlafenes Städtchen, in dem eigentlich nichts passiert. Doch kaum kehrt Sir Harry Mortimer mit seiner frisch angetrauten Frau Kat Reilly heim, geschieht ein Mord. So muss Kat nicht nur den argwöhnischen Blicken der anderen standhalten und beweisen, dass sie als Amerikanerin auch ein guter Mensch ist, sondern auch noch zusammen mit ihrem Gatten einen Mord aufklären.

Ich mochte das Ehepaar Mortimer direkt von Beginn an. Beide waren mir ab ihrem ersten Auftritt sofort sympathisch. Witzig und stellenweise frech, aber niemals unverschämt und einfach irgendwie "echt".

Doch Harry war Nahostexperte. Das Einzige, was er über Kautschuk oder Gummi wusste, war, dass sein geliebter Alvis mit Michelin-Reifen fuhr.
(Position 336-337)

Der Schreibstil ist sehr angenehm und herrlich leicht zu lesen, was ein flüssiges Vorankommen ermöglicht. Es ging mir schon fast ein bisschen zu schnell und so kam die Geschichte zu einem (gefühlt) frühen Ende. Damit meine ich nicht, dass es unpassend oder überstürzt war - ich hätte nur einfach gerne mehr und länger von den beiden gelesen. Glücklicherweise handelt es sich ja um eine Reihe, so dass ich auch weiterhin das Vergnügen haben werde ein paar Stunden mit dem Ehepaar Mortimer zu verbringen.

Am Anfang "fehlt" die Spannung etwas. Allerdings müssen die Charaktere ja auch erst vorgestellt und das Setting aufgebaut werden. Ich empfand es nicht als langweilig oder langatmig, aber auch nicht als wahnsinnig spannend bis zum Mord. Dann geht es allerdings recht rasant weiter und man fliegt nur so durch die Geschichte. Auch wenn die Autoren mit der ein oder anderen Wendung aufwarten können und versuchen den Leser auf manch falsche Fährte zu locken, waren gewisse Dinge doch vorhersehbar. Das tat meinem Lesevergnügen aber absolut keinen Abbruch.

Fazit
Eine Reihe über ein (unfreiwilliges) Ermittlerduo, die ich definitiv und unter allen Umständen weiterverfolgen werde! Genau das Richtige für Fans von Serien wie Downton Abbey oder Grand Hotel, die es sich um diese Jahreszeit auf dem Sofa gemütlich machen wollen.

Veröffentlicht am 05.11.2019

Die Idee war fabelhaft, aber die Umsetzung leider nicht

Im Schatten des Fuchses
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Buchinfo
Ein gefährliches Vermächtnis, ein tapferes Mädchen und eine abenteuerliche Reise

Die junge Yumeko ist eine Gestaltwandlerin – halb Mensch, halb Füchsin. Im Kloster der Stillen Winde lernt sie ...

Buchinfo
Ein gefährliches Vermächtnis, ein tapferes Mädchen und eine abenteuerliche Reise

Die junge Yumeko ist eine Gestaltwandlerin – halb Mensch, halb Füchsin. Im Kloster der Stillen Winde lernt sie unter der liebevollen Anleitung von Mönchen, ihre Gabe zu kontrollieren. Doch eines Nachts greifen mörderische Dämonen die Tempelanlage an und setzen sie in Brand. Yumeko gelingt es als Einziger zu fliehen, mit einem letzten Vermächtnis der Mönche in der Tasche: einer geheimnisvollen Pergamentrolle, die sie in einem Tempel in Sicherheit bringen soll. Darauf befindet sich der Teil einer uralten Beschwörung, die so gefährlich ist, dass sie einst in drei Teile zerrissen und an verschiedenen Orten aufbewahrt wurde. Unterwegs trifft Yumeko den Samurai Tatsumi, der auf der Suche nach eben jener Pergamentrolle ist. Gemeinsam setzen sie ihren Weg fort. Tatsumi weiß nicht, dass Yumeko hat, wonach er sucht. Yumeko weiß nicht, dass Tatsumi ein Geheimnis hütet, das sie beide umbringen könnte. Und beide ahnen nicht, dass sie sich niemals ineinander verlieben dürfen. (Quelle: Lesejury)

Anfang
An jenem Tag, als Suki im Sonnenpalast eintraf, regnete es, und es regnete auch an dem Abend, als sie starb.
"Du bist die neue Zofe, nicht wahr?", wollte eine Frau mit schmalem, knochigem Gesicht wissen und musterte sie von Kopf bis Fuß. Suki zitterte und spürte, wie kaltes Regenwasser ihren Rücken hinunterrann und von ihrem Haar auf den erlesenen Holzboden tropfte.

Meine Meinung
Jugend-Fantasy in einem historischen japanischen Setting, mit Mythen, Dämonen und einem Fuchs - ich war mir so sicher, dass dieses Buch (und damit die gesamte Reihe) sicherlich wunderbar in meine Lesevorlieben passt. Noch dazu mein erstes Buch von Julie Kagawa, die von so vielen Lesern wahnsinnig gefeiert wird. Es musste einfach alles passen. Dachte ich zumindest und wurde eines Besseren belehrt.

Angelockt von dem Cover (es ist einfach traumhaft ♥) und gepackt vom Klappentext, wollte ich dieses Buch zwingend lesen. Es kam bei mir an und ich war begeistert - auf der Innenseite ist auch noch eine schöne Karte zu finden. Also nahm ich mir die Zeit und startete direkt.

Der Schreibstil ist das ganze Buch hinweg sehr leicht und flüssig zu lesen und so kam ich gut voran. Ich wollte auch immer weiter lesen, da es wirklich spannend anfing - doch leider verlor es sich ab einem gewissen Punkt in zu vielen Einzelheiten und Beschreibungen. Die Geschichte war dann nicht uninteressant, aber einfach zu langatmig, zäh und dadurch in einem gewissen Maß langweilig.

Die Beschreibungen der Umgebung, der Kleidung, der Dämonen und anderen Einzelheiten sind wirklich gut und ich konnte mir von allem ein Bild in meinem Kopf machen, aber es war einfach zu viel und oftmals zu detailliert. Es ist nicht leicht das richtige Maß zwischen genug und zu viel zu finden - und die Autorin hat es meiner Meinung nach nicht geschafft. Manchmal ist weniger eben doch einfach mehr und viel hilft nicht immer viel.

Wer sich für die historische japanische Kultur und Mythenwelt interessiert, kommt aber definitiv auf seine Kosten!

Während das Fuchsmädchen Yumeko und der Samurai Tatsumi gemeinsam durch das Land reisen, werden sie von Dämonen angegriffen. Sehr vielen Dämonen. Zu vielen, als dass man sich die wirklich alle behalten könnte (außer man hat so großes Interesse daran, dass man schon einiges an Wissen mitbringt). Leider liefen die Angriffe und auch die Bekämpfung und Abwehr immer gleich ab, was diese Stellen ebenfalls ziemlich öde werden ließ.

Ein weiterer Negativpunkt für mich war die Entwicklung der Protagonisten. Oftmals unlogisch und nicht nachvollziehbar zweifelt Tatsumi an sich und seinem Auftrag - wofür er ausgebildet wurde und lebt - und Yumeko, die eben noch frech und kindlich war, keinen Sinn für Pflichten und Aufgaben hatte, ist innerhalb eines Wimpernschlags erwachsen und pflichtbewusst. Natürlich kann man sich ändern, wenn die äußeren Umstände es verlangen oder auch an sich und seiner bisherigen Meinung zweifeln. Das streite ich nicht ab und das ist auch nicht das, was ich bemängeln möchte. Aber mir geht das einfach zu schnell, zu gerade und zu leicht in die Geschichte passend. Es war mir einfach alles zu konstruiert und ineinandergreifend, als dass es tatsächlich so laufen könnte.

Eine wirkliche Bindung oder ein Gefühl konnte ich leider zu keinem Charakter aus dem Buch aufbauen und empfinden. Einzig Suki hatte mein absolutes Mitgefühl und ich mochte einen der Mönche gerne.

Im letzten Drittel und am Ende waren dann mein Interesse und die Spannung vom Anfang wieder da. Leider war es zwischendrin aber zu langatmig und auch oft zu vorhersehbar. Die ein oder andere (zumindest kleine) Wendung oder Problematik hätte mehr Persönlichkeit und Ecken in die Geschichte bringen können.

Fazit
Das Buch ist auf keinen Fall schlecht - aber für mich in dem Moment auch einfach nicht ausreichend gut. Wer gerne viel über das historische Japan, Dämonengeschichten und Mythen erfahren und nebenbei auch gene eine Jugendbuch-Liebesgeschichte erleben möchte, ist bei diesem Buch definitiv gut aufgehoben.
Ich werde dem Buch (und dann vielleicht auch der Reihe) 2020 mit einem Reread eine neue Chance geben. Vielleicht hatte ich es einfach nicht zur richtigen Zeit in meinen Händen.

Veröffentlicht am 06.10.2019

Ein Buch, das die Leserschaft spaltet - mir aber gefallen hat

Mine | Erotischer SM-Roman
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Buchinfo
Jonathan ist mächtig. Jonathan ist skrupellos. Jonathan ist reich. Sex ist für ihn ein Ventil, um neue Kräfte zu tanken. Kräfte, die er braucht, um seine undurchsichtigen Geschäfte, seine Karriere ...

Buchinfo
Jonathan ist mächtig. Jonathan ist skrupellos. Jonathan ist reich. Sex ist für ihn ein Ventil, um neue Kräfte zu tanken. Kräfte, die er braucht, um seine undurchsichtigen Geschäfte, seine Karriere und seinen Machteinfluss voranzutreiben. Er benutzt Frauen, ohne auch nur das Geringste für sie zu empfinden – bis er auf Isabell trifft. Sie ist klug, schön und eine Kämpferin. Isabell möchte studieren und sich ein Leben in Würde und Freude zurückerobern. Ein Leben, das sie durch einen tragischen Schicksalsschlag verloren hat. Dafür ist sie bereit, ihren Körper zu verkaufen. Jonathan gabelt die junge Frau von der Straße auf und nimmt sie unter Vertrag. Ihr Körper gehört fortan ihm. Im Gegenzug dazu finanziert er ihr Studium und stellt ihr eine Wohnung zur Verfügung. Nur Jonathan ist ihr Körper vorbehalten. Sie ist sein Spielzeug, das er mit niemand anderem teilen will. Doch bald schon bemerkt Jonathan, dass Isabell anders ist. Dass sie ihn verändert und seinem Herzen gefährlich nahe kommt. Isabell wird für Jonathan zur Bedrohung, der er mit roher Gewalt begegnet. Wird die junge Frau es schaffen, ungebrochen aus diesem Deal hervorzugehen? (Quelle: Lesejury)

Anfang
Eine Beziehung wollte ich nicht eingehen. Private Verpflichtungen waren nicht mein Ding. Rücksichtnahme, Beziehungsgespräche, die mir binnen weniger Tage den letzten Nerv raubten und überhaupt die Vorstellung, mit nur einer einzigen Frau zusammen zu sein, all das waren Argumente, die eindeutig gegen eine Beziehung sprachen.

Positiv
Schaut man sich auf diversen Portalen die Rezensionen an, fällt einem sofort etwas auf. Dieses Buch scheidet die Geister. Die einen finden es gut, die anderen nicht. Dazwischen ist eigentlich nur leerer Raum. Auch mich lässt diese Geschichte etwas gespalten zurück.
Ich mag Perspektivwechsel in Büchern total gerne, da man so die Gedanken und die Gefühle von den Charakteren am besten mitbekommt und sie einem dadurch nicht so fern und fremd sind. Für gewöhnlich wählen Autoren/Autorinnen dann den Weg, dass jedes Kapitel abwechselnd aus der Sicht der jeweiligen Personen erzählt. Myriam Brixton hat es anders gemacht. In den jeweiligen Kapiteln/Abschnitten wird immer mal wieder die Perspektive gewechselt. Isabell hat eine gerade Schriftart und Jonathan eine kurzive. Das hat es mir ermöglicht immer direkt mitten im Geschehen zu sein, da man die gleiche Szene oftmals aus beiden Sichten geschildert bekommen hat. Das war (für mich) auf jeden Fall mal etwas ganz Neues und hat mir wahnsinnig gut gefallen.
Auch wenn ich einige Kritikpunkte habe, hat mir die Geschichte insgesamt sehr gut gefallen und ich wurde immer wieder davon angetrieben unbedingt wissen zu wollen, wie es denn nun weitergehen mag. Auch wenn es mal eine Szene war, die nicht meinen Geschmack getroffen hat.

Negativ
Zuallererst muss ich eine Triggerwarnung rausgeben, da nicht jeder alles lesen kann. In diesem Buch kommt es zur Vergewaltigung. Wer damit Probleme hat, sollte dieses Buch nicht zur Hand nehmen. Mein Ding ist das auch überhaupt nicht, aber ich kann es lesen, ohne dass es mir schadet (wenn ich weiß, dass es fiktiv ist).
Immer wieder bemängel ich bei erotischen Romanen, dass der Safer Sex auf der Strecke bleibt. So auch hier. Ab einem gewissen Punkt sorgt Jonathan zwar dafür, dass Isabell eine Spirale eingesetzt bekommt, aber davor hatte er schon ungeschützten Sex mit ihr (und mit anderen), was ich absolut unrealistisch finde. Er ist eitel, achtet wirklich sehr stark auf sich und seinen Körper, macht sich aber keine Gedanken über Krankheiten? Das passt für mich einfach nicht zusammen.
Stellenweise gab es einige Rechtschreibfehler. Wenn es nicht übermäßig ist, spreche ich es für gewöhnlich nicht an. Wir alle machen Fehler und es kann einfach passieren, dass was durchrutscht. Auch wenn es wie oft gelesen und korrigiert wurde. Es zog sich hier auch nicht durchs gesamte Buch, sondern war nur vereinzelt, aber dafür auch recht heftig. Als wären bestimmte Abschnitte einfach nicht korrigiert worden. So wird aus Isabell mal Isabella oder sie sind mit Reisegebäck unterwegs - und aus dem Kontext habe ich ausschließen können, dass damit Proviant vom Bäcker gemeint war ^^
Nicht alle Sexualpraktiken haben mich persönlich angesprochen. Prinzipiell kein Problem, aber eine Szene war mir einfach viel zu heftig. Ich fand es unpassend und irgendwie auch unnötig zu so etwas Extremen zu greifen.
Das Ende fand ich dann etwas zu schnell und es hat mich sehr unbefriedigt zurück gelassen.
Die Geschichte wird laut Cover als SM-Roman angepriesen, was es aber definitiv nicht ist. Ja, auch beim SM geht es darum an seine Grenzen zu gehen und darüber hinaus gebracht zu werden, aber damit sind alle Beteiligten einverstanden. Das ist hier nicht der Fall. Nur weil es härter zugeht oder brutal wird, ist es nicht automatisch SM/BDSM.

Zitate
Als er die Augen öffnete, kreuzten sich unsere Pupillen und keiner wusste vom anderen, was er dachte. Wir waren uns vollkommen fremd und doch war mir nie ein Mensch so nahe gekommen. (Seite 67)

Ich tat etwas, das ich selbst nie für möglich gehalten hätte. Und ich tat es für einen anderen Menschen. Um einem anderen Menschen eine Freude zu machen. Dieser Jonathan war wirklich nett. Und pervers. (Seite 241)

Schreibstil
Den Schreibstil empfand ich als sehr angenehm. Es lässt sich sehr einfach und flüssig lesen und ich wurde mehr oder weniger durchs Buch gezogen, da ich immer wieder wissen wollte, wie es nun weiter geht.

Fazit
Auch wenn ich einige Kritikpunkte habe und deswegen Sterne abziehen müsste, hat mir die Geschichte insgesamt sehr sehr gut gefallen. Ich könnte nicht mal ganz genau erklären woran es liegt, aber ich habe dieses Buch wirklich gerne gelesen und es nicht bereut.
Empfehlen würde ich es aber nur bedingt, da sicherlich nicht jeder mit dem Inhalt klar kommt.