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Veröffentlicht am 03.07.2025

Ein Buch wie Urlaub in der Provence - dieses Mal mit dem Rennrad

Lavendel-Wut
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Dies ist nun schon der siebente Krimi von Carine Bernard, in der die junge Polizistin Lilou Braque die Hauptrolle spielt. So begegnen wir, unabhängig vom zu klärenden Kriminalfall, den vertrauten Personen ...

Dies ist nun schon der siebente Krimi von Carine Bernard, in der die junge Polizistin Lilou Braque die Hauptrolle spielt. So begegnen wir, unabhängig vom zu klärenden Kriminalfall, den vertrauten Personen aus den vorangegangenen Büchern wieder und erfahren u.a. wie es mit der Beziehung von Lilou und Simon weitergeht. Ich mag diese in jedem Teil ein Stück weitererzählten Hintergrundgeschichten. Sie geben mir ein Stück Vertrautheit zu den Figuren, ein Gefühl von ein bisschen Dazugehören.
Außerdem holte mich dieser siebente Provencekrimi der Autorin noch auf einer ganz anderen Ebene ab. Es Rennradfahrer wird tot am steilen Hang aufgefunden, den er samt Rad hinuntergestürzt ist. Das ist tragisch und Lilou beginnt zu ermitteln, ob es tatsächlich nur ein Unfall oder eventuell mehr war. Nebenbei wird die immer wieder neu ausdiskutieret Frage aufgeworfen, was besser ist - Rennradfahren oder Mountainbiken? Da ich mich selbst zu (nur!) einer dieser beiden Fraktionen zähle, habe ich die Argumentation mit Vergnügen verfolgt. Und allen, die Bergauffahren ohne Motor bekloppt finden, kann ich nur versichern, Ihr habt a) das falsche Fahrrad und b) lasst uns doch unseren Sport, so wie wir Euch Euer bequemes Sofa lassen.

Von der Handlung möchte ich gar nicht viel verraten. Die Autorin lässt wieder einmal Lilou auf ihr Bauchgefühl vertrauen, nimmt uns wieder mit zu den Gerüchen, Geschmäcken und Ansichten der Provence, sodass man fast glaubt, selbst dort zu sein - Urlaubsfeeling bzw. Erinnerung an vergangene Urlaube. Die kommt ohne brutale Gewaltszenen aus, liest sich flüssig und wird angenehm durch viele lebensechte Dialoge aufgelockert.

Fazit: Klare Empfehlung als Sommerlektüre und Vorfreude auf Lilous 8. Fall.

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Veröffentlicht am 26.06.2024

Spannende Reise nach Südfrankreich

Lavendel-Sturm
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Wie schon in ihren 5 vorangegangenen Lavendel-Krimis nimmt Carine Bernard uns auch hier mit auf eine Reise nach Carpentras, einer provenzialischen Kleinstadt mit viel Flair. Die kriminelle Handlung um ...

Wie schon in ihren 5 vorangegangenen Lavendel-Krimis nimmt Carine Bernard uns auch hier mit auf eine Reise nach Carpentras, einer provenzialischen Kleinstadt mit viel Flair. Die kriminelle Handlung um die Aufklärung eines Todesfalls wird umrahmt von der privaten Geschichte der Madame le Commissaire. So nimmt uns beim Lesen einerseits die Spannung der Ermittlungen mit. Hier ist zunächst nicht einmal klar, ob es sich nicht um einen Drogenunfall oder Suizid handelt. Zudem gibt es wieder die typischen Kompetenzrangeleien zwischen der Police Nationale, zu der Lilou und ihre Kollegen gehören, sowie der Gendarmerie, die für diesen Fall offiziell zuständig ist. Dass die Tote die Schwester von Lilous Kollegin Valerie ist, macht es schwer, die offiziellen Grenzen der Zuständigkeit einzuhalten. Andererseits erfahren wir, wie es mit Lilous Privatleben weitergeht. Auch hier bleibt es spannend, da Simon und sie in wesentlichen Dingen nicht einer Meinung sind.

Mit viel Freude habe ich den Fortgang der Geschichte verfolgt, sowohl auf der privaten Ebene, als auch bei den Ermittlungen. Carine Bernard hat so einen angenehmen Schreibstil. Es gibt viele Dialoge, die den Leser direkt in die Geschichte ziehen. Außerdem viel Frankreichflair, insbesondere, was das leckere Essen angeht. Aber auch die Landschaft, in diesem Fall die Höhle, in der die Tote gefunden wird, und der Weg dorthin, werden von der Autorin so gut beschrieben, dass man sich den Ort bildlich vorstellen kann.

Die Aufklärung des Todesfalls überrascht mit weiteren Wendungen und weiteren Toten. Trotzdem ist es ein Cosy Krimi, also alles ganz unspektakulär, ohne grausame Details. Für mich war es wieder eine schöne kleine Auszeit, in der ich mich nach Südfrankreich träumen konnte. Vielen Dank dafür.

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Veröffentlicht am 06.10.2023

Paradies mit dunklen Geheimnissen

Die dunkle Spur
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Nach dem Tod ihrer Mutter gehen die Schwestern Holly und Claire ganz unterschiedlich mit ihrer Trauer um. Während Holly einen Ferienjob auf Martha’s Vineyard annimmt, findet Clair vermeintlichen Trost ...

Nach dem Tod ihrer Mutter gehen die Schwestern Holly und Claire ganz unterschiedlich mit ihrer Trauer um. Während Holly einen Ferienjob auf Martha’s Vineyard annimmt, findet Clair vermeintlichen Trost im Alkohol. So reagiert sie auch nicht verwundert, als Holly sich mehrere Tage nicht meldet und muss erst von ihrer Freundin Jess auf die merkwürdige letzte Nachricht Hollys aufmerksam gemacht werden. Hin und her gerissen zwischen Wut auf Holly, weil sie einfach so davon gereist ist und auf sich selbst, weil sie sich als „schlechte Schwester“ fühlt, fliegt Claire spontan nach Martha’s Vineyard, um Holly zu suchen.

Mir gefällt, wie hier durch zwei Erzählebenen geschickt Spannung aufgebaut wird. Zum Einen begleiten wir Claire bei ihrer Suche nach Holly, zum Anderen erfahren wir in Rückblenden, was Holly auf Martha’s Vineyard erlebt hat. Wie sie schnell Freundinnen fand und Kontakt zu den „reichen Jungs“ bekam. Dass die Polizei Claires Suche nicht ernst nimmt und alle ein wenig zu oft betonen, dass es auf der Insel sicher sei, kommt Claire merkwürdig vor. Erst recht, als sie erfährt, dass vor ein paar Jahren schon einmal eine junge Frau spurlos verschwand und später tot aufgefunden wurde.

Der Gegensatz zwischen scheinbarer Idylle und lauernder Gefahr wird sehr schön dargestellt. Auch Hollys Hin- und Hergerissenheit im Umgang mit Slayton-Brüdern wirkt äußerst glaubhaft aus der Sicht einer 22-Jährigen. Die Autorin beschreibt die Insel und die Menschen, die dort leben, sehr gut, lockert das Geschehen durch viele Dialoge auf, sodass sich das Buch gut und flüssig liest. Wir verfolgen mit Claire verschiedene Fährten und haben doch die ganze Zeit den Verdacht, dass die Slayton-Brüder mit Hollys Verschwinden zu tun haben. Im letzten Drittel der Geschichte gibt es ein paar überraschende Wendungen, und zum Schluss werden (fast) alle Fragen beantwortet.

Fazit: Für mich ein spannender Ausflug nach Martha’s Vineyard, gleichzeitig bin ich nun neugierig auf andere Bücher der Autorin. 5*****

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Veröffentlicht am 19.09.2023

Bibliothekarin mit Spürsinn

Sturzwasser
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„Sturzwasser“ ist nach „Bitterwasser“ der zweite Bad Gastein-Krimi von Karina Ewald. Carolin Halbach, die Bibliothekarin des örtlichen Kulturzentrums, wandert gemeinsam mit einem Freund zur malerischen ...

„Sturzwasser“ ist nach „Bitterwasser“ der zweite Bad Gastein-Krimi von Karina Ewald. Carolin Halbach, die Bibliothekarin des örtlichen Kulturzentrums, wandert gemeinsam mit einem Freund zur malerischen Wiesneralm. Statt des erfrischenden Almdudlers finden sie im Jausenbrunnen die Leiche eines reichen Russen, der die Wieneralm kaufen und ein kitschiges Feriendorf für reiche Leute draufsetzen wollte. Carolin findet sich nicht nur zwischen zwei bis drei interessanten Männern wieder, sondern stolpert auch ständig über neue Indizien und Spuren, die den Mordverdacht in immer neue Richtungen lenken. Wie gut, dass neben Carolin weitere vertraute Figuren aus „Bitterwasser“ auch in „Sturzwasser“ auftauchen. Rosi, Carolins Zimmerwirtin, die alles weiß und jeden kennt, Paul, Carolins Bruder, und der Revierinspektor Herzinger, der Carolin zunehmend respektvoll und nicht mehr spöttisch als Miss Marple betitelt.

Mir hat dieser Cosie-Krimi wegen seiner angenehmen Erzählart, Lebendigkeit und Spannung sehr gut gefallen. Es wird viel geredet, die Dialoge sind oft im für uns Deutsche gemütlichen österreichischen Dialekt. Einige Klischees werden bedient, andere gebrochen. Insgesamt bekam ich wie beim ersten Teil schon, große Lust, selbst nach Bad Gastein zu reisen, wo ich bisher noch nicht war. Karina Ewalds Bücher sind der beste Beweis dafür, dass ein Krimi unterhaltsam und spannend sein kann, ohne immer neue und grausamere Mordmethoden ist ins letzte Detail zu beschreiben. Dadurch bleibt der Focus des Lesers bei den Figuren, der wunderschönen Gebirgslandschaft und den Geschichten, die sich dort abspielen – kriminell, romantisch, hoffnungsvoll und zunehmend ehrlich. Denn am Ende kommt die Wahrheit ans Licht.

Vielen Dank für die gute und spannende Unterhaltung. Ich vergebe gern 5***** und hoffe, es wird bald einen nächsten Bad Gasteiner „...Wasser“-Krimi geben.

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Veröffentlicht am 09.08.2023

Ein wundervolles, wichtiges Buch, das Männer und Frauen lesen sollten

Kompass Männergesundheit
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„Gesund, fit und potent in jedem Alter“, so lautet der Untertitel dieses Sachbuches. Ein verlockendes Angebot, denn wer würde nicht gern so leben? Prof. Dr. André Reitz findet Worte, die auch medizinische ...

„Gesund, fit und potent in jedem Alter“, so lautet der Untertitel dieses Sachbuches. Ein verlockendes Angebot, denn wer würde nicht gern so leben? Prof. Dr. André Reitz findet Worte, die auch medizinische Laien verstehen. Durch eine geschickte Kombination von Fakten, belegt an Fallbeispielen, und daraus resultierenden Schlussfolgerungen, wird das Lesen zum sowohl informativen als auch unterhaltsamen Vergnügen. Man und auch frau mag das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Es entsteht das Bedürfnis, all das Wissen aufzusaugen und umzusetzen, um oben genanntes Ziel zu erreichen. Dabei scheint es zunächst fast egal, ob zuerst der Mann selbst oder seine, es mit ihm gut meinende, Partnerin das Buch liest.
Im Hauptteil bis Seite 189 dreht sich alles um Penis, Hoden, Prostata, Fruchtbarkeit und sexuell übertragbare Krankheiten. Frühere Generationen umschrieben diese Begriffe schamvoll mit „da unten“, sprachen nur ungern darüber und manifestierten so die heute noch stark ausgeprägte Unwissenheit. Um so wichtiger scheint mir, dass dieses Buch von Männern und Frauen gelesen wird, um beide Geschlechter auf dasselbe Wissensniveau zu heben.
Sehr praktisch sind die beiden Zeittafeln „Vorsorge- und Früherkennungskompass für Männer“ und „Präventionskompass für Männer“. Erster gibt einen Überblick über die medizinischen Vorsorgeuntersuchungen, sowie in / ab welchem Alter sie in Anspruch genommen werden sollten. Der zweite enthält allgemeine Ratschläge, wie man in Abhängigkeit vom Lebensalter, selbst aktiv etwas für seine Gesundheit tun kann. Diese Prävention scheint mir gar nicht so männerspezifisch, sondern kann im Prinzip auch von Frauen übernommen werden.
Die letzten rund 60 Seiten des Buches sprechen speziell Männer ab 50 an. Das ist das Alter, in dem die meisten Männer erst wirklich realisieren, dass sie älter werden, weil gesundheitliche Probleme oder zumindest „Wehwechen“ beginnen, verstärkt aufzutreten. Umso wichtiger ist es, diese richtig einzuordnen und entsprechend zu reagieren. Das Wort „Wechseljahre“ wird auch heute noch fast nur mit Frauen in Verbindung gebracht. Dabei gibt es auch beim Mann hormonelle Veränderungen und deren Auswirkungen auf den Allgemeinzustand. Dies betrifft in erster Linie Sexualität und Fruchtbarkeit. Zusammen mit den nachlassenden Fähigkeiten der Sinnesorgane und des Bewegungsapparates haben diese mehr oder weniger starken Einfluss auf die seelische Verfassung des Mannes. Gerade diesen Teil finde ich für die Partnerinnen der 50+Männer wichtig, damit sie physische und psychische Veränderungen ihres Ehemannes oder Lebensgefährten verstehen.
Abschließend werden die wichtigsten Warnsignale des Körpers erklärt. Der Autor zeigt auf, dass diese relativ harmlose, aber auch schwerwiegende Gründe haben können, und empfiehlt, immer einen Arzt aufzusuchen, um die Ursache abklären zu lassen. In seinem Resümee fordert Prof. Dr. Reitz die Männer auf, Verantwortung für ihren eigenen Körper zu übernehmen. Ein Glossar der (sparsam verwendeten) medizinischen Fachbegriffe sowie ein alphabetisch geordnetes Stichwortverzeichnis runden das Sachbuch ab und garantieren Benutzerfreundlichkeit bis auf die letzte Seite. Dass ich weiterführende Literaturempfehlungen vermisst habe, ist "Jammen auf hohem Niveau" und wahrscheinlich dem breiten Spektrum persönlicher Situationen geschuldet.
Meiner Meinung nach kann dieses Buch dazu dienen, offener mit dem Thema Männergesundheit, nicht nur „da unten“ umzugehen. Es ermutigt, sich gemeinsam mit dem Partner bzw. der Partnerin zu informieren, auszutauschen und die Empfehlungen des Autors umzusetzen.
Fazit: Ein wunderbares, wichtiges Buch, das sicherlich unzählige Männer gesünder, fitter und potenter altern lässt. 5*****

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