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Veröffentlicht am 19.01.2020

Spannender Kurzurlaub in der Provence

Lavendel-Gift
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„Lavendel-Gift“ von Carine Bernard ist ein weiterer Cosy Krimi, der uns in eine schöne Urlaubsregion entführt. Allerdings ermittelt diesmal nicht Molly Preston. Trotzdem schließt dieses Buch indirekt an ...

„Lavendel-Gift“ von Carine Bernard ist ein weiterer Cosy Krimi, der uns in eine schöne Urlaubsregion entführt. Allerdings ermittelt diesmal nicht Molly Preston. Trotzdem schließt dieses Buch indirekt an den dritten von bisher vier Molly Preston Krimis an und bildet nach „Lavendeltod“ (ursprünglich unter dem Titel „Lavendel-Coup“ erschienen) den zweiten Teil der Lavendel-Morde-Reihe. Immerhin treffen wir in „Lavendel-Gift“ Lilou und weitere Nebenfiguren aus dem ersten Band der Reihe wieder. Lilou hat ihre Ausbildung bei der Polizei fast abgeschlossen. Ein letztes Praktikum im Städtchen Carpentras hat sie noch zu absolvieren, bevor sie sich Commisaire nennen darf. Lilou ist enttäuscht, dass sie hierher in die Provence geschickt wurde, denn sie hatte sich eigentlich für Paris beworben. Anfangs fürchtet sie, in der Kleinstadt zu versauern, doch dann wird ausgerechnet ihr Vermieter, der liebe alte Monsieur Benoit, ermordet, und Lilou befindet sich mittendrin in einer spannenden Mordermittlung.

Interessant fand ich die Entwicklung Lilous. Anfangs noch als kleine Praktikantin von niemandem wirklich ernst genommen, verschafft sie sich im Laufe der Ermittlungen zunehmend Respekt durch ihre gute Arbeit.

Wie von Carine Bernard gewohnt, darf der Leser die Hauptfiguren nicht nur zu den schönsten Plätzen der Urlaubsregion begleiten, sondern wird auch wieder mit allerlei kulinarischen Beschreibungen dazu verlockt, selbst die provenzalische Küche zu probieren. Vorsicht: Da im aktuellen Fall ein altes, handgeschriebenes Kochbuch und mehrere in der Gastronomie tätige Personen wichtige Rollen spielen, verursacht das Buch des Öfteren Anfälle von heftigem „Gaumenkino“ – man glaubt, die köstlichen Aromen zu riechen, den Geschmack der Köstlichkeiten auf der eigenen Zunge zu spüren.

Ein Buch, von dem ich mich an ein paar grauen kalten Wintertagen gern in die sonnige Wärme des provenzalischen Sommers entführen ließ. Es liest sich angenehm, viele Dialoge lockern den Text auf, kleine witzige Begebenheiten ließen mich immer wieder lächeln. Auch wenn es ein Krimi ist und es Tote gibt, so liegt der Schwerpunkt, wie auch bei den anderen Krimis von Carine Bernard, auf dem „Cosy“ (gemütlich). Es gibt keine eklig-blutigen Szenen und bleibt trotzdem spannend bis zum Schluss.

Fazit: 250 Seiten spannender Kurzurlaub in der Provence, voller Duft und Wohlgeschmack. 5*****

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.11.2019

Kuschellektüre

Weit weg und ganz nah
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Dieses Buch ist genau die richtige Lektüre für kuschelige Lesestunden auf dem Sofa. Über 500 Seiten Lesevergnügen. Jojo Moyes nimmt uns mit auf eine Reise nach Schottland, denn die meiste Zeit sind die ...

Dieses Buch ist genau die richtige Lektüre für kuschelige Lesestunden auf dem Sofa. Über 500 Seiten Lesevergnügen. Jojo Moyes nimmt uns mit auf eine Reise nach Schottland, denn die meiste Zeit sind die Hauptfiguren unterwegs. Jess, die ihre Tochter Tanzy und ihren Stiefsohn Nicky allein erzieht, arbeitet als Putzfrau u.a. bei Ed Nicholls. Trotz dieses Jobs und einem weiteren in einer Bar, hat sie ständig Geldsorgen, da der Vater fer Kinder keinen Unterhalt zahlt / zahlen kann. Tanzy ist ein Mathegenie, daher auch die Reise nach Schottland, denn dort soll sie an einem Wettbewerb teilnehmen, dessen Hauptpreis 5.000 Pfund sind. Warum Ed die kleine Familie samt sabberndem furzendem Hund Norman in seinem Auto nach Schottland fährt, obwohl er das gar nicht will, und warum die Reise mehrere Tage dauert, das erzählt Jojo Moyes auf ihre unnachahmliche Art.
Keine der Figuren ist fehlerfrei, und trotzdem oder gerade deshalb muss man sie gern haben. Dies war nach "Ein ganzes halbes Jahr" das zweite Buch der Autorin, das ich gelesen habe. Natürlich hoffte ich auf ein Happy End, aber im ersten Buch gab's ja auch nicht wirklich eins. So habe ich die letzten 200 Seiten am Stück durchgelesen, weil ich unbedingt wissen musste, wie die Geschichte ausgeht. Dabei habe ich die Figuren so lieb gewonnen, dass sie mir jetzt direkt fehlen.

Fazit: Ein Buch, das Licht in dunkle Winterabende bringt. 5*****

Veröffentlicht am 20.11.2019

Der weite Weg zum "Clean Meat"

Neues Fleisch
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„Neues Fleisch – Essen ohne Tierleid – Berichte aus der Zukunft unserer Ernährung.“ Dieser Buchtitel weckte meine Aufmerksamkeit. Was werden wir künftig essen, wenn Massentierhaltung aus den verschiedensten ...

„Neues Fleisch – Essen ohne Tierleid – Berichte aus der Zukunft unserer Ernährung.“ Dieser Buchtitel weckte meine Aufmerksamkeit. Was werden wir künftig essen, wenn Massentierhaltung aus den verschiedensten Gründen nicht mehr praktiziert wird? Kann der Mensch fleischlos glücklich sein? Welche Alternativen gibt es zum Schweinefleisch für 2,99 Euro pro Kilogramm? Auf diese und ähnliche Fragen hoffte ich, im Buch eine Antwort zu finden. Autor Hendrik Hassel hat schon im Alter von 23 Jahren gemeinsam mit anderen die Tierrechtsorganisation „Animal Equality Germany e.V.“ gegründet, die er leitet.

Das Buch lässt mich mit gemischten Gefühlen zurück. Zum Einen, weil unter „neuem Fleisch“ auf ungefähr 90 Prozent der Seiten tatsächlich Fleisch verstanden wird. „Clean Meat“ ist nicht mehr am Tier gewachsen, sondern im Labor gezüchtet, im wahrsten Sinne des Wortes „schweineteuer“ und noch lange nicht massentauglich. Der Weg zum ersten „gebrauten“ Fleisch wird ausführlich und spannend beschrieben. Aber ist das wirklich die Zukunft? Warum mit viel Aufwand, Energie und Kosten pflanzliche Ausgangsstoffe in tierische umwandeln? Vielleicht zeigt die Zeit uns schon jetzt, wer im Rennen um die beste Alternative zum tierleidtriefenden Billigfleisch als massentauglicher Sieger hervorgeht.

Das Vorwort des Autors ist vom Sommer 2019, und doch sind wir im Herbst desselben Jahres, nur wenige Wochen später, schon viel weiter auf dem Weg zum neuen Fleisch. Dass der „Impossible Burger“ lt. Autor in Deutschland gar nicht vertrieben werden sollte, scheint unwichtig. Haben doch seine fleischlosen Kumpel mit ähnlich klangvollen Namen, nicht nur den Weg in Berliner Szene-Bistros gefunden, sondern wartet mittlerweile in jedem Supermarkt und bei jedem Discounter auf ihre Käufer. Der Absatz boomt, die Nachfrage ist da. Das neue (pflanzliche) Fleisch hat längst die Kühlschränke und Bratpfannen eines Großteils der Deutschen erobert. Ob „Clean Meat“ dies auch eines Tages tun wird oder gar tun muss, um auch die Menschen zu überzeugen, die „schon immer Fleisch gegessen haben und immer essen werden“, bleibt abzuwarten.

Fazit: Interessante Einblicke in den langsamen Wandel der industriellen Fleischproduktion. 4****

Veröffentlicht am 10.10.2019

Ein super Buch!

Todesmal
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Der fünfte Fall von Maarten S. Sneijder und Sabine Nemez beginnt sehr geheimnisvoll. Eine Nonne erscheint im BKA-Gebäude und kündigt 7 Morde an, die sie begehen wird. Mehr will sie nur mit Maarten S. Sneijder ...

Der fünfte Fall von Maarten S. Sneijder und Sabine Nemez beginnt sehr geheimnisvoll. Eine Nonne erscheint im BKA-Gebäude und kündigt 7 Morde an, die sie begehen wird. Mehr will sie nur mit Maarten S. Sneijder reden. Der ist allerdings auf den ersten achtzig Seiten des Buches nicht mit dabei, was nicht nur Sabine Nemez sehr bedauert. Auch ich habe den grantigen Ermittler mit seinen seltsamen Vorlieben wie Vanilletee, Bücherdiebstahl, selbstgesetzte Akupunkturnadeln und dicke Joints vermisst. Er machte schon die vier vorherigen Fälle zu etwas Besonderem, und so atmete ich erleichtert auf, als Sneijder endlich wieder mit von der Partie war.

Je tiefer die beiden gemeinsam mit den anderen Ermittlern in den Fall vordringen, um so mehr wird klar, dass dies kein normaler Mordfall ist. Da steckt viel mehr dahinter. Die Figuren des Buches sind durch ihre kleinen Eigenheiten lebendig und unverwechselbar. Dass ich bei so einer Geschichte herzhaft lachen würde, weil einer ab und zu blöde Witze erzählt, hatte ich nicht erwartet. Andreas Gruber versteht es, die Spannung immer weiter zu steigern, beschreibt die Atmosphäre, z.B. des düsteren Tals, so realitätsnah, dass ich fast glaubte, dort auch schon einmal gewesen zu sein. Die Geschichte zog mich immer tiefer in ihren Bann, bis zur letzten Seite. Dass Sabine Nemez ganz zum Schluss Grund zum Lächeln hat, lässt auch mich mit einem guten Gefühl zurück und versöhnt ein wenig mit dem wirklich grausamen Fall. Meiner Meinung nach ist dies der bestgeschriebene Sneijder/Nemez Fall. Herzlichen Dank dafür, Andreas Gruber, und ebenso für die geweckte Vorfreude auf den 6. Fall des Teams

Fazit: Spannung, Atmosphäre und unverwechselbare Figuren. 5*****

Veröffentlicht am 10.07.2019

Heißer Thriller aus Island

DNA
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Nach der Leseprobe wollte ich unbedingt R.I.P. von dieser Autorin lesen. Da dies aber der dritte Band um Kommissar Huldar und Kinderpsychologin Freyja ist, begann ich logischerweise mit Band 1 - DNA. ...

Nach der Leseprobe wollte ich unbedingt R.I.P. von dieser Autorin lesen. Da dies aber der dritte Band um Kommissar Huldar und Kinderpsychologin Freyja ist, begann ich logischerweise mit Band 1 - DNA. Nach einem Prolog, der 28 Jahre vor der Haupthandlung spielt, werden wir zunächst in die Idylle eines Hause geführt, wo Elisa mit ihrem Mann und den Kindern lebt. Diese Bilderbuchfamilie wird je zerstört, als ein unbekannter Mann ins Haus eindringt und Elisa auf bestialische und dennoch unblutige Art tötet. Da die siebenjährige Tochter sich unter Mamas Bett versteckt hatte, wird die Kinderpsychologin Freya zu den Ermittlungen hinzugezogen. Dumm nur, dass sie und Huldar sich bereits begegnet sind und Freya zu recht sauer auf Huldar ist. Die Spannung zwischen diesen beiden Figuren tut der Geschichte gut, auch wenn sie beide dadurch nicht immer rational handeln. Da es weitere Morde gibt, die auf denselben Täter hinweisen, aber keinerlei Verbindung zwischen den Opfern, tappen die Ermittler lange Zeit im Dunklen. Ein Amateurfunker, der mit den Fällen erstmal gar nichts zu tun hat, kommt dem Zusammenhang Schritt für Schritt auf die Spur ...

Mir gefiel vor allem die spannende Story, bei der ich lange miträtselte, wie wohl alles zusammenhängt. Auch die im Buch eingestreuten Informationen über Island waren sehr interessant. Und erst die Mordmethoden! Wie kommt man auf sowas??? Die Protagonisten, insbesondere Karl, aber auch Freyja und Huldar denken viel und immer wieder das Gleiche. Das nimmt ein bisschen den Schwung aus der Geschichte, denn sie bestätigen doch durch ihr Verhalten die bereits geäußerten Gedanken. Das kapiert der Leser auch ohne wiederholende gedankliche Monologe. Auch der Sprachstil ließ mich manchmal stolpern, was aber auch an der Übersetzung liegen kann.

Fazit: ein spannender Thriller, der die Vorfreude auf Band 2 und 3 „SOG“ und „R.I.P.“ noch erhöhte. 4****