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Veröffentlicht am 08.08.2025

Die Sterne sehen aus wie Einschusslöcher

We Burn Daylight
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„We burn daylight“ von Bret Anthony Johnston, erschienen 2025 bei C.H. Beck, hat mir durchweg den Atem abgeschnürt. Es ist ein eindrückliches, beklemmendes Werk, das tiefe Einblicke in die Struktur von ...

„We burn daylight“ von Bret Anthony Johnston, erschienen 2025 bei C.H. Beck, hat mir durchweg den Atem abgeschnürt. Es ist ein eindrückliches, beklemmendes Werk, das tiefe Einblicke in die Struktur von Sekten gibt, ohne dabei auch nur ein einziges gängiges Klischee zu benutzen. Johnston schreibt tiefgehend und mit viel Zeit, er ist ein Meister der Atmosphäre und der genauen Charakterzeichnung und: Der Andeutung. Denn mit diesem Mittel hält er die Lesenden durchweg in einer leisen Panik, ohne diese jemals wirklich zu lösen.

„We burn daylight“ ist kein Buch über David Koresh, wie es dem Autor wichtig ist zu betonen im Nachwort, dennoch beruht die Handlung deutlich ersichtlich auf den Ereignissen 1993 am Mount Carmel in Waco, Texas. Die besondere Qualität des Buches ist jedoch, dass er sich mit fiktiven Menschen befasst, die zu keinem Zeitpunkt eine Überzeugung haben, sondern einfach nur in das Ereignis mit hineingerissen werden.

Johnston teilt die Handlung in Abschnitte, die er den Pferden der Offenbarung der Bibel zuordnet, was sehr viel Sinn ergibt. Er erzeugt von Anfang an durchweg eine hochbedrohliche Atmosphäre, ohne dass etwas Konkretes passiert. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, weil ich ständig dachte, gleich explodiert es, gleich passiert etwas greifbar Schlimmes. Nach einem kurzen Prolog, den die Lesenden erst am Ende des Buches angelangt einordnen können, geht es in die Haupthandlung, die eine sehr clever konstruierte Mischung aus Coming of Age, Liebesgeschichte, Gesellschaftskritik und historischem Rückblick formt. „Es ist die Zeit des Leidens gekommen, das Warten ist vorbei“ – das setzt den Pace und das Thema für das Buch und wurde von mir unterbewusst sehr abgespeichert.

Wir befinden uns also im Jahr 1993 und die beiden Hauptcharaktere Roy und Jaye, zwei Teenager, die zufällig in Waco aufeinandertreffen, waren mir direkt sympathisch, sie sind beide etwas verschroben, aber auf die gute Art, ich liebe solche Charaktere. Sie sind jung und formbar, sollte man denken, sind aber zum Glück viel zu sperrig, um leicht geformt werden zu können. Wir befinden uns in Waco, Texas und ohne dass ich jemals dort gewesen wäre, fühlt sich der Ort öde und staubig an. Und während sich im Hintergrund des Geschehens eine immer stärkere und fanatischere Religionsgemeinschaft formt, finden im Vordergrund zwei sehr besondere Menschen Halt aneinander, der jedoch durchweg bedroht ist.

Ich mochte die formale Grundidee total, das ist richtig gut gemacht, die kurzen Erinnerungsausschnitte aus einem Podcast, die vielen Stimmen, die aus der Vergangenheit erzählten und durchweg das Gefühl geben, hier ist eine Katastrophe passiert, für die sich keiner zuständig fühlen möchte, gepaart mit den wechselnden Erzählkapitelperspektiven von Roy und Jaye. Durch das langsame Entblättern des Geschehens und die Multiperspektive wird klar, warum Sekten so gut funktionieren, wie es eine Schüchternheit des Außen gibt, genau hinzusehen und eigentlich alle immer ganz froh sind, keinen Handlungsbedarf zu sehen, weil es doch nur ein bisschen verrückt und gar nicht so schlimm ist, wie auch Menschen sukzessive von Lamb, dem Führer der Religionsgemeinschaft, infiltriert werden, indem er seine Message nur in kleinen Stücken weitergibt und so gar keine Leaderpersönlichkeit ist auf der Oberfläche, selbst fast eher wie ein Opfer wirkt, nahezu hilfsbedürftig, aber dadurch die Menschen und vor allem die Frauen anzieht. Dabei schafft es Johnston sehr gut, uns durchweg die Armseligkeit und Verwahrlosung, den subtilen und teils auch gar nicht subtilen Missbrauch deutlich zu machen. Mir hat das richtig körperliche Schmerzen bereitet beim Lesen und auch sehr viel Ekel. Es ist einfach total gut beobachtet und gebaut. Verrückt, dass Menschen, die in das System geraten, diesen Ekel nicht mehr empfinden.

Beide Familien der Teenager haben ein internes Trauma, über das nicht wirklich gesprochen wird. Das macht sie angreifbar und abgelenkt. Immer wieder denke ich übrigens, Amerika, ein Land, das so traumatisiert ist als Nation. Man sollte ja denken, das wären eher wir Deutschen, aber ich sehe es in den U.S.A. viel stärker.
Traumatisiert ist natürlich auch Lamb. Die Beschreibung seiner Kindheit ist schlimm. Der Weg, den er zu seiner persönlichen Heilung beschreitet, ist dennoch schlimmer. Ich frage mich immer wieder, wie man es schafft, als Eltern so grausam zu einem Kind zu sein, einem Schutzbefohlenen, was ist das in Menschen? Leider psychologisch typisch, sich dann selbst zu ermächtigen, indem man Macht über andere ausübt und dem Leid rückwirkend einen Sinn gibt, indem man es zur Bestimmung erklärt. Auch das ist gut gezeichnet. Perry nennt sich „Lamb“ – und ich ahnte sofort, er ist kein Opferlamm Gottes, sondern ein Wolf, der sich im Schafspelz tarnt.

Zwischendurch immer wieder unglaublich zerstörerische und vorausdeutende Poesie: „Die Sterne sehen aus wie Einschusslöcher.“ Generell schreibt Johnston auf sprachlich unglaublich hohem Niveau und lässt sich die Schönheit der Sprache immer wieder über die Gefährlichkeit der Ereignisse legen. In quälender Langsamkeit wird hier gezeigt, was Ideologie gefährlich macht bis zu einem vollkommen absurd wirkenden Showdown, den Johnston meisterhaft parallel führt, Atmosphäre und Dynamik vom innen und außen so gegensätzlich, der Staat wirkt lost und unvorbereitet, dadurch die komplette Eskalation. So gut gemacht, die Perspektive von Jaye für innen, Perspektive von Roy für außen, klassische antike Mauerschau, Machtlosigkeit im Nicht-Handeln drinnen wie draußen.

Das Ende des Buches formt einen weiteren genialen Coup mit einem Kreisschluss, der alles bisher Gelesene noch einmal neu wirken lässt. Mich hat dieser Roman unglaublich berührt und gepackt, ich hätte nie damit gerechnet, aber das ist wirklich ein Hammer Buch, ich könnte einen eigenen Roman über diesen Roman schreiben. Johnston erzählt die Sekte und die Infiltration, ohne sie zu erzählen, ohne je konkret zu werden. Für mich ein Meisterwerk, weil er genau damit die Struktur aufblättert – aber auch zeigt, wie sehr Gesellschaft solche Strukturen mitträgt durch aktives Unter- und Übertreiben, durch keine wirkliche intensive Auseinandersetzung. Ich bin geflashed von diesem Buch.

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  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.08.2025

Fast schon Fantasy

Not Quite Dead Yet
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„Not Quite Dead Yet“, erschienen 2025 bei Bastei Lübbe, der neue Roman von Erfolgsautorin Holly Jackson, ist ein Roman mit guter Spannungskurve, der die Ankündigung, dass Holly Jackson mit diesem zum ersten ...

„Not Quite Dead Yet“, erschienen 2025 bei Bastei Lübbe, der neue Roman von Erfolgsautorin Holly Jackson, ist ein Roman mit guter Spannungskurve, der die Ankündigung, dass Holly Jackson mit diesem zum ersten Mal einen reinen Erwachsenenroman schreibt, allerdings nicht einlöst. Insgesamt fordert der Roman seinem lesenden Publikum viel Bereitschaft ab, Unwahrscheinliches zu akzeptieren – ist die lesende Person dazu bereit, findet sie sich auf einer angenehmen Lesereise mit vielen Plottwists ein, die keine schlaflosen Nächte bereitet, aber dramaturgisch durchweg gut gebaut ist und viel Spaß macht.

Bevor wir tiefer einsteigen, ein kurzes Shout-Out an das kluge Coverdesign von Erin Fitzsimmons und Scott Biel, dieses Cover erschließt sich erst auf den zweiten Blick und ist dann einfach richtig gut. Sowieso ist die Buchaufmachung in gewohnt guter und nachhaltiger Qualität, hier macht Bastei Lübbe immer alles richtig, die Liebe zum gedruckten Buch ist spürbar.

Die Grundkonstruktion des Thrillers ist, das muss man Holly Jackson lassen, einfach genial, den eigenen Mörder zu suchen, weil man schon weiß, dass man an den Folgen einer Verletzung sterben wird und nichts dagegen tun kann, das ist richtig klug gesetzt. Ein kurzer Sprung in die Story also, ohne zu viel zu spoilern: Jet, 27 Jahre alt, wird am Ende des Halloween-Tages in ihrem Zuhause niedergeschlagen – mit fast letalem Ausgang, ihr alter Bekannter Billy entdeckt sie gerade rechtzeitig, Jet kann im Krankenhaus gerettet werden, die Sache hat nur einen Haken: Ein Knochensplitter in ihrem Kopf wird binnen sieben Tagen sicher ihren Tod verursachen. Alternativ könnte sie sich für eine OP entscheiden, mit nur einer sehr geringen Chance auf Erfolg und Überleben. Für Jet ist die Sache klar: Sie wird die sieben Tage nutzen, um ihre:n zukünftigen Mörder:in zu finden.

Mehr Details sollen nicht verraten werden, denn Jackson legt klug immer neue Spuren und führt die Lesenden in eine abgründige Konstruktion, in der eigentlich so gut wie jeder Charakter etwas auf dem Kerbholz hat und Gut und Böse schwer zu trennen sind. Der in Jet tickenden Bombe geschuldet, ist der Handlungsverlauf rasant und gedrängt, ein hohes Tempo setzt den Rhythmus, so dass man das Buch eigentlich nicht gern aus der Hand legt.

Jet ist ein toller Charakter, sie ist unglaublich trocken, und ich liebe ihren Humor. Sie hat etwas Gradlinig-kantiges und ist dabei dennoch sehr verletzlich. Mir gefällt gut, wie sich ihre Geschichte ganz langsam immer mehr zusammensetzt und sich viele Leerstellen mit der Zeit immer weiter auffüllen. Die weiteren Charaktere geraten etwas holzschnittartig, hier hätte ich mir für die Figuren mehr Tiefe gewünscht. Jackson schreibt gewohnt flüssig und stark, sie kennt ihr Handwerk, problematisch sind die großen Ungereimtheiten und Übertreibungen, es ist schon sehr erstaunlich, zu was Jet in der Lage ist, nachdem sie eben noch mit Schädel-Hirn-Trauma und fast verstorben im Krankenhaus lag. Viele kleine Details stimmen nicht und werden nicht aufgelöst. Mich hat das zunehmend dann doch verärgert, weil so für mich kein emotionales Einsteigen möglich war, dafür habe ich die Augenbrauen dann doch zu viel hochgezogen beim Lesen. Sehr gut gelungen ist aber, wie Jackson immer neue Charaktere als Verdächtige platziert, so dass die lesende Person erst sehr spät im Buch eine Ahnung entwickeln kann, wer Jets nahendes Ableben verursacht hat.

Ohne zu spoilern: Das Ende des Buches ist sehr gut gebaut und wartet auch noch mit einem formalen Twist auf. Insgesamt habe ich das Buch, nachdem ich mich vom Pfad der Logik verabschiedet habe (den zu verlassen gibt die Autorin im Nachwort immerhin auch zu), gern gelesen, es war spannend, hat ein hohes Tempo, ich mag den Schreibstil, und ich bin auch Fan von Jet als Charakter, aber die vielen Glaubwürdigkeitslücken sind schon hart. Ein gutes Buch zum einfach nur Konsumieren, hängenbleiben wird mir da nicht viel. Ich würde es auch definitiv in den Bereich YA einsortieren, so richtig erwachsen fand ich den Plot nicht – ein Buch wird nicht dadurch ein Erwachsenenroman, dass man die Protagonistin ins Alter von 27 setzt – vor allem nicht, wenn diese sich durchgehend wie ein Teenager verhält. Hier tut der Verlag meiner Meinung nach Holly Jackson keinen Gefallen mit dieser Einordnung, denn dadurch wird die Messlatte nach oben gesetzt und Holly Jackson kann nicht drüberspringen. Hat aber Spaß gemacht! Und bettet sich gut ein in das Werk von Holly Jackson, wer also einen entspannten Thriller mit bissigem Humor und schrägen Charakteren sucht, wird hier gut bedient.

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Veröffentlicht am 28.06.2025

Erneut ein Volltreffer

Yrsa. Die Liebe der Wikingerin
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„Yrsa – Die Liebe der Wikingerin“, die Fortsetzung der Wikingersaga um die Kriegerin Yrsa aus der Feder von Alexandra Bröhm, erschienen 2025 im Ullstein Verlag, begeistert nicht weniger als der Vorgängerroman ...

„Yrsa – Die Liebe der Wikingerin“, die Fortsetzung der Wikingersaga um die Kriegerin Yrsa aus der Feder von Alexandra Bröhm, erschienen 2025 im Ullstein Verlag, begeistert nicht weniger als der Vorgängerroman und zieht erneut mit einer spannenden Story die Lesenden komplett in den Bann. Dabei funktioniert der zweite Band durchweg auch ohne Vorkenntnis des ersten Bandes, da die Autorin alle wichtigen Informationen geschickt einflicht – aber ich würde dennoch dazu raten, den ersten Band auch zu lesen, ganz einfach, weil es sich lohnt! Auch die Ausstattung des Buches steht dem Band 1 in nichts nach, erneut eine wirklich wunderschöne Covergestaltung mit goldenen Prachtmotiven und Verzierungen auf diesmal blauem Hintergrund. Bei dem knapp 600 Seiten dicken Buch wurde nicht an der Papierqualität gespart, es liegt gut in der Hand und blättert sich angenehm. Im Innencover findet sich eine Karte, die bei der geografischen Orientierung hilft.

In unseren Händen halten wir also wieder einen richtig guten Schmöker, der sich vorm Kamin ganz sicher genauso gut macht wie im Strandkorb – aber wer könnte schon bis zur Kaminzeit warten? Nachdem die junge Wikingerin Yrsa sich im ersten Band freigekämpft hat, ist sie nun bei ihrem Traum angekommen, als Kämpferin an der Seite ihres Love Interests Avidh die Meere zu bereisen und durch Überfälle ihren Lebensunterhalt zu gestalten. Ein ethisch fragwürdiger Traum, zugegeben, und vielleicht lässt Bröhm Yrsa auch deshalb schnell feststellen, dass Romantik auf dieser Reise keinen Platz hat. Was als Raubzug beginnt, wird zu einer ganz persönlichen Reise zu den eigenen Wurzeln, zum Kampf um Liebe und Verrat, zur Konfrontation mit Ängsten und Wünschen und letztlich auch zur Frage, um was es einem im Leben eigentlich geht, was ist einem das eigene Leben wert?

Bröhm trifft über weite Strecken genau die richtige Dosis an Spannung, gemeinen Verwicklungen und Intrigen, lang gehegten Geheimnissen, einem Hauch von Mystik und Magie, gut eingebetteter Historie und Plot-twists. Bröhm ist wieder ein Pageturner gelungen, sie schreibt atmosphärisch stark und erfindet lebendige Charaktere, sie webt viel gut recherchiertes Wissen um die Wikingerzeit ein, ohne dass das je aufträgt, und der Spannungsbogen trägt bis zum letzten Moment. Persönlich hätte ich auf die doch sehr groß geratene Prise Spice in der gewählten Ausführlichkeit gut verzichten können und zwischendurch gibt es schon auch einige Seiten, die nicht wirklich zur Handlung beitragen, so dass dem Roman 50 Seiten weniger noch etwas mehr Straffheit geschenkt hätten. Spannend sind dagegen die Andeutungen, dass Yrsa eventuell doch Seherkräfte von ihrer Mutter geerbt haben könnte, allerdings wird auch dieser Strang nicht wirklich verfolgt, schade, hier läge noch einiges an Potenzial, könnte sich dort Yrsas eigentliche Bestimmung verbergen? Extrem gut gelungen ist aber, wie Bröhm die dauerhafte Bedrohung von Frauen durch das männliche Geschlecht in die Geschichte einarbeitet und die vielen Formen, die diese annimmt. Wie auch die vielen Beobachtungen über die Gesellschaft der Zeit, fällt das gar nicht auf, es ist ganz selbstverständlich Teil der Geschichte.

Insgesamt wurde hier erneut ein sehr runder Roman geschaffen, den ich mit Freude und großer Spannung gelesen habe. Die Reihe ist als Dilogie angelegt und der Roman ist in sich abgeschlossen – für mich bietet das Ende jedoch durchaus Stoff für einen dritten Band. Ob Alexandra Bröhm sich von ihren Yrsa-Fans dazu bewegen lässt? Ich hoffe es doch sehr! Also alle schnell den zweiten Band kaufen und über den Sommer lesen.

Einen Bonusstern würde ich gerne für das Nachwort vergeben können – dieses ist wirklich ganz besonders gelungen. Bröhm gibt dort eine umfängliche Einordnung ihres Schreibens in den historischen Kontext, und das liest sich noch einmal genau so spannend wie das ganze Buch.

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Veröffentlicht am 24.06.2025

Titel und Inhalt synchron

Fast & Tasty
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„Fast & Tasty“ von Achim Oceal, auch bekannt als @kitchenachim ist ein Kochbuch, das hält, was sein Name verspricht. Die knallig gelbe Farbe macht gute Laune und guten Appetit – den braucht der kochende ...

„Fast & Tasty“ von Achim Oceal, auch bekannt als @kitchenachim ist ein Kochbuch, das hält, was sein Name verspricht. Die knallig gelbe Farbe macht gute Laune und guten Appetit – den braucht der kochende Mensch auch, denn die vielfältigen Rezepte sind wirklich schnell gekocht und vielfältig.

Achim Oecal kommt nach einer kurzen Einleitung zu seiner Kochphilosophie direkt zur Sache. Aufgeteilt in verschiedene Unterkapitel wie Snacks und Fingerfood, Salate, vegetarische Gerichte, Fleischgerichte, Pasta und Süßspeisen, bleiben hier keine Wünsche offen. Die Rezepte sind gut und übersichtlich erläutert und präsentiert, die Fotos großformatig und ansprechend. Ganz besonders toll: Bei jedem Rezept sind Besonderheiten wie vegetarisch, glutenfrei usw. direkt verzeichnet. Und Oecal bietet immer direkt auch noch Varianten an für Toppings, andere Gewürze, Kombinationen, gibt Infos zu unbekannteren Lebensmitteln und Tipps für Beilagen und mögliche Ergänzungen. Ein zusätzliches Plus: Ein Verzeichnis nach Zutaten, so dass man schnell fündig wird, wenn man beispielsweise noch Feta im Kühlschrank hat, der verbraucht werden sollte – ein Blick ins Register und schon findet man alle Rezepte mit Feta, einfach genial.

Als Mensch mit oft sehr wenig Zeit zum Kochen habe ich hier viele neue Inspirationen gefunden. Ein kleines Manko: Ich hätte mir Nährwerte der Rezepte gewünscht, und ein Großteil der Rezepte ist relativ hochkalorisch, so dass hier noch ein paar schlankere Rezepte der Sammlung gutgetan hätten.

Insgesamt aber eine wirklich runde Sache mit vielen wirklich leckeren Gerichten, die auch tatsächlich in der versprochenen Zeit auf den Tisch gebracht werden können, was in vielen Kochbüchern dieser Art nicht der Fall ist. Eine absolute Empfehlung für Menschen, bei denen der Terminplan oft eng getaktet ist. Man sieht dem Buch die Begeisterung, mit der Achim Oecal kocht, auf jeder Seite an.

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Veröffentlicht am 01.06.2025

Asche zu Asche

Aschesommer
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Mit „Aschesommer“, erschienen 2025 bei dtv, legt Benjamin Cors erneut einen Thriller mit Pageturner-Qualität vor, der seinem Vorgänger „Krähentage“ in nichts nachsteht. Der Thriller funktioniert dabei ...

Mit „Aschesommer“, erschienen 2025 bei dtv, legt Benjamin Cors erneut einen Thriller mit Pageturner-Qualität vor, der seinem Vorgänger „Krähentage“ in nichts nachsteht. Der Thriller funktioniert dabei durchaus als Stand-Alone, wobei die Kenntnis von Krähentage einen einige Details besser verstehen lässt und hey, Krähentage ist ebenfalls eine Lesereise mehr als Wert, also warum nicht vorher lesen, wenn noch nicht geschehen.

Die Gruppe 4 um Jakob Krogh und Mila Weiss, die sich in „Krähentage“ neu gegründet und gefunden hat, wird mit einem neuen Serienmörder (oder -mörderin? Wer weiß das schon?) konfrontiert. Die Morde sind perfide mit Paläontologie und der Erdzeitgeschichte verknüpft, genauer gesagt, mit dem großen Massensterben, das immer wieder durch diese weht, ein Stichwort hier wäre Eiszeit. Schnell wird eine Verbindung hergestellt zu einem potenziellen Täter – der die Taten aber nicht begangen haben kann, ist diese Person doch in Sicherheitsverwahrung in einer geschlossenen Anstalt. Die Zeit läuft gegen die Gruppe 4 – und der Sommer und die in ihm wehenden Sonnenblumen treiben den Ermittelnden zunehmend den Schweiß ins Gesicht. Können sie das Ruder noch herumreißen oder sind sie der Geschichte der Erde ausgeliefert?

Cors schreibt enorm dicht und mit hohem Tempo, das Buch ist in Tagen organisiert und von diesen vergehen gerade mal fünf. Der Spannungsaufbau ist von Beginn an krass und der Spannungsbogen reißt bis zum Ende nie ab. Die Dramaturgie ist perfekt durchinszeniert, hier ist alles stimmig. Und je weiter der Fall voranschreitet, desto mehr verknüpft sich das Geschehen mit den privaten Geheimnissen von Mila und Jakob, die immer mehr ihre Masken voreinander fallen lassen müssen. Das geht an die Substanz und lesend leidet man mit. Schon Krähentage war persönlich – jetzt geht es ans Eingemachte. Die Atmosphäre ist so gut gegriffen, dass man lesend quasi die Sonne über den Feldern flirren sieht.

Zwei kleine Mankos weist der Thriller auf, in Teilen ist das Geschehen dann doch vorhersehbar, und das Team der Gruppe 4 verkommt streckenweise etwas zu Statist:innen, so sehr ist die Handlung auf Jakob und Mila fokussiert. Das tut dem Lesegenuss aber wenig Abbruch, und so wurde dieser Thriller in nur zwei Tagen durchgesuchtet, mehr als die fünf der Handlung wird sicher kein:e Leser:in brauchen.

Einmal mehr also ein brennend guter Thriller aus der Hand von Benjamin Cors mit einem diesmal deutlich mehr geschlossenen Ende als es in Krähentage der Fall war – was aber hoffentlich nicht gegen eine Fortsetzung der Reihe spricht? Ich votiere klar für einen Band 3!

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