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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.07.2023

Leider sehr kompliziert

DAS ENDE – Dein letzter Tag ist gekommen
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Ich liebe ja die Reihe rund um Inga Björk und Christian Brand und konnte es kaum erwarten, dass endlich Band 4 erscheint. Leider konnte das Buch meiner Meinung nach nicht mit seinen Vorgängern mithalten.

Was ...

Ich liebe ja die Reihe rund um Inga Björk und Christian Brand und konnte es kaum erwarten, dass endlich Band 4 erscheint. Leider konnte das Buch meiner Meinung nach nicht mit seinen Vorgängern mithalten.

Was bei allen vier Bänden der Reihe gegeben ist und was vermutlich am wichtigsten ist bei einem Thriller: Spannung. Daran mangelt es nun wirklich nicht und ich war auch hier durchgängig gefesselt und wollte unbedingt wissen, was die Auflösung sein wird. Auch hier haben wir wieder sehr viele verschiedene Handlungsstränge, die scheinbar nichts miteinander zu tun haben und am Ende doch ein großes Ganzes ergeben - sollten sie zumindest. Für mich war die Auflösung leider so undurchsichtig und unverständlich, dass ich mit riesengroßen Fragezeichen im Kopf da saß. Ich habe nicht einmal verstanden, wer hier „gut“ und wer „böse“ ist. 😂 Das ist mir wirklich noch nie passiert.

Die Sogwirkung war wieder einmal super, während dem Lesen habe ich mich wie bei allen Vorgängern gefühlt. Der Autor kann einfach richtig gut Spannung erzeugen und die Neugier entfachen. Vor allem die Perspektivwechsel tragen dazu bei und bewirken, dass man das Rätsel unbedingt entschlüsseln will.

Als Inga Björk und Christian Brand-Fan der ersten Stunde habe ich mich auch sehr gefreut, endlich wieder auf das tolle Ermittlerduo zu treffen. Allerdings war die Ermittlungsarbeit in diesem Band auch nicht sooo ausgeprägt und vor allem auch nicht so spektakulär, wie wir es von den Bänden zuvor gewohnt sind. Die Chemie zwischen Björk und Brand ist aber wie immer vorhanden und macht sie für mich zu einem ganz besonderen Team.

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Veröffentlicht am 18.06.2023

War okay

I’m a Fan
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Unsere namenlose Ich-Erzählerin ist besessen - von dem Mann, mit dem sie zusammen sein will, aber auch von seiner zweiten Affäre, deren Leben auf Instagram zu verfolgen ihr wichtigster Lebensinhalt zu ...

Unsere namenlose Ich-Erzählerin ist besessen - von dem Mann, mit dem sie zusammen sein will, aber auch von seiner zweiten Affäre, deren Leben auf Instagram zu verfolgen ihr wichtigster Lebensinhalt zu sein scheint. Der namenlose Mann hat mit diesen beiden Frauen eine Affäre, ist gleichzeitig verheiratet und wie man schon herauslesen kann, ist das für alle Beteiligten nicht unbedingt die optimale Lösung. Im Mittelpunkt steht aber unsere namenlose Ich-Erzählerin, die ebenfalls ihren Freund betrügt. Sie erzählt aus ihrem Alltag, ihren Gefühlen ihrer Affäre gegenüber, von ihren Gedanken zur Beziehung und zu den anderen Frauen in seinem Leben.

Am Anfang war ich verwirrt. Dadurch, dass hier niemand Namen hat, musste ich erst einmal rausfinden, wer wer ist und wie alle miteinander zutun haben. Das war schon mal ein Punkt, der mir den Lesefluss erschwert hat. Unsere Ich-Erzählerin pflegt eine sehr toxische Beziehung zu dem „Mann, mit dem sie zusammen sein will“ und erzählt aus ihrem Alltag. Das war sehr gut gemacht, sprachlich hat mich der Text sehr angesprochen. Die Beziehung ist krankhaft, was ich aber fast noch schlimmer fand, war ihre Obsession, seine zweite Affäre zu „verfolgen“. Man hat das Gefühl, ihr Lebensinhalt bestünde daraus, die Story ihrer Konkurrentin alle paar Minuten zu aktualisieren und auf einen neuen Post zu warten, um diesen dann bis ins kleinste Detail auseinanderzunehmen und zu analysieren.

Die Abhängigkeit der Protagonistin von dem Mann, mit dem sie zusammen sein will, seiner Affäre und Social Media ist sehr eindringlich geschildert. Regelmäßig konnte ich nur den Kopf schütteln und dennoch hat sich alles so authentisch und glaubhaft gelesen. Nebenbei werden wichtige Themen angeschnitten - Rassismus, Feminismus, Gesellschaftskritik - aber eben nur nebenbei. Diese Themen bleiben sehr an der Oberfläche, ab und zu wird die Meinung unserer Protagonistin zu verschiedenen Themen eingestreut, aber eher wie kleine Exkurse eingeschoben. Der Fokus lag eindeutig auf ihrer toxischen Beziehung.

Die handelnden Personen bleiben alle sehr distanziert, was vermutlich der Tatsache geschuldet ist, dass hier niemand einen Namen bekommt. Die Kapitel sind extrem kurz gehalten und tragen so zum Lesefluss bei. Besonders gut haben mir die ausgefallenen Kapitelüberschriften gefallen. Da es aber keine wirkliche Handlung gibt (es ist eher ein Alltagsbericht, ohne großartige Ereignisse), hatte ich auch nicht unbedingt den Drang weiterzulesen. Die Geschichte ist definitiv interessant zu Lesen, hat viele gute Ansätze, die zum Nachdenken anregen. Gefesselt war ich nicht, aber grundsätzlich würde ich das Buch weiterempfehlen.

3,5/5 ⭐️

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Veröffentlicht am 18.06.2023

Wunderschön

Unser Lied für immer
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https://www.instagram.com/p/Ctegk3iNwxv/

Natalie hat ihren Mann Russ durch einen Unfall verloren und zwei Jahre danach ist sie immer noch in ihrer Trauer gefangen. Ich fand das wirklich sehr ergreifend ...

https://www.instagram.com/p/Ctegk3iNwxv/

Natalie hat ihren Mann Russ durch einen Unfall verloren und zwei Jahre danach ist sie immer noch in ihrer Trauer gefangen. Ich fand das wirklich sehr ergreifend und authentisch dargestellt und konnte Natalie verstehen, ihre Trauer mitfühlen und ihre Verzweiflung spüren. Das war wirklich super emotional. Und obwohl sie sehr traurig ist, hat es mir gefallen, dass sie den Kopf trotzdem nicht zu sehr hängen lässt, sich nicht komplett abschottet und verkriecht. Sie hat immer wieder mit Rückschlägen zu kämpfen, wenn die Trauer sie überwältigt, aber die meiste Zeit ist sie stark und kann mit der Situation gut umgehen, auch wenn ihre Freundinnen das anders sehen. Die wollen nämlich, dass Natalie unbedingt einen neuen Mann ihr Leben lässt und „zwingen“ sie, an ihren Ausgehabenden Männer anzusprechen. Einerseits fand ich es sehr nervig, wie ihre Freundinnen Natalie sie zu ihrem Glück zwingen wollten, andererseits konnte ich auch nachvollziehen, dass sie nicht mehr weiter wussten und alles versuchen wollten, ihrer Freundin zu helfen.

Allgemein fand ich das Thema Trauer, Trauerbewältigung und der Umgang damit sehr gut ausgearbeitet. Das Thema nimmt viel Platz ein, doch laut Klappentext liegt der Fokus eigentlich darauf, dass Natalie Notenblätter findet, die allem Anschein nach für sie hinterlegt wurden. Sie spielt immer wieder auf einem öffentlichen Bahnhofsklavier und immer wieder findet sie Notenblätter, die für sie und ihren verstorbenen Mann eine Bedeutung hatten. Wer möchte ihr eine geheime Botschaft senden? Mein einziger kleiner Kritikpunkt war, dass diese Geschichte nicht unbedingt einen klaren Fokus bekommen hat und im Laufe der Geschichte gefühlt immer weiter in den Hintergrund rückt. Letztendlich fand ich die Auflösung plausibel und auch wirklich gut gemacht, man konnte teilweise auch gut miträtseln, aber ich dachte, dass der Fokus ganz klar auf diesem Handlungsstrang liegen würde. Aber es handelt sich hier ja um einen Liebesroman und wie man sich schon denken kann, liegt der Fokus auch sehr auf Natalies „Liebesleben“, zumindest der erste Schritt in diese Richtung. Man sollte auf jeden Fall wissen, dass wir hier sehr sehr sehr slowes Slow Burn haben. 😂 Das fand ich an dieser Stelle aber absolut angebracht und glaubhaft, denn schließlich hat Natalie immer noch mit ihrem Verlust zu kämpfen.

Trotz der schweren Thematik war das Buch unglaublich humorvoll - ich mochte Natalies ironische Art, ihre Eigenschaft, sich selbst nicht zu ernst zu nehmen und auch alle Nebencharaktere konnte ich nur ins Herz schließen. Es passiert recht viel in der Handlung, am Ende geht aber alles ineinander über und schließt sich zu einer wirklich gelungenen Auflösung. Mich hat das Buch in jeder Hinsicht erreichen können und ich empfehle es sehr gerne weiter, auch wenn ich anfänglich so meine Problemchen mit dem Schreibstil hatte. Ein großartiges Buch, traurig, wunderschön und hoffnungsvoll. ❤️ 5/5 ⭐️

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Veröffentlicht am 13.05.2023

Absolutes Jahreshighlight

Die Sekunde zwischen dir und mir
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Die Geschichte erzählt von der Beziehung zwischen Jenn und Robbie. Die beiden waren füreinander die große Liebe, bis etwas geschah, was die beiden 8 Monate lang voneinander trennte. Jetzt sind sie wieder ...

Die Geschichte erzählt von der Beziehung zwischen Jenn und Robbie. Die beiden waren füreinander die große Liebe, bis etwas geschah, was die beiden 8 Monate lang voneinander trennte. Jetzt sind sie wieder zusammen und gerade als Jenn Robbie erzählen will, was vorgefallen ist, rast ein LKW auf das Auto der beiden zu und droht in sie hinein zu fahren. Und anders als man sagt, dass das eigene Leben im Augenblick des Todes an einem vorbeizieht, erlebt Robbie nun die wichtigsten Momente aus Jenns Leben. So kommt er der Wahrheit Stück für Stück näher.

Zunächst einmal war es alleine dieser Aufbau, der die Geschichte schon zu etwas sehr außergewöhnlichem macht. Am Anfang brauchte ich kurz, um hineinzufinden, aber schnell wurde ich auch direkt ins Geschehen hineingesogen. Robbie erlebt immer wieder Flashbacks, allerdings nicht aus seiner eigenen Erinnerung, sondern aus Jenns. Die Zeitsprünge beginnen in Jenns Kindheit und führen bis zu dem Tag, an dem sie ihn verließ. Er erfährt so unglaublich viel über seine große Liebe - Dinge, von denen er keine Ahnung hatte, über die Jenn nie sprechen wollte, die aber doch einiges erklären und für Robbie an manchen Stellen auch Licht ins Dunkel bringen.

Außerdem erlebt er auch gemeinsame Momente wieder, denn er ist schließlich auch ein wichtiger Part in Jenns Leben. Er fühlt, was sie in diesen Momenten gefühlt hat und erfährt auch so Dinge, die er in diesen Situationen ganz anders wahrgenommen hat. Ich fand die Geschichte unglaublich gut durchdacht und tiefgründig. Besonders gut hat mir gefallen, dass Robbie Jenn aufrichtig liebt und man diese Liebe auch zu keinem Zeitpunkt in Frage stellt, man aber doch auch Situationen erlebt, in denen er falsch, egoistisch und absolut nicht wie ein Traummann gehandelt hat. Aber das hat diese Geschichte so real gemacht, Robbie so menschlich und liebenswert, auch wenn er kein Ritter in strahlender Rüstung ist. Robbie lernt und durchlebt eine Entwicklung. Ich hatte beim Lesen viele Gänsehaut-Momente und konnte absolut mitfühlen.
Was mir auch besonders im Gedächtnis bleibt, ist der immense Spannungsbogen, der aufgebaut wird. Es handelt sich irgendwie um eine Liebesgeschichte, aber das Unvorhersehbare und auch Jenns Geheimnis haben mich sehr ans Buch gefesselt, was ich von anderen Liebesgeschichten so nicht kannte. Die Auflösung konnte mich auch komplett überzeugen und auch wenn ich eine gewisse Richtung erahnen konnte, wäre ich niemals auf das tatsächliche Ergebnis gekommen.

Die Liebe der beiden war auf jeder einzelnen Seite spürbar, war dennoch nie kitschig und hatte durch die Thematik eine gewisse Ernsthaftigkeit. Obwohl die Themen nicht leicht sind, ist die Story voller Leben, aber man sollte sich darauf einstellen, dass man vielleicht Momente serviert
bekommt, die nicht leicht zu verdauen sind. 5/5 ⭐

Mich hat diese Geschichte sehr mitgerissen. Sie führt vor Augen, was im Leben wichtig ist, stimmt
nachdenklich und berührt auf jeder Seite. Große Leseempfehlung von mir!

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Veröffentlicht am 23.04.2023

Einfach schön und echt

Wer braucht schon Wunder
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Nachdem ich vor einiger Zeit von Anne Müller „Zwei Wochen im Juni“ gelesen habe und es sehr schön fand, habe ich mich auf ihr neuestes Buch „Wer braucht schon Wunder“ auch sehr gefreut. Das Buch spielt ...

Nachdem ich vor einiger Zeit von Anne Müller „Zwei Wochen im Juni“ gelesen habe und es sehr schön fand, habe ich mich auf ihr neuestes Buch „Wer braucht schon Wunder“ auch sehr gefreut. Das Buch spielt im Sommer in einem tollen norddeutschen Setting und außerdem in den 80er Jahren. Perfekt zum Wegträumen also.

Mir hat auch dieses Buch sehr gefallen. Anne Müller schreibt sehr atmosphärisch, unaufgeregte, ruhige Geschichten, die auch gerne mal einfach vor sich hin plätschern. Das Setting hat mir wirklich besonders gut gefallen, ich hatte das Gefühl, im Norden zu sein, die berüchtigte Fischsuppe in der Kneipe Kakadu förmlich schmecken zu können.

Lika hat gerade ihr Abitur gemacht und jobbt im Kakadu, während sie auf die Zusage zu ihrem Studienplatz wartet. Dort lernt sie Antoine kennen, den Koch der Kneipe, der auch ein paar Jahre älter ist. Er ist erfahren, er ist Franzose und er wickelt Lika um den Finger. Handelt es sich um die klassische Sommerliebe, oder wird es doch mehr sein? Die Liebesgeschichte zwischen den beiden war sehr zart, authentisch und realitätsnah erzählt. Das Buch umfasst nicht allzu viele Seiten und trotzdem hat die Autorin mir das richtige Feeling und Lukas Emotionen perfekt rüberbringen können. Lika als Protagonistin und auch all die anderen Charaktere hatten ihre Ecken und Kanten und waren greifbar und trotz der Kürze glaubhaft dargestellt. Ich fand sie alle sehr charmant und die ein oder andere Person ist mir immer noch im Gedächtnis geblieben. Vor allem Lika fand ich sehr authentisch. Auf der einen Seite war sie noch recht naiv in ihrem Denken und Handeln, auf der anderen Seite war sie auch schon sehr erwachsen. Durch den Verlust ihrer Mutter gab es auch viele ernstere Momente.

Wie schon erwähnt war die Geschichte sehr unaufgeregt und durch einen Schauplatz in den 80er
Jahren hatte sie auch etwas Nostalgisches (auch wenn ich da noch nicht geboren war 😅 ). Ich hatte ein wunderbares Kopfkino und konnte mir die damalige Zeit super vorstellen. Auch den Sommer konnte man schon spüren. Mein einziger kleiner Kritikpunkt war die Tatsache, dass mir das Geheimnis der Mutter leider etwas zu kurz kam und in den Hintergrund gerückt war. Das hätte ruhig mehr Raum einnehmen können, denn auch das war sehr interessant und ich hätte das gerne auch ein wenig ausführlicher gehabt.
Für diesen tollen Roman mit Urlaubsfeeling spreche ich sehr gerne eine Empfehlung aus.

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