Kanada im 19.Jahrhundert
Das Wagnis der WäscherinIch möchte vor dieser Rezension vorneweg nehmen, dass ich der Überzeugung bin, dass Geschichten immer die Gefühle des Lesenden ansprechen und das Empfinden dieser durch das eigene Erleben, die Lebenssituation ...
Ich möchte vor dieser Rezension vorneweg nehmen, dass ich der Überzeugung bin, dass Geschichten immer die Gefühle des Lesenden ansprechen und das Empfinden dieser durch das eigene Erleben, die Lebenssituation etc. beeinflusst werden.
Wie gut einem eine Geschichte gefällt, sagt nichts darüber aus, wie gut sie wirklich ist.
Nicht jede Geschichte passt in dem Moment zu einem und ich glaube, dass ich dieses Buch zur falschen Zeit gelesen habe, um es wirklich in seiner ganzen Breite und Schönheit fassen zu können.
Da ich es aber nicht mehr ändern kann, kann ich nur meine persönliche Meinung und mein persönliches Empfinden dazu wiedergeben:
Das Wagnis der Wäscherin
✒️Autorin: Christine Hill Suntz
🗣Übersetzung: Silvia Lutz
📚Verlag: Francke 2026
📖Print: 352 Seiten
👀Perspektive: Erzähler
🔢Altersempfehlung: ab ca. 13 Jahren
⭐️: 3,5/5 Sternen
🔍 𝗜𝗻𝗵𝗮𝗹𝘁:
Die Wäscherin Sara O’Conner verhält sich nicht wie eine typische Bedienstete, weshalb sie mit ihrer Arbeitgeberin regelmäßig aneinandergerät, besonders nachdem sie das kleine Mädchen Evie Kinney immer wieder vor der boshaften Lehrerin beschützt.
Über verschiedene Weg gelangt Sarah als Gouvernante zu Evie ins Haus und kämpft ab da gegen die Anziehungskraft zu deren Vater, James Kinney an.
Wie die beiden zueinander stehen, aus welcher Welt Sarah wirklich stammt, welchen herausfordernden Lebensweg sie hinter sich hat und wie der Glaube Evie, James und Sarah begleitet und beinflusst, liest man in dieser Geschichte.
*Meine Gedanken zu dem Buch:*
Das Buch wartet mit einigen schönen Szenen auf und man findet manche ermutigende Aussage. Die beiden Hauptprotagonisten lernen offene und ehrliche Kommunikation untereinander. Sie lernen dem anderen und Gott zu vertrauen. Weitere wichtige Themen sind: Vergebung und Liebe, die überwindet.
Die Geschichte entwickelt sich sanft und relativ langsam. Schnell konnte ich durchschauen, worauf es hinausläuft, was mir die Neugier geraubt hat. Ich empfand die Geschichte oftmals als dahinplätschernd, da es an wirklicher Aufregung oder Dramatik fehlte, weshalb ich nie wirklich den Wunsch verspürte, weiterzulesen - hab ich aber offenkundig trotzdem gemacht.
Die Ereignisse konnten mich leider nicht wirklich fesseln und auch mit Sara tat ich mir ehrlich gesagt schwer. Das Verhalten empfand ich stellenweise als gekünstelt und nicht wirklich authentisch. Das bezog sich nicht nur auf Sara, sondern eher auch auf ihre Großmutter und wie diese mit James Kinney sprach und mit ihm umging. Doch auch bei anderen Personen empfand ich so.
Ich mochte auch nicht, wie die Vergangenheit offengelegt wurde. Immer wieder häppchenweise gab es Hinweise, die jedoch so nebensächlich geschrieben wurden, sodass ich nicht wirklich überrascht war. Auch die Auflösung einer jahrelangen Problematik, die das Handeln Saras maßgeblich beeinflusste, wurde ohne große Aufregung gelöst. Da hätte es gern ein wenig mehr Dramatik vertragen.
Leider konnte ich die Beweggründe der Protagonisten nicht wirklich nachvollziehen, weshalb ich oftmals kein Verständnis für sie aufbringen konnte und der Schreibstil der Autorin hat es leider auch nicht geschafft mich nachhaltig zu fesseln. Die Emotionen sind leider nicht auf mich übergesprungen und die Figuren blieben für mich flach.
🎯 𝐅𝐚𝐳𝐢𝐭:
Diese Geschichte war eine nette Geschichte. Die mir vermutlich jedoch nicht im Gedächtnis bleiben wird.
Das ist mein persönliches Empfinden der Geschichte gegenüber und spiegelt nicht die Meinung anderer wieder. Ich weiß, dass viele andere sehr begeistert von der Geschichte sind!
Deshalb möchte ich das Buch absolut an alle Leser empfehlen, die etwas über das Leben der Siedler in Toronto erfahren möchten. Die sich den Herausforderungen stellen möchten, denen Frauen, aber auch Arme begegneten, oder die etwas über die Vorgehensweise der Rebellen gegen die Herrschaft der englischen Krone erfahren möchten. Wer Geschichten ohne große Dramatik liebt, sich einfach sanft umspülen lassen möchte, einer Liebesgeschichte folgen mag, die die Thematik Witwendasein und verwaiste Kinder behandelt, wird sich an dieser Geschichte sicherlich erfreuen.