Ein vielversprechendes Debüt mit Potenzial
EmmaAls großer Fan von Jean Reno war ich sehr gespannt auf sein Romandebüt. Sein Stil hat mich positiv überrascht – flüssig, detailreich und atmosphärisch. Besonders die Beschreibungen des Omans sind ihm großartig ...
Als großer Fan von Jean Reno war ich sehr gespannt auf sein Romandebüt. Sein Stil hat mich positiv überrascht – flüssig, detailreich und atmosphärisch. Besonders die Beschreibungen des Omans sind ihm großartig gelungen. Ich konnte mir die luxuriösen Hotels, die Weite der Wüste und die Kultur des Landes bildlich vorstellen, fast als wäre ich selbst dort.
Emma als Hauptfigur mochte ich anfangs sehr. Ihre besondere Verbindung zum Meer, ihre geheimnisvolle Vergangenheit und ihre außergewöhnlichen Fähigkeiten haben mich neugierig gemacht. Doch je weiter die Geschichte voranschritt, desto blasser wurde sie für mich – und das gilt leider auch für die anderen Charaktere. Tariq zum Beispiel bleibt seltsam distanziert, und die Nebenfiguren sind mir nicht wirklich in Erinnerung geblieben.
Was mich am meisten gestört hat, war der fehlende rote Faden. Die Handlung beginnt vielversprechend, verliert dann aber an Spannung und wirkt stellenweise fast ziellos. Es gibt zwar einige interessante Wendungen, doch manches fühlte sich nachträglich eingefügt an, als hätte man die Geschichte künstlich gestreckt. Die Thriller-Elemente kommen erst spät auf, was schade ist, denn ich hatte mir mehr Tempo und Spannung erhofft.
Trotzdem: Der Schreibstil hat mir gefallen, und die Atmosphäre war definitiv ein Highlight. Ich glaube, mit einer etwas strafferen Story und stärkeren Charakteren hätte das Buch richtig gut werden können. Vielleicht gibt es ja eine Fortsetzung, die das noch besser macht – Potenzial ist definitiv da!