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Veröffentlicht am 26.02.2025

Fesselnder Fantasyauftakt mit farbenfrohem, orientalischen Hintergrund

We hunt the Flame
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Das Reich Arawiya hat vor langer Zeit seine Magie verloren, dafür wird es nach und nach von einem verfluchten Wald, dem Arz, verschlungen. Es heißt, wer den Arz betritt, findet nie wieder hinaus oder verliert ...

Das Reich Arawiya hat vor langer Zeit seine Magie verloren, dafür wird es nach und nach von einem verfluchten Wald, dem Arz, verschlungen. Es heißt, wer den Arz betritt, findet nie wieder hinaus oder verliert bei der Suche den Verstand. Lediglich Zafira kann sich in dem düsteren Wald orientieren, als Mann verkleidet geht sie immer wieder auf die Jagd, um ihr Volk mit Fleisch zu versorgen. Als sie einen Brief erhält, der sie auffordert, ein verschollenes Artefakt zu suchen, das die Magie zurück nach Arawiya bringen und den Arz vernichten kann, macht sich Zafira auf die Reise. Doch sie ist nicht die Einzige, die die magische Insel Sharr betritt, auch Nasir, der Sohn des tyrannischen Sultans, der sein Leben als Auftragsmörder fristet, soll das Artefakt ausfindig machen - und Zafira töten. Doch zunächst müssen die Jägerin und der Prinz des Todes zusammen arbeiten, um das verschollene Buch aufzuspüren.

"We hunt the Flame" von Hafsah Faizal ist der Auftaktband einer fantasievollen Dilogie mit orientalischem Hintergrund. Mich hat die Geschichte schnell in ihren Bann gezogen und auch die Protagonisten, jeder für sich eine gequälte Seele, waren mir sofort sympathisch. Dabei fand ich besonders Nasir zunächst recht knapp charakterisiert, erst im Lauf der Handlung gibt die Autorin kleine Einblicke in die Vergangenheit, die zeigen, was ihn zu der Person geformt hat, die er heute ist. Allgemein hätten die Figuren für meinen Geschmack gern etwas umfassender beschrieben sein dürfen, ich hatte den Eindruck, von ihnen nur genau so viel zu erfahren, wie für den Verlauf der Ereignisse gerade vonnöten war. Dem Lesevergnügen hat das allerdings kaum Abbruch getan, ich war von der ersten Seite an tief in Zafiras Welt versunken.

Den Schreibstil der Autorin kenne und mag ich bereits aus einem anderen Buch, auch dieses Mal hat mich die farbenprächtige Welt, die sie mit orientalischen Begriffen vor meinem geistigen Auge entstehen ließ, begeistert. Anfangs entfaltet sich das Erzähltempo gemächlich, was mir die Zeit gab, das Reich Arawiya kennen zu lernen, ich mochte zwischenzeitlich kaum aus dieser fantasievollen Welt in den Alltag zurück kehren. Im letzten Drittel des Buches nahm die Spannung dann an Fahrt auf, da es einen zweiten Band gibt, endet das Abenteuer natürlich mit einem Cliffhanger, so dass ich mich schon darauf freue, bald die Fortsetzung zu lesen. Für den gelungenen Auftaktband spreche ich gern eine Leseempfehlung aus.

Fazit: Mich hat die Autorin schnell in den Bann ihrer farbenfrohen, orientalischen Welt gezogen, obwohl ich die Figuren gern etwas intensiver kennen gelernt hätte, habe ich sie gemocht und hatte insgesamt ein wunderbares Leseerlebnis, das ich gern weiter empfehle.

Veröffentlicht am 20.02.2025

Für mich ein wunderbares Leseerlebnis in einzigartiger Erzählweise

Our Infinite Fates
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Evelyn kann sich an viele ihrer früheren Leben erinnern, ganz besonders an die Tatsache, dass sie immer kurz vor ihrem achtzehnten Geburtstag eines gewaltsamen Todes gestorben ist. Das liegt an Arden, ...

Evelyn kann sich an viele ihrer früheren Leben erinnern, ganz besonders an die Tatsache, dass sie immer kurz vor ihrem achtzehnten Geburtstag eines gewaltsamen Todes gestorben ist. Das liegt an Arden, ihrer großen Liebe über die Jahrhunderte hinweg, der sie in jedem Leben aufspürt und schließlich ermordet. Dieses Mal ist es für Evelyn jedoch besonders wichtig, länger am Leben zu bleiben, denn ihre jüngere Schwester Gracie ist an Krebs erkrankt und benötigt dringend einen Knochenmarkspende von ihr - der Termin für die Entnahme liegt kurz nach ihrem Geburtstag. Doch kann sie Arden lange genug entkommen oder ihn gar überreden, sie erst später zu töten?

"Our Infinite Fates" von Laura Steven ist eine außergewöhnliche Geschichte, bei der ich mir sicher bin, dass sich die Geister daran scheiden werden. Mich hat die einzigartige Erzählweise gefesselt und begeistert, abgesehen von winzigen, etwas spannungsärmeren Stellen im Mittelteil mochte ich das Buch zwischenzeitlich kaum aus der Hand legen. Evelyn, die in ihrem aktuellen Leben Branwen heißt, ist eine interessante und liebenswerte Protagonistin. Da sich ihre Erinnerungen an die weiter zurück liegenden Leben im Nebel verliert, bleibt auch der Grund für diesen ewigen Kreislauf aus Liebe und Mord zwischen ihr und Arden sehr lange ungeklärt, wodurch bei mir der Eindruck entstand, sie nicht so intensiv zu kennen, wie ich es mir gewünscht hätte.

Auch Ardens Wesen und Motivation bleibt durch seine Weigerung, über die gemeinsamen Anfänge zu sprechen, bis zum Finale hin recht undurchschaubar, dennoch habe ich ihm eine gewisse Grundsympathie entgegen gebracht. Besonders seine - mal mehr und mal weniger erkennbare - Liebe zu Evelyn und die damit verbundene Verzweiflung über die Notwendigkeit, sie immer wieder zu töten, hat mich für ihn eingenommen. Alle anderen Figuren blieben mehr oder weniger Statisten in der Handlung, selbst die wunderbare Gracie und Branwens liebevolle Mutter verschmolzen für mich eher mit dem Hintergrund.

Der Schreibstil hat mich sofort in seinen Bann gezogen, zwischen dem aktuellen Geschehen waren häufig Kapitel eingeschoben, die Auszüge aus Evelyns früheren Leben zeigten - jeder dieser Abschnitte führte mich in ein weiteres, noch unbekanntes Leben ihrer Vergangenheit. Diese regelmäßigen Wechsel sollte man mögen, um die Geschichte wirklich genießen zu können, wer sich darauf einlässt, wird mit einem einzigartigen Lesevergnügen belohnt. Erst das Finale bringt die lang ersehnte Erklärung für den sich ständig wiederholenden Lebenszyklus der beiden Protagonisten, sowohl die Auflösung als auch der Epilog haben mich überrascht, schlussendlich aber entspannt und zufrieden zurück gelassen. Für dieses Buch, das zu meinen Lesehighlights des Jahres gehört, spreche ich gern eine Leseempfehlung aus.

Fazit: Die außergewöhnliche Schreibweise, die den Leser zwischendurch immer wieder aus dem aktuellen Geschehen reißt und in kurzen Kapiteln in verschiedene Stadien der Vergangenheit entführt, hat mich gefesselt und begeistert, auch die Auflösung fand ich recht einzigartig. Für mich stellt dieses Buch ein besonderes Highlight dar, das ich gern weiter empfehle.

Veröffentlicht am 13.02.2025

Nicht so fesselnd wie Band 1, dennoch ein wunderbar farbenfrohes Leseerlebnis

SOL. Die Rache der Obsidians
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Nachdem die Obsidian-Götter zurück gekehrt sind und die Sonne nicht mehr über Reino del Sol aufgeht, macht sich Teo mit seinen Freunden Niya und Aurelio auf den Weg nach Los Restos, wo die übrigen Teilnehmer ...

Nachdem die Obsidian-Götter zurück gekehrt sind und die Sonne nicht mehr über Reino del Sol aufgeht, macht sich Teo mit seinen Freunden Niya und Aurelio auf den Weg nach Los Restos, wo die übrigen Teilnehmer der Sonnenspiele von den Obsidians gefangen gehalten werden. Dabei hat er nur einen vagen Plan, aber er weiß sicher, dass er einen Weg finden muss, Sols Schutz für die Welt wieder zurück zu bringen. Doch wird es ihm gelingen, auch gegen Xio zu kämpfen, dessen Verrat immer noch schmerzt - und können drei jugendliche Halbgötter überhaupt etwas gegen die bösartigen Obsidian-Gottheiten und deren unzählige Monster ausrichten, die den Weg nach Los Restos zur tödlichen Gefahr machen?

"SOL. Die Rache der Obsidians" von Aiden Thomas ist der zweite Band einer farbenfroh erzählten Fantasy-Dilogie, zum Verständnis sehe ich es als unabdingbar an, zunächst den Vorgängerband "Das Spiel der Zehn" gelesen zu haben, da die Handlung direkt auf den Ereignissen des ersten Teils aufgebaut ist. Die Geschichte orientiert sich an mexikanischer Mythologie, was sich neben den vielfältigen Gottheiten und sprachlichen Besonderheiten dieses Mal auch in der Beschreibung des Essens zeigt. Der positivste Aspekt dieser Buchreihe ist in meinen Augen immer noch der selbstverständliche Umgang mit Diversität, im Text kommen Neopronomen vor, die sich anfangs vielleicht ungewohnt anfühlen, im Lesefluss aber bald zur Normalität werden. Auch als Xio, der sich zu Beginn seiner geschlechtlichen Identität noch nicht sicher ist, beschließt, es einmal mit den neutralen Pronomen zu probieren, wird das sofort von allen angewendet, obwohl die gefangenen Semidioses sien doch als Verräter und Feind betrachten.

Der Schreibstil war durchaus fesselnd, da sich die Reise der drei Freunde aber beinahe über drei Viertel des Buches ausdehnte, fand ich die Spannung stellenweise etwas mau,. Zwischenzeitlich wechselten zwar die Perspektiven und es gab Kapitel aus Xios Sicht, die über die Gefangenen und die ersten Schritte der zurück gekehrten Obsidians berichteten (die anscheinend nur in den wenigen Momenten aktiv waren, in denen der Focus auf sie gerichtet war - was haben sie sonst den lieben langen Tag nur gemacht?), dennoch fühlte sich das Leseerlebnis meiner Meinung nach ein wenig in die Länge. gezogen an. Dadurch habe ich mit meiner Bewertung zunächst gehadert, wäre es ein Buch für Erwachsene, hätte ich nur drei Sterne vergeben. Bei einem Jugendbuch mit Empfehlung ab 12 Jahren habe ich etwas moderater gewertet, schließlich bin ich selbst sehr weit vom eigentlichen Zielgruppenalter entfernt. Wegen der wunderbar farbenfrohen Welt (und weil der spannende Vorgängerband ja auf eine Auflösung gewartet hat) spreche ich für diese Fortsetzung dennoch gern eine Leseempfehlung aus.

Fazit: Der zweite Band konnte mich nicht ganz so fesseln wie Teil eins, die Reise von Teo und seinen Freunden zog sich stellenweise etwas in die Länge. Die Auflösung am Ende hat mich dann aber wieder mit dem Buch versöhnt und zufrieden zurück gelassen, so dass ich das Leseerlebnis dennoch gern weiter empfehle.

Veröffentlicht am 23.01.2025

Mitreißender Auftakt der vierteiligen Fantasy-Reihe

Shifter Island - Die Akademie der Wölfe
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Ein Jahr früher als erwartet wird Nai, die Alpha-Erbin des Crescent-Clans, aufgefordert, sich zur Alpha-Academy zu begeben, noch dazu ohne jegliche Vorankündigung. Die vier Wächter, die sie dort hin eskortieren, ...

Ein Jahr früher als erwartet wird Nai, die Alpha-Erbin des Crescent-Clans, aufgefordert, sich zur Alpha-Academy zu begeben, noch dazu ohne jegliche Vorankündigung. Die vier Wächter, die sie dort hin eskortieren, sind zu Nais großer Überraschung die Erben des Königs aller Wolfswandler - und Angehörige des Midnight-Clans, der mit dem Crescent-Rudel verfeindet ist. Das ist allerdings nicht das einzige Problem, das sie an der Academy erwartet, Nais Clan wurde vor Ihrer Geburt von der Insel verbannt, entsprechend geringschätzig wird sie von den anderen Erben angesehen. Als sie bei einem Maskenball ihrem Schicksalsgefährten begegnet, ist sie zunächst überglücklich, doch er lässt sie zurück, ohne sich zu erkennen zu geben.

"Shifter Island - Die Akademie der Wölfe" von Leia Stone ist der Auftaktband einer vierteiligen Fantasy-Reihe, der mich von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen und bis zum Ende nicht wieder los gelassen hat. Nai ist eine starke Protagonistin, von klein auf wurde sie dazu ausgebildet, einmal die Anführerin ihres Rudels zu werden. Mit ihrem Mut und ihrer schlagfertigen Art ist sie mir schnell ans Herz gewachsen, so dass ich emotional stets an ihrer Seite war. Sie selbst und auch die Figuren in ihrem Umfeld fand ich authentisch dargestellt.

Den Schreibstil der Autorin kenne und mag ich bereits aus verschiedenen Büchern, auch dieses Mal ist es ihr gelungen, mich durchgehend zu fesseln. Das Geheimnis um die Identität des Schicksalsgefährten war vielleicht etwas vorhersehbar, dem Lesevergnügen hat das meiner Meinung nach aber keinen Abbruch getan, sowohl die Angriffe auf die Academy als auch Nais persönliche Entwicklung hatten für mich genügend Spannungspotential. Zwischenzeitlich mochte ich den E-Reader kaum aus der Hand legen und habe heute morgen als erstes geschaut, wann denn der Fortsetzungsband erscheint. Für diesen fantasievoll geschriebenen Reihenauftakt spreche ich daher gern eine Leseempfehlung aus.

Fazit: Mich hat der erste Band dieser Fantasy-Reihe gefesselt und begeistert, das magische Lesevergnügen empfehle ich gern weiter.

Veröffentlicht am 22.01.2025

Trotz einiger Probleme eine angenehm entspannte Liebesgeschichte

A Beautiful Scandal
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Ehe die zweite Staffel von "Silver Lines" gedreht wird, fährt die Schauspielerin Sam auf die Insel Skye, um sich inkognito fernab von allem Medienrummel zu erholen. Dort trifft sie den freundlichen Autor ...

Ehe die zweite Staffel von "Silver Lines" gedreht wird, fährt die Schauspielerin Sam auf die Insel Skye, um sich inkognito fernab von allem Medienrummel zu erholen. Dort trifft sie den freundlichen Autor Rory, der ein paar zarte Schmetterlinge in ihrem Bauch entstehen lässt - allerdings erkennt er Sam recht bald, was sie zur überstürzten Abreise bewegt. Ein paar Wochen später treffen sich die Beiden wieder - ausgerechnet am Drehort, wo Sam erfährt, dass Rory zum Team der Drehbuch-Schreiber gehört. Obwohl sie immer noch verärgert ist, dass er ihr auf Skye nicht sofort die Wahrheit gesagt hat, fühlt sich Sam nach wie vor zu Rory hin gezogen. Doch kann eine Beziehung am Filmset überhaupt funktionieren, oder riskieren Beide damit ihren Job?

"A Beautiful Scandal" von Ria Radtke ist der zweite Band einer romantische Reihe, der aber gut ohne Kenntnis des Vorgängers gelesen werden kann, da hier andere Protagonisten im Mittelpunkt stehen. Für mich war es das erste Buch der Autorin, damit konnte ich Sam vorbehaltlos kennen lernen (im ersten Teil, in dem es um Sams Zwillingsschwester und ihren Serienkollegen geht, hatte sie sich offenbar von der weniger positiven Seite gezeigt) und es fiel mir leicht, sie zu mögen. Auch Rory war mir schnell sympathisch, wie Sam trägt er innere Verletzungen mit sich, dennoch begegnet er den Menschen in seinem Umfeld immer freundlich. Sowohl die Hauptfiguren als auch alle Personen in ihrem Umfeld fand ich umfassend und authentisch dargestellt, ich hatte von allen ein klares Bild vor Augen.

Der leichte Schreibstil hat sein Übriges getan, mich für das Leseerlebnis zu begeistern, einmal angefangen mochte ich den E-Reader zwischenzeitlich kaum aus der Hand legen. Die Perspektiven wechseln zwischen Rory und Sam, was mir das Gefühl gab, emotional an ihrem Leben teilzuhaben. Lediglich die Zitate am Kapitelanfang haben mich ein wenig irritiert, es hat gedauert, bis ich bemerkte, dass das jeweilige Zitat vor Sams Kapitel von Rory stammte und umgekehrt. Das hat dem Lesevergnügen aber keinen Abbruch getan, auch dass sich gegen Ende hin ein paar Probleme äußerst glatt aufgelöst haben fiel für mich kaum ins Gewicht. Insgesamt habe ich mich von der netten Liebesgeschichte gut unterhalten gefühlt und spreche dafür gern eine Leseempfehlung aus.

Fazit: Auch ohne den Vorgängerband zu kennen, macht dieser Roman Spaß, ich hatte ein paar angenehm entspannte Lesestunden damit, so dass ich das Buch gern weiter empfehle.