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Veröffentlicht am 22.09.2020

Lieblingsbuch

Schicksal der Fearane
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Die junge Bauerntochter Finéra war von klein auf begierig darauf, alles über die Fearne, einem anmutigen, geflügelten Volke, dass einst Seite an Seite mit den Menschen lebte, zu erfahren, obgleich ihr ...

Die junge Bauerntochter Finéra war von klein auf begierig darauf, alles über die Fearne, einem anmutigen, geflügelten Volke, dass einst Seite an Seite mit den Menschen lebte, zu erfahren, obgleich ihr Vater sie stehts vor ihnen warnte. Sie geht bei dem Gelehrten Ruberián in die Lehre und kommt dem Verschwinden des einst so stolzen und anmutigen Volkes auf die Spur, als Ihr Meister sie die Geschichte der letzten Tiare niederschreiben lässt. Sera wird nach dem Tod ihrer Mutter, als „letzte“ Tiare die Ehre zu Teil, dem Rat der Zwölf beizutreten und muss sich auf eine gefährliche Reise begeben, da von ihr das Schicksal ihres Volkes abhängt. Für Sera ist diese Verantwortung eine Bürde, die sie einiges, wenn nicht sogar alles kosten wird.
Die Welt, in die Steffi Frei uns eintauchen lässt, ist sehr vielseitig. Wir lernen die anmutigen, naturverbundenen Fearane kennen. Sie sind ein geflügeltes Volk, welches aus verschieden Gattungen besteht. Jede Gattung hat seine Eigenarten - einige Feiern gerne, andere sind Kämpfer oder Heiler etc.. Zu erkennen sind diese vor allem an der Farbe ihres Gefieders (Flügel). Die Beschreibung dieser Wesen hat mir eine Gänsehaut beschert, so wunderschön, filigran, anmutig. Ich kann es nicht in Worte fassen, die Autorin schon (aber dazu später mehr). Nicht nur ihr Aussehen hat mich überwältigt, auch ihre Wesenszüge beeindruckten mich immer wieder. Als Schützer allen Lebens, sind sie naturverbunden, pflegen eine besondere Beziehung zu den Tieren und Pflanzen. Besonders berührt hat mich das Thema Seele, Seelengefährte und Seelenverwandte. (Ich möchte nicht zu viel verraten, nur eines - das Geschlecht spielt bei der Wahl eines Seelengefährten keine Rolle, da Seelen kein Geschlecht haben. Es findet zusammen, was zusammengehört.) Auf der anderen Seite haben wir die Menschen, von denen sich viele vor der Andersartigkeit der Fearane fürchten, sie deshalb meiden, oder einfach nicht zwischen die Fronten geraten wollen und ihnen darum aus dem Weg gehen. Dann sind da noch die Zentâris, ein grausames Volk, dass es auf die Fearane abgesehen hat. Die Geschichte, wie auch die Welt sind sowohl von beeindruckender Schönheit, als auch von unfassbarer Grausamkeit geprägt.
Die Geschichte weist viele Spannungsspitzen auf. Gerade im mittleren Teil wechseln sich spannungsgeladene Kampfszenen, mit emotionalen, beziehungsrelevanten Szenen ab. An keiner Stelle der Geschichte hatte ich auch nur ansatzweise, dass Gefühl, den Ausgang vorhersehen zu können. Dafür haben ein paar interessante Plot Twists und Überraschungen gesorgt (nicht nur in der Handlung an sich sonders auch in den Beziehungen zwischen den Charakteren). Das Ende hat mich dann komplett umgehauen.
Die Charaktere sind mir unheimlich ans Herz gewachsen. Finéra hat in dieser Geschichte einen besonderen Platz. Sie schreibt die Geschichte der Fearane nieder. Die Autorin schafft es, die spannende Handlung nicht durch lange, eingeschobene Erklärungen durchbrechen zu müssen, indem sie Finéra in ihrer „Schreibpause“ Nachforschungen anstellen lässt. Kommt dem Leser die Frage auf, „Was haben die Zentâris nur gegen die Fearane?“, so suchen wir kurz darauf mit ihr gemeinsam nach Antworten - schlagen etwas dazu in einem Buch nach oder fragen unseren Lehrmeister. Ich hatte teilweise das Gefühl, selbst Finéra zu sein und hatte richtig Spaß daran die Geschichte aufzudecken. Im ersten Teil nimmt sie eine passive Rolle ein, ich bin gespannt, ob sich dies in der Fortsetzung ändern wird. Auch Sera und ihre Begleiter habe ich alles samt lieben gelernt. Die Charaktere sind vielschichtig und authentisch, haben Macken, machen Fehler, sind mutig und Stark und voller Emotionen. Die Beziehungen zwischen ihnen haben Tiefe und durchleben viele Entwicklungen, die mich immer wieder überrascht haben.
Emotionen ist ein gutes Stichwort, denn davon gab es viele. Liebe, Glück, Freude, Trauer, Angst, Verzweiflung, Wut, Hass und jede einzige habe ich beim Lesen gespürt. Steffi Frei hat es geschafft, mir alles mitten ins Herz zu schreiben. Ihr Schreibstil ist gehoben, hat fast etwas Poetisches und passt sehr gut zur Geschichte und zur Stimmung des Buchs. Dennoch liest es sich sehr flüssig und die Seiten fliegen dahin, während sich automatisch Bilder im Kopf des Lesers manifestieren.
Das klingt alles, sehr begeistert und fast zu gut, um wahr zu sein? Tatsächlich, aber ich schwärme aus vollem Herzen. Steffi Frei hat mit ihrem Debüt meine Erwartungen mehr als übertroffen. Für mich ein Herzensbuch und definitiv ein Highlight.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.08.2020

Ich liebe es und ich brauche ein Wildschwein!

Askeria: Die letzte Generation
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Schon nach den ersten Kapiteln hat mich diese Geschichte gefesselt.
Die Welt, in die wir hier eintauchen dürfen, ist sehr komplex und besitz Tiefe. Wir erkunden nicht nur die Schauplätze der Handlung, ...


Schon nach den ersten Kapiteln hat mich diese Geschichte gefesselt.
Die Welt, in die wir hier eintauchen dürfen, ist sehr komplex und besitz Tiefe. Wir erkunden nicht nur die Schauplätze der Handlung, sondern erfahren viel zur gesamten Welt, einem Planeten namens Xist, der in zwei Kontinente eingeteilt ist. Während Piara und Rigoras Nachforschungen über ihre Herkunft betreiben und im späteren Verlauf, lernen wir immer mehr Hintergründe und Geschichte des Landes kennen. Die detaillierten Beschreibungen tragen dazu bei, dass man regelrecht in dieser magischen Welt versinkt.
Auch in die Charaktere kann man sich eigentlich nur verlieben. Piara war zauberhaft, sehr jung, was man ihr natürlich gerade zu beginn noch etwas anmerkt, macht sie im Verlauf der Geschichte eine tolle Entwicklung durch, wird zur mutigen und starken Kämpferin. (Kleine Anmerkung… Ich habe die Geschichte als Hörbuch gehört und habe mich etwas daran gestört, dass Piara sehr, sehr kindlich gesprochen wurde. Teilweise klang sie, wie 10 und das wirkte in den Szenen, in denen sie Rigoras näherkommt, etwas unpassend.) Charaktere gab es sehr viele, die erwähnenswert waren, damit es an dieser Stelle nicht ausufert, kann ich sagen, was auf alle zutrifft, egal ob gut oder „böse“. Die Charaktere sind sehr detailliert ausgearbeitet und besitzen Tiefe und Hintergrund. Die Autorin gibt ihnen viel Raum, sich zu entfalten, was zwar die Handlung oft entschleunigt, uns jedoch an ihren Gefühlen und Gedanken teilhaben lässt und dafür sorgt, dass die Beweggründe für den Leser immer nachvollziehbar sind.
Der Plot beinhaltet ein paar Wendungen, die die Geschichte vorantreiben und sie in eine völlig andere Richtung lenken. Beim Lesen treffen wir immer wieder auf Abschnitte, die sehr entschleunigend wirken, in denen wir uns mit den Gedanken der Protagonisten auseinandersetzten können, aber auch Spannungsspitzen sind nicht zu wenige vorhanden. Das hat mir sehr gut gefallen.
Der Schreibstil hat mich absolut überzeugt. Egal ob die Beschreibungen der Schauplätze, der Charaktere oder der Handlungen, ich war mittendrin. Die Autorin transportiert Spannung, Emotionen und einen Spritzer Humor durch ihre Worte. Ein kleines Highlight waren in jedem Fall auch, kleine poetische Zwischensequenzen.
Fazit:
Askeria ist definitiv eine Wohlfühlgeschichte für mich, in deren Welt ich eintauchen und versinken möchte. Die Charaktere haben einen Platz in meinem Herzen und ich wünsche mir nun sehnlichst ein Wildschwein namens Truffels als Haustier. Ich bin einfach total verliebt in dieses Buch und freue mich schon auf den nächsten Teil.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.08.2020

Spannend, emotional, witzig, fantastisch- einfach perfekte Unterhaltung.

ZULOU
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Igor wächst in einem Waisenhaus auf, mit seinen schwarzen Augen scheint er nicht recht in seine Welt hineinzupassen, einigen ist er sogar unheimlich. Als ein Wandertheater in die Stadt kommt, verändert ...

Igor wächst in einem Waisenhaus auf, mit seinen schwarzen Augen scheint er nicht recht in seine Welt hineinzupassen, einigen ist er sogar unheimlich. Als ein Wandertheater in die Stadt kommt, verändert sich alles, nichts ist wie es war, weder Igor selbst noch seine Welt ist so wie es ihm schien. Zusammen mit den skurrilen Darstellern des Theaters begibt er sich in eine neue magische Welt, in der er zum ersten Mal nicht ein Sonderling, sondern ein Held sein soll, in dessen Verantwortung plötzlich das Überleben beider Welten liegt.

Die Welt hat mich absolut verzaubert, ich lese viel Fantasy, aber Zulou ist anders, überwältigend und zauberhaft kreativ. All die Bewohner und Wesen dort sind so liebevoll und detailliert und alles andere als 0-8-15, dasselbe gilt für den Weltenaufbau und die Vegetation. Die Unterwasserwelt ist nicht einfach eine Unterwasserwelt, wie man sie kennt und so kann ich ewig weitermachen. Zulou steckt voller Magie und kann genauso wundervoll, wie grausam sein.
Die Geschichte um Igor hat mich von Anfang an mitgerissen, die Autorin spielt mit Emotionen. Gerade der Anfang hat mich berührt, Igor hat es nicht leicht im Waisenhaus und Menschen können grausam sein. Igors Reise ist aufregend aber auch emotional, Der Rest ist vor allem eine gelungene Mischung zwischen atemberaubender Spannung und einem herrlichen Humor. Gut gefallen hat mir auch, dass auf relevante Themen, wie dem Schutz oder der Ausbeutung der Umwelt aufmerksam gemacht wird.
Die Autorin hat in diese grandiose Welt Charaktere gesetzt, die man einfach lieben muss. Egal, ob grummelige Echsenfrau, ein verrückter fliegender Ball mit Brille oder ein etwas verwirrter Hüter, der mich leicht an den verrückten Hutmacher aus Alice im Wunderland erinnert hat. Sie alle haben Charakter, Macken und Wiedererkennungswert, jeder auf seine ganz spezielle Art und Weise. Gerade Igor hat viel durchzumachen und ich finde es gut, dass die Autorin ihm auch mal Zeit zum Zweifeln und Scheitern gibt auf seiner Mission. Seine Entwicklung war sehr authentisch. Igor kann manchmal etwas impulsiv sein, er ist auch menschlich und nicht frei von Vorurteilen, so kommt es vor, dass auch er seinen Mitmenschen gegenüber nicht immer ganz fair ist. Letztendlich reflektiert er sein Verhalten jedoch und hat immer wieder Aha-Momente, in denen er sich eingestehen muss nicht richtig gehandelt zu haben oder umdenken zu müssen. Auch die Beziehungen zwischen ihnen haben viel tiefe, man liebt und hasst mit Igor gemeinsam.
Das ich mich so in die Welt und ihre Charaktere einfühlen konnte und mitgelitten und gelacht habe liegt sicher auch an dem wirklich wundervollen Schreibstil der Autorin. Er ist sehr bildlich und emotional. Ich habe alles bis ins kleinste Detail vor meinen Augen sehen und mich in alles hineinfühlen können. Gespickt ist er auch mit einer ordentlichen Prise Humor, sehr erfrischend.
Eine Rezension, ganz ohne Kritikpunkte? Nun, ich habe lange überlegt, aber absolut nichts gefunden, was ich auch nur im Ansatz bemängeln könnte. Ich würde dieses Buch gerne in jede Buchhandlung, jede Bibliothek und in jedes Jugendzimmer stellen. Spannend, emotional, witzig, fantastisch- einfach perfekte Unterhaltung. Nicht nur für Jugendliche, sondern auch für Fantasy begeisterte Erwachsene ein Muss.
5 von 5 Sterne

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.08.2020

Was für ein Debüt, was für ein Auftakt!!! Spannende, komplexe Dark-Fantasy auf höchstem Niveau.

Lichttrinker
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Vorweg erst mal, Lichttrinker – Nachtkönig ist der Auftakt einer umfangreichen Buchreihe mit Bestseller Potential. In keinster Weise ist dem Buch anzumerken, dass es sich um das Debüt der Autorin handelt.
Das ...

Vorweg erst mal, Lichttrinker – Nachtkönig ist der Auftakt einer umfangreichen Buchreihe mit Bestseller Potential. In keinster Weise ist dem Buch anzumerken, dass es sich um das Debüt der Autorin handelt.
Das Leben des Polizisten Anders könnte besser laufen- vom Dienst suspendiert, von der Frau rausgeworfen und nun ist auch noch seine Tochter in Gefahr. Schnell muss er feststellen, dass die Bedrohung nicht von dieser Welt ist. Schon viele Kinder sind der Schattengestalt zum Opfer gefallen und um dem ganzen ein Ende zu setzen, bleibt ihm keine andere Wahl, als in die fremde Lichtwelt zu reisen, in der ein Krieg zwischen Licht und Dunkelheit herrscht.
Die Welt, in die wir hier entführt werden, ist sehr komplex und originell. Veronika Weinseis hat eine Welt mit völlig neuen Völkern und Rassen, welche mit innovativen Fähigkeiten aufwarten erschaffen. Auch die Umgebung, sei es die Natur mit ihren Farben, die Jahreszeiten oder gar der Tages- und Nachtrhythmus, lassen die Fantasyherzen mit neuen Ideen höherschlagen.
Komplex geht es weiter, und zwar mit den Charakteren, denn davon gibt es einige. Ich möchte nicht all zu viel verraten und alle meine Lieblinge zu beschreiben würde an dieser Stelle ausufern. Was sie jedoch alle gemeinsam haben, ist, dass sie sehr viel Tiefe besitzen und wundervoll ausgearbeitet sind. Ich habe nichts vermisst, weder Gefühl noch Hintergrund oder individuelle Charaktereigenschaften.
Wir Lesen die Geschichte aus mehreren Perspektiven, gerade zu Beginn des Buches wechselt die Sichtweise zwischen den Welten. Am Anfang hatte ich Mühe die Informationsflut aus der Lichtwelt zu verarbeiten, jedoch hat ein umfangreiches Glossar gute Abhilfe geleistet, wenn ich mal den Überblick verloren habe. Mit der Zeit hat sich das jedoch gegeben und ich konnte eintauchen in die überwältigende Welt.
Der Schreibstil hat mich sehr beeindruckt, trotz des etwas hören Anspruchs der Wortwahl, liest es sich sehr locker. Qualitativ gibt es hier nichts zu meckern, authentische Dialoge und ein sehr bildlicher, atmosphärischer Beschreibungsstil lassen den Leser ganz tief in die Geschichte eintauchen. Der Plot ist gut durchdacht und da es sich um den Auftakt der Reihe handelt, lässt er viel Spielraum für die Folgebände offen. Von Spannungsaufbau kann hier nicht die Rede sein, da die Spannung von Beginn an da ist und so gut wie nie abflacht. Schon nach dem ersten Kapitel war ich von der düsteren Atmosphäre und der Spannung so gefangen, dass ich das Buch unmöglich aus der Hand legen konnte.
Fazit:
Für mich hat dieses Buch absolutes Highlight Potenzial und ich bin jetzt schon froh, dass es sich um eine umfangreiche Reihe handelt, denn ich konnte mich nur schwer von dieser Geschichte trennen. Tolle Charaktere, eine beindruckende Welt und ein überragender Schreibstil, somit also eine absolute Leseempfehlung für alle, die es düster, spannend und episch mögen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.05.2019

Eine Achterbahn der Gefühle und Spannung pur...

Living Legends
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Nic, eigentlich durch einen Brand in seiner Wohnung zum Tode verurteilt, wird von seinem Schutzgeist Lynn gerettet und kann seitdem verlorene Seelen und Dämonen sehen, die verzweifelt auf Erlösung warten. ...

Nic, eigentlich durch einen Brand in seiner Wohnung zum Tode verurteilt, wird von seinem Schutzgeist Lynn gerettet und kann seitdem verlorene Seelen und Dämonen sehen, die verzweifelt auf Erlösung warten. Nic macht sich zur Aufgabe ihnen zu helfen, bis ungewöhnliche Vorkommnisse in Venedig seine Aufmerksamkeit wecken und ihn in die Machenschaften dunkler Mächte hineinziehen.
Die Geschichte von Maja Köllinger konnte mich in allen Punkten begeistern. Fernab aller Klischees behandelt sie ein völlig neues Thema, welches ich so noch nicht gelesen habe. Die Idee, dass jeder Mensch einen Schutzgeist zur Seite hat, finde ich wirklich herzerwärmend und auch das Verhältnis der beiden zueinander war unglaublich berührend. Besonders gut hat mir auch der Schreibstil gefallen. Gerade die Wortwahl konnte mich überzeugen, sie ist nicht zu simpel gehalten, es liest sich aber trotzdem flüssig und der bildlich, beschreibende Stil lässt einen tief in die Geschichte eintauchen.
Es ist zu merken, dass Maja Köllinger unglaublich gut recherchiert hat. Nic erleidet im Feuer schwere Brandverletzungen und der Heilungsprozess, ist sehr gut umgesetzt worden (endlich mal ein Protagonist, der nach einem Koma nicht sofort aufsteht und rumläuft, als wäre nichts gewesen). Vor allem die Beschreibungen der Schauplätze waren einfach magisch. Ich war noch nie in Venedig und Rom, Dank der Autorin steht Italien nun ganz oben auf meiner Reisewunschliste.
Es spielen außer den Protagonisten Nic und Lynn, zwischen den in den Kapiteln immer wieder die Erzählperspektive wechselt, keine weiteren Personen mit, die über den Verlauf der Story von großer Bedeutung sind. Dafür wird man jedoch tief in ihre Gefühlswelt einbezogen und darf die zarten Bande, die zwischen ihnen entstehen, sowie die Verwirrung und die Ängste, die damit einhergehen mitverfolgen. Ich mochte die Charaktere sehr gerne und konnte mich gut mit ihnen identifizieren. Die Liebesgeschichte steht erstmal nicht zu sehr im Vordergrund und baut sich langsam auf, was mir auf Grund der Umstände unter der sie steht sehr gut gefallen hat und sehr nachvollziehbar war.
Der Handlungsaufbau war interessant. Ich war sofort gefesselt, da der Leser noch bevor er die Protagonisten kennt, mitten ins nervenaufreibende Geschehen hineingeworfen wird. Der mittlere Teil beschäftigt sich mit den Recherchen zu den Vorkommnissen in Venedig und fällt etwas ruhiger aus. Dafür ist die Entwicklung zwischen den Protagonisten spannend und es wird sich viel Zeit genommen, die wunderschönen Kulissen dem Leser nahezubringen. Im letzten Teil überschlagen sich dann die Ereignisse und man kommt vor Spannung kaum zum Atmen. Besonders das Ende mit seinen Wendungen hat mir gut gefallen. Es war von Trauer bis Freudentränen alles an Emotionen dabei.
Ich habe lange überlegt, ob ich ein kleines Pünktchen abziehe, weil mir leider einige Dinge nicht genau genug erklärt waren oder manche Situationen zu einfach gelöst wurden und bei mir dadurch einige Fragen offengeblieben sind. Wo bleiben die angekündigten Konsequenzen? Warum kann Lynn Dinge bewegen aber gleichzeitig durch sie hindurch? Und wenn sie einen Dolch trägt sieht man ihn nicht? Warum geschieht, was geschieht, wenn sie sich berühren?
Da es sich aber um den ersten Band handelt, hoffe ich, dass mir zu diesen Fragen vielleicht im zweiten Band Antworten gegeben werden. Außerdem war die Geschichte sonst so gut durchdacht und entwickelt, dass ich über diese kleinen Stolperer hinwegsehen möchte und trotzdem mit gutem gewissen 5/5 Sterne vergeben kann.