Abschreckend schwierig zu lesen
Huuu-Berta - Ein kleines Gespenst zum GeburtstagHuuu-Berta, das kleinste alle Gespenster im Gruselkindergarten, lernt den Menschenjungen Ben kennen. Der wird gemein in der Schule geärgert und da hat das Gespenstermädchen eben ausgeholfen. Eigentlich ...
Huuu-Berta, das kleinste alle Gespenster im Gruselkindergarten, lernt den Menschenjungen Ben kennen. Der wird gemein in der Schule geärgert und da hat das Gespenstermädchen eben ausgeholfen. Eigentlich soll sie Menschen erschrecken und dadurch endlich wachsen, aber sie mag das Erschrecken nicht, also half sie Ben und wurde sogar zu seiner Geburtstagsfeier eingeladen. Sie beide haben eins gemeinsam: Auch Huuu-Berta wird von ihren Gruselkindergartenkindern geärgert und könnte einen Freund vertragen. Denn der einzige Freund, den Huuu-Bertra bisher hat, ist eine Fledermaus und das ist eigentlich streng verboten, genau wie die Freundschaft zu Menschenkind Ben. Auf der nächtlichen Geburtstagsfeier, obwohl Ben eigentlich 4 Uhr nachmittags gemeint hatte, werden alle auf eine abenteuerliche, rätselhafte Schatzsuche geschickt. Die Leser nehmen sie dahin mit und wir begleiten die Freunde dabei, wie sie über sich hinauswachsen.
Die Erzählweise ist sprachwitzig, die Figuren ganz niedlich, vor Allem das Gespenstermädchen. Huuu-go als Figur finde ich unpassend - Ein Baby, ohne Eltern finde ich zu traurig für Kinderbuchinhalte. Es reicht, wenn Walt Disney dieses Anfangsszenario bedient.
Auch schwierig finde ich die ständig wechselne Erzählperspektive und sogar das Den-Leser-ansprechen. Hier könnte wenigstens ein Schriftartwechsel darauf aufmerksam machen und abhelfen. An sich wirkt die Erzählstruktur eher einfallslos, man kann Kindern schon auch verwobenere Handlungsstränge zutrauen. Das passiert hier eher nicht. Es existieren keine Übergänge: Jemand stolpert und "huch!" - eine Schatzkiste. Sie können nicht richtig erkennen und "huch!" - ein neuer Freund. Das ist sehr vorhersehbar und langweilig. Spannung bekommt der Leser erst sehr spät, wenn man von Spannung sprechen kann, denn die Einfachheit bleibt bestehen. Ganz im Gegensatz zum Leselevel: Das Buch ist sehr anspruchsvoll geschrieben und für Erstleser, der 1. oder 2. Klasse nicht geeignet ist. Es ist ein Vorlesebuch, dass muss man wissen, was im Grunde nichts Schlechtes ist.
Auch gefallen mir die Bilder nicht. Hier fehlen mir einfach Details. Warum ist in einem Kuchen ein schwarzes Loch und kein kuchiges? Auch sind die Briefe nicht gut gemacht. Die Bilder in dem Brief sind einmal zum selbst ausfüllen und dann wieder einfach nur als Bild ohne Bedeutung. Das ist verwirrend und irritierend für Kinder. Auch sollten die Bilder identisch sein. Das Bild eines Zettels ist, meiner Meinung nach, mal als "Brief" und dann als "Nachricht" übersetzt worden. Inhaltlich wäre es schöner und kreativer, würden die Buchstaben und Bilder einfach als eine Art Schriftgeist-Projektion in der Luft erscheinen.
Von Annette Langen habe ich mir mehr erhofft. Dennoch hat das Buch Huuu-Berta wichtige Inhalte: Anderssein und trotzdem Freunde finden bzw. sich mit Anderen anfreunden, obwohl sie anders sind. Das kann zum Beispiel Kindern, die in der Schule gemobbt werden, helfen, mit ihren Bezugspersonen darüber ins Gespräch zu kommen. Ansich ein wertvoller Beitrag für die Bibliotherapie! Leider hat das Buch zu viele Punkte, die das Buch (für mich) sehr unsympathisch machen. Schade.