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Veröffentlicht am 28.02.2020

Eine wunderbare Liebesgeschichte zweier Frauen - gekonnt in Szene gesetzt

Die Spur des Medaillons
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Die junge Nina stellt in ihrem Geschäft in Berlin-Mitte besondere Schmuckstücke her, die auf die zukünftigen Besitzerinnen quasi perfekt zugeschnitten sind. Ein außergewöhnliches Medaillon allerdings schlummert ...

Die junge Nina stellt in ihrem Geschäft in Berlin-Mitte besondere Schmuckstücke her, die auf die zukünftigen Besitzerinnen quasi perfekt zugeschnitten sind. Ein außergewöhnliches Medaillon allerdings schlummert fast vergessen in dem Tresor ihres Ladens: das Medaillon ihrer russischen Großmutter Natascha mit dem Bildnis eines unbekannten Mannes. Als eines Tages der Amerikaner Benjamin mit dem gleichen antiken Stück – allerdings mit dem Bild ihrer Großmutter darin - in ihren Laden kommt, fängt Nina an, nach der Geschichte der beiden Medaillons zu forschen.

Und heraus kommt eine wunderbare Geschichte auf 2 Zeitebenen, die mich nicht nur aufgrund der gut und flüssig lesbaren Sprache von Anfang an gefesselt hat. Die Autorin schafft es, sowohl die Geschichte von Großmutter Natascha zur Zeit der Russischen Revolution bis hin zu den Dreißigern in Paris im Wechsel mit der aktuellen Geschichte rund um Nina und Benjamin zu erzählen, ohne Verwirrung zu stiften. Manchmal war ich das ein oder andere Mal wohl versucht, das aktuelle zu überblättern, weil mich die „alte“ Geschichte mehr gepackt hat, was aber sicherlich an der Zeit, in der diese Geschichte spielt, und der Vielfalt der Themen, die angesprochen werden, liegt. Aber es machte auch Freude, das moderne Drama rund um die junge Berlinerin und den Amerikaner zu lesen.

Geschickt baut Tania Schlie Bilder vor meinem inneren Auge auf, die mich quasi in die Story reinziehen:

„Die Fahrt mit der U-Bahn war nicht dazu angetan, ihre Melancholie zu vertreiben. Das warme Sommerwetter war endgültig vorbei, es hatte zu regnen begonnen, man sah die ersten Jacken und festen Schuhe. Die Berliner waren schlecht gelaunt, weil die Zeit der milden Nächte und Wochenenden im Freien bis zum nächsten Jahr vorüber war. Um Nina herum saßen missmutige Menschen, die verbittert die Tropfen aus ihren Regenschirmen schüttelten.“ (Auszug S. 256)

So manche Thematik scheint heute noch aktuell wie z.B. die starke Frau, welche sich im Laufe der Jahre und durch verschiedene Bekanntschaften emanzipiert und ihr Schicksal in die Hand nimmt, während die Männer in der Flüchtlingskrise an alten Werten festhalten und über das Vergangene debattieren... Ja, ich muss sagen, mich hat der Roman wirklich begeistert!

Übrigens: die Lösung des Rätsels rund um die beiden Medaillons findet man erst ganz zum Schluß und es mag kein Spoiler sein, wenn verraten wird – es ist eine wirkliche Überraschung ;)

Alles in allem eine wunderschöne Liebesgeschichte zweier Frauen in zwei Zeitebenen, die von Tania Schlie gekonnt in Szene gesetzt wurde und mich sehr gut unterhalten hat.

Nur das Cover finde ich austauschbar und daher wenig gelungen – zur Zeit findet man viele Cover mit „junger Frau schaut in Bildhintergrund“ in den Buchhandlungen... daher hätte ich wohl aufgrund des Bildes nicht zum Buch gegriffen, was aber schade gewesen wäre, denn dann wäre mir dieser wunderbare Roman entgangen...

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.02.2020

Unterhaltsames für zwischendurch...

Die kleine Brauerei der Liebe
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Die taffe Piper Williams braut Bier in einer Doppelgarage mit Gärbottichen, Läuterfass und Holzfässern. Sie hat eine Ausbildung zur Braumeisterin gemacht und dazu in Deutschland studiert. So hat sich die ...

Die taffe Piper Williams braut Bier in einer Doppelgarage mit Gärbottichen, Läuterfass und Holzfässern. Sie hat eine Ausbildung zur Braumeisterin gemacht und dazu in Deutschland studiert. So hat sich die junge Frau gut vorbereitet auf eine gelungene berufliche Zukunft in einer Männerdomäne, in der Frauen noch mit einem abwertenden Lächeln angesehen werden... und dann lernt sie den sexy Barbesitzer Blake Reed kennen, der so anders ist als alle Männer, die sie bislang kennengelernt hat.

Das klingt wie eine typisch seichte Liebesschnulze? Ja, ist es auch... eigentlich ;) Denn die amerikanische Autorin hat sich neben vielen Klischees rund um die amerikanische Gesellschaft (der professionelle Eishockeyspieler Bear, der Footballtrainer Connor und die boxende Sportskanone Sonja) auch viel Mühe gegeben, authentisches rund um das Thema Bier in ihren Roman einzuarbeiten. Zudem bringt sie gesellschaftliche Probleme wie Standesdünkel, Vorurteile etc. mit rein, so dass sich ihr Buch ein wenig von der seichten Schnulze abhebt.

Mir gefällt, dass wir die Geschichte rund um Piper und Reed aus beiden Gesichtspunkten erfahren; das macht die an sich vorhersehbare Story interessanter. So hat auch Reed als Senatorensohn, der sich keiner politischen Karriere unterwirft, sondern ungeachtet der Erwartungen seiner Eltern eine Bar eröffnet, sein Päckchen zu tragen.

Trotz aller Klischees bzw trivialer Elemente habe ich das Buch nicht sofort nach wenigen Seiten zugeklappt, denn es hat mich mit viel Humor, Schwung und Witz unterhalten.

„`Ich kann frische (...Pancakes...) machen. Ich brauche nur Eier, Mehl und Backsoda. Hast du das da?` Ich hob abwehrend die Hände. `Sonnenschein, ich bin ein dreißigjähriger Kerl, der alleine lebt. Glaubst du wirklich, ich hätte Mehl und Backsoda?`“ (Auszug S. 169)

Eine gute Mischung, die einen mal lachen, mal kopfschüttelnd weiterlesen lässt. Denn: ich wollte doch wissen, wie die Autorin letztendlich den unvermeidlichen Konflikt der beiden Protagonisten löst ;)

Für mich basiert daher „Die kleine Brauerei der Liebe“ auf einer guten Idee mit lesenswertem Schreibstil und ist ein unterhaltsamer Roman für zwischendurch. Wer Serien wie „Sex in the City“ o.ä. mag, wird auch diese amerikanische Story lieben. Und wer sich – wie ich – von dem schön gestalteten Buchcover angezogen fühlt, darf sich auf eine lockere Geschichte mit einer manchmal etwas verdrehten Piper in einer typischen Männerwelt freuen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.02.2020

Gefühlvoll mit viel Familie, Tradition und Heimatverbundenheit

Winterglück am Meer
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Wie wäre es mit einem Dänemarkbesuch im Winter? Ich gebe zu, das ist mein heimlicher Traum ;) der sich bislang aber nicht umsetzen ließ. Nun hat mir die Münchner Autorin Julie Larsen ein klitzekleines ...

Wie wäre es mit einem Dänemarkbesuch im Winter? Ich gebe zu, das ist mein heimlicher Traum ;) der sich bislang aber nicht umsetzen ließ. Nun hat mir die Münchner Autorin Julie Larsen ein klitzekleines bisschen den Wunsch erfüllt, indem ich ihren Roman „Winterglück am Meer“ lesen durfte. Die Geschichte rund um Olivia und ihre herzliche Familie Adamsen sowie Jesper, den Mitarbeiter einer deutschen Investmentfirma, entführt uns LeserInnen auf eine kleine dänische Wattenmeerinsel mit ein paar Häusern und einem familiär geführten B&B. Dazu gibt es auf dem Festland ein gemütliches Pub, welches selbst gekelterten Cidre ausschenkt und besagte Kelterei in gleicher Familienhand.

Leider steht das Familienunternehmen vor dem finanziellen Ruin und soll durch die Investmentfirma auf neue Wege gebracht werden, wobei die junge Olivia andere Wünsche für das Unternehmen hat als die Firma. Und so sind trotz gegenseitiger Gefühle Konflikte zwischen Olivia und Jesper vorprogrammiert.

Unterhaltsam nimmt uns die Autorin auf die kleine Insel mit und zeigt, was familiärer Zusammenhalt so alles bewirken kann. Allerdings bringt sie auch gekonnt die negativen Seiten der der Heimatverbundenheit zur Sprache. All dies wird verpackt in eine Liebesgeschichte zweier Menschen, die mir beide sofort sympathisch waren.

Ich mag die bildliche Sprache, welche mich mitnimmt und so manches Mal kann ich quasi den Wind spüren und das Wattenmeer vor meinem inneren Auge sehen.

„Er folgte der Intuition und machte sich auf den Weg zum Strand. Was ihn erwartete, war nur ein schmaler Streifen Sand. Kein Glitzern lag auf dem Meer, kein Leuchten von Silber oder karibischem Blau. Stattdessen präsentierte sich die See in den Farben der Nacht: anthrazit, dunkelblau, schwarz und braun. In regelmäßigen Abständen ragten ölig-glänzende Holzstumpen aus der flüssigen Dunkelheit. Ein bisschen sah es aus, als stünden ganze Reihen von Bänken unter der Wasseroberfläche.“ (Auszug S. 124)

Die Sprache ist modern und locker, passend zur Situation mal mit einer Prise Humor oder Melancholie, die das Lesen einfach und leicht macht. Ich muss sagen, den Roman habe ich sehr gerne gelesen und auch jetzt beim Schreiben dieser Rezension einige Tage danach denke ich immer noch gerne an das Buch und das Gelesene zurück. Ein Wohlfühlroman – nicht nur zur Winterzeit – der im übrigen auch mit einem passenden, wunderschönen und stimmungsvollen Cover ausgestattet ist. Für mich eine wirkliche Buchempfehlung für romantische Dänemarkfans.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.02.2020

Informativ, leckere Rezepte und gut verständlich

Gesunder Blutdruck in 14 Tagen
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„Es ist absolut faszinierend, was natürliche Lebensmittel im menschlichen Körper bewirken können, wie viele gefürchtete Krankheiten sich mit ihnen lindern oder sogar heilen lassen. Wir sind immer wieder ...

„Es ist absolut faszinierend, was natürliche Lebensmittel im menschlichen Körper bewirken können, wie viele gefürchtete Krankheiten sich mit ihnen lindern oder sogar heilen lassen. Wir sind immer wieder erstaunt angesichts neuer Forschungsergebnisse, die belegen, wie wichtig es ist, u.a. Gemüse, Beeren, fetten Fisch und Vollkorngetreide zu essen, nicht zuletzt, wenn man erhöhten Blutdruck hat.“ (Auszug S. 7)

Die beiden dänischen Ärzte haben ihre Leidenschaft fürs Kochen & Essen mit ihren Erfahrungen aus der Praxis verbunden, mit neusten Forschungsergebnissen untermauert und so ein interessantes Buch rund um den Blutdruck iVm Ernährung geschaffen. Das Buch ist nicht nur beim Durchblättern ein Hingucker – hochwertig gestaltet, übersichtlich aufgeteilt und mit wunderbaren Fotografien versehen – sondern informiert uns ohne erhobenen Zeigefinger über ernährungsbedingte Risiken wie auch den Weg heraus aus der Bluthochdruck-Falle... wobei „14 Tage“ für mich eher nach einem Aufmacher klingen, was aber der Sache an sich keinen Abbruch tut.

10 Kapitel erwarten uns, die jeweils noch einmal sinnvoll unterteilt sind und sowohl zum „Lesen in einem Rutsch“, als auch zur gezielten Suche einladen:

1) Bluthochdruck: Gute Ernährung als Gegenmittel – Als Einleitung werden Ziele formuliert, Wissenschaften herangezogen und Veränderungen angekündigt.
2) Ihr persönlicher Blutdruck und eine maßgeschneiderte Strategie – Wie finde ich meine Blutdruckgruppe als Basis für die kommende Ernährungsumstellung und wann ist hoch zu hoch? Hier bekommen wir Antworten.
3) Mentaler Last-Minute-Check bevor Sie starten – Motivation, Misserfolge und Genuss... drei Schlagworte aus diesem Kapitel, bevor es richtig losgeht.
4) Ab in die Küche! Was gehört in den Vorratsschrank? Was besser nicht?
5) Die sieben Lebensmittelgruppen: So viel dürfen Sie jeden Tag essen. - Mit Hilfe eines Dashboards, welches jedes Rezept begleitet, lassen sich lassen sich Menge und Gruppen bestimmen, so dass man am Ende des Tages die optimale Versorgung zu sich genommen hat. Klingt kompliziert? Nach ein wenig Übung ist es das nicht mehr...
6) Beste Freunde: Lebensmittel mit besonders guter Wirkung auf ihren Blutdruck – Nitrat-Lieferanten, Omega 3- und 6 Fettsäuren, blutdruckfreundliche Lebensmittel stehen hier informativ im Mittelpunkt dieses Kapitels.
7) Gelüste und Laster: Sind sie wirklich so schädlich für den Blutdruck? Rauchen, Kaffee, Alkohol, Salz, Zucker und (Achtung, typisch dänisch gg) Lakritze – ihre Verbindung zu Bluthochdruck wird näher erläutert und Alternativen angeboten.
8) 14 fantastische Tage: Ernährungsplan und Rezepte – Das Kapitel ist für mich das Herzstück des Buches und begleitet mich vom Frühstück bis zum Abendessen. Wer`s mag, bekommt einen festen Plan... wer sich ein wenig Eigenständigkeit zutraut, sucht sich das passende mit Hilfe des Dashboards raus. Und die Rezepte lohnen mehr als einen Blick! Sie sind nicht nur wunderbar fotografiert, sie schmecken auch sehr lecker! Zutaten sind in gut sortierten Supermärkten bzw auf dem Markt zu bekommen. Mein Tipp (weil ich das jeden Tag essen könnte;) ist das „Taboulé mit Aprikosen und gelber Paprika; ein fruchtiges Vollkorncouscous, welches sich auch wunderbar vorbereiten und mitnehmen lässt. Es gibt auch Grundrezepte wie Roggenvollkornbrot oder Dreikornmüsli... und wem am Ende des Tages noch auf dem Dashboard Punkte fehlen, der findet sicherlich auf der „1 Punkt Auflistung“ noch was Leckeres.
9) Ab Tag 15 und für immer: Planen Sie für eine gesunde Zukunft: Es ist wie bei jeder Ernährungsumstellung... ein Buch ist eine Empfehlung und (An-) Leitung, die nach der angegeben Zeit bzw. nach der letzten Seite nicht beendet ist, sondern am besten in den Alltag fest integriert wurde.
10) Den Effekt der Ernährung verstärken: Mit Schlaf und Bewegung – Und abschließend bekommen wir noch Tipps zu gesundem Schlaf und natürlich auch Bewegung... u.a. 13 Tipps für besseren Nachtschlaf, die ich so aus eigener Erfahrung nicht unterschreiben kann. Aber es ist ja wie bei jedem Buch rund um Gesundheit: am besten zieht man sich das Wesentliche raus und bindet es in seinen eigenen Alltag mit den bisherigen Erfahrungen und dem bereits angelesenen Wissen ein.
Seiten wie „Zeigen Sie diese Seiten Ihrem behandelnden Arzt“ schüren Vertrauen und binden den eigenen Mediziner mit ein. Ob dies wirklich angewandt wird, sei dahingestellt... Auch der Literaturnachweis ist wichtig, aber englischsprachig; hierfür gibt es aber den Hinweis zur Hochdruckliga für deutschsprachige Fachliteratur.

Alles in allem ein informatives, umfassendes Werk rund um den Blutdruck und die Gesundheit. Ein Buch, welches ich sicherlich immer wieder zur Hand nehmen werde – sei es für Rezeptideen, sei es (gerade jetzt zur Fastenzeit) für eine 14-tägige Auszeit von Fastfood & Co.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.02.2020

Unterhaltsam und vielschichtig...

Die Frauen von Richmond Castle
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Ein ganzes Jahr lang begleiten wir „Blue“ Ishbel Christina Camberwell, ihre Familie und die Bewohner von Richmond in dem neusten Roman der britischen Autorin Tracy Rees. Die Geschichte spielt in den 20ern ...

Ein ganzes Jahr lang begleiten wir „Blue“ Ishbel Christina Camberwell, ihre Familie und die Bewohner von Richmond in dem neusten Roman der britischen Autorin Tracy Rees. Die Geschichte spielt in den 20ern und bietet eine Bandbreite von ländlichem Adel über Geschäftsleute bis hin zur Arbeiterklasse, die zu dieser Zeit immer mehr gemeinsame Wege gingen.

So arbeitet Blue als „Tochter aus gehobenem Hause“ eine Weile als Journalistin, um ihrem Traum, vom Schreiben leben zu können, ein wenig näher zu kommen. Die zweite Frau ihres Vaters hadert mit ihrer eigenen (niederen) Herkunft und sucht auch noch nach Jahren der Ehe ihren Platz in der Gesellschaft. Und als Blue und ihre Clique die junge, mittellose Delphine aus dem Wasser retten, lernen wir auch die Arbeiterklasse kennen, die von dem gewalttätigen Ehemann der jungen Frau verkörpert wird.

Was plakativ klingt, liest sich unterhaltsam und flüssig. Es hat mir Spaß gemacht, mich durch die 4 Jahreszeiten zu lesen. So manche Portion Humor lässt mich schmunzeln; auch die Wortwahl und den Sprachfluss finde ich außerordentlich gut lesbar.

„Die Suche nach den vollkommenen Worten war das Schwerste. Eigentlich sogar unmöglich! Aber wie konnte es auch vollkommene Worte für etwas so Unvollkommenes geben: menschliches Versagen; die Enttäuschungen, die Menschen einander zuteilwerden ließen; Vertrauensbrüche; nicht nachvollziehbares Handeln... Leben.“ (Zitat S. 369)

Teilweise ist die Handlung vorhersehbar, aber dennoch konnten die kleinen Anekdoten immer wieder überraschen. Mir gefallen die Protagonisten: sie sind gut ausgearbeitet und glaubwürdig. Sie werden durch Statisten ergänzt, welche die Geschichte schön abrunden. So kam für mich zu keinem Zeitpunkt Langeweile auf und ich habe den Roman gerne in einem Rutsch gelesen.

Etwas mehr Raffinesse hätte ich mir allerdings von dem Buchcover gewünscht. Für mich ist es austauschbar – trotz blau gekleideter Frau, die dem heutigen Covertrend entspricht. Aufgrund dieses ersten visuellen Eindrucks hätte ich wohl nicht zum Buch gegriffen; allerdings hat mich der Klappentext bewogen, das Buch dann doch zu lesen und das ist gut so. Meine Leseempfehlung für alle, die sich gerne – historisch angehaucht – mit einer vielseitigen Familiengeschichte unterhalten lassen möchten.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere