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Veröffentlicht am 12.06.2018

abwechslungsreich und sehr unterhaltsam erzählt - nicht nur für Jugendliche

36 Fragen an dich
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Dem Roman „36 Fragen an Dich“ liegt als grundlegende Idee das Experiment des amerikanischen Psychologen Dr. Arthur Aron zugrunde, der mit 36 Fragen, die zwei sich Unbekannte ehrlich beantworten sollen, ...

Dem Roman „36 Fragen an Dich“ liegt als grundlegende Idee das Experiment des amerikanischen Psychologen Dr. Arthur Aron zugrunde, der mit 36 Fragen, die zwei sich Unbekannte ehrlich beantworten sollen, untersuchte, ob die Beteiligten dadurch Nähe erleben und sich vielleicht ineinander verlieben. Im Original sollen sich die Probanten nach jeder Frage die erwähnten 4 Sekunden tief in die Augen blicken....

Vicki Grant, die selber angibt, nicht Psychologie studiert zu haben, bereitet dieses Experiment in ihrem Roman sehr gut auf; mich stört es keinesfalls, dass Details nicht wissenschaftlich genau ausgearbeitet wurden. Da es sich um einen Jugend-Liebesroman handelt, denke ich, dass die besonders angesprochene jugendliche Leserschaft dieses Experiment gar nicht kennt und einen sehr guten Einblick darin erhält. Die Geschichte selber, von Paul und Hildy, alias Bob und Betty, die scheinbar nicht nur unterschiedlichen soziale Wurzeln, sondern auch vieles gemeinsam haben, liest sich ausgesprochen angenehm. Den Erzählstil finde ich sehr erfrischend; manchmal gibt es flapsige Passagen, begleitende Zeichnungen von Paul, der sich durch das Zeichnen mit seinen Erinnerungen und Gedanken auseinandersetzt und häufig auch sehr witzige Stellen.
Insgesamt fand ich sowohl die Beschreibung ades Experimentes als auch die Geschichten der Beiden, samt ihrer persönlichen und familiären Problemen und prägender Unglücksfälle sehr interessant geschrieben, auch ihren Umgang mit Verlusten und ihrem Blick nach vorne. Zuweilen gefühlvoll, nicht kitschig, dabei abwechslungsreich inszeniert, was will man mehr?

Mich hat der Roman sehr gut unterhalten, weshalb ich ihn nicht nur für Jugendliche empfehlen würde.

Veröffentlicht am 04.06.2018

besonders für Neueinsteiger in dieses Thema geeignet

Der emotionale Rucksack
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Vivian Dittmar erläutert in ihrem Buch „Der emotionale Rucksack“, wie wir uns mit unseren emotionalen Altlasten auseinandersetzen, uns befreien und weiterentwickeln können. Sie vermittelt, unser emotionales ...

Vivian Dittmar erläutert in ihrem Buch „Der emotionale Rucksack“, wie wir uns mit unseren emotionalen Altlasten auseinandersetzen, uns befreien und weiterentwickeln können. Sie vermittelt, unser emotionales Gepäck , sondern als kostbaren Schatz zu betrachten, der, wenn wir Erlebnisse dann verarbeiten, wenn wir dafür reif sind, eine Bereicherung darstellt.

Im ersten Teil des Buches geht es darum, unseren emotionalen Rucksack genauer zu betrachten, unter anderem den Umfang, die Ursachen und Wirkungen, der zweite Teil befasst sich mit einem gesunden Umgang im Alltag, der dritte, wie wir emotionale Hygiene erreichen.
Die Autorin schildert immer wieder Beispiele aus ihrem Leben, die das gerade Erklärte sehr gut veranschaulichen. Sehr gut gefällt mir, dass wenige Fachausdrücke verwendet und dann jeweils umgehend leicht verständlich erklärt werden. Insgesamt erklärt die Autorin ohne Grundkenntnisse, beispielsweise in der Psychologie, vorauszusetzten leicht verständlichverschiedene Modelle, Mechanismen, Strategien und füllt das Buch in den einzelnen Kapiteln mit zahlreichen Übungen um seine „unverdauten“ Erfahrungen bestmöglich zu verwandeln, auch zusammen mit dem Partner oder der Familie. Im Anhang des Buches finden sich eine Zusammenstellung von Übungen sowie eine Liste mit Seitenzahlangabe der Übungen innerhalb des Buches.

Gerade weil die Erklärungen und Strategien so leicht verständlich sind, halte ich dieses Buch ganz besonders für „Neueinsteiger“ in dieses Thema hilfreich; grundsätzlich wird jeder Leser Erkenntnisse dazu erhalten, mit seinen emotionalen Altlasten besser umzugehen, sie zu überdenken,zu akzeptieren, Nutzen bzw. Einsichten daraus zu ziehen und den Umgang damit zu erlernen.

Für die Leser, denen das Thema nicht ganz so fremd ist, werden einige Wiederholungen vielleicht ebenso hilfreich sein.

Veröffentlicht am 26.05.2018

sehr witzig, manchmal leicht skurril - hat mich köstlich unterhalten

Bülent Rambichler und die fliegende Sau
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Bülent Rambichler, Kriminaler aus Nürnberg, wird zu Ermittlungen in seinem Heimatdorf Strunzingen „strafversetzt“; eigentlich möchte er auf seinem Schreibtischstuhl nur bis zur Elangung des Rentenalters ...

Bülent Rambichler, Kriminaler aus Nürnberg, wird zu Ermittlungen in seinem Heimatdorf Strunzingen „strafversetzt“; eigentlich möchte er auf seinem Schreibtischstuhl nur bis zur Elangung des Rentenalters eine ruhige Kugel schieben und sein Vater hat einige Taschenspielertricks und Kontakte spielen lassen, um seinen Sohn mal wieder einige Zeit in seiner Nähe zu haben.

So also ermittelt Bülent mit seiner manchmal ansatzweise ein klein weng schrillen Kollegin in der Provinz, in der im Alltag ganz andere Gepflogenheiten und Sichtweisen zu bestehen scheinen, sei es beim Alkoholkonsum, bei Straftaten, die nicht zählen, wenn alle wegsehen oder einer ganz anderen Lebensfreude, wenn da zum Beispiel ein oppulentes Straßenfest gefeiert wird anläßlich der Auffindung einer Toten – endlich ist hier mal was los und das muß gefeiert werden...

Die Ermittlungen stehen nicht vollkommen im Vordergrund des Romans, sondern sind wunderbar in die Beschreibung der Dorfgemeinschaft, einschließlich der notgeilen Dorfjugend eingebettet und als Leser tappert man von einer skurrilen Szene in die nächste.

Anja Bogners Erzählstil hat mir supergut gefallen; ich habe selten einen so spaßigen Provinzkrimi gelesen, der auch noch eine bis zum Ende unerwartete Auflösung des Verbrechens preisgibt.
Der erste Fall dieser neuen Reihe hat mich köstlich unterhalten; ich wollte ihn gar nicht mehr aus der Hand legen und freue mich schon sehr auf die nächsten Ermittlungen des Bülent Rambichler.

Veröffentlicht am 24.05.2018

einfach nur großartig

Witwendramen
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Fitzgerald Kusz hat die Texte dieser szenischen Lesung zusammengestellt, die von Anna, Nellie und Katharina Thalbach in einer enormen Vielseitigkeit, unglaublichem Thempo und Sprachwitz vorgetragen werden. ...

Fitzgerald Kusz hat die Texte dieser szenischen Lesung zusammengestellt, die von Anna, Nellie und Katharina Thalbach in einer enormen Vielseitigkeit, unglaublichem Thempo und Sprachwitz vorgetragen werden. Einzelne Geschichten, Sprichwörter verschiedener Länder, fromme, geistreiche und herrlich abgedroschene Sprüche, wie sie sich in vielen Todesanzeigen finden lassen, wechseln sich mit lachtränentreibenden Witzen ab.

Vorab muß ich einräumen, dass selbst ein von Katharina Thalbach vorgelesenes Telefonbuch mich in ihren Bann ziehen könnte. Zu Beginn dieses Live-Mitschnittes waren für mich die von ihr gelesenen Passagen die markantesten und ich habe darauf ein wenig gelauert, doch schon nach wenigen Minuten fällt auf, wie ähnlich sich die Stimmen der drei Thalbachs in ihrem Inneren sind, nur eben unterschiedlich alt.

Trotz aller Heiterkeit steckt soviel Wahrheit und Lebensweisheit zwischen den Zeilen dieser Lesung, die leider nach 73 Minuten viel zu schnell beendet ist.
Ich habe diese Lesung sehr genossen und hätte noch stundenlang zuhören können...; sie hat mich köstlich unterhalten und ebenso amüsiert und ich werde Ausschau nach weiteren gemeinsamen Lesungen dieser Drei halten.

Veröffentlicht am 24.05.2018

Einführung in das Leben der Bienen und Rezepte - für Laien verständlich erklärt und nutzbar

Die Bienen-Hausapotheke
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Manfred Neuhold führt zunächst in die Geschichte der Biene und ihrer Bedutung im Verlauf der Geschichte ein, erläutert das Leben im Bienenstaat und die dort entstehenden Produkte sowie gesammelten Rohstffe ...

Manfred Neuhold führt zunächst in die Geschichte der Biene und ihrer Bedutung im Verlauf der Geschichte ein, erläutert das Leben im Bienenstaat und die dort entstehenden Produkte sowie gesammelten Rohstffe wie Honig, Pollen, Propolis Gelée Royale und Bienenwachs. Die Wirkung dieser Stoffe und des Bienengiftes werden erklärt, Rezepte und deren Herstellung aufgezeigt; beispielsweise Ölauszüge, Salben oder Teeanreicherungen werden erläutert und ihre Herstellung schrittweise und durch Fotos ergänzt, aufgezeigt. Zudem finden sich am Buchende auch nach Erkrankungen sortiert die zu verwendenden Heilmittel aus der Bienen-Hausapotheke samt Anwendung.

Dabei ist alles einfach erklärt, die Grundlagenvermittlung über die Geschichte der Bienen auch die Herstellung der Rezepte, was eindeutig darauf hinweist, dass dieses Buch für den Hausgebrauch und nicht für Hobby-/Imker gedacht ist, die vielleicht auch das ein oder andere Rezept nacharbeiten möchten, aber denen das hier vorgestellte Grundlagenwissen, was einen nicht unerheblichen Anteil des Buches ausmacht, bekannt sein sollte. Ich selber hätte stattdessen eher ein paar Rezepte mehr erwartet; für Laien finde ich das Buch ausgesprochen gelungen und würde es diesen weiterempfehlen.