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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.09.2020

Die Erde ist heilig – Worte großer Häuptlinge

Die Erde ist heilig
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Das knapp 150 Seiten starke Buchumfaßt Vorwort und Reden großer Häuptlinge und wird auf der im Cover eingelegten MP3-CD in 37tracks mit einer Laufzeit von ca. 2,8 Stunden sehr angenehm von Konstantin Wecker ...

Das knapp 150 Seiten starke Buchumfaßt Vorwort und Reden großer Häuptlinge und wird auf der im Cover eingelegten MP3-CD in 37tracks mit einer Laufzeit von ca. 2,8 Stunden sehr angenehm von Konstantin Wecker und Angelika Kirchschlager vorgelesen.

Das Buch wurde mit schönen Fotos aus den Heimatregionen der Häuptlinge und ihrer Völker illustriert, die Reden auf der CD durch kurze Musikstücke Weckers getrennt bzw. eingerahmt.Die Reden wurden unterschiedlich stark rekonstruiert oder übersetzt, was jeweils genau bezeichnet und erläutert wird.

Die Vorlesestimmen empfand ich als sehr angenehm und gut verständlich. Gleichzeitig im Buch mitzulesen, wenn auch nicht gänzlich, war für mich eine schöne Ergänzung, die eine noch tiefere Begegnung mit den Reden ermöglichte.Sehr beeindruckend werden die Zustände, Inanspruchnahmen, Besitzergreifen, Mißverständnisse, Rücksichtslosigkeit und verschiedene Sichtweisen aufgezeigt und fassbar nachempfunden.

Veröffentlicht am 21.09.2020

achtsame Zubereitung einfacher Gerichte

Das Glück der einfachen Küche
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Malte Härting, Koch und studierter Philosoph liebt Japan; Zen-Buddismus und die japanische Küche haben ihn zusammen mit Jule Frommelt beeinflusst, mittlerweile ihr zweites Kochbuch gemeinsam zu schreiben. ...

Malte Härting, Koch und studierter Philosoph liebt Japan; Zen-Buddismus und die japanische Küche haben ihn zusammen mit Jule Frommelt beeinflusst, mittlerweile ihr zweites Kochbuch gemeinsam zu schreiben. Auch in diesem Buch legen die beiden ihren Schwerpunkt auf frische Zutaten und sowohl einfache als auch aufmerksame Zubereitung. Alles ist, wie es ist, sei es im Lebens oder bei den Zutaten für die Mahlzeit, bei der es gilt, wenig zu würzen und den Zutaten die Achtsamkeit zu geben, die sie verdienen. Dieses beginnt schon beim Schneiden und Zubereiten der Gemüse, was wirklich achtsam durchgeführt durchaus meditativen Charakter hat, genau wie die Konzentration auf den gemüseeigenen Geschmack.

Die einfachen, klaren Rezpte, allesamt mit überschaubaren Zutaten richten sich auf Gesundheit und Genuss, werden jedesmal von persönlichen Erlebnissen und einem ganzseitigen schönen Foto begleitet. Schon beim Durchblättern und lesen beginnt man zu entschleunigen.

Die Rezepte wurden in drei Kapitel unterteilt: „einfach Gemüse, „Teige, Massen, Emulsionen“ und „Süsses von Herzen“, wobei mich gerade die selbstgemachten Nudeln, Gnocchis, der Zwiebelkuchen, die Karäuserklösse und das Quitten-Holunder-Parfait ansprechen. Ich muss gestehen, dass einige Rezepte mich nicht ganz so packen konnten, gerade im Kapitel „einfach Gemüse“, da sie entweder zu selbstverständlich ( z.B. Gemüsesuppe) oder zu banal waren ( z.B. grüner kleingezupfter Salat, Endiviensalat mit Birne und Ei, leicht karamellisierte Möhren mit Dill, Maiskolben in er Pfanne gebraten oder verschiedene angebratene Zwiebeln mit Honig und Salbei) und für mich eigentlich gar keines Rezeptes bedürften. Alle Rezepte sind gut erklärt, einfach und klar, lassen sich prima nacharbeiten. Zu jedem Rezept gibt es ein ansprechendes, ganzseitiges Foto sowie Einstimmung und Hindergründe.

Mich hat das erste Kochbuch der beiden Autoren ( Zen und Sellerie) weitaus mehr gepackt, schon alleine auf Grund der philosophischen Betrachtungen. Vielleicht hatte es dieses Buch deshalb auch etwas schwerer, mein Herz und meinen Magen zu gewinnen, obwohl die Rezepte vielseitig und die Illustration sehr schön gestaltet wurden.

Veröffentlicht am 21.09.2020

sehr interessant, hilfreich, vielseitig in Anwendungen und Rezepten

Das Brennnessel-Buch
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Mechtilde Frintrup wirft zunächst einen wissenschaftlichen Blick auf die Familie der Brennnesseln, erläutert botanische Grundlagen, Inhaltsstoffe und ihre Einsatzmöglichkeiten als Heilpflanze. Danach nähert ...

Mechtilde Frintrup wirft zunächst einen wissenschaftlichen Blick auf die Familie der Brennnesseln, erläutert botanische Grundlagen, Inhaltsstoffe und ihre Einsatzmöglichkeiten als Heilpflanze. Danach nähert sie sich der Brennnessel aus kultureller Sicht, erzählt unter anderem von Pflanzenwesen, Mythen und Märchen, ihrer Signatur.

Dem folgt der praktische Teil, in dem Anbau, Ernte und Nutzen der Brennessel im Jahresverlauf aufgezeigt werden. Man erhält beispielsweise Rezepte für Tee, Tinkturen, Gemüsezubereitungen und andere Essensrezepte, auch für Getränke ( z.B. Bier) oder die Nutzung der Faser zum Spinnen, Kordel herstellen oder zum Papierschöpfen. Es finden sich sogar Arbeitsanleitungen zum Knoten, Häkeln oder Nadeln verschiedener Kleidungsstücke.

Ich muss gestehen, dass der Inhalt dieses Buches meine Erwartungen weit übertroffen hat.Die wissenschaftliche Betrachtung fand ich sehr ausführlich und tiefgreifend, die Betrachtung der Pflanze im verlauf der Jahrhunderte interessant und anschaulich. Die Rezepte, ob für Pesto, Gemüse oder Bier, für Tinkturen, Haarwasser oder Fasern, die Sammelvorschläge und Tipps, alles im Jahresverlauf, finde ich sehr ansprechend und ausgesprochen hilfreich. In dieser großen Sammlung habe ich vieles entdeckt, was ich nacharbeiten möchte und ich bin sicher, dass jeder fündig und viel Neues erfahren wird.

Veröffentlicht am 13.09.2020

sehr persönlich und sehr speziell

Lieblingsplätze von Koblenz zu Rhein und Mosel
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Jörg Schmitt-Kilian stellt in diesem Buch bekannte und weniger bekannte Ausflugsziele in Koblenz sowie im Umland, an Rhein und Mosel gelegen, vor.

Die meisten werden von persönlichen Erzählungen begleitet, ...

Jörg Schmitt-Kilian stellt in diesem Buch bekannte und weniger bekannte Ausflugsziele in Koblenz sowie im Umland, an Rhein und Mosel gelegen, vor.

Die meisten werden von persönlichen Erzählungen begleitet, sei es eines der nicht wenigen Erlebnisse aus Kinder- und Jugendzeiten oder Treffen in den letzten Jahren. Ich muss gestehen, dass nicht bei einem Ausflugsziel der Funke übergesprungen ist; selbst Schlösser oder der Laacher See, mit Maria Laach im Nebensatz erwähnt, finde ich in anderen Beschreibungen sehr viel interessanter dargestellt. Wer eher persönliche Plaudereien mag, statt knackiger Informationen, wird diesem Buch durchaus mehr abgewinnen können als ich. Für mich war das alles zuviel Geplänkel ohne wirklich informativ zu sein; selbst die Fotos fand ich nichtssagend; beispielsweise wurde ein Weinberg abgelichtet und dazu aus einem Krimi zitiert, der in einem Weinberg spielt. Für den auf der Buchrückseite freirubbelbaren Code zum Herunterladen des E-Books hätte ich keine Verwendung.

Veröffentlicht am 10.09.2020

wunderschönes, interessantes und lehrreiches Sach- und Fachbuch

GONG FU CHA
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Tina Wagner Lange, Mitglied in der Geschäftsführung von Länggass-Tee in Bern, das von der Familie Lange seit den 80er Jahren betrieben wird, berichtet in diesem Buch unter anderem vom Anbau, der Herstellung ...

Tina Wagner Lange, Mitglied in der Geschäftsführung von Länggass-Tee in Bern, das von der Familie Lange seit den 80er Jahren betrieben wird, berichtet in diesem Buch unter anderem vom Anbau, der Herstellung sowie Verarbeitungsarten, Zubereitungen und dem Geniessen chinesischen Tees.

Beginnend mit der Geschichte des chinesschen Tees werden Weisser, Gelber, Grüner, Oolong, Schwarzer (chinesisch:Roter), Pu Erh, postfermentierter Tee sowie lokale Varietäten vorgestellt. Hierfür nimmt Frau Wagner Lange den Leser mit auf eine Reise durch China, zu den abgelegensten Orten, an denen sie und Kaspar Lange Tees degustieren und einkaufen. Sehr spannend zu lesen waren die Beschreibungen der Familienbetriebe, die mit Liebe zum Tee und Stolz auf das eigene hochwertige Produkt nur kleine Mengen erzeugen und die des Wandels im Anbau, der Qualität und Ansehen der verschiedenen Teesorten. Beim Lesen erhält man einen guten Einblick in Degustationen, Überprüfungen und Probleme, die beim Auswählen und Kauf der einzelnen Teesorten zu bewältigen sind, wenn man auf gute Qualität und besonnenen Anbau achtet und spürt, mit wieviel Liebe, Respekt und AchtsamkeitLänggas-Tee eingekauft wird. Dennoch handelt es sich keinesfalls um eine Werbeschrift, sondern um ein ausgesprochen informatives, lehrreiches und schön gestaltetes Sach- und Fachbuch über chinesischen Tee. Dennoch war ich neugierig auf das Teehaus Langgäss, dessen Internetauftritt, zu dem ich gar nicht viel sagen möchte, völlig überzeugend vermittelt, mit wieviel Liebe, Begeisterung und Herzblut sich dem Tee, seiner Handwerkskunst und dem Geniessen gewidmet wird.

Die zahlreichen Fotos von Maurice K. Grünig lassen eintauchen in die Welt der Teeproduktion, in die verschiedenen Gegenden und auch in Märkte, Arbeitsräume und Teeküchen und an der Reise stärker und anschaulicher teilnehmen.Sehr spannend fand ich auch die Beschreibungen der Teezeromonien sowie vieler lokaler Varietäten, die so umfangreich waren, dass man sie sich unmöglich merken kann. Am Ende des Buches finden sich 30 Rezepte, in denen Tee verarbeitet wurde, sei es in Zucker, Salz, Gebäck, in Kombucha, in Süßspeise oder Fleischkruste, beigesteuert von Judith Gmür-Stalder. Sehr selten sage ich überhaupt etwas zum Cover, aber dieses Buch wurde bis ins Detail derart schön gestaltet, dass ich es erwähnen muss: Es gibt keinen Schutzumschlag,sind stoffbezogen, mit Teeterassenbedruckt und goldener Schrift geprägt, was ich sehr edel und geschmackvoll finde.

Insgesamt begeistert mich dieses wunderschöne, interessante und lehrreiche Buch sehr.