Profilbild von katze102

katze102

Lesejury Star
offline

katze102 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit katze102 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.10.2019

Einfaches aufmerksam erledigen und genießen

Lob des Unscheinbaren
0

Malte Härtig, Koch und studierter Philosoph liebt Japan; Zen-Buddismus und die japanische Küche. In diesem148 Seiten starken, kleinformatigen Buch erzählt er in sieben verschiedenen Kapiteln von dieser ...

Malte Härtig, Koch und studierter Philosoph liebt Japan; Zen-Buddismus und die japanische Küche. In diesem148 Seiten starken, kleinformatigen Buch erzählt er in sieben verschiedenen Kapiteln von dieser Faszination, immer wieder auch von seiner Forschung anläßlich seiner Masterarbeit und Dissertation, beispielsweise im Kapitel „Die Pommes“, für welche er Pommesbuden im Ruhrgebiet aufgesucht hat.

Den Grundgedanken, alles, auch die Essenszubereitung solle mit Konzentration erfolgen, wobei man beispielsweise das Schneiden der Pommes sowie das sparsame Würzen und Essen achtsam wahrnehmen sollte, finde ich sehr reizvoll. Die Vergleiche zur japanischen Küche, egal, ob nun im Kapitel zu Pommes, Fond, Ofen, Schwein, Brot, Sparschäler oder Teller werden mit der Teezeremonie, Dashi oder anderen Zubereitungen und Sichtweisen werden stets philosophisch ausgewertet, was mir im Verlauf des Buches immer kranpfhafter vorkam. Da gibt es Betrachtungen, beispielsweise, ob der Sparschäler das Wesentliche freilegt, wenn ja, in welchen Fällen.

Ich hatte bereits das Buch „Zen und Sellerie“ des Autors gelesen und kannte einige der hier vorgestellten Vergleiche bereits, wobei ich die Mischung aus philosophischen Betrachtungen, die sich dort mit den Rezepten abwechselten sehr ansprechen fand, was die hier gegebenen Betrachtungen, die sich inhaltlich und passagenweise immer wieder wiederholen und Kreis drehen, leider nicht erreichten. Zwei Rezepte sind auch enthalten, die in ihrer Einfachheit aufzeigen, wie man alltägliches Essen durch gezielte Achtsamkeit höher wertschätzen kann: zwei einfache Hefeteig-/Brotrezepte, die der Autor im Internet gefunden hat.

Hätte ich nicht bereits ein Buch von Malte Härtig gelesen, das viele der hier aufgeführten Vergleiche und Erzählungen enthielt, wäre dieses Werk hier weitaus interessanter für mich ausgefallen – und so würde ich es eher jenen empfehlen, die sich mit diesem Thema ganz neu auseinandersetzen.

Veröffentlicht am 30.10.2019

interessante und sehr vielseitige Betrachtungen

Heidnische Weihnachten
0

Bereits auf der ersten Seite, direkt gegenüber des Inhaltsverzeichnisses findet sich der Hinweis darauf, dass es sich bei diesem „Buch um eine neu gestaltete Ausgabe des 2003 unter dem Titel „Weihnachtsbaum ...

Bereits auf der ersten Seite, direkt gegenüber des Inhaltsverzeichnisses findet sich der Hinweis darauf, dass es sich bei diesem „Buch um eine neu gestaltete Ausgabe des 2003 unter dem Titel „Weihnachtsbaum und Blütenwunder“ erschienenen Werks handelt“. Die „Königin von Saba“ fand ich sehr interessant und war ganz gespannt auf dieses Buch.



Christian Rätsch und Claudia Müller-Ebeling haben für dieses Buch eine fast nicht endende Menge an Schriften durchforscht; die Bibliographie im Anhang umfasst 15 Seiten und erweckt den Eindruck einer echten Fleißarbeit. Viele zusätzliche Fußnoten im Text ergänzen zudem.

Die vielschichtige Betrachtung der Bräuche, Riten und Ursprünge zu Weihnachten, der Zeit davor und auch etwas danach gehen viele Jahrhunderte zurück, bei uns und ebenso in fernen Ländern. Gemeinsamkeiten werden durchleuchtet und manchmal spannend, manchmal für meinen Geschmack auch etwas abenteuerlich ausgelegt und bewertet; aber darauf, zumindest auf ein paar Beispiele komme ich später noch zu sprechen.

Die Weihnachtsbotanik, die hauptsächlich aus grünen Pflanzen, meist mit roten Früchten besteht, heilige Bäume, Räuchergut, Gewürze und Gebäck, die Herkunft und Geschichte von Nikolaus und Weihnachtsmann, Weihnachtsdüfte und -geräusche werden durchleuchtet, genau wie die Rauhnächte, die Wiedergeburt der Sonne und die Feste Silvester, Neujahr und Epiphanie. Insgesamt waren diese Betrachtungen sehr interessant, besonders auch die Vergleiche mit anderen Regionen. Das Buch wurde ausgesprochen schön illustriert mit dem Abdruck von zahlreichen alten Postkarten, Bildern, Schnitten, Zeichnungen, herorgehobenen Gedichten. Die mit Fotos bebilderten Pflanzenportraits waren interessant und lockerten die zuweilen langen Ausführungen auf. Das gesamte Buch wurde sehr abwechslungsreich und ansprechend gestaltet.

Ich habe viel für mich Neues gelesen, beispielsweise, dass Wotan/Odin als Ahnvater Rübezahls gelte, welche Vorbilder Nikolaus und Weihnachtsmann haben sollen oder welche Bräuche in fernen Ländern bestehen. Dennoch muß ich gestehen, dass mich einige Ausführungen zweifelnd zurücklassen, beispielsweise, dass die Rauhnächte am 2.1. enden – hierzu habe ich schon mehrere Bücher gelesen und es wurde immer der 6.1. angegeben; dieses Datum wird in diesem Buch noch nicht einmal als Alternative angegeben. Manche Erklärungen fand ich sehr weit hergeholt, beispielsweise, wenn geschrieben steht, dass die rote Weihnachtsmannzipfelmütze dem Wikingerhelm ähnelt; das fällt mit selbst nachdem ich es gelesen habe nicht auf. Oder die Erklärungen, wie Fliegenpilze entstehen und wie daraus die rotweiße Kleidung des Nikolaus/Weihnachtsmannes entstanden ist, erscheint mir schwer nachvollziehbar und wirken, genau wie ein paar andere, ein wenig zu phantasievoll. Dass Venus, Freia und Frau Holle verschiedene Namen einundderselben Person sind war für mich neu, erklärt aber vielleicht, warum der heilige Baum der Frau Holle laut diesem Buch der Stechapfel ist; der Hollunder wurde in diesem Zusammenhang überhaupt nicht erwähnt. Auch die Geschichte über Kannibalen und das Schlachten des Schokoweihnachtsmannes als symbolischen Kannibalismus oder die leider falschen Belhrungen, dass Silvester sowohl mit „i“ als auch mit „y“ geschrieben würde ( kann man auch mit Y schreiben, wenn man beispielsweise in den USA lebt oder mit dem Nachnamen Stallone unterschreibt), lassen mich etwas irritiert zurück. Insgesamt waren aber die abenteuerlichen Ausführungen eindeutig in der Minderzahl und das Buch samt seiner Erklärungen schon ziemlich interessant. Sehr gut gefallen haben mir auch die Rezepte für Räuchermischungen.

Veröffentlicht am 30.10.2019

kurzweilig, unterhaltsam und witzig

Lassen Sie uns kennenlernen!
0

James Veitch antwortete auf spammails, die jeder von uns kennt, in denen unter den immerselben Geschichten nach einer Geldsumme gefragt wird, die man schnellstmöglich anweisen soll. Seien es Gebühren für ...

James Veitch antwortete auf spammails, die jeder von uns kennt, in denen unter den immerselben Geschichten nach einer Geldsumme gefragt wird, die man schnellstmöglich anweisen soll. Seien es Gebühren für eine Erbschaft, Kontoeröffnung, Firmengründung, Transfer für Schwarzgeld oder Hotelkosten eines Freundes - James Veitch hat den Schreibern geantwortet und sie in Gespräche verwickelt. manchesmal schreiend komisch, bis die Lachtränen rollen.

Manches ist so haarsträubend, dass mich sich fragen muss, wie es sein kann, dass das Gegenüber den Spaß nicht schon früher durchschaut hat... oder bis zum Schluß glaubt, einen Fisch an der Angel zu haben.

Ich habe das knapp 200 Seiten dicke Buch in einem Rutsch verschlungen und mich köstlich amüsiert; es war viel zu schnell ausgelesen und hätte ruhig noch etwas dicker sein dürfen.

Veröffentlicht am 29.10.2019

schönes Weihnachtsbuch für die ganze Familie

Das große Servus-Weihnachtsbuch
0

Das großfarmatige, schön gestaltetee Weihnachtsbuch mit Lesebändchen und vielen schönen Bildern enthält jede Menge besinnliche Texte, die unter anderem Brauchtum, Feiertage und Entstehen der Lieder beinhalten. ...

Das großfarmatige, schön gestaltetee Weihnachtsbuch mit Lesebändchen und vielen schönen Bildern enthält jede Menge besinnliche Texte, die unter anderem Brauchtum, Feiertage und Entstehen der Lieder beinhalten. Sogar ein kurzes Märchen der Gebrüder Grimm ist enthalten, ganz zu schweigen von den vielen Advents- und Weihnachtsliedern

Insgesamt wirkt das Buch sehr erhaben und strahlt schon alleine auf Grund seiner vielen goldenen Seiten besondere Wertigkeit, erhabene Stimmung und Festlichkeit aus. Der Liederschatz beinhaltet traditionelle und auch neu gedichtete Lieder, die ich nur zum Teil kenne, jedoch auch den Eindruck gewonnen habe, dass einige älteres Kulturgut aus dem süddeutschen und österreichischem Raum mit spezieller Mundart sein werden. Auch einige der vorgestellten regionalen Bräuche waren mir nicht bekannt, wie beispielsweise der Glöcklerlauf. Zum Ende des Buches finden sich ein paar Rezepte wie beispielsweise Weihnachtsmostpunsch, Mettensuppe, Kletzenbrot, Mohn- oder Vanillekipferl.

Das ganze Buchwirkt sehr edel, verfügt über einen weitgestreuten Inhalt, von Sacherklärungen bis zu Liedern mit Noten – ein schönes Weihnachtsbuch für die ganze Familie!

Veröffentlicht am 28.10.2019

Anfänge der Tierfilmerei und persönliche Erinnerungen

Die Abenteuer eines Naturfreundes
0

David Attenborough beschreibt seine beruflichen ersten Schritte bei der BBC als Praktikant, als Regisseur und als Tierfilmer.

Die erste Tiersendung, bei der jeweils ein Tier aus dem Londoner Zoo als Studiogast ...

David Attenborough beschreibt seine beruflichen ersten Schritte bei der BBC als Praktikant, als Regisseur und als Tierfilmer.

Die erste Tiersendung, bei der jeweils ein Tier aus dem Londoner Zoo als Studiogast der Livesendung dabei war, war Anfang der 50er Jahre das erste Format dieser Art. Attenborough hatte die Idee, zusammen mit einem Mitarbeiter des Londoner Zoos unbekannte Tiere in der ganzen Welt aufzuspüren, für den Zoo einzufangen, zu versorgen, zu überführen und vor allen Dingen diese Expeditionen und die Tiere zu filmen, selbstverständlich in schwarz-weiß. Dieses Buch enthält die ersten drei Berichte, dieser einmal jährlich stattfindenden Expeditionen: nach Guyana, Indonesien und nach Paraguay, beginnend im Jahr 1955.

David Attenborough vermag es so bildlich zu erzählen, egal ob von Studiobegebenheiten, Tieren wie dem Ameisenbär, von, KragenbärFaultieren, Orang-Utans,Krangenbären oder Schmetterlingen, dass man sofort Bilder im Kopf oder vor Augen hat – und nicht nur die vielen schwarz-weiß und die einzelnen Farbfotos. Viele Erinnerungen, auch an Grzimeks „Ein Platz für Tiere“ oder an „Hatari“ und sehr frühe Tierfilme haben sich zudem eingestellt. Das Lesen dieser Beschreibungen und Abenteuer, die in einer anderen Zeit standfanden und die besuchten Landstriche noch eher unentdeckt waren, fand ich ausgesprochen spannend und interessant.