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Veröffentlicht am 17.05.2024

Schleppender Anfang, gutes Ende

The Idea of You
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3,75/5 ⭐️

"The Idea of You" ist ein Buch, das gerade in aller Munde ist, vor allem durch den Film. Der Anfang war schleppend, und die Protagonistin Solène war mir zunächst unsympathisch. Ihre Tochter ...

3,75/5 ⭐️

"The Idea of You" ist ein Buch, das gerade in aller Munde ist, vor allem durch den Film. Der Anfang war schleppend, und die Protagonistin Solène war mir zunächst unsympathisch. Ihre Tochter schien nur dazu zu dienen, den Altersunterschied zwischen Solène und Hayes interessanter zu machen, und es gab wenig Verbindung zu ihr. Ab der Mitte wurde die Geschichte jedoch besser, und das Ende hat mir sehr gut gefallen. Hayes mochte ich sehr gerne, obwohl er oft nicht wie ein 20-Jähriger agierte.

Das Buch erzählt die Geschichte von Solène Marchand, einer 39-jährigen, erfolgreichen Galeristin und alleinerziehenden Mutter, die sich unerwartet in den 20-jährigen Hayes Campbell verliebt, ein Mitglied der weltweit bekannten Boyband August Moon. Was als flüchtige Romanze beginnt, entwickelt sich zu einer tiefen und komplizierten Beziehung, die sowohl von der Öffentlichkeit als auch von Solènes eigenen Unsicherheiten auf die Probe gestellt wird.

Die Charaktere in "The Idea of You" sind vielschichtig und sorgfältig ausgearbeitet, auch wenn nicht alle gleichermaßen sympathisch wirken.
Solène ist anfangs schwer zugänglich. Ihre kühle, fast distanzierte Art und ihre Beziehung zu ihrer Tochter, die eher nebensächlich wirkt, machen es schwer, eine Verbindung zu ihr aufzubauen. Im Laufe des Buches entwickelt sie sich jedoch weiter und zeigt eine verletzlichere Seite, die sie zugänglicher macht.
Hayes ist charmant, reif für sein Alter und trägt die Last des Ruhms mit erstaunlicher Leichtigkeit. Trotz seines jungen Alters wirkt er oft weiser und gefestigter als die viel ältere Solène, was ihn zu einem interessanten und liebenswerten Charakter macht. Dennoch gibt es Momente, in denen seine jugendliche Unbekümmertheit durchscheint und an seine tatsächliche Lebenserfahrung erinnert.

Der Schreibstil von Robinne Lee ist elegant und detailliert, was die Glamourwelt, in der die Geschichte spielt, lebendig und greifbar macht. Die Autorin versteht es, die inneren Konflikte der Charaktere und die Dynamik ihrer Beziehungen intensiv und nachvollziehbar darzustellen. Dennoch gibt es Längen im Text, besonders zu Beginn, die den Lesefluss gehemmt haben.

Die Handlung von "The Idea of You" entwickelt sich langsam, was den Einstieg in die Geschichte erschwert. Nach der ersten Hälfte nimmt die Erzählung jedoch Fahrt auf und bietet emotionale Höhepunkte, die fesseln. Die Beziehung zwischen Solène und Hayes wird glaubwürdig und tiefgründig dargestellt, auch wenn einige Klischees des Age Gap-Tropes bedient werden. Das Ende ist besonders stark und hinterlässt einen bleibenden Eindruck, auch wenn es gemischte Gefühle hervorrufen kann. Ich mochte es aber sehr, weil es kein 0815-Romance Ende war.

Fazit: "The Idea of You" ist ein Roman, der mich durch seine detaillierte Charakterzeichnung und die tiefgehende Betrachtung von Liebe und Ruhm überzeugt hat. Trotz eines schleppenden Anfangs und einiger Längen hat sich die Geschichte zu einer fesselnden Erzählung mit einem eindrucksvollen Ende entwickelt.

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Veröffentlicht am 21.04.2024

Eine Enttäuschende Reise ins Reich der Schatten

Circle of Night - Das Reich der Schatten
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Anfangs war ich sehr skeptisch, ob dieses Buch, das wie ein typischer YA-Fantasy-Roman aussieht, meinen Geschmack treffen würde. Das Cover wirkte düster, daher dachte ich, es könnte vielleicht doch meinen ...

Anfangs war ich sehr skeptisch, ob dieses Buch, das wie ein typischer YA-Fantasy-Roman aussieht, meinen Geschmack treffen würde. Das Cover wirkte düster, daher dachte ich, es könnte vielleicht doch meinen Geschmack treffen, aber insgesamt hat mich das Buch nicht wirklich überzeugt. Die Beschreibung versprach mehr als das Buch letztendlich halten konnte. Die Monster und Schattenwesen waren zwar interessant, aber die Geschichte konnte mich nicht vollständig fesseln.

Die Handlung beginnt mit mehreren Jugendlichen, die unheimlichen Monstern begegnen, die nur sie sehen können. Sie entdecken, dass sie Hexenkräfte besitzen und dass Hamburg in Gefahr ist. Ein Hexer namens Noah hilft ihnen, ihre Kräfte zu trainieren, um das Böse zu bekämpfen. Die Erzählung wechselt zwischen dem Alltag der Jugendlichen und ihren magischen Fähigkeiten, aber dieser Wechsel war nicht wirklich überzeugend. Mir ging einfach alles viel zu schnell. Ich schätze es in Fantasy Romanen sehr, wenn man langsam in die Welt hineingeführt wird und Dinge passieren, die wir uns als Leser:innen nicht erklären können und im best-case die Protas auch noch nicht. Doch hier wurde direkt im zweiten Kapitel alles revealed und auf eine in meinen Augen sehr unspannende Art und Weise: ein Gespräch in einem Café, in welchem alles auf den Tisch gelegt wurde - keine Spannung, kein Hinfiebern.

Die Charaktere waren zwar interessant, aber ihre Entwicklung war nicht besonders tiefgründig. Die Beziehungen zwischen den Charakteren und die Liebesgeschichten blieben oberflächlich und wenig überzeugend. Die queeren Aspekte des Buches waren leider nicht gut ausgearbeitet und wirkten eher aufgesetzt und gezwungen. Der einzige Charakter, der mich etwas catchen konnte, war Niklas.

Der Schreibstil war zwar flüssig, aber die Geschichte entwickelte sich in meinen Augen leider viel zu schnell. Die psychische Verfassung der Charaktere wurde zwar angesprochen, aber nicht wirklich vertieft und wirkte genau wie die queere Beziehung eher gezwungen.

Insgesamt konnte mich "Circle of Night — Das Reich der Schatten" nicht überzeugen. Das Konzept der Geschichte war interessant, aber die Umsetzung blieb hinter meinen Erwartungen zurück. Das Ende war nicht besonders aufregend und hat mich nicht neugierig auf eine Fortsetzung gemacht.

Danke an die Lesejury für das Rezensionsexemplar.

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