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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.10.2016

Das Brüllen des Löwen

Tod im Tiergarten
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Paul Flemming, mehr oder weniger ambitionierter Fotograf, mit dem unwiderstehlichen Hang Detektiv zu spielen, gerät bei seinem neuen Job mitten hinein einen tierisch verwickelten Fall. Spurlos verschwundene ...

Paul Flemming, mehr oder weniger ambitionierter Fotograf, mit dem unwiderstehlichen Hang Detektiv zu spielen, gerät bei seinem neuen Job mitten hinein einen tierisch verwickelten Fall. Spurlos verschwundene Tiere und wenig später ein Toter im Löwengehege des Nürnberger Tiergartens sind für ihn wesentlich interessanter, als Fotos für die geplante Werbekampagne zu schießen. In seinem Übereifer entwickelt er eine Theorie nach der anderen. Doch seine Vermutungen, die sich alle schnell als haltlos erweisen, sorgen eher für Unmut und Verwirrung, geschweige denn dass sie zur Lösung des Falles beitragen.

Trotzdem gibt er nicht auf, denn an den mittlerweile amtlich bestätigten Selbstmord des Tierpflegers kann und will er, auch nach Abschluss der offiziellen Ermittlungen, nicht recht glauben. So forscht er unermüdlich weiter. Auch wenn er sich damit eher Feinde als Freunde schafft, jetzt aufzugeben entspräche nicht seinem Naturell. Selbst als er dann womöglich auf der richtigen Fährte zu sein scheint und ihm die wahren Zusammenhänge endlich klar werden, schafft er es nicht sich rechtzeitig einzubremsen, um sich nicht in ernsthafte Gefahr zu bringen.

Fazit
Eine kurzweilige Lektüre mit viel Lokalkolorit, die Lust auf einen Ausflug nach Nürnberg weckt und nach der erfolgreichen Aufklärung des Falles auch völlig ungefährlich sein sollte.

Veröffentlicht am 11.10.2016

Frankfurt am Limit

Asphaltseele
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Sein Name ist sein Markenzeichen. Ruben Rubeck ist knallhart und unerbittlich. Als Ermittler im Frankfurter Rotlichtmilieu ist er mittendrin. So gerät er prompt in eine Schießerei, greift zur Waffe – und ...

Sein Name ist sein Markenzeichen. Ruben Rubeck ist knallhart und unerbittlich. Als Ermittler im Frankfurter Rotlichtmilieu ist er mittendrin. So gerät er prompt in eine Schießerei, greift zur Waffe – und trifft. Dies bringt ihm einen Job ein, den er nur äußerst widerwillig und mit zwiespältigen Gefühlen nach langem Zögern annimmt. Der Auftrag ist brisant und hochgefährlich, doch das wird ihm erst so richtig klar, als er bis zum Hals in der Sache drinsteckt. Er muss sich dringend etwas einfallen lassen, vor allem aber muss er klären, wer in diesem Spiel welche Rolle spielt.

Seine unorthodoxe Arbeitsweise verschafft ihm, während sich die Situation dramatisch zuspitzt, so manchen Vorsprung, den er auch dringend braucht wenn er nicht den Kürzeren will. Es kommt zu einer wilden Hetzjagd, die sein ganzes Können fordert, wenn er lebend aus der Geschichte rauskommen will. Und das will er mit aller Macht, denn Ruben Rubek läßt sich nicht austricksen.

Fazit
Sehr eigenwillig und unkonventionell, ist dieser temporeiche Actionthriller sicher nicht unbedingt jedermanns Sache. Wer sich aber auf diesen ungewöhnlichen Kommissar einläßt, wird es bestimmt nicht bereuen.

Veröffentlicht am 08.10.2016

Abrechnung

Abrechnung
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Zwei verschwundene Frauen, deren einzige Gemeinsamkeit ihre ehrenamtliche Arbeit in einem Flüchtlingsheim war. Während die eine brutal zu Tode gequält, schon kurze Zeit später wieder auftaucht, gibt es ...

Zwei verschwundene Frauen, deren einzige Gemeinsamkeit ihre ehrenamtliche Arbeit in einem Flüchtlingsheim war. Während die eine brutal zu Tode gequält, schon kurze Zeit später wieder auftaucht, gibt es von Katja Mohr keine Spur. Aufgrund der Brisanz des Falles wird die Kriminalpsychologin Hannah Jakob eingeschaltet, die sich schwerpunktmäßig um Vermisstenfälle kümmert. Nach einem wichtigen Hinweis, der Parallelen zu einem früheren Mordfall aufzeigt, wird der erste Verdacht, dass es sich um eine Straftat aus dem Nazimilieu handelt, immer unwahrscheinlicher.

Nachdem klar ist, dass es sich möglicherweise um verschiedene Täter handelt, ist wieder alles offen und es beginnt eine fieberhafte Suche nach möglichen Querverbindungen. Vor allem Hannah, die glaubt eine Spur ihrer vor vielen Jahren verschwundenen Schwester gefunden zu haben, läßt nicht locker und setzt alles daran den Fall endlich aufzuklären. Es beginnt eine wilde Jagd, bei der lange unklar ist, wer Täter und wer Opfer ist.

Fazit
Ein sehr komplexer und vielschichtiger Fall, der die düstere Atmosphäre des Falls sehr gut einfängt und bis zum Ende gekonnt den Spannungsbogen aufrecht erhält. Die unerwartete Aufklärung gewährt einen Einblick in die Unergründlichkeit der menschlichen Psyche, die immer wieder in Erstaunen versetzt.

Veröffentlicht am 05.10.2016

Ein perfider und gnadenloser Rachefeldzug

Die Mühle
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Als Lana, der früher von ihr angehimmelte Schulkamerad Johnny buchstäblich vor die Füße fällt, ist sie sofort wieder voll in seinen Bann gezogen. So hat er es auch nicht schwer sie dazu zu bringen, die ...

Als Lana, der früher von ihr angehimmelte Schulkamerad Johnny buchstäblich vor die Füße fällt, ist sie sofort wieder voll in seinen Bann gezogen. So hat er es auch nicht schwer sie dazu zu bringen, die Einladung für den geplanten Wochenendtrip seiner ehemaligen Clique, an dessen Stelle anzutreten. Nichtsahnend worauf sie sich damit einläßt, nimmt Lana das Angebot an.

Das Hotel ist nobel, die ehemalige Freundesclique weniger. Trotzdem raufen sie sich zusammen und folgen gemeinsam bedenkenlos der schriftlichen Anweisung die sie erhalten haben. Viel zu spät erkennen sie, dass dies ein riesengroßer Fehler war. Auch wenn sich die Situation immer mehr zuspitzt, ist trotzdem ist keiner von ihnen dazu bereit sein Schweigen zu brechen und Lana in das bisher so gut gehütete Geheimnis einzuweihen.

Und so sitzen sie letzendlich gemeinsam in einer Falle, aus der des kein Entrinnen zu geben scheint. Gefangen in ihren Schuldgefühlen und dem fehlenden Mut sich endlich die Wahrheit einzugestehen, steuern sie unausweichlich auf ihren Untergang zu. Einzig Lana, die als Außenseiterin nicht weiß worum es wirklich geht, schafft es sich gegen das unausweichliche Unheil vehement zu wehren. Doch es bleibt fraglich, ob es ihr gelingt lange genug durchzuhalten um der Wahrheit auf den Grund zu kommen.

Fazit
Spannend und packend! Ein Thriller, der einen schon mit den ersten Zeilen in seinen Bann zieht und einen, trotz einem unwahrscheinlich wirkenden Szenario, erst wieder befreit aufatmen läßt wenn der Horror sein Ende gefunden hat.

Veröffentlicht am 04.10.2016

Saukerl

Saukerl
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Anton Huber, von vielen gehasst, bei der Damenwelt dafür umso beliebter, liegt tot in seinem Schweinestall. Als wenige Tage später seine Ehefrau Maria, ebenfalls tot aufgefunden wird, sieht sich das Team ...

Anton Huber, von vielen gehasst, bei der Damenwelt dafür umso beliebter, liegt tot in seinem Schweinestall. Als wenige Tage später seine Ehefrau Maria, ebenfalls tot aufgefunden wird, sieht sich das Team von Hauptkommissar Schön mit einem viel komplexeren Fall, als zunächst angenommen, konfrontiert. Rache, Eifersucht oder Profitgier, Mordmotive scheint es reichlich zu geben. Verdächtige allerdings schon weniger, zumal bei der Ehefrau zunächst auch ein Selbstmord nicht ausgeschlossen werden kann.
So bleibt den Beamten nichts anderes übrig, als das Familienleben der Hubers nach allen Regeln der Kunst zu durchleuchten. Das bringt sie zwar in den Mordermittlungen nicht direkt weiter, wirft aber doch ein vollkommen anderes Licht auf die Geschehnisse. Aus diesem geänderten Blickwinkel heraus ist es ihnen möglich neue Theorien zu Tatmotiv und -hergang zu entwickeln. Ihr Verdacht konkretisiert sich zwar, doch erst Kommissar Zufall liefert ihnen die notwendigen Beweise, die den Täter zu einem Geständnis zwingen.

Fazit
Ein interessanter und leicht zu lesender Krimi, der sich an ein brisantes Tabuthema heranwagt, aber durch die insgesamt zu konstruiert wirkende Story, leider nicht wirklich unter die Haut geht.