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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.07.2022

Eine zu unrecht Unbekannte

Blanche Monet und das Leuchten der Seerosen (Ikonen ihrer Zeit 6)
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Wer kennt ihn nicht, Claude Monet und seinen Seerosenteich? Blanche Monet, ebenfalls eine begnadete Malerin und gleichzeitig seine Schwiegertochter, dürfte hingegen eher unbekannt sein. Ihre Geschichte ...

Wer kennt ihn nicht, Claude Monet und seinen Seerosenteich? Blanche Monet, ebenfalls eine begnadete Malerin und gleichzeitig seine Schwiegertochter, dürfte hingegen eher unbekannt sein. Ihre Geschichte erzählt Claire Paulin in "Blanche Monet und das Leuchten der Seerosen".

Blanche Hoschedé wächst zusammen mit ihren Geschwistern bei ihrer verwitweten Mutter auf. Da das Geld immer knapp ist, kommen sie bei Claude Monet unter. Blanche ist schon als Elfjährige begeistert von seinen Bildern und wünscht sich sehnlichst, von ihm gemalt zu werden. Er ermuntert sie, selbst zum Pinsel zu greifen und erkennt schnell ihr Talent.

Die Autorin verwebt Fakten und Fiktion zu einer lesenswerten Biographie Blanche Monets und gibt auch Einblicke in das Leben ihres berühmten Schwiegervaters, der später auch ihr Stiefvater wird. Sie beschreibt die Charaktere liebevoll und detailreich. Mit ihrem flüssigen, leichten Erzählstil zieht sie die Leser*innen sehr schnell in ihren Bann. Es macht einfach Spaß, an Blanches Leben teilzuhaben, auch wenn sie manchen Widrigkeiten begegnet.

Leseempfehlung für alle, die sich für Geschichten von starken, leider oft zu unrecht unbekannten Frauen interessieren!

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Veröffentlicht am 25.07.2022

Stimmiges Porträt einer faszinierenden Frau

Die Entdeckerin der Welt
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Ende des 17. Jahrhunderts zieht die Künstlerin und Naturforscherin Maria Sybilla Merian mit ihren beiden Töchtern Dorothea und Johanna und ihrem Schwiegersohn Jacob nach Amsterdam. Sie hat bereits zwei ...

Ende des 17. Jahrhunderts zieht die Künstlerin und Naturforscherin Maria Sybilla Merian mit ihren beiden Töchtern Dorothea und Johanna und ihrem Schwiegersohn Jacob nach Amsterdam. Sie hat bereits zwei Bücher über Raupen und Schmetterlinge veröffentlicht und möchte nun für das dritte nach Suriname in Südamerika reisen, um die Artenreichtum der dortigen Tier- und Pflanzenwelt zu erforschen. Für eine geschiedene Frau der damaligen Zeit ist dies ein nahezu unmögliches Unterfangen. Dementsprechend stößt sie auf Kritik und Unglauben. Ihr werden viele Steine in den Weg gelegt, trotzdem gelingt es ihr, sich diesen Traum zu erfüllen. Zusammen mit Dorothea macht sie sich auf die Reise in eine exotische, unerforschte Welt voller Schönheit.

Alexander Schwarz verwebt Fakten mit ein wenig Fiktion zu einem rundum stimmigen Porträt einer faszinierenden, modernen, ungewöhnlichen Frau. Seine Beschreibungen der Flora und Fauna zeichnen wunderschöne Bilder des surinamesischen Regenwalds und dessen Bewohner. Die Entdeckerin der Welt ist ein Buch über eine Frau, die mit ihren Forschungen eine große wissenschaftliche Leistung vollbrachte und schon zu Lebzeiten hoch angesehen war. Ein Vergnügen, an ihrem Leben und Forschen teilzuhaben - absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 08.07.2022

Bildreich und derb

So forsch, so furchtlos
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"So forsch, so furchtlos" handelt auf Teneriffa. Die 10-jährige Ich-Erzählerin beschreibt in sehr derber Sprache, wie sie zusammen mit der gleichaltrigen Isora, mit der sie eine innige Freundschaft verbindet, ...

"So forsch, so furchtlos" handelt auf Teneriffa. Die 10-jährige Ich-Erzählerin beschreibt in sehr derber Sprache, wie sie zusammen mit der gleichaltrigen Isora, mit der sie eine innige Freundschaft verbindet, ihre Tage verbringt. Die Erzählerin schaut zu Isora auf und hat sich in dieser Bewunderinnen-Rolle sehr gut eingerichtet. Dementsprechend lässt sie sich auch von ihr zu mancher Dummheit verleiten oder ist unfreiwillig dabei. Beide Mädchen fühlen sich sehr erwachsen, aber an vielen Stellen wird deutlich, dass insbesondere die Erzählerin sehr naiv ist und nur denkt, zu wissen, was Erwachsensein bedeutet.

Ich fand keinen richtigen Zugang zu Andrea Abreus Debütroman. Die Autorin hat das Seelenleben der Erzählerin gut rübergebracht. Den bildreichen, derben Beschreibungen konnte ich aber nur wenig abgewinnen. Oft finde ich es schade, wenn ein Buch nur wenige Seiten hat, in diesem Fall war ich froh darüber.

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Veröffentlicht am 05.07.2022

Einblicke in die gehobene britische Gesellschaft

Hotel Portofino
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Mitte der 1920er Jahre heißt das britische Ehepaar Bella und Cecil Ainsworth seine Gäste im Hotel Protofino willkommen - Julia, die ihre Tochter Rose streng überwacht und mit Lucian, dem Sohn von Bella ...

Mitte der 1920er Jahre heißt das britische Ehepaar Bella und Cecil Ainsworth seine Gäste im Hotel Protofino willkommen - Julia, die ihre Tochter Rose streng überwacht und mit Lucian, dem Sohn von Bella und Cecil verheiraten möchte, die glamouröse Claudine mit ihrem Liebhaber Jack, den Tennisprofi Plum mit seiner Frau Lizzie und noch einige mehr.
O'Connell spinnt seine Geschichte vor der spektakulären Kulisse der italienischen Riviera, in einer Zeit, in der Mussolinis Schreckensherrschaft schon seine ersten Schatten vorauswirft. Es gelingt dem Autor, all dies in einem atmosphärischen Roman einzufangen und die Leser in genau diese Zeit an genau diesen Ort zu entführen. Hotel Portofino ist ein Buch, das Einblicke in die gehobene britische Gesellschaft gewährt und nebenbei viele vergnügliche Lesestunden beschert.

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Veröffentlicht am 05.07.2022

Schön schrecklich - schrecklich schön!

Ambivalenz
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Amélie Nothomb erzählt in "Ambivalenz" die ungewöhnliche Geschichte von Dominique und ihrer Tochter Épicène. Dabei enthüllt sie in nüchterner, teilweise stakkatohafter Sprache mit viel Fantasie menschliche ...

Amélie Nothomb erzählt in "Ambivalenz" die ungewöhnliche Geschichte von Dominique und ihrer Tochter Épicène. Dabei enthüllt sie in nüchterner, teilweise stakkatohafter Sprache mit viel Fantasie menschliche Abgründe und wozu man aus Liebe fähig sein kann. Ambivalenz ist kein Wohlfühlbuch, aber leicht zu lesen. Trotzdem oder gerade deshalb lohnt es sich, sich für die 128 Seiten ausgiebig Zeit zu nehmen.

Der Titel hätte nicht besser gewählt werden können. Die Geschichte ist faszinierend und entwickelt eine Sogwirkung, die es mir schwer macht, mich wieder davon zu lösen. Andererseits hinterlässt sie aber auch ein Gefühl des Entsetzens und der Entrüstung. Selbst am Schluss weiß ich erstmal nicht so recht, ob mir das Buch gefallen hat oder nicht und komme erst beim Schreiben der Rezension zum Ergebnis: Schön schrecklich - schrecklich schön!

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