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makkipakki

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.10.2019

Ein Freund, ein guter Freund!

ROKI - Kuddelmuddel im Klassenzimmer
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Eigentlich darf Roki nicht in die Schule. Das hat sein Erfinder ihm verboten. Aber auch sein toller Freund Paul möchte einen Tag mit ihm verbringen. Das das nur im Chaos enden kann ist wohl klar.

Das ...

Eigentlich darf Roki nicht in die Schule. Das hat sein Erfinder ihm verboten. Aber auch sein toller Freund Paul möchte einen Tag mit ihm verbringen. Das das nur im Chaos enden kann ist wohl klar.

Das Cover zeigt den kleinen Roboter Roki im Klassenzimmer von Paul. Es spiegelt also direkt die Handlung wieder. Auch die weiteren Illustrationen knüpfen sehr nah an die Story an und sind angenehm gestaltet. Die Kapitel sind wirklich schön kurz. Zum einen zum Vorlesen, aber auch zum Selbstlesen haben sie die perfekte Länge.
Die Handlung ist humorvoll, es gibt einen kleinen Spannungsbogen, aber der ist auch für Kinder im Vorlesealter noch aushaltbar. Immer wieder gibt es kleine Lacher und der Leser wird gut unterhalten. Außerdem entspricht es irgendwie der Lebensnähe der Zielgruppe. Klar, der Roboter vielleicht nicht ganz so, aber der Rest eben schon.
Paul ist ein normaler Junge und entspricht somit auch der Zielgruppe. Roki hingegen ist nicht gerade ein typischer Roboter. Er beweist Humor und Herz und wirkt stellenweise fast menschlich. Für mich als Erwachsene ist das fast schon gruselig, aber eben auch nur, weil ich so viele Gedanken um künstliche Intelligenz habe.Ein Kind kann der Sache natürlich sehr viel gelassener entgegentreten und Roki nicht als Gefahr, sondern als Freund sehen.
Auch die Sprache passt zur Zielgruppe. Es ist sehr sehr einfach gehalten und kann sowohl dem Erstleser als auch dem vorgelesenen Kind sehr gut passen.

EIn wirklich tolles Kinderbuch, allerdings schon Teil zwei der Reihe. Teil eins wird nun auch noch bestellt. Es gibt keinen krassen moralischen Zeigefinger, es ist einfach ein Buch zur Unterhaltung. Sehr klare Leseempfehlung, nicht nur für technikbegeisterte Jungs ;)

Veröffentlicht am 22.10.2019

Weihnachten ohne Weihnachtsmann

Weihnachtsmann vermisst
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Tom, Hannes und Marie sind drei Kinder mit einem schweren Schicksal. Ihr Vater ist auf Grund eines Unfalls arbeitsunfähig und alkoholkrank. Die Mutter leider an Depressionen. Und der Älteste mit seinen ...

Tom, Hannes und Marie sind drei Kinder mit einem schweren Schicksal. Ihr Vater ist auf Grund eines Unfalls arbeitsunfähig und alkoholkrank. Die Mutter leider an Depressionen. Und der Älteste mit seinen zehn Jahren muss die jüngeren Geschwister irgendwie groß kriegen. Und dann stürzt der Weihnachtsmann mit seinem Schlitten genau vor ihre Füße.

Das Cover zeigt die drei Geschwister vor einem Bäcker mit dem Blick auf die Vermisstenanzeige des Weihnachtsmanns. Genau diese Szene wird auch im Buch beschrieben, das Cover ist also nah an der Handlung. Das Buch selbst enthält keine Illustrationen, dafür allerdings etwa alle drei Seiten eine Leerseite mit einer kleinen Bildunterschrift zum selbst illustrieren. Diese Idee finde ich wirklich super und die Bildunterschriften geben einen tollen Hinweis auf die zu erwartenden Bilder. Das Cover schränkt dann allerdings doch ein bisschen die Fantasie ein, denn die Figuren der drei Kinder haben ja nun doch schon ein Aussehen.
Die Handlung ist herzerweichend und gar nicht so sehr an den Haaren herbeigezogen. ich denke das solche Familienkonstellationen häufiger vorkommen als man erwartet. Das Thema richtet sich an ältere Grundschulkinder und gerade da ist es wichtig, dass es nicht unbegleitet bleibt. Trotzdem öffnet die Handlung privilegierten Kindern die Augen und spricht nicht so gefestigten Kindern Mut zu.
Die Charaktere sind durchaus nachvollziehbar. Die Eltern handeln ihrem Gefühl entsprechend und kommen mit der Situation nicht zurecht. Die Kinder sind verzweifelt und versuchen ihr Leben auf die Reihe zu bekommen, egal wie.
Sprachlich ist das Buch der Altersgruppe angemessen. Es sind kurze Sätze und kurze Kapitel, auch für den Unterricht sehr gut geeignet. Es gibt keine schwierigen Handlungssprünge, einen überschaubaren Pool an Charakteren.

Dieses Buch hat mich sehr berührt und ich fände es wichtig, dass Kinder es lesen. Es zeigt zum Einen die Auswegslosigkeit von Kindern, zum Anderen die Verzweiflung der Eltern. Klar kann man über ein solches Happy End streiten, aber irgendwie ist es doch gerade schön und gibt Hoffnung. Tolle Lektüre für Kinder ab der dritten Klasse, auch für den Unterricht.

Veröffentlicht am 18.10.2019

Von wegen Ferien

Der Kinderzug
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Barbara ist Lehrerin und wird im Zuge der Kinderlandverschickung nach Usedom verbracht. Dort verbringt sie mit ihren Mädel eine schöne Zeit, doch auch geplanten drei Monaten auf Usedom wird deutlich mehr ...

Barbara ist Lehrerin und wird im Zuge der Kinderlandverschickung nach Usedom verbracht. Dort verbringt sie mit ihren Mädel eine schöne Zeit, doch auch geplanten drei Monaten auf Usedom wird deutlich mehr Zeit und das im gesamten Deutschen Reich. Der geplante Aufenthalt wird zu einer Irrfahrt für alle Beteiligten und dann stirbt der Führer und der Krieg endet.

Das Cover zeigt eine Gruppe von Kindern auf dem Weg zu einem Gebäude in der Ferne. Einerseits, mit dem Hintergrundwissen des Buches, zeigt es Freude und Aufbruchsstimmung. Andererseits könnte es auch die Flucht symbolisieren. Auf mich macht es allerdings eher einen friedlichen und gelösten Eindruck.
Das Buch ist in Kapitel unterteilt. Diese werden aus drei Perspektiven geschrieben.Die Kapitel haben eine angenehme Länge und bieten durch den Perspektivwechsel einen guten Einblick.
Die Handlung ist immer wieder spannend. Das Buch beginnt mit einem Prolog der sich am Ende wiederfindet und den kreis der Handlung schließt. Während das erste Viertel des Buches eher Ferienlagerstimmung begleitet wird, wird von Kapitel zu Kapitel der Krieg deutlich. Somit entsteht ein großer Spannungsbogen, aber nie reißerisch. Erwartungen die schon im Prolog geschürt werden, verfolgen einen durch das ganze Buch hinweg. Alles in Allem ist die Handlung einfach realistisch und glaubwürdig. Nur die Verwobenheit der einzelnen Handlungsstränge ist an der einen oder anderen Stelle in meinen Augen zu konstruiert.
Die Charaktere sind authentisch. Da ist Barbara, die Lehrerin die zu Beginn der Reise noch so unsicher und dann am Ende so viel älter und reifer wirkt. Dann Gisela, die einfach immer laut ist und so präsent, eine richtige Ruhrpottschnauze. Und ihre kleine Schwester, die irgendwie der Schützling der Gruppe ist. Und dann haben wir Lydia und Karl, die beide davon träumen an der Front zu sein und für ihr Vaterland zu kämpfen. So viele verschiedene und vielschichtige Charaktere, die zu keinem Zeitpunkt blass sind und immer nachvollziehbar agieren sind wirklich toll. Einige machen eine gute, andere eine nicht so gute Entwicklung durch.
Die Sprache ist einfach, aber eben sehr passend zu der Story. Einzelne Charaktere haben Dialekte. Bei anderen kann man anhand der Sprache auch auf ihren Bildungsstand schließen. Das Buch liest sich wirklich sehr angenehm und flüssig.

Ich kann dieses Buch uneingeschränkt empfehlen und bin total begeistert. Ein so interessantes Thema, welches so wenig Beachtung bekommen hat. Dazu einige tolle Charaktere und das Talent der Autorin für Sprache und Handlung lassen mich einfach nachdenklich über dieses Thema und die Zeit zurück. Ganz klare Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 17.10.2019

Kein klassisches Kinderbuch

Das Stundenbuch des Jacominus Gainsborough
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Jacominus ist Sohn seiner Eltern. Wir begleiten ihn in seinem Leben, durch Höhen und Tiefen und eben durch sein ganzes Leben. Neben der Kindheit erfahren wir viel aus seinem leben und können seine Entwicklung ...

Jacominus ist Sohn seiner Eltern. Wir begleiten ihn in seinem Leben, durch Höhen und Tiefen und eben durch sein ganzes Leben. Neben der Kindheit erfahren wir viel aus seinem leben und können seine Entwicklung nachvollziehen.

Das Cover zeigt Jacominus. er schaut recht traurig, aber nach Lektüre des Buches ist es eher ein weiser Blick, als traurig. Die Illustrationen sind alle zwei Seiten doppelseitig gestaltet. Es sind herbstliche Farben und die Bilder wirken durch diese Farbgestaltung irgendwie alt, was sich mit der Story gut in Verbindung bringen lässt. Sie sind sehr detailreich und durch die Bildunterschriften (meist so drei Sätze zur Beschreibung) wird viel erklärt. Interessant finde ich aber auch, dass die auf eine bebilderte Doppelseite folgende Seite sich gerne noch einmal auf das vorherige Buch bezieht (wobei das Zurückblättern etwas ungünstig ist). Die Illustrationen sind einfach wundervoll und wahre Kunst.
Die Handlung ist etwas Besonderes. Sie erinnert mich ein wenig an Forest Gump oder den Hundertjährigen, aber eben auf eine doch recht kindliche Weise. Neben dem heranwachsen von Jacominus, zieht er in den Krieg (meine meinung), aber eben nicht irgendwie auf brutale Weise, sondern als historisches Ereignis. Er begegnet immer wieder seinen freunden und am Ende steht eben auch das Ende des Hasens, wobei die Abrechnung am Ende wirklich noch mal toll ist. Jacominus hat viele Schicksalsschläge zu ertragen, wobei er sich wirklich toll entwickelt. Gerade weil Parallelen zur Geschichte hergestellt werden, ist es sicherlich kein klassisches Kinderbuch und muss dringend begleitet werden.
Sprachlich ist dieses Buch ein Juwel. Es werden so tolle sprachliche Bilder vermittelt und es ist so differenziert. Irgendwie lyrisch und altmodisch. Allerdings auch hier wieder kein klassischer text zum Vorlesen für Kinder. Es gibt einige Fremdworte und es wird hin und wieder auch ins Englische gewechselt. Das ist für den Erwachsenen Leser sicher kein Problem, aber für ein Kind, welches noch nicht in die Schule geht sicherlich schwierig und muss eben auch wieder sehr doll begleitet werden.

Ein wirklich tolles Buch und ein Juwel im Bücherregal. Allerdings eben kein Kindervorlesebuch. Dafür ist die Thematik etwas zu komplex und schwer und die Sprache zu anspruchsvoll. Vielleicht bin ich auch ein viel zu verkopfter Erwachsener, meinem vierjährigen habe ich das Buch jedenfalls nicht vorgelesen, denn noch traue ich ihm den Stoff nicht zu. Die Illustrationen sind ein echter Hingucker und somit bleiben vier Sterne für ein nicht gerade klassisches Kinderbuch ab dem Grundschulalter.

Veröffentlicht am 16.10.2019

Zuckersüß

Umarmst du mich mal?
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Die kleine Schildkröte wünscht sich nichts mehr, als das sie umarmt wird. Doch irgendwie weichen ihr alle aus. Und auf der anderen Seite ist der Igel der auch seinerseits nach ein bisschen Nähe sucht, ...

Die kleine Schildkröte wünscht sich nichts mehr, als das sie umarmt wird. Doch irgendwie weichen ihr alle aus. Und auf der anderen Seite ist der Igel der auch seinerseits nach ein bisschen Nähe sucht, aber auch er wird nicht fündig.

Dieses Buch ist ein Wendebuch. Von der einen Seite wird die Suche des Igels, auf der anderen die Suche der Schildkröte geschildert. Durch eine geschickte Illustration werden beide Geschichten verbunden. Allgemein sind die Zeichnungen wirklich aussagekräftig. Sowohl Igel, als auch Schildkröte zeigen offensichtlich Emotionen und auch die anderen Tiere können durch Mimik und Gestik ihre Gefühle transportieren. Die Bilder sind nicht überladen, im Gegenteil sie sind wirklich schlicht.
Die Story ist altbekannten von vielen anderen Kinderbüchern. Die Figuren werden abgewiesen in ihrem Bedürfnis und finden am Ende doch noch eine Möglichkeit glücklich zu werden.

Dieses Buch ist keinesfalls innovativ von der Idee her. Aber die zuckersüßen Zeichnungen sind einfach ein Hingucker. Als Geschenk ein durchaus schönes Buch und zum Vorlesen ab 2 Jahren durchaus geeignet. Klare Empfehlung für jeden Kinderbücherschrank.