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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.11.2025

Bildhafte Landschaften in Südafrika

Liebe. Schuld. Das Weingut am Kap.
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„Liebe, Schuld. Das Weingut am Kap“ erzählt die Geschichte von Jonas, der zwischen seiner Arbeit als Fotograf in Hamburg und seinem Traum vom Neubeginn in Südafrika steht – und der Begegnung mit Elena, ...

„Liebe, Schuld. Das Weingut am Kap“ erzählt die Geschichte von Jonas, der zwischen seiner Arbeit als Fotograf in Hamburg und seinem Traum vom Neubeginn in Südafrika steht – und der Begegnung mit Elena, die sein Leben und seine Entscheidungen ins Wanken bringt.

Was mich besonders überzeugt hat, ist die Atmosphäre: Die Beschreibungen des Weinguts, der Landschaft Kapstadts und der Stimmung zwischen Reben, Meer und Bergen sind sehr bildhaft und schön gelungen. Auch Jonas als Figur fand ich interessant, weil er oft zwischen Herz und Bauchgefühl zerrissen ist und die Vergangenheit ihn immer wieder einholt.

Der Schreibstil ist mal etwas anderes und eher ungewöhnlich – sehr knapp und direkt. Dadurch bleibt viel Raum für eigene Gedanken, gleichzeitig wirken einige Situationen etwas abrupt beendet. Manche Kapitel oder Momente hätten für meinen Geschmack etwas mehr Tiefe oder Zeit gebraucht, besonders in der Entwicklung der Beziehung.

Trotzdem hat mich die Mischung aus Emotion und Atmosphäre überzeugt. Der Roman hat mir beim Lesen eine angenehme Grundstimmung vermittelt und bleibt in seiner Art auf jeden Fall in Erinnerung. Von mir gibt es 4 Sterne.

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Veröffentlicht am 23.11.2025

Vielfältige Stimmen, die zum Nachdenken anregen

Polarisierung - Dialog - Perspektivwechsel
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Polarisierung – Dialog – Perspektivwechsel ist eine vielseitige Anthologie, die Stimmen aus ganz unterschiedlichen Bereichen zusammenbringt. Gerade diese Vielfalt hat mich beim Lesen besonders beeindruckt. ...

Polarisierung – Dialog – Perspektivwechsel ist eine vielseitige Anthologie, die Stimmen aus ganz unterschiedlichen Bereichen zusammenbringt. Gerade diese Vielfalt hat mich beim Lesen besonders beeindruckt. Die kurzen Beiträge zeigen verschiedene Blickwinkel auf gesellschaftliche Spaltungen, Kommunikationsprobleme und Chancen des Dialogs. Einige Autorinnen vertreten Ansichten, die meiner eigenen sehr nahekommen, trotzdem konnte ich aus ihren Texten neue Gedanken und Impulse mitnehmen. Andere Perspektiven wiederum haben mich überrascht und dazu angeregt, meine Haltung zu bestimmten Themen zu überdenken.

Das Spannende an dieser Sammlung ist für mich die Kombination aus persönlichen Erfahrungsberichten und eher analytischen Beiträgen. Dadurch entsteht ein lebendiges Bild unserer gesellschaftlichen Gegenwart. Besonders wertvoll fand ich, dass hier Menschen zu Wort kommen, deren Hintergründe sich deutlich von meinem eigenen unterscheiden. Genau das macht die Anthologie zu einer bereichernden Lektüre: Sie stärkt einerseits bestehende Positionen, eröffnet aber gleichzeitig die Möglichkeit echter Perspektivwechsel.

Insgesamt ein empfehlenswertes Buch für alle, die bereit sind, ihr Denken herauszufordern und Dialoge neu zu betrachten. Ich würde mich sehr über eine Fortsetzung mit neuen Autor
innen freuen – einfach, damit noch mehr Menschen die Chance bekommen, ihre Perspektiven einzubringen.

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Veröffentlicht am 23.11.2025

Ein Muss für Mythologie-Fans

Medea
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„Medea – Die Hexe von Kolchis“ von Rosie Hewlett ist quasi ein Retelling ihrer Geschichte, das Medea konsequent aus ihrer eigenen Perspektive erzählt. Schon in den ersten Kapiteln merkt man, dass man sie ...

„Medea – Die Hexe von Kolchis“ von Rosie Hewlett ist quasi ein Retelling ihrer Geschichte, das Medea konsequent aus ihrer eigenen Perspektive erzählt. Schon in den ersten Kapiteln merkt man, dass man sie nicht nur als Hexe kennenlernt, sondern als kluge, machtvolle junge Frau, die in einem gewalttätigen Umfeld aufwächst. Meine Sympathie hatte sie bereits nach dem ersten Satz. 🐷

Der Schreibstil ist bildhaft und gleichzeitig direkt, die Übersetzung flüssig und ausdrucksstark. Medea war für mich durchgehend sympathisch, kraftvoll und in ihren Handlungen absolut nachvollziehbar. Auch andere Charaktere wie Circe sind hervorragend beschrieben und haben einen starken Eindruck bei mir hinterlassen.
Das Cover ist ein absoluter Blickfang - man sieht Medeas Silhouette vor leuchtenden Goldtönen. Das wirkt auf mich mythisch, mysteriös und mächtig.

Für mich ist dieses Buch eine große Empfehlung für alle, die griechische Mythologie lieben und gerne Geschichten über starke, weibliche Figuren lesen.

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Veröffentlicht am 20.11.2025

Ein leiser Thriller voller Atmosphäre

Der letzte Brief des Papstes
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Der letzte Brief des Papstes hat mich vor allem mit seiner besonderen Gestaltung überzeugt: klare Typografie, viel Raum und Seiten, die sofort eine ruhige Grundstimmung erzeugen. Diese Atmosphäre setzt ...

Der letzte Brief des Papstes hat mich vor allem mit seiner besonderen Gestaltung überzeugt: klare Typografie, viel Raum und Seiten, die sofort eine ruhige Grundstimmung erzeugen. Diese Atmosphäre setzt sich im Text fort, der mit wenigen, präzisen Bildern eine dichte Spannung aufbaut. Schon die ersten Szenen – ein Schatten, ein stiller Gang, ein Blick, der zu viel verrät – zeigen, wie stark der Roman von Stimmung, Beobachtung und dem Unausgesprochenen lebt.

Der Schreibstil ist ruhig und zurückhaltend, aber gleichzeitig präzise genug, um sofort neugierig zu machen. Besonders die Begegnungen des Erzählers wirken authentisch und lassen spüren, dass hier mehr unter der Oberfläche brodelt, als offen ausgesprochen wird. So entsteht ein Thriller, der mich nicht mit wirren Wendungen, sondern mit feiner Spannung bis zum Schluss überzeugt hat.

Ich empfehle das Buch jedem, der besondere Atmosphären und klug erzählte Geheimnisse in Romanen mag.

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Veröffentlicht am 17.11.2025

Skurril, brutal und schleimig

Feuchte Monster
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Normalerweise mache ich um extremen Horror, schleimige Meereswürmer und blutige Rachefeldzüge einen großen Bogen. Das hier ist definitiv nicht mein übliches Genre und eigentlich hätte ich allein von der ...

Normalerweise mache ich um extremen Horror, schleimige Meereswürmer und blutige Rachefeldzüge einen großen Bogen. Das hier ist definitiv nicht mein übliches Genre und eigentlich hätte ich allein von der Beschreibung weglaufen müssen. Aber irgendwie war meine Neugier geweckt bei der Beschreibung des Buches und wollte plötzlich böse und wilde Abgründe entdecken.

Das Buch selbst ist eine völlig abgedrehte Mischung aus Monsterhorror, schwarzem Humor und absurd überzeichneter Gesellschaftssatire. Ich wusste beim Lesen oft nicht, ob ich lachen, würgen oder den Kopf schütteln soll – meistens tat ich alles gleichzeitig. Die Kreativität ist unbestreitbar, die Ideen herrlich verrückt, und die Figuren genauso schräg wie unvergesslich.

Ich habe mich durchgehend unterhalten gefühlt. Der Schreibstil ist absolut bildhaft, so dass man sich manche Dinge leider etwas zu gut vorstellen konnte. Die Charaktere sind alle auf ihre eigene Art und Weise richtig interessant und wild dargestellt.

Allein für diese kompromisslose Art, Geschichten zu erzählen und für die Leidenschaft des Autors dahinter gibt es von mir 5 Sterne. Fans von bizarren, blutigen und grotesken Stoffen bekommen hier ein echtes Fest serviert – und selbst Genre-Neulinge werden zumindest staunen.

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