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Veröffentlicht am 01.05.2026

Fahle Geschichte im fahlen Sommer

Ins fahle Herz des Sommers
1

Andreas Eschbach nimmt uns mit auf einen Ausflug in die nahe Zukunft unseres Planeten, diesmal nach Nordfrankreich, wo Fausto in einem verlassenen Dorf in unerträglicher Hitze mit einigen wenigen Mitmenschen ...

Andreas Eschbach nimmt uns mit auf einen Ausflug in die nahe Zukunft unseres Planeten, diesmal nach Nordfrankreich, wo Fausto in einem verlassenen Dorf in unerträglicher Hitze mit einigen wenigen Mitmenschen ums Überleben kämpft.

Es gibt keine richtige Infrastruktur mehr. Die Menschen leben von dem, was sie selbst erzeugen oder von nächtlichen Ausflügen in die Nachbardörfer mitbringen. Der Staat ist weitgehend zusammengebrochen und auch das Strom- und Telefonnetz ist nicht mehr nutzbar. Tagsüber kann man es in der Hitze kaum aushalten, so dass sich das Leben nachts abspielt.

Über einige Rückblenden erfahren wir, wie es relativ schnell zu dieser Situation kam: Eine Seuche und ein plötzliches Hitzeereignis hat zu einer Massenflucht in den Norden geführt. Faustos Bruder wurde in dem Chaos ermordet.
Eines Tages taucht Valerie auf, die kein Problem mit der Hitze hat und sich erstaunlich gut an die neuen Bedingungen angepasst hat, sowohl was die Ernährung als auch den Hitzeausgleich angeht. Aus Fausto und Valerie wird ein Paar, aber es tauchen mehr Wesen wie Valerie auf, die diese mitnehmen möchten.

Wenn man nun erwartet, dass die Handlung etwas mehr Fahrt aufnimmt, wird leider enttäuscht. Irgendwie plätschert die Geschichte so daher. Die dystopische Stimmung wird zwar gut dargestellt, aber irgendwie passiert nicht so richtig viel. Und selbst das, was am Ende noch passiert, wird so passiv erzählt, dass es mich nicht wirklich mitgenommen hat.

Wer solche düsteren Erzählungen nicht kennt, wird vielleicht zum Nachdenken über unsere Zukunft in dieser umweltunfreundlichen Gesellschaft angeregt, aber wer sich damit schon viel beschäftigt hat, erfährt nicht viel Neues und erhält meines Erachtens auch keine neuen Denkanstöße. Vielleicht ist das so gewollt, um die langweilige, düstere Stimmung noch besser rüberzubringen, aber für mich war das Hörbuch weder anregend noch unterhaltsam oder spannend.

Mich würde interessieren, was hier gekürzt wurde – waren die Beschreibungen etwa noch länger und ausführlicher?

Matthias Koeberlin liest sehr anschaulich. Er hat mich davor bewahrt, dass meine Gedanken beim Hören komplett abgeschweift sind.

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Veröffentlicht am 31.03.2026

Viel 20er - wenig Friedrichstraße

Berlin Friedrichstraße: Novembersturm
0

Von Ulrike Schweikerts Roman hatte ich etwas anderes erwartet, bin aber trotzdem nicht enttäuscht worden.
Dem Klappentext nach dachte ich, es geht mehr um den Bau des Bahnhofs, aber die zentrale Rolle ...

Von Ulrike Schweikerts Roman hatte ich etwas anderes erwartet, bin aber trotzdem nicht enttäuscht worden.
Dem Klappentext nach dachte ich, es geht mehr um den Bau des Bahnhofs, aber die zentrale Rolle spielt er nicht. Vielmehr erfährt man Einiges über das Leben in den 20er Jahren, nach dem ersten großen Krieg. Vor allem die Nachwirkungen auf die Psyche der ehemaligen Soldaten hat mich sehr berührt. Obwohl der Roman chronologisch aufgebaut ist, erfährt man erst zum Ende hin, was zwischendurch passiert ist. Alles läuft auf ein Drama hinaus, das kurz vor Ende recht schnell wieder aufgelöst wird.
Ich mag die "zufälligen" Begegnungen mit Stars wie Marlene Dietrich und Erich Kästner. Auch die politischen Hintergründe werden immer wieder aufgegriffen, allerdings kommen diese wie aufgereiht in einem Geschichtsbuch daher und haben mitunter wenig mit der Geschichte zu tun. Ich weiß nicht so recht, ob Ulrike Schweikert hier einen historischen Roman mit Liebes- und Dreiecksgeschichte schreiben wollte oder eine Liebesgeschichte mit Hintergrundinformationen...
Trotz allem fühlte ich mich gut unterhalten, vor allem zum Ende hin, und werde sicher auch die Fortsetzung lesen.

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Veröffentlicht am 02.01.2026

Spannend

Der Steg
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Ich habe schon einige Romane von Petra Johann gelesen und bin immer wieder erstaunt, welche Themen sie angeht.
Was wie ein Krimi/Thriller beginnt wächst sich zusehends zu einer Familientragödie aus. Zwar ...

Ich habe schon einige Romane von Petra Johann gelesen und bin immer wieder erstaunt, welche Themen sie angeht.
Was wie ein Krimi/Thriller beginnt wächst sich zusehends zu einer Familientragödie aus. Zwar kann man den Ausgang irgendwie erahnen, aber trotzdem gibt es immer wieder Wendungen und Dinge, die man nicht erwartet.
Ich habe das Buch in wenigen Tagen gelesen - es hat mich echt gepackt.

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Veröffentlicht am 02.01.2026

Zu langatmig

Trümmerland
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Ich lese sehr gerne historische Romane aus der Anfangszeit des 20. Jahrhunderts.
Trümmerland fing spannend an, wurde aber zusehends langatmiger. Es wurde immer mehr zu einem Krimi, in dem nichts passiert. ...

Ich lese sehr gerne historische Romane aus der Anfangszeit des 20. Jahrhunderts.
Trümmerland fing spannend an, wurde aber zusehends langatmiger. Es wurde immer mehr zu einem Krimi, in dem nichts passiert. Die Probleme der Zeit, wie Hunger und Schwarzmarkt, werden zwar angesprochen, haben mich aber nicht so berührt wie in anderen Romanen.
Ich habe das Buch abgebrochen.

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Veröffentlicht am 23.12.2025

Mir zu verworren

Die Einladung
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Vielleicht liegt es an mir... irgendwie verstehe ich Sebastian Fitzeks Schreibstil nicht mehr.
Ich kann mir diese Orte und Handlungen einfach nicht mehr vorstellen. Erst eine verlassene Geburtsklinik, ...

Vielleicht liegt es an mir... irgendwie verstehe ich Sebastian Fitzeks Schreibstil nicht mehr.
Ich kann mir diese Orte und Handlungen einfach nicht mehr vorstellen. Erst eine verlassene Geburtsklinik, in der einem jemand auflauert, der eigentlich eine Tüte über dem Gesicht hat und röchelnd atmet, der Protagonistin aber nach dem Leben trachtet, dann eine verschneite Hütte, zu der niemand kommen kann und in der eine Tür an der Decke hängt... Der Schneesturm draußen ist so heftig, dass man ihn nicht überlebt...
Irgendwie ist Fitzek nicht mehr meine Kragenweite - ich glaube, das hier war der letzte Versuch.

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