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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.06.2022

Was alles schief laufen kann...

Schneiderei Graf - Schicksalszeiten
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Dieser Roman aus den Nachkriegsjahren schildert das Leben einer jungen Frau, die auf eigenen Beinen stehen möchte und eine Ausbildung als Damenschneiderin anstrebt.

Das klingt total trocken und schon ...

Dieser Roman aus den Nachkriegsjahren schildert das Leben einer jungen Frau, die auf eigenen Beinen stehen möchte und eine Ausbildung als Damenschneiderin anstrebt.

Das klingt total trocken und schon hundertmal gelesen, aber Sabine Kriesmer bringt ganz neue Aspekte in diese Zeit. Ich möchte nicht zu viel verraten, aber auch wenn ich so manches zwischendurch geahnt habe, habe ich früher noch nie über manche Themen nachgedacht. Dass es so etwas auch gab, hat mich erstaunt, aber klar... was hätte man tun sollen?

Eigentlich liebe ich Bücher mit Happy End, aber manchmal kann ich mich auch ohne richtiges Happy End mit dem Buch anfreunden. Hier ist alles schlüssig und irgendwie gut so. Ich denke, das Leben kann auch gut werden, wenn man nicht alles bekommt... (obwohl es sonst vielleicht noch besser wäre).

Ich weiß nicht, ob mich die genauen Ortsangaben vielleicht etwas nerven würden, wenn ich nicht aus Bonn käme. Aber so konnte ich mir die Orte gut vorstellen (auch wenn ich die Straßennamen nicht alle kannte - vor allem nicht die früheren).

Ich bin noch völlig geflasht von dem Roman und würde am liebsten direkt weiterlesen mit dem zweiten Band.

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Veröffentlicht am 03.06.2022

Was gut anfängt kann nur schlechter werden

Denn wir werden Schwestern bleiben
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Der Roman von Patricia Küll beginnt auf einem Friedhof. Drei Schwestern müssen ihre jüngste (44-jährige) Schwester Vivy nach einem Sturz aus dem Fenster beerdigen und fragen sich, unter welchen Umständen ...

Der Roman von Patricia Küll beginnt auf einem Friedhof. Drei Schwestern müssen ihre jüngste (44-jährige) Schwester Vivy nach einem Sturz aus dem Fenster beerdigen und fragen sich, unter welchen Umständen der Sturz passieren konnte und ob sie diesen hätten verhindern können. Plötzlich taucht ein alter Mann mit Murmelaugen auf und gibt ihnen die Chance, das letzte Jahr noch einmal zu durchleben und damit zu versuchen, das Leben der kleinen Schwester zu retten.
Ein altes Thema neu erfunden, und der Roman liest sich sehr gut und flüssig. Mit den Schwestern bin ich allerdings nicht ganz warm geworden, da sie alle irgendwie extrem sind und ich mich mit keiner der vier identifizieren konnte. Ihre Handlungen (bzw. Nicht-Handlungen) kann man oft nicht nachvollziehen. Erst einmal brauchen sie eine gewisse Zeit, um auf die Idee zu kommen, dass sie ja vielleicht auch ihre eigenen Probleme mit Hilfe dieser Chance lösen können, dann stecken sie oft den Kopf in den Sand und sind viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt. Es wird einfach so unglaublich viel Zeit verschwendet - allein das ist nicht nachvollziehbar.
Im Laufe des Buchs arbeitet eine der Schwestern an ihrer Coaching-Ausbildung, und plötzlich werden einem lauter Glücks-Weisheiten um die Ohren gehauen. Vivy muss Listen schreiben und schlaue Sprüche analysieren (was ihr gar nicht schwer fällt, obwohl sie den Hauptschulabschluss nicht geschafft hat...). An dieser Stelle musste ich das Buch weg legen, weil ich es nicht mehr ertragen habe. Es liest sich plötzlich wie ein Glücks-Ratgeber, in dem abgedroschene Weisheiten stark verkürzt untergebracht werden mussten.
Als ich mich irgendwann weiter durch das Buch gequält habe, habe ich nur noch die Seiten bis zum Ende gezählt, was dann noch einmal sehr überraschend war.
Bis zur letzten Seite hätte das Buch von mir noch drei Punkte bekommen, weil es einfach eine leichte schnelle Lektüre ist, von der ich zwar mehr erwartet hatte, die sich aber (bis auf die Coaching-Weisheiten) gut lesen ließ.
Dass der Roman aber mit einem Verbrechen endet, das nur am Rande erwähnt und irgendwie gutgeheißen wird, geht gar nicht! Das hat nichts mit Humor zu tun, egal wie schwarz dieser sein soll. Daher verdient das Buch nur den einen halben Stern, den ich leider geben muss.

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Veröffentlicht am 09.11.2021

Spannendes Südstaaten-Drama

Das Leuchten der Sehnsucht - Töchter der Freiheit
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Annie Braun ist auf einer Farm in Nebraska als Tochter deutscher Einwanderer aufgewachsen. Einer ihrer Brüder ist schon vor ihrer Geburt gestorben, den anderen glaubt sie auf dem Weg in den Westen verloren. ...

Annie Braun ist auf einer Farm in Nebraska als Tochter deutscher Einwanderer aufgewachsen. Einer ihrer Brüder ist schon vor ihrer Geburt gestorben, den anderen glaubt sie auf dem Weg in den Westen verloren. In jungen Jahren haben Annie und ihre Schwester Sophia auch noch ihre Eltern verloren und lebten von nun an bei einem Onkel in New York, zusammen mit Cousin Marcus und Cousine Jennifer.

Sophia findet ihre große Liebe Philipp Alley, mit dem sie auf eine Farm nach Kansas zieht und dort Zwillinge zur Welt bringt. Das fruchtbare Tal wird ständig von einer Bande überfallen, so dass sich die Alleys mit ihren Nachbarn zusammen tun, um eine Bürgerwehr zu organisieren. Das ist aber nur ein Nebenstrang des Romans, um das Leben und die Probleme in den Nordstaaten kurz vor Ausbruch des amerikanischen Bürgerkriegs zu beschreiben.

Die eigentliche Handlung des Romans beginnt aber 1859 mit Annies Reise nach South Carolina, wo ihr Onkel eine Anstellung als Lehrerin für sie arrangiert hat. Sie wird zwei Töchter eines reichen Plantagenbesitzers unterrichten und lernt so die Gegebenheiten im amerikanischen Süden kennen. Immer wieder wird sie mit einem ungewohnten Luxus und der ihr völlig fremden Behandlung der Sklaven konfrontiert. Während sie sich mit dem Luxus arrangiert kann sie den unmenschlichen Umgang mit den Sklaven überhaupt nicht akzeptieren und mischt sich immer wieder ein.

Obwohl die Sklaven auf Birch Island verhältnismäßig gut behandelt werden, gibt es auch hier Missstände, die aus heutiger Sicht (und auch damals aus Sicht der Nordstaatler) absolut grauenhaft sind: So wird eine Sklavin vergewaltigt und zieht den Sohn ihres „Besitzers“ auf. Klar, dass Annie sich mit einigen Sklaven anfreundet, aber ihre Hilfe bringt diese manchmal in noch größere Gefahr. Die Ausweglosigkeit der Sklaven wird sehr deutlich, als Annie einige Bilder ihrer schwarzen Freundin Chrystal in den Norden verkauft: Chrystal weiß mit dem Geld nichts anzufangen, denn sie darf im Süden nichts besitzen und sieht auch im Norden keine Zukunft. Die Sklaven hoffen einfach auf eine bessere Zukunft für die Generationen nach ihnen, und für sich selbst auf ein besseres Leben bei Gott.

Annie ist eine Protagonistin nach meinem Geschmack: sie ist mitfühlend und verständnisvoll, hält ihre Meinung nicht zurück und eckt überall an. Trotzdem wird sie von ihren Arbeitgebern wie ein Familienmitglied aufgenommen, zumindest von den meisten. Natürlich gibt es auch in dieser Familie Menschen, die den Luxus einfach nur genießen und die Sklavenhaltung als angenehme Gegebenheit hinnehmen. Zwischen dem Sohn David, der Medizin studiert, und Annie bahnt sich eine romantische Beziehung an, die aber noch unterdrückt wird, da David einer anderen Frau versprochen ist.

In den Monaten im Süden lernt Annie auch andere Plantagen kennen und muss feststellen, dass nicht nur die Sklaven dort schlechter behandelt werden. Zweckehen sind an der Tagesordnung, und so verhilft sie ihrer neuen Freundin Susanna Belle zur Flucht in den Norden, wo diese mit Annies Cousin Marcus ein neues Leben beginnen will. Der Fluchtversuch scheitert zwar, aber das Blatt wendet sich am Ende doch noch zum Guten für das Paar.

Der Schreibstil des Autorenpaars gefällt mir sehr. Der Roman liest sich sehr flüssig, man fiebert mit den Protagonisten und lernt fast unbemerkt einiges über den Lebensstil, die Entwicklung und geschichtliche Hintergründe. Die Personen sind allerdings zum größten Teil sehr festgelegt: Es gibt „Gute“ und „Schlechte“, aber wenige, die irgendwie dazwischen liegen. Mir ist das ein bisschen zu schwarz-weiß.
Ansonsten eine absolute Leseempfehlung für alle, die gerne romantische Handlung verknüpft mit Geschichte lesen. „Das Leuchten der Sehnsucht“ ist der Auftakt einer Südstaaten-Saga und ich freue mich auf die Fortsetzung!

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Veröffentlicht am 05.11.2021

So war das damals in Köln

Das Erbe der Braumeisterin
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Madlen ist Brauerin im mittelalterlichen Köln. Als Witwe muss sie einen Brauer heiraten, sonst verliert sie ihre Brauerei und damit ihren Lebensunterhalt. In ihrer Verzweiflung rettet sie den in Ungnade ...

Madlen ist Brauerin im mittelalterlichen Köln. Als Witwe muss sie einen Brauer heiraten, sonst verliert sie ihre Brauerei und damit ihren Lebensunterhalt. In ihrer Verzweiflung rettet sie den in Ungnade gefallenen Johann vor dem Tod und heiratet ihn.
Mit der Zeit lernen sich die beiden kennen und lieben. Das Leben im mittelalterlichen Köln wird sehr gut und mitreißend beschrieben. Manche Wörter musste ich recherchieren, da ich das Glossar am Ende erst nach dem Lesen entdeckt habe.
Ein toller historischer Roman, der die Umstände sehr gut beschreibt und in die Handlung einbaut. Man fiebert mit den Protagonisten.

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Veröffentlicht am 01.09.2021

Naja

Ein Prosit auf den Mörder
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Clarissa ist pensionierte Kommissarin und zieht für eine Weile in ein Forsthaus an die Mosel.
Nun werden zunächst auf über 100 Seiten die Dorfbewohner vorgestellt. Einige von ihnen haben einen Krimiclub ...

Clarissa ist pensionierte Kommissarin und zieht für eine Weile in ein Forsthaus an die Mosel.
Nun werden zunächst auf über 100 Seiten die Dorfbewohner vorgestellt. Einige von ihnen haben einen Krimiclub gegründet und organisieren eine Fahrt in einen anderen Ort. Nachdem das halbe Buch nun schon gelesen ist, stirbt ein unsympathischer Mitbewohner und Clarissa fängt an zu ermitteln.
Natürlich ist sie schlauer als ihr Nachfolger und beweist, dass es sich um keinen natürlichen Tod handelt.
Das Buch ist so langweilig geschrieben, dass ich für eine ganze Weile überhaupt nicht mehr lesen wollte. Teilweise werden Menschen und Handlungen so ausführlich geschildert, dass ich nur noch auf die Seitenzahl schielen konnte, um zu sehen, wie viel noch zu lesen ist. Zwei Sterne gibt es dafür, dass ich das Buch nicht weggelegt habe, sondern immerhin noch wissen wollte, wie es aus geht.

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