Viel 20er - wenig Friedrichstraße
Berlin Friedrichstraße: NovembersturmVon Ulrike Schweikerts Roman hatte ich etwas anderes erwartet, bin aber trotzdem nicht enttäuscht worden.
Dem Klappentext nach dachte ich, es geht mehr um den Bau des Bahnhofs, aber die zentrale Rolle ...
Von Ulrike Schweikerts Roman hatte ich etwas anderes erwartet, bin aber trotzdem nicht enttäuscht worden.
Dem Klappentext nach dachte ich, es geht mehr um den Bau des Bahnhofs, aber die zentrale Rolle spielt er nicht. Vielmehr erfährt man Einiges über das Leben in den 20er Jahren, nach dem ersten großen Krieg. Vor allem die Nachwirkungen auf die Psyche der ehemaligen Soldaten hat mich sehr berührt. Obwohl der Roman chronologisch aufgebaut ist, erfährt man erst zum Ende hin, was zwischendurch passiert ist. Alles läuft auf ein Drama hinaus, das kurz vor Ende recht schnell wieder aufgelöst wird.
Ich mag die "zufälligen" Begegnungen mit Stars wie Marlene Dietrich und Erich Kästner. Auch die politischen Hintergründe werden immer wieder aufgegriffen, allerdings kommen diese wie aufgereiht in einem Geschichtsbuch daher und haben mitunter wenig mit der Geschichte zu tun. Ich weiß nicht so recht, ob Ulrike Schweikert hier einen historischen Roman mit Liebes- und Dreiecksgeschichte schreiben wollte oder eine Liebesgeschichte mit Hintergrundinformationen...
Trotz allem fühlte ich mich gut unterhalten, vor allem zum Ende hin, und werde sicher auch die Fortsetzung lesen.