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Veröffentlicht am 09.04.2026

Wo bleiben die Rabauken?

Das Internat für magische Talente. Unruhestifter willkommen! (Band 1)
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Dafür, dass im Internat Last Hope lauter Rabauken mit magischen Fähigkeiten untergebracht sein sollen, geht es in diesem Buch sehr gemächlich zu. Die Kinder sind eigentlich kreuzbrav und geben selten Grund ...

Dafür, dass im Internat Last Hope lauter Rabauken mit magischen Fähigkeiten untergebracht sein sollen, geht es in diesem Buch sehr gemächlich zu. Die Kinder sind eigentlich kreuzbrav und geben selten Grund zur Klage. Pipi Langstrumpf ist im Vergleich zu ihnen eine Schwerverbrecherin.

Dabei fängt es rasant an: Lavinia Lucas, zwölf Jahre alt, wird aus ihrer alten Schule geworfen und landet im Internat für Unruhestifter. Aber schnell wird klar: Vin ist schüchtern, unsicher, unbeholfen, stets nervös, oft verwirrt, immer wieder verängstigt und, das muss man leider sagen, einfach nur langweilig.

Von den Mitschülern erfährt man nicht viel mehr, als dass sie ihre Mitschüler sind. Was sie so magietechnisch draufhaben, wird allerdings in epischer Länge erörtert.

Die Handlung spielt sich vorwiegend innerhalb des Internats ab. Klassenraum, Speisesaal, Bibliothek - das Übliche. Wer überhaupt Schulgeschichten gut findet, das Aufblühen neuer Freundschaften mit Interesse verfolgt und die Entwicklung eines Mauerblümchens zur Heldin wider Willen spannend findet, sollte hier zugreifen.

Denn irgendwann wird klar: In Vin, die sich bis jetzt für eine „Beschwörerin“ gehalten hat, steckt großes magisches Potential. Was noch? Die sprachliche Qualität stimmt und mit fast 400 Seiten ist das schon ein kleiner Schmöker. Der zweite und finale Teil erscheint im Dezember.

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Veröffentlicht am 05.03.2026

Ein schönes Buch, aber etwas überladen

Flora Brimble und der verlorene Frühling
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Jedem Kind wünsche ich Bücher, in denen die Sprache so überzeugt wie hier. Kein Satz zuviel, aber jeder davon randvoll.

Die Geschichte von Flora Brimble, ihrer Freundin Harriet, dem Eichhörnchen Parzival ...

Jedem Kind wünsche ich Bücher, in denen die Sprache so überzeugt wie hier. Kein Satz zuviel, aber jeder davon randvoll.

Die Geschichte von Flora Brimble, ihrer Freundin Harriet, dem Eichhörnchen Parzival und dem stets à la mode gekleideten Kobold Grisold Gänsereiter bleibt bis zum Ende unvorhersehbar und platzt vor Phantasie. Laufend werden die Grenzen der Physik außer Kraft gesetzt. Mal springen die kleinen Helden in einen Wandteppich, dann stürzen sie sich in einen Brunnen, der auf dem Erdboden steht. Bemerkenswert sind diese Erkenntnisse: Die Zeit schmeckt nach Stachelbeerkompott, Felsgnome riechen nach Kartoffeln und der Tod ist eine Pfütze. Das bleibt im Kopf. Ebenso wie die die Wertschätzung für die Anrede „Sie“ als zivilisatorische Errungenschaft.

Nicht so überzeugend ist die episodenhafte Aneinanderreihung der Ereignisse. Ist ein Problem gelöst, erwächst daraus ein neues, und die unendliche Schnitzeljagd setzt sich fort. Das ist anstrengend, und oft hält man inne und fragt sich: Worum ging es grad nochmal? Aufreibend auch die Fülle der stark aufgeladenen Namensgebungen: Lebensader aller Welten, Meisterinnen des Weges, Trank der achtsamen Augen, Tinte des ewigen Lichts … Das ist so wild, dass der Autor es irgendwann selbst auf die Schippe nimmt.

Wegen der bereits angesprochene Qualität der Sprache, des gut plazierten Witzes und allein für die Figur des Gestaltenwandlers Rigor Mortis lohnt sich das Lesen dennoch.

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Veröffentlicht am 11.02.2026

Keine Jagd, keine Münzen, aber sehr stimmungsvoll

Die Jagd nach den magischen Münzen
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Schauplatz der Geschichte ist ein Fluss, und dieses ruhige Motiv spiegelt sich in der Erzählweise wider: Die Orte des Geschehens bleiben immer dieselben und die Ereignisse überschlagen sich nicht.

Das ...

Schauplatz der Geschichte ist ein Fluss, und dieses ruhige Motiv spiegelt sich in der Erzählweise wider: Die Orte des Geschehens bleiben immer dieselben und die Ereignisse überschlagen sich nicht.

Das Buch spielt in London im Jahr 1918. Reizvoll ist die Vermengung von Phantastik und historischem Ambiente, ebenso die Themenmischung aus Freundschaft und Verlust, Trauer, Hoffnung und Verrat.

Viel Lesezeit fließt die Themse herunter für Gespräche und Herumrätseln, ein Hin und Her aus Hättekönntewürde. Da muss man als junger Leser Geduld mitbringen, denn erst im letzten Drittel werden die Rätsel offengelegt und das Geheimnis des „Hidden Treasure“, den Bo am Flussufer gefunden hat, gelüftet. Es handelt sich um kleine Scheiben aus Edelmetall, bedeckt mit Perlen und Edelsteinen. Münzen, wie im Titel angegeben, sind das übrigens nicht, was beim Lesen anfangs durchaus irritiert.

Wie schon in ihren anderen Büchern belässt die Autorin vieles im Rätselhaften und bietet nicht für jedes Vorkommnis eine plausible Lösung. Das ist entweder unbefriedigend oder inspirierend, auf jeden Fall aber besonders.

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Veröffentlicht am 27.12.2025

Herleitung der Menschenrechte

Alexander
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Die Einwohner von Kaliste senden einen Jungen aus, der gerechte Gesetze finden soll. Weil Alexander clever ist und als Kind noch unvoreingenommen, erscheint er ihnen für diese Aufgabe geeignet. So kommt ...

Die Einwohner von Kaliste senden einen Jungen aus, der gerechte Gesetze finden soll. Weil Alexander clever ist und als Kind noch unvoreingenommen, erscheint er ihnen für diese Aufgabe geeignet. So kommt er mit den unterschiedlichsten Menschen ins Gespräch. Er begegnet ihnen arglos, beharrlich, diplomatisch und immer mit Toleranz. Auf seiner Reise trägt er die grundlegenden Menschenrechte zusammen, darunter die Würde des Menschen, die Gleichheit vor dem Gesetz und die Meinungsfreiheit. Er legt einem festgefahrenen Philosophen die Karten und entlarvt mit einer Putzfrau das Blendwerk des Übersinnlichen. Auch einer Sphinx begegnet er und dem Pferd Bukephalos. „Alexander“ ist ein reizendes Buch, in dem viel geredet und gedacht wird, und das zum Denken und Reden anregt. Eine Schwierigkeit ergibt sich bei der Bestimmung der Zielgruppe. Für Kinder ab zehn, wie empfohlen, könnte die Geschichte zu ereignisarm sein. Eine Idee wäre begleitetes Lesen ab zwölf.

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Veröffentlicht am 22.09.2025

Sind wir nicht alle ein bisschen magisch begabt?

Felina Fingerhut und das verhexte Schwarze Loch
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Felina ist mit ihren elf Jahren ein ziemlich naives Ding. Ihr Hobby: Hexen, Hexen und noch mehr Hexen. Am liebsten wäre sie selber eine. Tatsächlich verfügt sie über 53,79 Gramm Magie. Das ist verhältnismäßig ...

Felina ist mit ihren elf Jahren ein ziemlich naives Ding. Ihr Hobby: Hexen, Hexen und noch mehr Hexen. Am liebsten wäre sie selber eine. Tatsächlich verfügt sie über 53,79 Gramm Magie. Das ist verhältnismäßig viel für ihr Gewicht, und die Menge kann sie auch gebrauchen, schließlich muss sie es irgendwie schaffen, ihre Eltern aus dem Schwarzen Loch zurückzuholen, in das sich die beiden glücklosen Restaurantbetreiber gestürzt haben. Praktischerweise ist nebenan gerade die patente Junghexe Wolke Donnerwetter eingezogen. Ein Spitzen-Vorbild für den Fast-Teenager, denn die lässt sich von niemandem etwas sagen, schon gar nicht von dem bierernsten Zauberer Ignatz Stecknadel, dessen Untermieterin sie ist und der mit seinem Gemeckere an Mr. Yunioshi aus Frühstück bei Tiffany‘s erinnert. Das Buch wirft interessante Fragen auf, unter anderem: Wie spießig können moderne Eltern sein, wieviele Katzen braucht man zum Glück und sind wir nicht alle ein bisschen magisch begabt? Für Felina Fingerhut gibt es bereits eine Fortsetzung.

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