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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.03.2017

toll geschrieben

Seitenwechsel
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Der Roman von Michael Römling „Seitenwechsel“ ist eine Zeitreise ins Jahr 1961 in die getrennte Stadt Berlin. Hier leben im Osten Bernhard und Julius, im westlichen Teil Georg und Jack. Noch können die ...

Der Roman von Michael Römling „Seitenwechsel“ ist eine Zeitreise ins Jahr 1961 in die getrennte Stadt Berlin. Hier leben im Osten Bernhard und Julius, im westlichen Teil Georg und Jack. Noch können die Menschen die innerorts gezogene Grenze ungehindert passieren.

Eines Nachts beobachten Bernhard und Georg, die eigentlich einen Luchs entdecken wollen, auf einem Hochsitz ungewöhnliche Dinge. Sie sehr russische Soldaten, die mysteriöse Gegenstände verladen. Was hat dies zu bedeuten? Sie fürchten entdeckt zu werden, und machen sich Hals über Kopf auf, um sich bei Bernhards Vater zu verstecken. Als die Beiden das Haus betreten, kommt ihnen einiges merkwürdig vor. Sie finden den Vater erhängt im Wohnzimmer.

Bernhard und Julius beginnen heimlich Nachforschungen anzustellen, und geraten damit ins Visier der Staatssicherheit.

Und die Tragödie nimmt ihren Lauf. Die ersten schlimmsten Befürchtungen für die Brüder treten ein. Gespräche mit der Staatssicherheit, nebst dem Abhören in den eigenen vier Wänden. Das Verfolgen in der Öffentlichkeit.

Aber auch die Liebe zwischen Julius und Barbara findet hier einen Platz, was dem Buch einen romantischen Unterton verleiht.



Was soll ich sagen? Dieses Buch hat mich mehr wie überrascht. Es ist so spannend geschrieben, dass man es nicht mehr aus der Hand legen möchte.

Ich konnte mich in die Protagonisten hineinversetzen, ich spürte den Herzschlag, ich bekam Gänsehaut bei ihrem ersten Fluchtversuch, und mir schnürte sich der Hals zu, als ich gelesen habe, wie die Berliner Mauer gebaut wurde.

Das Vorgehen der Staatssicherheit- nett, höflich, und mit einem sehr gefährlichem Unterton.

Die Spannung reißt kein bißchen ab, und dieses finde ich wirklich außergewöhnlich. Das Buch beeindruckt mich sehr.

Wenn ich mir vorstelle, welche Fluchtversuche damals die Menschen auf sich genommen haben, um in den Westen zu fliehen, da habe ich sehr großen Respekt.

Veröffentlicht am 31.03.2017

empfehlenswert

Stigmata
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Im Jugendroman von Beatrix Gurian „Stigmata- Nichts bleibt verborgen“ lernen wir Emma kennen. Vor einiger Zeit hat sie ihre Mutter durch einen Autounfall verloren. Und Emma ist nun ganz allein auf dieser ...

Im Jugendroman von Beatrix Gurian „Stigmata- Nichts bleibt verborgen“ lernen wir Emma kennen. Vor einiger Zeit hat sie ihre Mutter durch einen Autounfall verloren. Und Emma ist nun ganz allein auf dieser Welt. Es gibt nur ihren …., der sich um ihren Nachlass kümmert. Emma kümmert sich um nichts mehr, und lebt lethargisch in den Tag hinein. Eines Tages bekommt Emma einen anonymen Brief, welcher sie aus ihrer Lethargie herausholt. Denn in diesem Brief steht, dass Emma die Mörder ihrer Mutter finden soll. Erlaubt sich jemand einen Spaß mit Emma? Ihre Mutter soll doch durch einen Unfall ums Leben gekommen sein.... Oder doch nicht.

Damit und einem Foto in schwarz- weiß macht sich Emma auf die Suche. Sie soll sich einem Jugendcamp, welches einsam und verlassen in den Bergen liegt, anschließen. Allein nur mit den beiden Hinweisen macht sich Emma auf. Das Schloss, in welchem das Camp stattfindet, was nur der Elite zugängig ist, liegt einsam und verlassen in den Bergen. Doch was ist das nur für ein Camp? Sie sollen sofort ihre Handys abgeben, nicht in bestimmte Teile des Schlosses herumgehen, und auch sonst ist dort alles einfach nur drecklig, schaurig und gruselig.

Emma soll zusammen mit drei weiteren verschiedene Prüfungen durchleben. Doch immer wieder stößt sie auf Hinweisen aus der Vergangenheit ihrer Mutter, welche sie zutiefst erschüttern. Und nicht nur das. Jeden Tag passieren schlimme Dinge, und es häufen sich Zwischenfälle, die dramatisch enden. Trachtet jemand nach dem Leben der jungen Menschen. Schafft es Emma, die Wahrheit zu entdecken.....



Zu allererst:

WOW- das Buch ist der Knüller! Hier geraten die Gefühle in eine fast traumatische Achterbahn.

Die Autorin Beatrix Gurian hat es sehr gut verstanden, den Leser inmitten dieses Buches gefangen zu nehmen. Man denkt, ja- das könnte so sein. Und, nichts ist wie es scheint.

Dazu kommen die anderen Jugendlichen, von denen jeder eine weitere Geschichte mit zum ganzen Mysterium beiträgt.

Die Umgebung, das alte Schloß- die Leiter, man bekommt eine Gänsehaut nach der nächsten.

Und mittendrin Emma- sie entdeckt die Geschichte der traurigen Kindheit ihrer Mutter, die immer so gut für sie gesorgt hat.



Mich hat das Buch gepackt- auch wem Jugendromane nicht zusagen, hier findet er sich in einem atemberaubenden Buch wieder.

Daher: So schnell wie möglich lesen!

Veröffentlicht am 31.03.2017

die spannung fehlte

Sommerberg
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Die Novelle von Franjo Franjkovic handelt von Sarah. Sie ist Künstlerin/ Malerin, sie wohnt in Berlin, und lebt in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung mit Marion.

Sie erhält eines Tages eine Postkarte, ...

Die Novelle von Franjo Franjkovic handelt von Sarah. Sie ist Künstlerin/ Malerin, sie wohnt in Berlin, und lebt in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung mit Marion.

Sie erhält eines Tages eine Postkarte, die mehr als 60zig Jahre alt ist. Sarah ist verunsichert, denkt sich aber zunächst nichts dabei. Doch dann geschehen immer weitere mysteriöse Dinge, und Sarah reist Hals über Kopf in den Schwarzwald, in den kleinen Ort Wildbad.



Als Leser findet man sich sehr schnell an Sarahs Seite wieder. Man spürt ihre Verunsicherung, ihren Selbstzweifel. Diese schwarze Novelle hat einen Spannungsbogen, der sich bis zum Ende hält. Man ist versucht, Sarahs Ängste zu beschwichtigen, und ihr helfend zur Seite zu stehen.

Es treten Wendepunkte ein, die diese Novelle besonders hervorhebt, die zum Ende hin aber den Schluss offen lässt.



Dieses hat mich ge- und verstört. Ich habe die Novelle in einem durchgelesen, und sie liest sich wirklich gut. Alles ist treffend beschrieben, und man kann sich gut hineinversetzen. Aber, gepackt hat sie mich nicht.

Veröffentlicht am 31.03.2017

hatte mir mehr erhofft

Elf Meter
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Die Frauen aus Lürig sind sauer: Eigentlich wollten sie mit ihren Männern zum Bezirksmusikfest, doch die lassen sie sitzen für ein Fußballspiel. Unterwegs verunglückt der Bus - fast alle Insassen sterben. ...

Die Frauen aus Lürig sind sauer: Eigentlich wollten sie mit ihren Männern zum Bezirksmusikfest, doch die lassen sie sitzen für ein Fußballspiel. Unterwegs verunglückt der Bus - fast alle Insassen sterben. Plötzlich ist das kleine Dorf nahezu männerlos. Alles steht Kopf, was zu reichlichen Intrigen, aber auch zu allerlei schrägen Situationen führt. Außerdem wäre eine der Frauen ihren Mann zu gerne losgeworden, doch er saß nicht mit im Bus. Also muss Frau selbst aktiv werden …

Der Dorftratsch blüht, der Run zur Partnervermittlung startet drei Tage nach der Beerdigung, die Ärztin versauert im Alkohol, eine Frau, deren Mann noch lebt, soll unter die Erde –also Geisterbeschwörung-, der Pfarrer taucht in der Mitte des Buches auf einmal auf usw.

Sogar die Särge gibt es im Dutzend billiger, außer man nimmt so ein billiges Holzteil.



In diesem Buch ist das einzig strukturierte die Kapiteleinteilung, welche Wochentägig ist. Ansonsten finden sechs verschiedene Personen in einem Kapitel Platz, und der Leser weiß gar nicht mehr, wer wer ist.

Aus der Leseprobe hinaus versprach ich mir ein wahres Feuerwerk an Humor, welches leider untergegangen ist. Ironie und Sarkasmus werden hier eher großgeschrieben. Denn kaum eine Frau trauert um ihren Mann. Dafür wird am Beginn auf drei Seiten verzeichnet, wer zu wem gehört.

Nein, leider kein Feuerwerk, eher mühsame Leserverwirrung.

Veröffentlicht am 31.03.2017

etwas zu vorhersehbar

Mörderische Saitensprünge
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Die Autorin Andrea Tillmanns lässt ihre Protagonistin, die Musiklehrerin Luisa Weinstrauß, in ihrem zweiten Fall in ihrem eigenen Bekanntenkreis ermitteln.
Während der Nacht erreicht Luisa ein Anruf auf ...

Die Autorin Andrea Tillmanns lässt ihre Protagonistin, die Musiklehrerin Luisa Weinstrauß, in ihrem zweiten Fall in ihrem eigenen Bekanntenkreis ermitteln.
Während der Nacht erreicht Luisa ein Anruf auf ihrem Handy, und sie kann keine klaren Worte verstehen. Außer, dass es eine weibliche Person ist, und diese ihre Hilfe braucht. Luisa will ihre Bekannte Marianne, eine Stargitarristin, erkannt haben. Wie sich herausstellt, hat sie damit leider recht. Und Kommissar Müllerjan bittet Luisa um Mithilfe als Fachfrau für Musik. Doch wie im bereits ersten Fall lässt dieses Luisa davon nicht ab, selber zu ermitteln. Und sie findet heraus, dass eine ganz bestimmte Gitarre verschwunden ist…

Ich habe diesen Krimi hier in einer Leserunde gelesen. Er ist eher ruhig geschrieben, und kommt ohne viel Mord und Totschlag aus. Die sympathische Luisa nimmt den Leser für sich ein, und man wundert sich bei ihr immer wieder, was sie sich einfallen lässt, um an die kleinen Geheimnisse eines Menschen zu kommen.
Sie Teilchen für Teilchen zusammen, und überrascht mit vielen Wendungen. Der Kommissar spielt eher eine Nebenrolle.

Ein leider kurzer Krimi für zwischendurch. Er war mir ein wenig zu ruhig, und vorhersehbar.